stupormundi schrieb:
Aha, MS steckt Millionen von $ in ihren Online-Dienst namens XBL, sammeln 6 Jahre damit Erfahrung. Nintendo steckt keine Millionen von $ in ihren Online-Dienst und hat auch bisher kaum Erfahrung gesammelt.
Nintendo analysiert den Onlinebereich schon seit den 80er Jahren. Nintendo hat auch etliches an Geld in den Online Service investiert. Wenn Nintendo möchte, dann können sie noch mehr Geld in den Service investieren, noch effektiver analysieren, dem Service noch mehr Gewichtung zukommen lassen und ihn deutlich besser machen. Aber lohnt es sich so viel in den Service zu investieren? Nintendo sieht das eben anders als Microsoft. Nur der große Unterschied zwischen Microsoft und Nintendo ist: Nintendo ist erfolgreich und erwirtschaftet Geld. Microsofts Entertainment Abteilung ist nicht annähernd so erfolgreich und erwirtschaftet kein Geld.
stupormundi schrieb:
MS ist ein riesiger Softwaregigant mit jahrelanger Erfahrung in Online-Diensten, während Nintendo ein vergleichsweise kleiner Videospielhersteller mit kaum Erfahrungen (vom Satellaview mal abgesehen) ist.
Bevor Sony in den Videospielmarkt einstieg arbeitete Nintendo schon fast 20 Jahre in diesem Sektor. 10 Jahre schon als das erfolgreichste Unternehmen in diesem Markt, welches den Markt revolutionierte und wiederbelebte. Man hatte sogar ein unglaubliches Monopol. Dennoch hat Sony von heut auf morgen im Heimkonsolenmarkt die Führung übernommen.
Du solltest langsam aufwachen. Man verliert seine Führungsrolle oftmals schneller als man denkt - auch an Firmen die man gar nicht auf der Rechnung hatte. Nintendo hat das Geld, das Personal und die Erfahrung auch im Onlinesektor mind. auf Microsoft aufzuholen.
jamaica_rum schrieb:
Sean du redest zuviel.
Ich rede nicht zu viel. Es ist nur so: Nintendo ist seit über 30 Jahren im Videospielmarkt tätig, seit über 20 Jahren das erfolgreichste Unternehmen in diesem Markt und dominiert aktuell den Markt wie nur ein Unternehmen davor - und das hieß damals auch Nintendo. Ich glaub keiner kann in diesem Forum Nintendo Tipps geben was sie in diesem Markt zu tun haben und erst recht aktuell haben weder Sony noch Microsoft das Recht Nintendo was vorzuschreiben.
Sellerie schrieb:
Meinst du nicht, dass gerade für casual gamer ein weniger umständliches System besser wäre?
Dazu kann ich wenig sagen, da ich das System nicht wirklich analysiert habe. Außerdem müsste ich dann andere mögliche Systeme auch noch detailiert analysieren. Das ist nicht der Fall, weshalb ich mich dazu (genauso wie der Rest hier auf CW) schlecht äussern kann.
Außerdem ist es auch fraglich wie viel Geld und Zeit Nintendo dem Bereich "Online Service" zur Verfügung gestellt hat. Man kann nicht einfach sagen, dass der Wii einen schlechten Online Service hat. Nintendo spricht schon einmal eine ganz andere Zielgruppe an. Zugleich muss Nintendo die ausgegebenen Ressourcen wieder einnehmen. Nintendo wird nur durch sich selbst am Leben gehalten. Microsofts Entertainment Abteilung oder SCE, wären die auf sich alleine gestellt, es gäbe keine PlayStation oder Xbox mehr. All das muss man miteinbeziehen. Nintendo ging einfach einen anderen Weg und das muss man respektieren und akzeptieren. Letztendlich darf man sich aber die Frage stellen: War der Weg erfolgreich? In Bezug auf den Online Service: Nintendo scheint zufrieden zu sein, Nintendo kann durchaus gute Zahlen vermelden. Er scheint erfolgreich zu sein. In Bezug auf die allgemeine Philosophie und das Konzept der Konsolen: Nintendo ist sehr zufrieden, kann rekordverdächtige Zahlen vermelden. Nintendo ist weit erfolgreicher als die Konkurrenz.
Sicher ist der Service für den Hardcore Gamer nicht überzeugend genug. Sicher ist der Service verbesserungsfähig. Sicher gibt es einige Probleme die nicht hätten sein müssen. Aber das liegt eben zum Teil einfach daran, dass Nintendo dem Service nicht die gleiche Gewichtung gegeben hat wie Microsoft oder Sony. Jetzt sind vielleicht einige Hardcore Gamer sauer. Jedoch gibt der Erfolg Nintendo recht.
Sellerie schrieb:
Z.B. spieleübergreifende Freundeslisten (adden durch namenseingabe und nicht durch einen langen code pro Spiel).
ICQ oder das komplette System der mobilen Telefone oder Festnetztelefone läuft doch über längere Zahlenfolgen und damit kommt die Masse bzw. der Massenmarkt doch zurecht. Man kann das System auch nicht einfach nur über einen Namen laufen lassen: Was ist wenn mehrere Personen Sean heißen möchten? Entweder es gibt dann etliche User mit dem Namen Sean (bloß wo ist dann der Unterschied und wer ist wer?) oder nur einen (sehr unfair und engt den Nutzer extrem ein). Das kann schon einmal nicht die Lösung des Problems sein, weil wir jetzt mind. ein neues, sehr großes Problem haben.
Ich würde sicherlich das System des Telefons und von ICQ genau analysieren lassen. Zwei erfolgreiche Systeme, welche sich etabliert und sehr viele Menschen überzeugt haben. Dann würde ich auf alle Fälle versuchen die Miis in das Ganze zu integrieren.
So könnte Nintendo dann evtl. zum Start des Konsolensystems den User fragen, wer aktuell das System nutzt (wobei schon allein der Vorgang in der Form nicht möglich wäre, aber wir denken jetzt einfach mal verträumt - wie man auf CW nunmal ist - weiter). Dann wählt man sein Profil in Form eines Miis per einen (!) Tastendruck aus. Schon wurden alle Einstellungen geladen. Dann hat man noch einen Kanal oder ein Unterverzeichnis im Menü in dem man einmalig die Nummern seiner Freunde speichert (immer abhängig vom jeweiligen Profil) - und die Basis würde stehen. Jetzt ist nur das Problem: Ich habe das System noch nicht getestet, garantiert noch nicht analysiert und das Ganze klingt jetzt auf dem Papier recht gut. Wenn ich das Nintendo vorlegen würde, die hätten einige knallharte Argumente, welche das System ohne Frage extrem in Frage stellen würde. Das ist letztendlich auch der Punkt: Es gibt kein perfektes System. Es gibt etliche gute System, aber jedes wird immer Vor- und Nachteile haben. Es wird immer neben den Stärken auch etliche Probleme geben, das lässt sich nicht verhindern.
Sellerie schrieb:
Oder so Sachen wie voice würden das Spielerlebnis auch für die casual gamer verbessern und erleichtern (...)
Ich bin ein Kritiker von Voice Chat, da Voice Chat nicht da steht, wo viele glauben, dass es steht. Voice Chat braucht noch ein paar Jährchen bzw. die dazugehörigen Technologien.
Ein funktionierendes Voice Chat muss mit einem hochwertigen Festnetzgespräch mithalten können, also im Grunde gleichwertig sind. Die durchschnittlichen Voice Chat Gespräche sind schon außerhalb des eigentlichen Spiels nicht unbedingt auf dem Niveau eines hochwertigen Festnetzgespräches. Innerhalb eines Spiels, da ist man oftmals wirklich weit davon entfernt.
Sellerie schrieb:
(...) denn Nachrichten verschicken die man mit der wiimote abgetippt hat ist mit Sicherheit kein Traum.
Aber es funktioniert sehr gut, weshalb es sehr erfolgreich ist.
Oder anders gefragt: Warum schreibt man sich immer noch so viele SMS, anstatt einen kurzen Anruf zu tätigen (was oftmals sogar noch viel einfacher und (!) billiger wäre)? Warum schreibt man sich lieber per ICQ anstatt sich per Voice Chat zu unterhalten? Selbst auf dem PC ist Voice Chat nicht annähernd da wo es viele in ihrer Traumvorstellung sehen.
Sellerie schrieb:
Kommunikation während des Spielens ist mit Sicherheit auch für solche Leute wichtig, denn die spielen mit Sicherheit auch mit ihren Freunden online oder auch um einfach mal so Sachen mitzuteilen wie "wart mal bitte kurz, ich muss aufs klo"...
Wenn ich nicht gerade das Geld hätte den Markt zu analysieren - wie wichtig Casual und Non Gamern Kommunikation in Online Spielen ist und wie viele Casual Gamer überhaupt regelmässig Online Spiele spielen und welche Art von Online Spielen - würde ich grundsätzlich der Kommunikation einen sehr hohen Stellenwert zukommen lassen.
Ein großer Unterschied zwischen Offline und Online Multiplayer Gaming ist doch die Kommunikation. Wie hat sich Martin Hollis in den 90er Jahren treffend für Offline Multiplayer Gaming eingesetzt: "Wenn man neben drei Mitspielern sitzt, kann man sie anschreien und ihre Reaktionen sehen." Offline Multiplayer Gaming ist deshalb meiner Meinung nach dem Online Multiplayer Gaming deutlich überlegen, weil die Spieler direkt neben dir sitzen. Der Wettbewerb wird weit persönlicher und emotionaler. Eine Multiplayersession von Mario Kart über das Internet hätte nicht annähernd den gleichen Stellenwert wie in einem Zimmer mit ein paar Freunden. Dazwischen liegen Welten und zwar extreme Welten.
Egal ob nun Nintendos WiFi Service, Sonys Network oder Microsofts Xbox Live - erst recht auf Konsolen bin ich mit Online Gaming extrem unzufrieden. Es macht Spaß durchaus ein oder zwei Wochen ein Spiel auch über das Internet zu spielen und sich mit allen möglichen zu messen, aber auf Dauer brauch ich den Gegner oder Mitspieler neben mir. Ich will ihm in die Augen sehen wenn wir gegen- oder miteinander spielen. Ich will die Emotionen gnadenlos spüren und brauche diesen persönlichen als auch sozialen Stellenwert. Zwar ist man auch auf Konsolen schon sehr weit bezüglich des Online Gamings, aber doch noch sehr weit von einer zufriedenstellenden Position entfernt. Letztendlich kann ich mir vorstellen, dass Nintendo dies eben ähnlich sieht. Ein weiterer Grund, weshalb man hier und heute, noch nicht so sehr in den Online Service investiert.