Weltpolitik

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Wenn man jedoch Israels Handeln kritisiert (und dafür gibt es mMn auch Anlass), dann auch mit dem Denken im Kopf, dass das Handeln der Israelis auf Vernunft aufbauen kann und sollte (im Vergleich zu irrationalen Islamisten eben) -deshalb bringt dort Kritik mehr.

Natürlich sind die Israelis kritikfähiger. Die Medien haben imo aber nicht die Aufgabe, politischen Einfluss zu nehmen, sondern halbwegs objektiv zu berichten, was sich abspielt, damit man sich eine Meinung bilden kann.
Die einseitige Berichterstattung und Kritik spielt den Hamas allerdings wieder in die Hände und lässt sich 1 : 1 für ihre Propaganda nutzen.

Gleichzeitig nimmt Israel diese Entwicklung auch nicht gerade dankend an und fühlt sich dadurch natürlich ungerechtfertigterweise unter Druck gesetzt. Man hört nicht auf Leute, die einen in die Enge treiben. Vielleicht am Anfang noch... aber wenn die Kritik dann endlos weiter geht - völlig egal was wieder los ist und bei jedem Fotofurz der Zeigefinger erhoben wird - während die andere Seite wie unterdrückte Ghetto-Opfer dargestellt werden, die nur spielen wollen, sieht man sich genötigt, KEINE weitere Schwäche mehr zu zeigen und Kritik zurückzuweisen.
DAS ist es was wir erleben und es ist ein absehbares, hausgemachtes Problem.
 
Sicher nicht! Nur in den Augen der üblich Verdächtigen. ;)

man muss als einschlägig "links", "antisemitisch" oder sonst irgendwie "vaterlandslos" sein, um vokabel wie tätervolk "peinlich" zu finden? ;)
da könnt man ja gleich mit "jesusmörder" kontern, ist in meinen augen die gleiche wellenlänge.

es gibt kein tätervolk - basta, es gibt nur menschen und ihre entscheidungen. glücklicherweise haben wir die sippenhaft vor einiger zeit abgeschafft.
 
Doch, ich schon. Wieso sollte ich mich bei jemandem entschuldigen, der sich nicht mal dafür entschuldigt, bei mir eingebrochen zu sein? Würdest DU das tun?

Ich wäre natürlich nicht dämlich genug, ihn zu fesseln, mich grinsend vor ihm fotografieren zu lassen und das Foto dann ins Internet zu stellen. ;) Aber ganz neutral betrachtet, wenn ich es getan hätte würde mich ein negatives Echo nicht wundern. Man sollte sich der Konsequenzen seiner Taten schon bewusst sein. Auch mit einem Verbrecher darf man nicht plötzlich machen was man möchte.

Sicher nicht! Nur in den Augen der üblich Verdächtigen.

Du zählst mich jetzt aber hoffentlich nicht dazu.. :-P Ich finde ihre individuelle Tat und ihre Rechtfertigung ganz unabhängig vom Israel-Palästina Konflikt einfach verwerflich.
 
Darkganon:

Daß aus israelischer Sicht die Deutschen (und Österreicher?) das Tätervolk sind dürfte für jeden leicht nachvollziehbar und verständlich sein. Und daß man von Vertretern dieses Volkes nicht ständig altkluge Belehrungen haben möchte, auch.

Aber viele Leute aus dem linken Spektrum wollen das ja gerne abschütteln und sich gerne davon befreien ...

P.S.:

Dein Vergleich mit "Jesusmörder" ist albern und grotesk. Auch dieses 20jährige Mädchen könnte noch direkte "Lücken" in der Familie z. B. bei Großeltern aufgrund des Holocaust haben.

Es ist erschreckend zu sehen, wie gerade "Linke" heutzutage davon nichts mehr wissen wollen und die Rechtskonservativen die Rolle des Mahners im Sinne von "nie wieder" übernommen haben.

Dein "basta" unterstreicht nur diesen Mangel an historischem Bewußtsein!


Evil_Dragon:

Du glaubst doch jetzt bitte nicht ernsthaft, daß die Frau die Leute dort gefesselt hätte und das noch aus eigenen Antrieb für das Foto? :ugly:
 
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Evil_Dragon:

Du glaubst doch jetzt bitte nicht ernsthaft, daß die Frau die Leute dort gefesselt hätte und das noch aus eigenen Antrieb für das Foto? :ugly:

Nein, so meinte ich das nicht. ;) Aber wenn ich versuche mich ungefesselt mit ihm fotografieren zu lassen haut er mich. :blushed: Aber wenn es dich beruhigt: Wenn jemand ihn fesselt und ich zufällig vorbeikomme und mich mit ihm fotografieren lasse würde ich mich über ein negatives Echo nicht wundern. Besser? ;) In dem Moment, wo ich ihn bewusst erniedrige, auch wenn er mir Unrecht getan hat, bin ich nicht viel besser als er.

Für mich wärst du der Held des Tages!

Wenn du meinst. Dann wirst du wohl ein anderes Rechtsverständnis als ich haben
 
Wenn ich mich dazu entscheide, Israel zu verteidigen und gegen Antisemitismus anzukämpfen, zu demonstrieren, zu argumentatieren und auch ansonsten dagegen aufzutreten, dann nicht etwa, weil ich mich für irgend etwas "schuldig" fühle, oder als Österreicher, also Angehöriger eines Landes, das wohl die fanatischten Hitlerbefürworter hatte, irgendwie auf Generationen heraus "schuldig" bin, sondern weil ich persönlich, aufgrund meiner Entscheidungen, meiner Moral und meiner Überzeugungen nach, davon überzeugt bin, das Richtige zu tun. Ist für mich ähnlich, wie bei meinen sprituellen Gedanken: Sich an die 10 Gebote oder sonstwelche Regeln zu halten, sollte nicht aus Angst vor einem schlechteren Stand nach dem Tode resultieren, sondern aus privaten, subjektiven Überzeugungen.

ICH muss mich von nichts befreien, ich habe einfach keine Schuld - ich sehe mich aber trotzdem verantwortlich dafür, als überzeugter linker Demokrat, geistiger Humanist und Anhänger der französischen Revolution, dass man den Anfängen wehren sollte. Insofern würde ich energisch darum bitten, mir hier nicht irgendwelche Eigenschaften abzusprechen, die zu den Grundlagen meines Denkens erzählen. Und zwar nicht aus Schuld und Sühne, sondern aus Überzeugung. So wahr mir Gott helfe :-)
 
Es ist erschreckend zu sehen, wie gerade "Linke" heutzutage davon nichts mehr wissen wollen und die Rechtskonservativen die Rolle des Mahners im Sinne von "nie wieder" übernommen haben.

Das finde ich auch total faszinierend. Wobei man schon fairerweise sagen muss, dass der linke Antisemitismus auf eine gut gepflegte Tradition zurückblicken kann. Der Jude wurde gern als Prototyp des bösen, kapitalistischen Weltverschwörers herangezogen, war er doch so schön plakativ im öffentlichen Bewusstsein verankert.

Hier mal eine kleine Zusammenfassung des linken, österreichischen Antisemitismus, extra für die Österreicher unter uns: ;)

http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/72-grigat.htm

Dass sich links-sein und Antisemitismus gegenseitig ausschließen, ist ein von den Linken gestreutes Märchen zur moralischen Selbstimmunisierung. Sonst nichts.
 
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"Links" sein ( was immer das bei den 386378363 Subgruppen auch sein mag) schließt nicht antisemitisch aus, aber wenn man gewissen Idealen nicht folgt, ist man eben im ursprünglichen Sinne nicht mehr "links". Das hat einfach was mit Begriffsdefinition zu tun.

Hier im guten alten Österreich sind für Antisemitismus aber ohnehin immer noch die öhm..."Rechtsdemokraten" zuständig. Ostküste mimimi :rolleyes:
 
darkganon:

Wir sind alle Teile unserer Geschichte. Natürlich hat niemand von uns persönlich schuld, aber seine Wurzeln und den historischen Kontext zu verleugnen hat in dem Zusammenhang eben einen mehr als unangenehmen Beigeschmack.

Vor allen Dingen wenn genau aus der politischen Ecke ein Übermaß von "Kritik" an Israel ausgekübelt wird bei völliger Ignoranz bis Blindheit gegenüber den realen Untaten der anderen Seite.

P.S.: Nach Deiner ganz persönlichen Definition dürfte man wohl die meisten "Linken" in Europa nicht mehr links nennen ...
 
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Hier im guten alten Österreich sind für Antisemitismus aber ohnehin immer noch die öhm..."Rechtsdemokraten" zuständig. Ostküste mimimi :rolleyes:

Klar, die ganz, ganz Rechten pflegen bei uns auch noch ihren Judenhass.
Wenn man die rechten und linken Ränder weit genug spannt, treffen sie sich irgendwann ja auch im Kreis. So feiern Rechts- und Linksextreme neuerdings auf öffentlichen Demos ihre Ökumene, indem sie gemeinsam mit Moslems "Juden raus" brüllend durch die Straßen flanieren.

Ich bleib` da lieber in der Mitte sitzen. :/
 
darganon:
P.S.: Nach Deiner ganz persönlichen Definition dürfte man wohl die meisten "Linken" in Europa nicht mehr links nennen ...

kann ich mit leben :-)
ich leite mein verständnis aus der geschichte und von idealen ab, was der rest der welt macht, ist mir da relativ egal.

in meinen aufen existiert so etwas wie eine mitte ja gar nicht.
 
darkganon schrieb:
in meinen aufen existiert so etwas wie eine mitte ja gar nicht.

Naja... wenn man von rechts und links spricht, muss man auch von einer mitte und fließenden Übergängen sprechen dürfen. Oder doch alles schwarz-weiß?
 
Naja... wenn man von rechts und links spricht, muss man auch von einer mitte und fließenden Übergängen sprechen dürfen. Oder doch alles schwarz-weiß?

*stricherl auf der "zu wenig differenzierung"-liste mach*
nicht wirklich, weil gerade der, der nur extreme sieht, an so etwas wie eine mitte glauben kann. es gibt ohnehin kein "reines" links oder rechts, es gibt primär mischungen und moderate formen. aber die mitte an sich, ist für sich genommen bereits ein paradoxon, da sie von einem idealistischen neutron ausgeht. ein standpunkt, der von einem menschen nicht eingenommen werden kann, da man dafür zuerst objektiv sein müsste.
 
die sieger schreiben die geschichte aus ihrer perspektive, aber sie erfinden sie nicht. meilenweiter unterschied.

Auch eine leichte Tatsachenverdrehung kann eine Lüge oder Erfindung sein oder werden. Eine Verharmlosung oder Übertreibung wird irgendwann zur akzeptierten Geschichte.

@Instant: Nur noch kurz zum Bombenthema.

Warum darf ich diese Verbrechen der alliierten nur thematisieren, wenn ich vorher ne Abhandlung über den Holocaust geschrieben habe? Ich finde den Vergleich oder das Abwägen dieser Taten sogar mehr als unsittlich. Und eine Rache für den Holocaust war dieser Bombenterror nun einmal nicht. Moralisch rechtfertigen könnte man ihn aber auch nicht, wenn sich die Alliierten nur irgendwas um die gemeuchelten Juden geschissen hätten.

Nur gibt es leider keinen Zusammenhang und diese Massenmorde werden von den Medien und dem Schulunterricht noch viel zu wenig behandelt. Unrecht aufwiegen wollte hier eigentlich kaum jemand, den Vergleich hast du gezogen :)

Ich fände es gefährlich, wenn man nur noch die deutschen Verbrechen diskutieren würde, als wenn die Untaten des Naziregimes und deren Vollstrecker die anderen Völker berechtigt hätte, das gleiche zu tun (um den Holocaust gings denen sowieso nicht, das war die Rache für deutsche Attacken und die haben sie 1000 fach zurückgegeben).

Da hilft auch Termis Einwand nicht, dass es damals als normal galt (was ich mir nicht wirklich vorstellen kann, sind schon ein paar Einzigartigkeiten der Geschichte dabei, die ich gerne ausführen kann, aber eigentlich jedem bekannt sein sollten.

Die junge Dame im Interview hat kein wirklich schweres Verbrechen begangen, aber symbolisch sagt es einiges aus(Von der Dummheit will ich gar nicht sprechen). Und ihre Aussage zum Tätervolk bestätigt meine Erfahrungen der letzten 10 Jahre. Die Kinder Israels werden uns noch in 100 Jahren als Tätervolk sehen (wird ihnen eingetrichtert ohne darauf einzugehen, dass die heutige jugend nichts dafür kann). Sieht man an Austauschschülern, da betiteln schon mal 12 Jährige Israelis ihre deutschen (gleichaltrigen) Schulkameraden als Täter und schuldig. Reine Erziehungssache.
 
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*stricherl auf der "zu wenig differenzierung"-liste mach*
nicht wirklich, weil gerade der, der nur extreme sieht, an so etwas wie eine mitte glauben kann. es gibt ohnehin kein "reines" links oder rechts, es gibt primär mischungen und moderate formen. aber die mitte an sich, ist für sich genommen bereits ein paradoxon, da sie von einem idealistischen neutron ausgeht. ein standpunkt, der von einem menschen nicht eingenommen werden kann, da man dafür zuerst objektiv sein müsste.

Mit "mitte" meine ich nicht irgendein theoretisches, absolutes Durschnittsideal, sondern die vorherrschende Mitte der Gesellschaft, also den Bereich, der weder mit linken, noch mit rechten Weltverbesserer-Ideologien etwas anfangen kann. Genauso wenig wie es DIE Linke (wie sich anmaßenderweise diese Kommunistenpartei da nennt) oder DIE Rechte gibt, gibt es auch nicht DIE Mitte.

Aber ohne Begriffe wird es völlig unmöglich, zu diskutieren. Ein bissl pauschalisieren müssen wir alle.
 
Was ist Ironie?

Pastor Terry Jones arrested for child pornography
http://www.nbc.com/news/2010/08/06/pastor-terry-jones-arrested-for-child-pornography/
Infamous Pastor Terry Jones, known for his activism against the Gainesville Florida mayor, and for his "Burn a Koran Day" has been arrested for possession of child pornography. Wednesday August 4, 2010 Pastor Terry Jones was arrested for sharing pictures of children in various states of nudity over the popular file sharing network Limewire.

Wenn ein radikaler Pfarrer selbst der sündigste ist.....
 
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