In Deus Ex gab es schon Kinder und die konnte man allesamt töten (sogar in der deutschen Version!). Kinder und Obdachlose, die von einer Krankheit niedergerafft wurden, junge Frauen, die von Zuhältern zum Anschaffen verdonnert wurden und der ganze shit - das alles in einer sehr realitätsnahen Welt mit realitätsnahen Menschen, keinen Mutanten wie in Bioshock. All diese Entscheidungsfreiheit und Authentizität hat so enorm viel Atmosphäre beigetragen und ein beklemmendes Gefühl erzeugt, eben weil alles so schonungslos präsentiert wurde und keine heile Welt Ideologie mit der Einhaltung irgendwelcher scheinheiligen Tabus vorgegaukelt wurde, welche in der Realität, sei es am anderen Ende der Welt oder vor der eigenen Haustür, tagtäglich gebrochen werden.
Natürlich gab es auch unsterbliche NPCs in dem Spiel, anders hätte man keinen roten Faden der Handlung bewahren können, das ist klar. Die Interaktion mit allen anderen Leuten - ob man einem Kind nun einen Schokoriegel gab oder es kaltblütig umlegte - lag allein im Ermessen des Spielers. Und sieh an, unsere Welt ist nicht untergegangen deswegen, das RL ist weder besser noch schlechter dadurch geworden. Nur die Gewissheit, ein ganz besonderes Videospielerlebnis hinter sich gebracht zu haben, blieb zurück. Es braucht mehr Entwickler mit solchem Mumm!