Für die Klimaforscher der Münchener Rückversicherung ist die derzeitige Hitzewelle keine direkte Folge des Klimawandels. "Zunächst einmal ist das ein außergewöhnlicher Witterungsverlauf", sagte Forschungsleiter Eberhard Faust. Allerdings hätten Hitzerekorde in Europa über die vergangenen Jahrzehnte hinweg mehr zugenommen, als ohne langfristigen Klimawandel zu erwarten gewesen wäre.
Grundsätzlich ist es kaum möglich, einzelne Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen. Allerdings lassen sich Trends erkennen. Die Klimaforscher sind sich einig, dass Wetterereignisse extremer und häufiger werden - das gilt nicht nur für Hitzewellen, sondern zum Beispiel auch für Starkregen.
"In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon um 1,4 Grad zugenommen", sagte Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer. "Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel." Anpassungsstudien und Hochrechnungen zu Hochwasser oder Trockenheiten würden helfen, sich auf bestimmte Szenarien vorzubereiten, sagte Hattermann.