Auf irgendeine Weise muss diskriminiert werden. Und die Diskriminierung durch das Publikum das selbst entscheidet was es will, ist in meinen Augen die fairste. Besser als das, wie gesagt über BGE die Menschen ihren Hobbies nachgehen und andere dafür dann die höheren Abgaben zahlen müssen.
Es sind letztlich die Konsequenzen der Studienwahl. Wenn sie einem nicht gefallen, hätte man es nicht studieren sollen. In der Hinsicht mag man meine Ansicht die Studiengänge in den Geisteswissenschaften reduzieren zu wollen, als sozialdarwinistisch und bildungsfeindlich bezeichnen. Ich persönlich denke aber, dass es weitaus humaner wäre, wenn man mehr Leuten mit 18/19 eine Studienabsage erteilt wird, als dass sie dann mit mitte 20 Studienschulden und große Fragezeichen in den Augen haben oder sich bis mitte 30 durch präkäre Beschäftigungen schlagen, in der schmalen Hoffnung auf eine Professur, die sich höchstwahrscheinlich aber nicht erfüllen wird.
Kiffi, du zäumst das Pferd von hinten auf. Das Problem ist, dass man es vorher nicht weiß. Auch das Publikum weiß es vorher nicht. Verlage wissen es vorher nicht. Man weiß nicht, ob man Autor wird, Übersetzer, Forscher, Assistent, Bücherkritiker, Wasweißich. Das ist nicht wie in Jura oder beim Staatsexamen allgemein.
Wenn ich wüsste, ich könnte mich mit der Thematik und so abstrakten Arbeitsweisen wie der akademischen Laufbahn für mein ganzes Leben beschäftigen, dann würde ich es studieren. Man weiß es aber vorher nicht. Du kannst da kein Praktikum machen, wenn ich mich nicht täusche. Du weißt auch nicht, ob dich das Studium zu irgendwas inspiriert. Du weißt sowieso nicht, ob du es doch abbrichst.
Außerdem sagtest du doch die ganze Zeit, eine Reduktion der Studiengänge sei nicht das, was du meintest. Jetzt also doch. Oder habe ich das wieder falsch in Erinnerung?
Die Versuchung des BGE ist es, sich von Zwängen und den Konsequenzen seines eigenen Handelns zu lösen. Ich muss nicht den Job machen der mir nicht gefällt um die Miete zu zahlen. Ich muss mein Studium nicht irgendwann auch mal zu einem Abschluss bringen, ich muss meine Studienschulden nicht zurückzahlen. Ich kann ungestraft Dauerstudent sein. Ähnliches gilt natürlich auch für die Politik und das Bildungssystem.
Das stimmt. Man verspricht sich aber einen größeren Nutzen daraus. Ich denke, es gäbe weitaus bessere Systeme als das BGE.
Ich denke nicht dass das gut ist, sondern langfristig eher sogar schlecht und dass wir bereits viel zu viele Institutionen und Regelungen haben, die Menschen zu stark von den Kosequenzen ihres Handelns entfernen.
Na da lebst du aber in einem anderen Land. Hier weiß man nicht, was verboten ist. Es gibt zu viele Institutionen und Regelungen; Punkt. Das eine beschützt einen, das andere bestraft einen. Passierschein A38-Land ist das hier. Bürokratie ist nichts Schlimmes, aber das hier ist so konvolut, dass ich "denen da oben" da volle Absicht unterstelle.
Ich finde das genau so wie du, dass man sich Konsequenzen bewusster werden sollte. Aber dass man gleich gefickt wird, wenn es nicht klappt, ist auch scheiße.
Würde alles beseitigt, wenn der Bruttolohn zwar gleich aber der Nettolohn steigen würde. Dann könnte man sich mehr Kredite leisten, eher woanders arbeiten, ... etc.
Oder eben was ganz anderes.
Die Anzahl der Studienplätze ist doch bereits reguliert.
Inwiefern? NC? :O)
Ja gut, dann sollte man sich aber fragen, ob Universitäten wirklich Orte intellektueller Freiheit sind.
Das kann ich dir mit vollem Herzen mit "Nein" beantworten.
Es ist schwierig für eine Gesellschaft ein gesundes Gleichgewicht zu finden. Bigotterie hat ihren Ursprung in falschen Annahmen aber mittlerweile geht der Versuch Toleranz zu üben so weit, dass auch wahre Annahmen unterdrückt werden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das keine Toleranz, sondern wieder Bigotterie mit höchstem Maß an Kalkül ist. Das ist absicht.
Man hat sich ernsthaft beschwert, dass es keinen Klassenkampf in 1968 gab. Das jetzt sind die Auswirkungen daraus. Das habe ich von einem Dozenten in der Stunde gelehrt bekommen, der das so sagte, als sei es etwas Logisches. Also von wegen, dass das auch so sein müsse.
War das nicht ein Argument von dir, dass die Arbeitsplätze zu denen ein Linguistikstudium führt oft dröge sind? Ich ging davon aus, dass man es studiert, weil es einem zumindest mehr Freude bereitet, als ein anderes Studium. Ansonsten hätte man sein Leben ja nun wirklich verschwendet, wenn man etwas studiert, was einem keine attraktiven Berufsmöglichkeiten bietet und bei dem man nicht mal eine schöne Studienzeit hatte.
Na ja, du sagst ja, dass viele das aus Spaß während des Studiums studieren, dabei intellektuell aber
deinem Standard für ein Studium nicht entsprechen. Dazu kommt deine Bedingung, dass der Abschluss einen "Wert" haben soll, was mit dem ersten Absatz (Publikum, etc.) zu tun hat, meines Erachtens nach.
Du hast dich verskillt oder?
??????
Ich meine dass man als Geisteswissenschaftler mit der Literatur oder an der Schule arbeitet ist doch eine ähnliche Aussage wie die, dass ein Polizist sich mit Gewalt und Asozialität auseinandersetzen muss.
Das stimmt nicht wirklich.
Ja genau. Und wäre das nicht schlecht?
Nicht unbedingt.
Zwischen dir und mir: Ich würde auch nicht für ein BGE stimmen, weil ich die Gesellschaft für zu unfähig halte, nicht hedonistisch zu werden. Im Prinzip und nach besserer Bildung in der Schule ganz nach Platons Sinne könnte man aber eine Gesellschaft formen, die sich durchaus gut "selbst beschäftigen" kann, sodass sich das BGE wieder lohnt. Derzeit glaube ich aber, dass die meisten es verkiffen würden.
Also mir reichen die 5 Jahre die ich studiert habe aus. Ich kann es ja nachvollziehen. Ich denke ich hätte es wohl auch sehr genossen, so nen Zweifachbachelor aus Philosophie und Geschichte zu studieren oder Soziologie und Psychologie. Jura hat auch seinen Reiz. Ich denke irgendwann ist es ja auch gut und man sollte auch mal arbeiten ^^.
Es gibt immer mehr zu wissen und die Dozenten sind die besten Ansprechpartner, wenn es um eine relevante Bibliographie geht. Die lesen viel mehr als ich.
Ich kann wirklich römische Rechtsgeschichte empfehlen, jedenfalls an der LMU. Aber woher sollte ich wissen, dass das so interessant ist, wenn ich den Kurs nie gemacht hätte? Sowas geht nur mit einem gewissen Programm.
Jeder Mensch kann zeitgleich immer nur eine Sache tun. Und jede Arbeitskraft die z.B. an einer Stelle im Verwaltungswasserkopf gebunden ist oder eine bequeme staatlich finanzierte Stelle hat, ist gebunden und kann nichts anderes mehr machen. Würde man die unproduktiven Jobs vermehrt abschaffen, dann müsste man in den Berufen arbeiten die weniger bequem sind aber getan werden müssen.
Bei der richtigen Bezahlung auch kein Problem.
Ich gehe davon aus, dass Pfleger und Handwerker langfristig deutlich mehr verdienen werden. Sie verdienen jetzt auch schon deutlich mehr als noch vor 10-15 Jahren.
lol. Ich kriege das öfter gesagt und dann frage ich mich, in was für Schuppen aus purem Gold von Midas die Leute hier in diesem Forum angestellt sind.
Meine Schwiegermutter ist im Betriebsrat, chirurgische Fachschwester, hat 534298757432785932797435782347598234759832674598734 Weiterbildungen gemacht und verdient gerade mal 1.700 € netto. Willkommen in Brandenburg. Und jetzt kein aber, wegziehen, selber schuld, blah blah blah. Also reicht es doch nicht. Und das gleiche, leicht besser bezahlte Spiel in Niedersachsen.
Hier im Forum kriegen die alle 4k aufwärts. Keine Ahnung, wie. Haben wohl den Konami Code eingegeben. Hier in Bayern verdient ein frisch ausgebildeter Mechatroniker 1.700 € netto. Da stimmt einfach was nicht. Das macht auch der Mietunterschied nicht wett. Der Strom kostet hier genau so viel, ebenso das Essen im Discounter. Ich bezahle hier 400 € mehr für die gleiche Quadratmeterzahl, dafür im Neubau mit Loggia.
Nee, sorry. Also in der Pflege abgesehen von Zuschüssen ist das miserabel bezahlt. Eine Frau von einem Bekannten in Brandenburg hat mit sonstwas für Schichten 2300 € Netto rausgehauen, als sie mehr im Krankenhaus als zu Hause war. Nö. Das ist einfach zu wenig. Dazu wollen so wenige da arbeiten, laut den Leuten hier im Forum, weil die meisten zu faul sind. Nee. Sorry, aber wer solch einen Schwachsinn labert, nur weil er in der Schwarzwaldklinik nach körperlicher Zuneigung 2.500 € nach sage und schreibe 10 Jahren Berufserfahrung bekommt, heißt das nicht, dass das für alle gilt. Offensichtlich ist das eher die Ausnahme, denn ich suche mir nicht gerade Krankenschwestern als Freunde aus. Aber sind halt Anekdoten.
Was Handwerker angeht, hast du bestimmt recht. Außer für Frisöre, Reinigungskräfte, Pflegekräfte, Maler, Servicekräfte in der Gastronomie, ... Aber als Mechatroniker scheint es ziemlich zu laufen.
Und hier würde auch ein BGE nicht viel bringen, da die Preise dem angepasst würden. Ich kriege zwar immer gesagt, dass man Pflegekraft aus Leidenschaft ist, aber na ja. Meine Schwiegermutter zieht aus Deutschland weg. So viel dazu.