Spoiler *SPOILERTHREAD* The Last of Us Part II

kiffi

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Ist richtig allerdings kannst du so jeden Film,spiel usw. auseinander nehmen
Ludonarrative dissonanz nennt man das, wenn das Spiel einem in den cutscenes eine Botschaft vermittelt die nicht zum Gameplay Passt.

Kann es folglich bei Filmen so gar nicht geben.

Das gameplay wird z.b. super in Spielen wie silent Hill 2 und undertale in die Handlung integriert.

In tlou2 hingegen überhaupt nicht, es moralisiert und will dass man sich schlecht fühlt für das was man tut, lässt einem aber gar keine andere Möglichkeit als diesen Weg zu gehen wenn man im Spiel voranschreiten will.
 

Damocles

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Ich habe jetzt so einige Let's Plays und Reviews zu dem Teil gesehen und irgendwie scheint es da eine Kluft zwischen englischsprachigen Gamern und deutschsprachigen Gamern zu geben.
Während die deutschen Youtuber dem ganzen im allgemeinen scheinbar eher wohlgesonnen gegenüberstehen, sind die englischsprachigen Gamer größtenteils enttäuscht(5/10 oder 6/10 Punkte) oder hassen das Spiel.
Sie sind beispielsweise wütend, dass Ellie am Ende Abby nicht getötet hat.
Ist das irgendetwas kulturelles?
Ich finde es schon auffällig, wie viel Hass dem Game aus dem englischsprachigen Raum(natürlich nicht nur von dort) entgegen schlägt, während die deutschen Let's Player zumindest respektieren, was Naughty Dog hier versucht hat.

Ansonsten empfehle ich jedem, der halbwegs gut englisch versteht, die Videos "Last of Us 2 Spoilercast" und "Devs talk The Last of Us Part 2".
Beide Videos sind interessant und sehenswert, meiner Meinung nach.
 

InZaNe

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Junge junge die text Wände hier

Es ist und bleibt immernoch ein videospiel und ich fand es auch ziemlich gut aber was mir sauer aufstößt ist z. B. das man mit Ellie hunderte Gegner ohne murren niedermäht aber wenn man dann auf abbys freunde trifft die man killt wird Ellie aufeinmal weinereich, zittert usw. bzw kommt mit dem töten nicht klar und das ergibt halt keinen sinn und das zieht sich so ja auch bis ans ende (vorallem da ist es mir sehr aufgefallen)
Naja, im Vergleich mit z.B. Tomb Raider ist das hier sogar noch vergleichsweise gut in die Story eingebunden.

Das erste mal "zusammenklappen" tut sie wo sie eine schwangere umbringt. Und auch da kann man sich fragen, ob sie nicht sogar mehr daran verzweifelt, weil sie gerade die letzten beiden getötet hat die ihr verraten könnten wo Abby steckt.

Sowohl die WLF in Seattle als auch diese komischen typen in Santa Barbara greifen sie zuerst an. Das ist dann noch mal etwas anderes als ob man jemanden mutwillig tötet.



Hier steht wirklich sehr viel Kritik. Einiges davon kann ich nachvollziehen. Anderes erscheint mir übertrieben. Aber in vielen fällen scheitern die Spieler auch daran sich in die Charaktere zu versetzen. Und das ist nicht Böse gemeint. Das vermeintliche "Problem" erübrigt sich aber dann.
Das Spiel hat sicher auch seine Fehler. Aber ohne jetzt eine Parallele zu ziehen: Ein Tarantino Film mit Fehlern, ist immer noch ein Tarantino Film mit ärgerlichen Fehlern. Und wird damit nicht zu einem Michael Bay Film.
Und gerade die Charakteren bei tlou2 sind sehr vielschichtig. Ob man sie mag ist eine andere Geschichte.
 
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Viva

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Erstmal grundsätzlich zur Moral, gehe ich da von Standpunkten und nicht von absoluten Standards von Gut und Böse aus.

In Teil 1 wollten die fireflys ellie töten um alle anderen aber auch sich selbst zu retten.

Und Joel hätte sich mit der Welt angelegt um das Mädchen das er liebt zu schützen.

War ja meistens so. Die Kannibalen haben Joel ja auch böse und verrückt genannt, weil er lieber tötete als freiwillig geschlachtet zu werden.

Moral ist sowieso willkürlich. Wenn man z.b. sagt lasst uns dein unschuldiges Kind töten und das Blut und die Organe nutzen um 10 andere Leben zu retten.

Dann ist das im Kern die selbe moralische Logik nur auf einer kleineren skala

So gesehen hätte man ja auch argumentieren können, dass Joels Fehler war, eine tiefe menschliche Bindung zuzulassen und dass das jetzt unsere moralische Lehre ist.

Dann hätte er nämlich einfach seine Bezahlung angenommen und ein Heilmittel wäre entstanden oder halt auch nicht und ein Kind wäre umsonst gestorben.

Zu Teil 2 würde ich sagen es ist eine 8/10. Man hat was Neues probiert was man anrechnen sollte aber nur dafür sollte man keine Höhere Bewertung geben.

Mein Hauptproblem sehe ich in der Handlung aber nicht prinzipiell in Joels Tod. Dass er nicht friedlich und alt stirbt würde ich auch unterschreiben. Nur ist sein Tod meiner Meinung nach etwas zu früh passiert und auch die Umstände finde ich etwas übertrieben.

Joel und Tommy sind Veteranen und vor allem Joel ist unglaublich skeptisch und vorsichtig. Ich nehme als Beispiel die Szene im hotel wo er Ellie anweist eine Maske zu tragen auch wenn es extrem unwahrscheinlich ist, dass sie jemand in den Sporengebieten sehen könnte.

Der Joel der ein ganzes Krankenhaus tötet damit es keine Zeugen und Verfolger gibt, der alles tun und durchdenken würde, jedes dankbare Risiko für Ellies Leben so gut zu minimieren wie irgend möglich.

Und bei all den verzweifelten Dieben und Räuberbanden muss auch Tommy sehr vorsichtig beim Schutz seiner Gemeinde sein.

Aber gut dann gab es halt den brutalen Foltermord an dem Mann der sein Leben riskierte ihres zu retten.

Und danach wird sehr verzweifelt versucht Abby zu humanisieren und Sympathien zu erzeugen.

Und ellie wird zu einem brutalem obsessiven Racheengel Bar jeder Vernunft die das Leben und die Sicherheit von sich selbst und ihrer liebsten für Rache immer wieder riskiert und opfert.

Und diese recht banale moralische Aussage zerstört die Charaktere für uns. Ellie war in gewissermaßen ruiniert als Charakter und Abby startet von einem Akt extremster Grausamkeit und soll dann nachhinein durch das Spielen mit Hunden und gute Taten zum sympathieträger werden.

Ellie wird hingegen bewusst lernresistent und blutrünstig dargestellt und als Charakter dekonstruiert, damit es tatsächlich Leute gibt die zu Team Abby wechseln. Und ich persönlich fand das zu aufgesetzt.

Und auch die Nachricht das Gewalt keine Probleme löst, Rache keine befriedigung bringt und man den Mörder deiner Freunde und Familie einfach ungestraft davon kommen lassen sollte, teile ich so auch nicht.

Eine erfolgreich durchgezogene Rache kann einem durchaus befriedigung verschaffen oder zumindest nicht mehr an einem nagen. Natürlich fällt die Trauerarbeit immer noch an aber ich frage mich woher die Behauptung kommt, Rache bringt keinerlei befriedigung.

Und bei einem Spiel mit einer solchen Nachricht besteht eine gewisse ludonarrative dissonanz wenn im gameplay dann unzählige Menschen umgebracht werden müssen.

Ich würde nämlich sagen, dass was Rache betrifft, Leute durchaus auch darauf verzichten können, aus Angst selbst verletzt zu werden oder zu sterben oder andere zu schaden und zu verlieren.

Darum fand ich das letzte Kapitel auch so schwachsinnig. Das halbe Spiel über will man Abby humanisieren, die Kameraden der getöteten Feinde schreien deren Namen in Schock und Zorn.

Man will uns beibringen dass hinter jedem npc Freunde und Familie stehen, dass deren Tode weitreichende Konsequenzen haben. Kreislauf der Gewalt und Rache usw.

Und Ellie nach all ihren bisherigen Verlusten und trotz der Hoffnung auf ein besseres Leben die ihr noch bleibt, ist besessen von Wut.

Und dann töten wir die Rattler die dann auf einmal aber als grausame Psychopathen dargestellt werden.

Am Ende beisst dann Abby zwei Finger von Ellie ab und nach den dutzenden Leuten die man zuvor ohne mit der Wimper zu zucken erstochen verbrannt und in die Luft gejagt hat, verschont sie die eine Person für die sie alles verloren hat, die ihre Freunde und ihren ziehvater brutal ermordet hat und kurz zuvor ihre linke Hand verstümmelt hat?

Was für ein Schwachsinn. Wer so weit für seine Rache geht, hört nicht 2 Meter vor der Ziellinie auf.

Das heißt nicht nur hat sie ihre Bindung zu Dina und dem Baby und zwei Finger verloren, darüber hinaus hat sie nicht mal Tommy gerächt, der Sie in ihre Gemeinde aufgenommen hat, seinen Bruder verloren hat, entstellt und verkrüppelt wurde etc.

Im Gegenteil, Ellie hat Abby im Prinzip sogar ihr Leben gerettet. Warum? Kreislauf der Gewalt am Arsch, Ellie hätte Abby den Bauch aufschlitzen sollen als sie am Pfahl hing und Lev in den Kopf schießen sollen. Sie waren isolierte Verräter ohne Freunde, niemand hätte sie gerächt. Es wäre vorbei gewesen.

Oder halt direkt auf der Farm bleiben sollen.

Aber es musste ja das schlimmste, deprimierenste Ende geben, weil Ellie zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt mit der Rache aufhören müsste.

Und auch das Ende mit der Gitarre.

"Ohh Nein, Ellie kann die Akkorde nicht greifen mit nur drei Fingern an der linken Hand..."

Alle Hoffnung ist verloren, schließlich bräuchte man eine Hand mit 5 Fingern. Aber da die linke Hand ja verstümmelt ist, wo soll eine solche Hand mit 5 Fingern denn noch herkommen?

Besser das Gitarrespielen für immer aufgeben.

Wirkt für mich halt alles zu aufgesetzt.

Die Wokeness ist ja so eine Sache. Ellies Lesbentum hat mich nicht weiter gestört.

Und Abby scheint ja auch keine Transe zu sein, sondern eine heterosexuelle Frau die scheinbar durch hormone und eine sehr kalorien und proteinreiche Ernährung extrem viel Muskelmasse aufgebaut hat.

Aber im Prinzip ist deren Geschlecht wohl egal. Abby sieht aus wie ein muskulöser männerkörper auf dem man einen Frauenkopf draufgesetzt hat.

Finde ich für eine postapokalypse auch unglaubwürdig. Bodybuilder haben bei einer so hohen körperlichen Aktivität einen viel zu hohen Kalorienbedarf für eine postapokalypse.

Und im ersten Teil haben wir noch etabliert dass Nahrung so knapp ist dass Leute Kannibalismus betreiben und sich gegenseitig für Handgepäck umbringen und Abby soll einen Körperbau haben für den man locker 4000-5000 Kalorienbedarf pro Tag haben muss?

Und vom Inhalt des Spiels scheint die Weiblichkeit von Abby und ellie irrelevant zu sein mal abgesehen vom bigot Sandwich. Es hätten genauso gut zwei Männer sein können Die einander bekämpfen

Im Gegenteil, beide kommen mir in ihrem Verhalten eher männlich vor.

Und ansonsten wurden halt alle Woke topics abgehakt, lesbische Beziehungen, interracial Beziehung, bisexualität, gleichgeschlechtliche Paare bei der Kindererziehung. Der Transsexuelle asiatische sonderling der von seinem fanatischen religiösen Kult gerettet werden muss nachdem er sich geoutet hat.

Und generell unterschwellige Botschaften wie disfunktionale biologische Familien und der Fokus auf nicht traditionelle Familienmodelle wie alleinerziehende, lesbische Paare und Adoptiveltern usw

Die Ablehnung weibliche Körper zu zeigen die für den "male Gaze" bzw heterosexuelle Männer attraktiv aussehen.

Abby mit ihrem sehr maskulinen Körperbau. Oder auch wenn man sich die tatsächlichen Modells für dina oder Abby ansieht sind die weitaus attraktiver als die Version im Spiel.

Man kann vielleicht auch zu stark versuchen dem normalen männlichen Publikum optisch nicht zu sehr zu gefallen.
Bin jetzt gerade frisch durch und muss deinem Post in großen Teilen zustimmen. Mit dem Abbypart hat man sich keinen gefallen getan. Ich habe noch nie in einem Spiel einen Char so angwiedert gespielt wie hier. Es war permament klar worauf der Entwickler hinaus wollte nur um aus Ellie ein Rachegeiles Biest zu machen. Habe wirklich im Stundentakt meine Freundin gefragt wann wieder Ellie sp7elen. Ihre Geschichte war mir wichtig, ihre Weiterentwicklung und niDer letzte Part in Santa Barbara war in Sachen Konstruierung nicht mehr zu überbieten. Das Ende war ihrem Charakter auch nicht würdig. Man baut zwei so wunderbare Charaktere auf und spült sie z7m Teil das Klo hinunter
Ich habe jetzt so einige Let's Plays und Reviews zu dem Teil gesehen und irgendwie scheint es da eine Kluft zwischen englischsprachigen Gamern und deutschsprachigen Gamern zu geben.
Während die deutschen Youtuber dem ganzen im allgemeinen scheinbar eher wohlgesonnen gegenüberstehen, sind die englischsprachigen Gamer größtenteils enttäuscht(5/10 oder 6/10 Punkte) oder hassen das Spiel.
Sie sind beispielsweise wütend, dass Ellie am Ende Abby nicht getötet hat.
Ist das irgendetwas kulturelles?
Ich finde es schon auffällig, wie viel Hass dem Game aus dem englischsprachigen Raum(natürlich nicht nur von dort) entgegen schlägt, während die deutschen Let's Player zumindest respektieren, was Naughty Dog hier versucht hat.

Ansonsten empfehle ich jedem, der halbwegs gut englisch versteht, die Videos "Last of Us 2 Spoilercast" und "Devs talk The Last of Us Part 2".
Beide Videos sind interessant und sehenswert, meiner Meinung nach.
Dann bin ich wohl ein deutschsprechender Mensch im falschen Körper :kruemel:
 

kiffi

L12: Crazy
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Ich glaube es kommt nicht darauf an, ob man sich in die Charaktere hineinversetzen kann, sondern dass man sich zu gut in die Leute hineinversetzen kann die die Handlung und dialoge geschrieben haben und weiß was die damit erreichen und welche Aussage Sie treffen wollen.

Und entweder man spricht auf diese Aussage halt total an und dann ist es das absolute Meisterwerk oder aber man findet dass dann pretentiös und vorhersehbar.

Und dieses krampfhaft Bedürfnis sich abzugrenzen und Schockwirkung um jeden Preis zu erzielen, zu dekonstruieren etc ist ja fast wieder ein Klischee in sich selbst.

Ich muss z.B. an den zweiten teil der neuen Star wars Trilogie the last jedi denken wo Ryan Johnson im Prinzip die neue Trilogie plottechnisch in den Sand gesetzt hat und der letzte Teil der Trilogie folglich einen Selbst für star wars Verhältnisse absurde Handlung aufwies.

Und Ryan Johnson hat zugegeben mit seinem Film bewusst ein Werk geschaffen zu haben mit dem er das Publikum spaltet.

Was ihm ja auch gelungen ist, auch wenn er dafür vielen Fans und seinen Kollegen vors Schienenbein getreten hat und der Franchise erheblichen Schaden zugefügt hat

Ich würde das als eine Art billige Provokation durch dekonstruktion bezeichnen.

Und das ist jetzt bei tlou2 ähnlich, dass man experimentell ist und auch hier das Publikum versucht zu spalten.

Wo dann die einen den Ansatz für frisch und mutig halten usw und die anderen keine Lust darauf haben.

Letzten Endes ist es nur ein Spiel aber mich persönlich stört, wie in den letzten Jahren der Großteil der Unterhaltungsindustrie diesen dekonstruvistischen, nihilistischen Ansatz fährt.

Und wo es dann auch gleich auf die individuell-kulturelle Ebene geht.

Wenn dir die Handlung nicht gefällt, dann bist du einfach nur ein schlechter Mensch, transphob oder homophob oder sexistisch oder ein hasserfüllter, Empathieloser Unmensch oder nicht in der Lage dich da hineinversetzen und zum gleichen Schluss zu kommen oder du blickst es nicht weil du zu dumm bist. Und deine Kritikpunkte sind allesamt irrelevant oder irrational oder übertrieben.

Oder die Ammis mochten es nicht weil sie hasserfüllt sind?

So viel ich weiß kommt dieses nihilistische Blutbad in Ostasien auch nicht so gut an.

Naja die Fachpresse ist sowieso größtenteils gekauft, anders kann ich mir zumindest nicht die ganzen perfekten Wertungen erklären und warum nicht deutlich mehr 9/10 oder 8/10 Bewertungen dabei sind. Gerade auch wegen dem Pacing und teilweise auch den gameplaylängen.

Nun mehr als meine Kritik äußern und das Spiel nicht kaufen kann ich auch nicht machen.

Hoffe nur mehr leute überlegen sich jetzt genauer ob sie das spiel unterstützen wollen und sich vor dem spiel einen lets play ansehen oder lieber ein paar wochen warten und sich eine gebrauchte Kopie kaufen damit naughty dog keinen weiteren Umsatz damit macht.

Ich finde es einfach schade. Ich habe mich so sehr auf das Spiel gefreut und teilweise gab es ja auch so tolle Szenen.

Nehmen wir nur den Geburtstag im Naturkundemuseum. Da hat es mich direkt nach feeladelphia versetzt.

Leider hat die überrepresentation von abby da vieles ruiniert
 

Schnurres

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Als ehemaliger Videojournalist kann ich den Mist „Presse ist gekauft“ nicht mehr hören. Stimmt nicht. Die Verurteilten oder Pate sind keine perfekten Filme ohne Längen und verdienen trotzdem die hohen Wertungen.

Davon abgesehen zittert Ellie seitdem Joel tot ist. Das zeigt das Spiel mehrfach. Richtig prominentes Zittern hatte sie, als sie versuchte die Tür zu Joels Haus zu öffnen. Die leidet also fast das ganze Spiel dran, es kommt dann in besonders emotionalen Momenten besonders hoch. Dazu gehören eben auch die Tode von Mel/Owen, die sie nicht töten wollte, sie wollte Tommys/Joels Spiel spielen... und das ging nach hinten los.

Ist mein dritter Durchlauf, vielleicht achte ich nun noch mehr auf diverse Details.

Den Vorwurf der Manipulation kann ich aus dem Grund nicht nachvollziehen, da JEDES Spiel und jede Geschichte manipuliert, da man sie meist nur aus einer Perspektive wahrnimmt. Teil 1 manipuliert den Spieler komplett, damit man Joel dufte findet und somit das unerwartete Ende eine krasse Wirkung hat. So werden die vielen grausamen Sachen die Joel machte, fast immer nur angesprochen in Dialogen oder Zwischensequenzen, aber nie gezeigt. Und wenn was gezeigt wird, sind es meist Opfer, die es “verdient„ haben (Grüße an David und seine Jungs).

Last of Us 2 zeigt eben ab Hälfte des Spiels die andere Perspektive und es stellt sich heraus, dass die Charaktere eben auch „gute Seiten“ haben. Das macht sie aber nicht zu guten Menschen, alle haben Dreck stecken in dem Universum.
 
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Damocles

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Als ehemaliger Videojournalist kann ich den Mist „Presse ist gekauft“ nicht mehr hören. Stimmt nicht. Die Verurteilten oder Pate sind keine perfekten Filme ohne Längen und verdienen trotzdem die hohen Wertungen.
Ich frage mich, was die Leute machen würden, wenn jetzt einfach mal so reihenweise und per Zufallsprinzip Anzeigen wegen übler Nachrede rausgehen würden.
Aber Online ist ja jeder ein Held, der glaubt, sich hinter der Tastatur und der "Anonymität" des Internets verstecken zu können.

Den Vorwurf der Manipulation kann ich aus dem Grund nicht nachvollziehen, da JEDES Spiel und jede Geschichte manipuliert, da man sie meist nur aus einer Perspektive wahrnimmt. Teil 1 manipuliert den Spieler komplett, damit man Joel dufte findet. Damit das unerwartete Ende eine krasse Wirkung hat. So werden die vielen grausamen Sachen die Joel mache, fast immer nur angesprochen in Dialogen oder Zwischensequenzen, aber nie gezeigt. Und wenn was gezeigt wird, sind es meist Opfer, die es verdient haben (Geüße an David und seine Jungs).

Last of Us 2 zeigt eben ab Hälfte des Spiels die andere Perspektive und es stellt sich heraus, dass die Charaktere eben auch „gute Seiten“ haben. Das macht sie aber nicht zu guten Menschen, alle haben Dreck stecken in dem Universum.
Ganz genau.
Man wird ständig manipuliert und von daher ist dieses Argument wirklich absoluter Blödsinn.

Wie bereits erwähnt, hätte man im ersten Teil mit Abby und Lev gespielt und Ellie hätte im zweiten Teil Abby den Schädel eingeschlagen, würden die Leute jetzt Ellie hassen und sich fragen "Wen zum Teufel interessiert denn dieser Joel NPC? Es ist mir egal, dass er für Ellie wie ein Vater gewesen ist, ich will sie trotzdem tot sehen. Warum zwingt man mich mit dieser blöden Ellie zu spielen?".

Einige Let's Player weigern sich komplett, sich auf die Figur Abby und die Grundidee der Story einzulassen, rushen durch das Game, wenn sie Abby spielen müssen und kritisieren Naughty Dog am Ende auch noch dafür, dass sie es nicht geschafft haben, ihnen die Figur Abby und ihre Crew näher zu bringen. :rolleyes:
Sie wollten einfach nur Rache und eine klare Gut/Böse Geschichte mit "Happy End".
Happy End heißt in diesem Fall, dass Ellie Joel rächt und Abby am besten zu Tode foltert, denn Ellie ist ja gut und Abby ist böse und jeder weiß doch, dass töten aus Rache in Ordnung ist, wenn der Held/die Heldin die Rache ausübt und die Gegner sind natürlich die Bösen, denn Graustufen gibt es ja nicht.
Am besten stellt sich am Ende noch heraus, dass Joel nicht wirklich tot ist und er seinen Tod nur vorgetäuscht hat.
Der Massenmörder Joel ist zurückgekehrt als Joel, der Weiße und die furchtbaren Fireflies, die durch ihn teilweise fast alles verloren haben, sind endlich tot, denn sie sind ja viel schlimmer als Joel.

Klar, Abby war im Endeffekt diejenige, die den Kreislauf der Rache zuerst durchbrochen hat und ihre Beziehung zu Lev spiegelt ganz eindeutig Joels Beziehung zu Ellie wieder aber hey, wenn viele Joel-Fans doch sagen, dass Abby bis zum Ende abgrundtief böse geblieben ist und den Tod verdient hat, während Joel am Ende von Teil 1 eindeutig das Richtige getan hat und er überhaupt ein ganz toller Mensch ist, wird das wohl stimmen und absolut Sinn machen. :)
 
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Viva

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Nein sie war zum Ende hin sogar bemitleidenswert weil man seitens ND ja alles dafür getan hat. Selbst wenn es bedeutet sie in einem völlig konstruierten Setting an den Pfahl zu binden und abgemagert und müde zu zeigen, damit die böse Ellie noch grausamer wirkt.
Ganz ehrlich, es ist doch völlig legitim das es Spieler gibt die den Abbypart nicht leiden können. Viele haben wohl vergessen nochmal Teil 1 zu spielen. Und das man durch diesen eine gewisse Voreingenommenheit hat ist dich völlig klar. Du begleitest diese zwei Charaktere über Stunden, baust eine tiefe emotionale Bindung auf, erlebst die größte scheiße und sollst jetzt einfach hinnehmen das Ellie eine hirnlose Killermaschine sein soll, die weder Mitleid noch Reue kennt. Der Charakter wurde für mich fast verhunzt. Hätte man Abby, hätte man Lev, hätte man Owen.... man hat es nicht und damit ist das Argument obsolet.
 

Otis

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Der Ansatz der gefühllosen Killermaschine bzgl. Ellie finde ich so aber auch nicht richtig.
Sie ist tief traumatisiert und psychisch instabil- dies natürlich gepaart mit physischer Gewalt.

Soll natürlich nicht heissen, dass Ihr Verhalten richtig ist, ganz im Gegenteil.
Aber diese Herangehenweise wird zumindest versucht zu erläutern (in Ansätzen) man muss nur Ihr Tagebuch auf der Ranch lesen, da sieht bzw. liest man halt wie kaputt Ellie eigentlich ist.

/Brennende Haut / Flashbacks / Trauma / Vassade (in der sie dort lebt) usw. usf.

Davon mal ab will ich nicht wissen wir kalt Abby vor der eigentlichen Story von TLOU II war.
 

Schnurres

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Der Ansatz der gefühllosen Killermaschine bzgl. Ellie finde ich so aber auch nicht richtig.
Sie ist tief traumatisiert und psychisch instabil- dies natürlich gepaart mit physischer Gewalt.

Soll natürlich nicht heissen, dass Ihr Verhalten richtig ist, ganz im Gegenteil.
Aber diese Herangehenweise wird zumindest versucht zu erläutern (in Ansätzen) man muss nur Ihr Tagebuch auf der Ranch lesen, da sieht bzw. liest man halt wie kaputt Ellie eigentlich ist.

/Brennende Haut / Flashbacks / Trauma / Vassade (in der sie dort lebt) usw. usf.

Davon mal ab will ich nicht wissen wir kalt Abby vor der eigentlichen Story von TLOU II war.
Stimmt komplett, Tagebuch ist sehr cool beschrieben und erklärt einiges.

Und wie kalt Abby vorher war... die würde am liebsten Jackson überfallen, begnügt sich aber mit der Patroullie... Owen hat da schon kein Bock mehr. Abby würde am liebsten Owen eine knallen, flucht und zieht alleine los. Völlig bescheuert, ohne Plan mt kaum Ausrüstung loszuziehen „war ja klar, dass ich mich auf Owen nicht verlassen kann“. Die kennt da auch nur ihre Rache und wer nicht mit ihr ist, ist gegen sie. Und das sie normalerweise Yara und Lev getötet hätte, sagte sie ja selbst.
 

Cohen

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Nein sie war zum Ende hin sogar bemitleidenswert weil man seitens ND ja alles dafür getan hat. Selbst wenn es bedeutet sie in einem völlig konstruierten Setting an den Pfahl zu binden und abgemagert und müde zu zeigen, damit die böse Ellie noch grausamer wirkt.
Ganz ehrlich, es ist doch völlig legitim das es Spieler gibt die den Abbypart nicht leiden können. Viele haben wohl vergessen nochmal Teil 1 zu spielen. Und das man durch diesen eine gewisse Voreingenommenheit hat ist dich völlig klar. Du begleitest diese zwei Charaktere über Stunden, baust eine tiefe emotionale Bindung auf, erlebst die größte scheiße und sollst jetzt einfach hinnehmen das Ellie eine hirnlose Killermaschine sein soll, die weder Mitleid noch Reue kennt. Der Charakter wurde für mich fast verhunzt. Hätte man Abby, hätte man Lev, hätte man Owen.... man hat es nicht und damit ist das Argument obsolet.
Ellie hat vom Besten gelernt in Teil 1, da würde ich empfehlen den ersten Teil nochmal ganz genau zu spielen.

@kiffi
Sorry, stimme übergaupt nicht zu.
Besonders der The Last Jedi Vergleich und Ryan Johnsons Film hat viel andere und größere Probleme, aber hatte zumindest die Eier den langweiligen Standard im Star Wars Plot zu kippen. Für Rise of Skywalker kann Johnson nichts, da sind Disney und Abrams verantwortlich einen schnellen, billigen Abschluss mit Status quo gebracht zu haben.

Hier kann ich wirklich nur fragen, ob die Empathie einiger nicht über den Tellerrand reicht. Man muss oder kann Abby nicht lieben, aber verstehen welche Motive sie hat und auch einsehen, dass es perse kein gut oder böse gibt, sondern das Denken der Menschen schafft diese Unterteilung.

Wenn hier jeder Charakter perfekt wäre, dann hätten wir sehr langweilige Szenarien.

...
 

Robbery25

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Nein sie war zum Ende hin sogar bemitleidenswert weil man seitens ND ja alles dafür getan hat. Selbst wenn es bedeutet sie in einem völlig konstruierten Setting an den Pfahl zu binden und abgemagert und müde zu zeigen, damit die böse Ellie noch grausamer wirkt.
Ganz ehrlich, es ist doch völlig legitim das es Spieler gibt die den Abbypart nicht leiden können. Viele haben wohl vergessen nochmal Teil 1 zu spielen. Und das man durch diesen eine gewisse Voreingenommenheit hat ist dich völlig klar. Du begleitest diese zwei Charaktere über Stunden, baust eine tiefe emotionale Bindung auf, erlebst die größte scheiße und sollst jetzt einfach hinnehmen das Ellie eine hirnlose Killermaschine sein soll, die weder Mitleid noch Reue kennt. Der Charakter wurde für mich fast verhunzt. Hätte man Abby, hätte man Lev, hätte man Owen.... man hat es nicht und damit ist das Argument obsolet.
Dann hast du nicht richtig aufgepasst, ellie wollte so wohl Owen/Mel nichts tun als auch die eine Dame die weg rennt
 

RaideeN

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Junge junge die text Wände hier

Es ist und bleibt immernoch ein videospiel und ich fand es auch ziemlich gut aber was mir sauer aufstößt ist z. B. das man mit Ellie hunderte Gegner ohne murren niedermäht aber wenn man dann auf abbys freunde trifft die man killt wird Ellie aufeinmal weinereich, zittert usw. bzw kommt mit dem töten nicht klar und das ergibt halt keinen sinn und das zieht sich so ja auch bis ans ende (vorallem da ist es mir sehr aufgefallen)

ja. das ist halt das grundproblem des ganzen. die art game ist halt völlig ungeignet für das, was naughty dog erzählerisch erreichen will.
 

Otis

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El Coffee
Es liegt doch auf der Hand, dass Ellie einen anderen Bezug zu der Gruppe hat, die Joel getötet hat, als zu irgendwelchen Scars oder so.

Das Töten bzw. Besiegen von Gegnern ist nunmal der Kern des Spielsystems- rein erzählerisch würde es auch überhaupt keinen Sinn machen, wenn Ellie nach jedem Mord erstmal down in der Ecke liegt ^^
 

RaideeN

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Daran scheitern aber viele Games.. Tomb Raider oder eben Uncharted.. da muss man sich von lösen können wenn man Storys in Videogames genießen will.

das problem ist, dass keiner der macher dieser games dermaßen damit auf die kacke gehauen hat, ein lehrstück in sachen ethik zu erschaffen. und an dem anspruch muss sich naughty dog nun messen lassen. man kann nicht einerseits den zeigefinger heben und am anderen ende die faust zum schlag ballen.

deshalb hat teil eins ja auch so gut funktioniert, weil joel am ende von teil eins so gehandelt hat, wie er es tat. damit hat man eine interessante ethische situation geschaffen, die perfekt mit dem gameplay harmoniert.
 

Komori

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Es liegt doch auf der Hand, dass Ellie einen anderen Bezug zu der Gruppe hat, die Joel getötet hat, als zu irgendwelchen Scars oder so.

Das Töten bzw. Besiegen von Gegnern ist nunmal der Kern des Spielsystems- rein erzählerisch würde es auch überhaupt keinen Sinn machen, wenn Ellie nach jedem Mord erstmal down in der Ecke liegt ^^
Richtig und das tut sie auch nicht. Ellies Verhalten ist sehr konsistent: Sie killt gnadenlos alle Gegner, die sich ihr in den Weg stellen ohne mit der Wimper zu zucken, auch Abbys Truppe. Nur in Einzelmomenten, wo sie an Joel/Dina zurückdenken muss wird sie weinerlich, aber das hat nichts damit zu tun, dass sie Reue oder Gewissensbisse verspürt. Insofern ist das Gameplay und die Erzählung kohärent.
 

jin61

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27 Feb 2020
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Ich habe das Spiel vergangenen Samstag auch endlich beendet und möchte auch mal meine Meinung äußern. Ich bin eigentlich eher ein stiller Mitleser und verfasse selten Beiträge. The last of us Part 1 ist abgesehen von Resident Evil 2 (PS1) mein absolutes Lieblingsspiel und dementsprechend hatte ich 2013 nach dem Beenden des Spiels sofort nach einer Fortsetzung verlangt und extrem hohe Erwartungen. Part 2 habe ich jetzt beendet und einige Tage sacken lassen. Kurz gesagt: Es hat mir sehr gut gefallen. Finde ich es besser als den 1. Teil? Klares Nein.

Seit dem ich den 1. Trailer gesehen hatte, dachte ich mir schon, dass Joel wohl sterben wird. Deswegen habe ich mich beim Spielen auch nicht betrogen gefühlt. Ein großer Kritikpunkt ist ja, dass Joel und Tommy niemals ihre Namen wildfremden Menschen preisgegeben hätten. Ich finde hier gibt es eigentlich kein richtig und falsch. Einerseits befinden wir uns in einer Zombieapokalypse a la The Walking Dead, in der es wie auch schon in Teil 1 gefährlich ist fremden Leuten aufgeschlossen zu sein. Joel war in Teil 1 immer misstrauisch. Allerdings war er kein Teil einer Gesellschaft, sondern kämpfte ums Überleben. Das hat sich in den vier Jahren geändert, zumal die Jackson Bewohner auch neue Leute aufgenommen haben. Außerdem sind Joel, Tommy und Abby zusammen gerade so dem Tod entronnen und haben sich gegenseitig gerettet. Da ist man denke ich nochmal etwas anders drauf, als wenn man einfach zufällig fremden Leuten begegnet. Also, zusammengefasst ein schwieriger Punkt, aber da gibt es denke ich kein richtig und falsch. Beide Sichtweisen sind legitim.

Der Ellie Abschnitt hat mich restlos begeistert, sogar so sehr, dass ich das Gefühl hatte es könnte für mich persönlich das beste Spiel aller Zeiten werden. Allerdings kam dann der Wechsel zu Abby. Man ist einfach viel zu lange mit ihr unterwegs gewesen. Zu Beginn hatte ich überhaupt keine Lust mit ihr zu spielen. Es wurde allerdings ab dem Zeitpunkt besser als sie auf Lev und Yara getroffen ist. Trotzdem leider viel zu lang und ich habe die ganze Zeit darauf gebrannt endlich wieder mit Ellie weiterzuspielen. Zumal diese Rückblenden mit Abby und Owen echt anstrengend waren. Der Abby Abschnitt hat mich zwar dazu gebracht den Hass auf ihre Person zu reduzieren, allerdings wurde sie mir nicht sympathisch oder ähnliches. Trotzdem war ich am Ende froh, dass Ellie sie nicht umgebracht hat, da sie mir nur noch Leid tat, nachdem sie Ellie zwei mal verschont hatte und auch am Ende gegen sie nicht mehr kämpfen wollte. Sie schien sich auch stark gewandelt zu haben und hatte mit Lev ein Kind an ihrer Seite, für das sie sich verantwortlich zeigte.

Nochmal allgemeine Gedanken zu den Charakteren:

Joel:
Er bleibt weiterhin für mich das Herz von The last of us. Ich hätte genauso wie er im Krankenhaus gehandelt. Was für eine Welt ist es, die ohne zu zögern bereit ist ein 14 jähriges Mädchen zu opfern, um ein Gegenmittel herzustellen. Hat diese Welt es verident um jeden Preis zu überleben? Dazu wollte Abbys Vater nicht mal Joel darüber informieren und ohne Ellies Wissen ihr Leben opfern. Tut mir Leid, aber dafür hat Abbys Vater verdient, was er bekommen hat. Joel hätte ihn nicht töten müssen, ein Schuss ins Bein hätte es auch getan, aber ihm weine ich sicher keine Träne nach. Und das Massaker was Joel angerichtet hat war leider notwendig, da die Soldaten ihn sonst erledigt hätten bei seinem Versuch Ellie da wegzubringen. Es ist ja nicht so, dass er ohne Grund ins Krankenhaus marschiert ist und alle erledigt hat, schließlich ging es um Ellie.

Abby: Sie verspürt Jahre lang Sehnsucht nach Rache für ihren Vater, übt sie dann allerdings auf äußerst abscheuliche Weise aus, indem sie Joel foltert, nachdem er sie vorher noch gerettet hat. Ein kurzer Tod ist ihr nicht genug. Für mich ist es da äußerst schwer Sympathie zu empfinden. Der Part mit Lev und Yara hat dann dafür gesorgt, dass der Hass auf die Person weniger wurde, allerdings ist die Person mir dadurch nicht sympathisch geworden. Dafür war einfach mit Joel schon zu viel passiert. Der Sex mit Owen und dass sie die Top-Killermaschine im Kampf gegen die Seraphiten ist, hat es nicht gerade besser gemacht.

Ellie: Alles was Ellie auf ihrem Rachefeldzug getan hat, konnte ich nachvollziehen. Wenn sie auf Leute der WLF trifft, dann wird sie keiner von denen mit offenen Armen willkommen heißen. Selbst bei den Kämpfen gegen Nora, Owen und Mel konnte ich alles nachvollziehen. Nora meinte noch, dass Joel alles verdient hat, was er bekommen hat. Naja, da ist es dann vorbei. Owens und Mels Tod hätten echt nicht sein müssen, allerdings sind sie da meiner Meinung nach selbst Schuld, nachdem sie Ellie angegriffen haben, nachdem sie noch meinte, dass sie nicht sterben müssen. Und Mel hätte ja mal irgendwo sagen können, dass sie schwanger ist, anstatt sie einfach anzugreifen. Mel konnte ich leider gar nicht verstehen. Sie ist schwanger und geht mit den WLF-Leuten auf Mission, wie leichtsinnig. Und wie unglaublich zufriedenstellend war das denn bitte als Tommy Manny erwischt hat, nachdem der noch auf Joels Leiche gespuckt hatte.

Das Ende ist ja ebenfalls sehr kontrovers. Ich konnte es nachvollziehen, dass Ellie in letzter Sekunde aufgehört hat. Ich denke, dass sie in dem Moment ihre Rache bekommen und gemerkt hat, dass es nichts bringt es zu vollenden. Die beiden haben sie wohl auch an Joel und sich selbst erinnert. Mit der Endsequenz haben wir erfahren wie viel schlimmer es für Ellie war Joels Tod mitzuerleben, nachdem sie bereit war ihm zu vergeben, ihr allerdings diese Möglichkeit vor ihren Augen genommen wurde.

Abschließend würde ich sagen, dass Naughty Dog mit The Last of us 2 ein Spiel entwickelt haben, dass es wohl was Inszenierung, Atmosphäre, Intensität und Emotionen angeht in der Form bisher noch nicht gab. Obwohl ich es schon vor einigen Tagen beendet habe, beschäftigt mich es immer noch und ich weiß irgendwie immer noch nicht so ganz wo ich es einordnen soll (Abbys Part ist das Problem), ob es nur „sehr gut“ ist oder zu den besten Spielen aller Zeiten gehört. Das wird sich wohl über die Jahre zeigen.

Puh das ist ja echt lang geworden. Sorry, das hat mich wohl schon seit Tagen beschäftigt. 😅
 

Pongler

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Hab grad mal den zweiten Run gestartet und finde es schon interessant, jetzt viel mehr Sympathie mit Owen und auch Abby zu haben.

Ich glaube, ein zweiter Durchgang lohnt sich hier sehr.
 
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