Grundsätzlich befürworte ich, wenn Spiele-Entwickler neue Ansätze und Interaktionsmöglichkeiten erfinden, und neben der grafischen Entwicklung auch das Gameplay keinem Stillstand unterworfen ist.
Denn es ist in dieser Sache interessant zu beobachten, dass die Mehrheit der Spieler und Nutzer den größten Wert auf die visuelle Weiterentwicklung legt und auch honoriert, jedoch überraschend konservativ auf Gameplay-Änderungen oder Steuerungsmöglichkeiten reagiert.
Ob man in diesem Fall die Nintendo-Wii als Ausnahme-Erscheinung betrachten kann, ist fraglich, da eigentlich nicht die bisherigen Nutzer dieses Steuerungskonzept begeistert aufgenommen haben, sondern sich zu einem großen Teil eine neue Schicht gebildet hat.
In eher wenigen Ausnahmefällen überraschen Valves Portal oder Minecraft, die entgegen dem Mainstream erfrischend neue Konzepte wagen und dennoch wirtschaftlich erfolgreich sind.
Auch die neuen technischen Möglichkeiten eines Kinect werden bisher regelrecht ignoriert und bestenfalls sträflich vernachlässigt. Es wundert, dass besonders große Firmen mit ausreichend Budget steif an bewährten Mustern oder Konzepten festhalten, obwohl gerade sie (finanziell) in der Lage wären, Neues auszuprobieren.
@Topic: Inwieweit Telltale Games mit ihrem "neuartigen Steuerungskonzept", wie sie es selbst betiteln, tatsächlich ein innovatives Adventure präsentieren wird, darf besonders im Hinblick auf ihre letzte Filmumsetzung "Zurück in die Zukunft", angezweifelt werden.
Obwohl Zurück in die Zukunft noch mehr klassische Adventure-Anleihen (Walk & Click, Inventory...) besitzt und die von Telltale Games gewohnte Cartoon-Grafik verwendet, hat auch dieses Spiel weitaus weniger mit einem Adventure und deutlich mehr mit einem interaktiven Film gemein.
Die Entwickler haben es durchaus verstanden eine interessante Geschichte zu präsentieren und sind sehr sorgfältig und genau mit der filmischen Vorlage umgegangen (in einigen Interviews hat sich gezeigt, dass die Entwickler selbst große Fans der Vorlage waren), sodass ein Produkt von Fans für Fans gemacht worden ist.
Das Ziel, neben klassischen Spielern besonders auch Fans der Vorlage - die vielleicht noch nie ein Adventure gespielt haben - anzusprechen, führte letztendlich zu einem herben Verlust an spielerischer Substanz. Definitiv NICHT angesprochen fühlten sich Spieler, denen die Vorlage nicht gefiel. Denn während Spieler&Fans und Nicht-Spieler&Fans sich mit einer spannenden und interessanten Geschichte und sorgsamen Umgang mit der Lizenz über die Abwesenheit von Gameplay hinwegtrösten konnten, blieb für reine Adventure-Spieler so gut wie nichts übrig.
Im nachfolgenden Interview vom März 2011, betonen die Entwickler abermals die cinematografische Aufbereitung von Jurassic Park, das aufgrund der Eindrücke noch einen deutlichen Schritt weiter in Richtung Film setzt.
In den Foren von Telltale Games wird ähnlich wie bei "Zurück in die Zukunft" deutlich, wie wichtig den Entwicklern die Vorlage ist und dass sie sogar mit den Fans kooperieren. Die Foren-User konnten Fehler in Übereinstimmung mit der Filmvorlage aufzeigen, die tatsächlich von Telltale Games ausgebessert worden sind. Vielleicht dazu in einem späteren Post mehr.
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Quelle: gametrailers.com
Und ein aktuelles Interview von Machinima von der E3
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