Saw I: Genial - genialer Twist am Ende des Films. Story war spannend und die kranke Moral von Jigsaw gab den intelligenteren Kinobesuchern etwas zum Denken und Diskutieren auf den Nachhauseweg. Nur der Kerl mit dem Schlüssel im Magen hatte im Gegensatz zu Jigsaws eigenen Regeln nie eine Chance gehabt. Außerdem war es blöd Zack mitten im Film durchs Fenster schauen zu lassen - dann war eigentlich klar, dass er es nicht wirklich sein konnte, der hinter allem steckt. Und wieso Zack den Herzschlag seiner Geiseln überprüft, wird auch nicht erklärt. War das eine Nebenaufgabe von Jigsaw oder wollte er sich nur ausgeilen?
Saw II: Gut. Leider hatte das Drehbuch Löcher wie ein Schweizer Käse. Jigsaw hielt sich nicht mehr an die eigenen Regeln, die Aufgaben konnten von jedem bewältigt werden und waren nicht mehr auf den "Probanten" abgestimmt, die Charakter waren weniger gut beleuchtet, da es so viele waren und man so fast keine Sympatien oder Antipatien aufbauen konnte. Selbst der Polizist war mir bis zum Ende unsympatisch. Und wieso auf einmal (wenn durch das Gift alle betäubt sind) vormals verschlossene Türen aufgehen und die Tussie nicht mal die lachhafte Glaskasten-Aufgabe gelöst kriegt, weiß wohl nur der Anfänger, der das Drehbuch geschrieben hat. Trotzdem zwei überraschende Wendungen am Ende des Fims, die ein vollkommenes Disaster abgewendet haben.
Die "Gruppentherapie" hat Saw 2 aber vollkommen versaut. Wie man so was besser macht und noch einen Schuss Beklemmung, Misstrauen und Philosophie reinbringt, zeigt Cube.
Saw III: Eine Katastrophe. Nicht nur, dass der Film langweilig ist, nein, er ist auch noch komplett vorhersehbar. Jede überraschende Aktion und "Wendung", errät man spätestens 2 Minuten bevor man sie serviert bekommt, oder kann sie sich schon weit vorher zusammenreimen. Das Schlimmste ist aber, dass man durch die Rückblenden zu den ersten Teilen, einerseits nichts wirklich Nennenswertes dazuerzählt bekommt, sondern dass sogar bei den wenigen neuen Infos noch die ersten Teile schlecht umerzählt werden.
Dass Adam am Ende des ersten Teiles überlebt, war mir klar - schließlich hat er ja das Spiel gewonnen und hat wie von Jigsaw verlangt überlebt und dafür hat dieser ihm den Standort für den Schlüssel zu seinen verraten. Dummerweise wird er von Amanda getötet. Jigsaw weiss das, lässt sie aber noch die Aufgabe im Haus (Saw II) erledigen, wo sie am Ende wieder die Gewinner des Spiels umbringt. Anstatt Amanda schon wegen Adam aus dem Spiel zu nehmen, lässt er sie gewähren und testet sie erst in Teil 3. Wieso hat er mit ihr so viel Gelduld? Hat er etwa Mitleid mit ihr? Die anderen Opfer haben keine zweite Chance, wenn sie in den Fängen Jigsaws gelandet sind. Wenn er sowas wie Schuldgefühle hätte, weil er ihr das angetan hat, was in Saw 1 zu sehen war und sie nun das Produkt seiner kranken Wertvorstellungen ist, dann müsste er eigentlich sofort aufhören mit seinen Spielchen. Nein, stattdessen wartet er, bis alle weiteren Gewinner seiner Prüfungen von ihr abgeschlachtet werden und setzt das Leben weiterer Leute aufs Spiel. Hier wäre es interessant gewesen, wenn Jigsaw mal Zweifel an seinem Treiben gekommen wäre, denn Amanda konnte er auch nicht mehr retten.
Saw IV: Das offene Ende des dritten Teils lässt eigentlich viel Spielraum für eine Neuausrichtung der Franchise, denn eigentlich sollte Jigsaw das Finale nicht überlebt haben. Nun könnte Jeff aus Teil 3 aus Verzweiflung alles verloren zu haben zum neuen Jiggler werden oder Jigsaw könnte ihm vor seinem Ableben "Aufgaben" hinterlegt haben, die er erledigen muss, damit er beispielsweise seine Tochter wiedersehen kann. Aber ich befürchte Jigsaw wird die dreifache Attacke auf sein Leben (Krebs im Endstadium, Schnittwunde am Hals und Explosion) sicher heile überlebt haben und vielleicht sogar noch Superkräfte bekommen.
Den Film können sich dann aber die Fanboys anschauen, da bleibe ich lieber daheim.