Markt Die Zukunft des Gaming Business

Swisslink

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Hier wird viel zu schnell von Ausbeutung gesprochen. Ja, es ist schlecht, wenn ein(e) MitarbeiterIn 100 Stunden pro Woche arbeitet. Wir sprechen hier aber gleichzeitig nicht von Leuten, die sich einfach alles gefallen lassen müssen, um ihre Existenz irgendwie sichern zu können. Hier von Ausbeutung zu sprechen verharmlost imo die Situationen von tatsächlicher Ausbeutung viel zu sehr.

Ja, beschissene Situation für die MitarbeiterInnen. Ja, sollte nicht passieren. Die Leute hätten aber wahrscheinlich durchaus Alternativen, was bei MitarbeiterInnen im Tieflohn-Segment nicht gegeben ist.
 

Brod

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Naja, ein bisschen gehört es ja schon hier her, schließlich ist Crunch eines der größten Probleme in Sachen Videospielentwicklung und Rockstar (sowohl North, als auch San Diego) hier seit PS2-Tagen der größte Problemfall im Westen.
Ich kaufe den Dreck trotzdem, aber wenn man sowas liest, wird einem schon etwas übel. 100h in der Woche sollte man nicht mal in ein einzelnes Hobby stecken, das ist einfach ungesund - selbst Zocken :v:
 
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Xyleph

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@Ark du willst es nicht verstehen. du erkennst nicht das Problem. deshalb macht die Diskussion keinen Sinn.

und by the way, ich kann auch mehr Stunden arbeiten. nur bin ich keine hure die ihr leben verkauft für ein bisschen Anerkennung beim Arbeitgeber

und die, "nicht mein Problem" Aussagen, machen es nicht besser.
Du siehst das aber schon sehr stark aus deiner Sichtweise. Ein wenig mehr Differenzierung würde der Sache gut tun. Ein Mitarbeiter macht sich nicht gleich zur Hure, weil er mehr arbeitet und ja, es gibt Menschen, aus verschiedenen intrinsischen Motivationen, die bei der Arbeit voll aufgehen und Arbeit nicht als notwendiges Übel sehen. Hier kommen auch verschiedene Differenzierung, wie Persönlichkeit, Lebensumstände, persönliche Betroffenheit zum Projekt, aber auch die Verantwortung dazu, aber natürlich auch eventuelle Karriereaussichten.

In Organisationen, und damit auch sozialen Gefügen, kann das natürlich zu Problemen führen, gerade wenn solche Personen in der Anzahl eine kritische Masse erreichen und andere Mitarbeiter sich psychisch in der Pflicht sehen mitzuhalten, obwohl sie gar nicht die vergleichbare Verbundenheit mitbringen, deswegen unter Druck sind und ausbrennen.
Das ist aber nicht in jeden Fall die Konsequenz und auch Aufgabe des PMs und den Personalmanagement gegenzusteuern.
 

Harlock

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Eklig. Eine der reichsten und gleichzeitig fiesesten Firmen wenn das wahr ist.


Es sind in der Geschichte auch schon zahlreiche Künstler gestorben, da sie sich an ihren Werken ab- und todgearbeitet haben.

Genauso wie Sportler, die zu viel trainierten und einen kritischen kreislaufzusammenbruch.

Oder "Gamer" die zu lange am Stück gespielt haben und ebenfalls gestorben sind.

Bei allen lässt sich ein gemeinsamer Nenner finden, Leidenschaft.

Sollte man das kritisch betrachten? Ja, natürlich. Trotzdem sind hier Äpfel/Birnen vergleiche nicht angebracht.

(Freiwillige) Crunch Arbeit bei Spielentwicklern haben nunmal gar nichts mit angeordneten Überstunden und akkordarbeit in chinesischen halbleiterfabriken zu tun. :nix:

Das man gezwungen wird ist natürlich völliger Quatsch!
Druck ja, Zwang nein
Ich würde dir recht geben wenn es nur um Indieprojekte und selbstständige Künstler geht, da entscheidet jeder selbst wie lange er an seinem Werk arbeitet. Auch da gibt es tragische Geschichten, aber da ist keine andere Firma schuld.

Ansonsten widerspreche ich, es mag nichts gegen manche freiwilligen Überstunden gehen, aber wenn Crunsh und Ausbeutung junger Menschen Firmenphilosophie ist und eher der Standard (und hier ging es um 100 Stunden, Druck, und schäbige Verhaltensweisen), dann gibt es dafür imo keine Entschuldigung. Eine raffgierige firma die über Leichen geht und denen ihre Mitarbeiter nichts wert sind, außer sie lassen sich auspressen. Imo haben große Konzerne schon auch eine Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber und in diesem Fall sollte sich Rockstar schämen, wenn es so stimmt wie erzählt.



Ohne das hättest du kein Breath of the Wild. Denk mal drüber nach!
Quelle? :moin: Nur weil ein paar Firmen extrem Scheiße sind müssen es nicht alle Studios sein und sind es auch nicht. Und es gibt auch bei Firmen die auf Überstunden bauen Unterschiede (und es ging nicht nur um Überstunden), sowas wie zu Rockstar habe ich von Nintendo noch nicht gehört und auch nicht von den BotW Mitarbeitern.

Takahashis Monolithsoft (er stellte auch Leute für BotW ab) bewirbt seine Firma potentiellen Mitarbeitern sogar damit, dass er stolz darauf ist, dass seine Leute rechtzeitig nach Hause gehen, selbst wenn mal ein paar Leute krank sind und es dem Team dann an Manpower fehlt. https://nintendoeverything.com/monolith-soft-recruitment-message-from-tetsuya-takahashi

Da lebe ich auch gerne mit ein paar nicht so polierten Teilen der Spiele.

Ich halte es nicht für angebracht einfach alle Firmen zu verallgemeinern, "machen ja alle". Ich denke nicht, dass alle Studios gleich scheisse sind und Zustände wie die beschriebenen in Rockstar sind vielleicht keine Ausnahme, aber auch nicht der Standard, sollten sie jedenfalls nicht sein. Und das sollte man auch ächten wenn es öffentlich gemacht wird (und stimmt, natürlich kann sich die Firma verteidigen). Rockstar ist eines der größten und bekanntesten Studios der Welt, wenn sie sich solche Praktiken rausnehmen ist es eine Schande.
 

Ark

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18 Apr 2008
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Nach interner Absprache wurde das Thema hierher verlegt. Haltet euch selbstverständlich weiterhin an die Regeln. Jeder, der von der Verschiebung betroffen war, sollte eine Mitteilung erhalten haben.

Auch sind die Beiträge, die ursprünglich "ganz weg" waren, hier wieder sichtbar.
 

kerv

L13: Maniac
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11 Apr 2011
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ja, es gibt Menschen, aus verschiedenen intrinsischen Motivationen, die bei der Arbeit voll aufgehen und Arbeit nicht als notwendiges Übel sehen.
Das heißt ja noch lange nicht, dass es gut für einen Menschen ist, auch nicht, wenn er es selbst glaubt. Ich würde auch gerne 60 Stunden die Woche zocken und würde mich dabei wohl gut fühlen. Ebenso wäre es bei all meinen anderen Hobbys. Und irgendwann guckt man dann blöd aus der Wäsche, weil man lange Zeit verschiedene andere Aspekte des Lebens vernachlässigt hat.

Es hat schon seinen Grund, warum große Konzerne wie VW langsam aber sicher dafür sorgen, dass die Mitarbeiter überhaupt nur eine begrenzte Anzahl Stunden in der Woche arbeiten KÖNNEN und auch nur in einem bestimmten Uhrzeitrahmen.

Weil es einfach Leute gibt, die man zu ihrem Glück zwingen muss.
 

Ark

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18 Apr 2008
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Du hältst 60-Stunden-Arbeitswoche für optimal? Hier geht es doch nicht um Belastbarkeit. Hier geht es darum, dass das Leben aus mehr als nur aus Arbeit besteht.
Das war tatsächlich nur ein Beispiel, um aufzuzeigen, dass man das nicht pauschalisieren kann. Denn er ging bei 40h vom Optimalfall aus. Das kann man so aber nicht pauschalisieren. Wie ich dazu stehe, ist erstmal irrelevant.

Hier geht es darum, dass das Leben aus mehr als nur aus Arbeit besteht. Ich habe einen "normalen" 40-Stunden-Job. und trotzdem habe ich das Gefühl zu wenig Zeit für Familie, Freunde und Freizeit zu haben. Ich will kein Leben, dass aus Schlafen und Arbeiten besteht. Und ich will auch nicht, dass irgendjemand jemanden dazu zwingen kann, ein solches Leben zu führen.
Du machst es richtig: Du sprichst von "dir". Das ist eben auf dich abgestimmt, weil jeder ein Individuum ist und nicht gleich tickt. Das wird hier aber so getan.

Und ich will auch nicht, dass irgendjemand jemanden dazu zwingen kann, ein solches Leben zu führen.
Und darum geht es doch: Es muss keiner "gezwungen" werden. Denn das ist ja immer die Annahme in solchen Fällen. Jeder Arbeitnehmer darf jederzeit gehen und sich einen neuen Job suchen, wenn ihm was nicht passt. Letztendlich will der Arbeitgeber gute Arbeitnehmer behalten, ist es also für ihn auch kontraproduktiv, diese zu vergraulen. Hier wird mir zu einseitig gedacht.
Nur hören wir bei einem "Urteil", was sehr viele Leute tun, eben nur die eine Seite. Die Hintergründe sind im Allgemeinen oftmals nicht relevant. Und das finde ich nervig. Hier wird mir ebenfalls zu einseitig gedacht.

Was mein Problem bei dem Thema war, ist auch im ersten Beitrag von mir erläutert: Dieses "WOAH! Das schreibt jemand auf Twitter. Shitstorm-Alarm!".

Gibt genügend Studien die belegen, dass man mit einer 60-Stunden-Woche seine Gesundheit ernsthaft gefährdet, z.B. durch höheres Herzinfarkt-Risiko.
Dass ist auch nicht auf jeden Menschen übertragbar. Wie gesagt, gibt sicher auch Studien, die belegen, dass eine 20-Stunden-Woche auch schon belastbar ist für den Menschen. Generell erhöht sich dein Herzinfarkt-Risiko, wenn du Stress hast. Manche haben schon bei einem Tag Arbeit Stress ohne Ende. Manche haben einfach ein extrem schlechtes Zeitmanagement und geraten in Stress. Das ist also ebenfalls nicht pauschalisierbar.
 

Xyleph

L99: LIMIT BREAKER
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9 Mai 2006
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Man merkt hier wieder mal deutlich, wer mit einem Ayn Rand Buch unter dem Kopfkissen schläft.

Gibt genügend Studien die belegen, dass man mit einer 60-Stunden-Woche seine Gesundheit ernsthaft gefährdet, z.B. durch höheres Herzinfarkt-Risiko.
Hintergründe der Studie? Vergleichbare Lebensumstände/ Ernährung, vergleichbare Verantwortung und Positionen?

Nicht jetzt generell gegen die Studien, nur werden Studien gern medial stark vereinfacht, worüber sich die Herausgeber der Studien häufig beklagen.
 

Nullpointer

L18: Pre Master
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werden hier jetzt ernsthaft die Errungenschaften unseres Arbeitsrecht versucht zu negieren?
Dass ist auch nicht auf jeden Menschen übertragbar. Wie gesagt, gibt sicher auch Studien, die belegen, dass eine 20-Stunden-Woche auch schon belastbar ist für den Menschen. Generell erhöht sich dein Herzinfarkt-Risiko, wenn du Stress hast. Manche haben schon bei einem Tag Arbeit Stress ohne Ende. Manche haben einfach ein extrem schlechtes Zeitmanagement und geraten in Stress. Das ist also ebenfalls nicht pauschalisierbar.
Was?!
Es geht hier nicht um einzelne Menschen sondern tausende betroffene Softwareentwickler, Künstler, Tester und sonstige Qualitätssicherer.
Hintergründe der Studie? Vergleichbare Lebensumstände/ Ernährung, vergleichbare Verantwortung und Positionen?

Nicht jetzt generell gegen die Studien, nur werden Studien gern medial stark vereinfacht, worüber sich die Herausgeber der Studien häufig beklagen.
Hier ist eine gute Übersicht verlinkt: https://hbr.org/2015/08/the-research-is-clear-long-hours-backfire-for-people-and-for-companies
Es ist in der Business Softwarentwicklung zum Glück mittlerweile allgemein akzeptiert, das lange Arbeitszeiten über längere Zeiträume nichts bringen und ineffizient sind. Quasi jeder größtere (M)Dax-Konzern bei dem ich gerarbeitet habe, achtet darauf (gibt sonst eh nur Ärger mit dem Arbeitsrecht, aber das sah halt schon mal anders aus). Nur die Gamingindustrie ist wieder mal 15-20 Jahre hinten dran.

Habt ihr schon mal einen monatelangen death march mitgemacht? Ich wünsche das nicht mal meinem schlimmsten Feind.
 

ChoosenOne

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natürlich sind es unterschiedliche Kulturen, Mentalitäten usw. Aber das spielt nur untergeordnet eine Rolle. Denn 100h arbeiten, ob das ein Japaner, ein Amerikaner, oder ein Europäer macht, physisch ist das in den meisten Fällen nicht gesund für den Menschen. Nur das die Amerikaner das "bejubeln" wenn du 100h "fleissig" bist, und die Japaner es nicht mal mehr bejubeln, weil es einfach normal ist.

es ist wichtig dass das Thema angesprochen wird und das es diskutiert wird. sonst wird das eher so weitergehen und auch irgendwann zu uns rüberschwappen in einer globalisierten Wirtschaft.
Also, wir sprechen hier doch schon noch von den crunsh Weeks bei gamedevelopern, oder?

Es geht doch nicht um generelle Arbeitsbedingungen und Zeiten, welches ein komplett anderes Thema wär.

Natürlich sind 100h arbeitswochen ein absoluter Aderlass an Gesundheit und Geist und niemand macht das weil er spass am arbeiten hat. Nein, man macht das um das projekt pünktlich zu einem möglichst perfekten Zustand abzuliefern.

Das ist nun mal nicht mit regelbetrieb zu vergleichen und würde nie über einen längeren oder andauernden Zustand funktionieren. Das ist lediglich als Sprint im letzten Viertel möglich. Ohne Sicherheit das es den gewünschten Erfolg hat.

@kerv
Das was ich oben geschrieben habe und in meinen Posts davor. Bitte mach dir die Mühe und lese die Beiträge.

Kurz gesagt:
Game Development = Projektarbeit


Edit:
Ups, hatte den Thread nicht aktualisiert und erkannt das die Posts verschoben wurden. Sorry @Ark
 
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daMatt

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Wer als normaler Angestellter mehr als 45 Stunden die Woche arbeitet, der hat eindeutig die Kontrolle über sein Leben verloren, egal wie viel Spaß ihm die Arbeit macht. Ende der Diskussion.
Bei Selbständigen oder Menschen in Führungspositionen kann bis zu MAX. 50 Stunden auch mal funktionieren, sollte aber die Ausnahme sein. Und regelmäßig genügend Freizeitausgleich aber gegeben sein.

Alles andere ist Workaholicism. Und damit in höchstem Maße ungesund.

Was Rockstar da (mal wieder) macht ist natürlich ne andere Geschichte.
 

miperco

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snagel178
Antwort von Rockstar btw

There seems to be some confusion arising from my interview with Harold Goldberg. The point I was trying to make in the article was related to how the narrative and dialogue in the game was crafted, which was mostly what we talked about, not about the different processes of the wider team. After working on the game for seven years, the senior writing team, which consists of four people, Mike Unsworth, Rupert Humphries, Lazlow and myself, had, as we always do, three weeks of intense work when we wrapped everything up. Three weeks, not years. We have all worked together for at least 12 years now, and feel we need this to get everything finished. After so many years of getting things organized and ready on this project, we needed this to check and finalize everything

More importantly, we obviously don’t expect anyone else to work this way. Across the whole company, we have some senior people who work very hard purely because they’re passionate about a project, or their particular work, and we believe that passion shows in the games we release. But that additional effort is a choice, and we don’t ask or expect anyone to work anything like this. Lots of other senior people work in an entirely different way and are just as productive – I’m just not one of them! No one, senior or junior, is ever forced to work hard. I believe we go to great lengths to run a business that cares about its people, and to make the company a great place for them to work
https://kotaku.com/we-were-working-100-hour-weeks-red-dead-redemption-2-h-1829758281
 

MrSalbei

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Wow,...ein Glück missverstehen wir das alle nur, die Entwickler sind faul und inkompetent. :v:
1. Es trägt ganz sicher nicht nur eine Seite die Schuld.
2. Würdest du auch nur einen Bruchteil des (oft kritischen) Codes sehen, über den wir tagtäglich stolpern, könntest du nachvollziehen, dass "inkompetent" ein sehr, sehr nettes Wort dafür ist, wie der Großteil an Programmierern arbeitet.
 

Mudo

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1. Es trägt ganz sicher nicht nur eine Seite die Schuld.
2. Würdest du auch nur einen Bruchteil des (oft kritischen) Codes sehen, über den wir tagtäglich stolpern, könntest du nachvollziehen, dass "inkompetent" ein sehr, sehr nettes Wort dafür ist, wie der Großteil an Programmierern arbeitet.
1. Nicht? Was müssen Angestellte denn tun um 30 Minuten Pause machen zu dürfen um gemeinsam etwas zu essen, was auch zur besseren Stimmung und Arbeitsmoral beiträgt?
2. Was haben freiwillige Überstunden mit 60+ Stunden über mehrere Wochen hinweg zu tun? Sagt keiner das dies die besten Angestellten sind, dennoch sind mehrere Wochen über 100std. zu arbeiten und somit gar nichts mehr außer arbeiten, schlafen, essen und trinken sicherlich nichts was sich hunderte Mitarbeiter über Wochen antun. Was hat eigentlich der Angestellte getan damit er aus den Credits entfernt wird nach dieser Arbeitsleistung, die er angeblich freiwillig geleistet hat, und an sich im guten Auseinander gegangen ist? Sind ja immer zwei Seiten beteiligt.
 

Xyleph

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Hier ist eine gute Übersicht verlinkt: https://hbr.org/2015/08/the-research-is-clear-long-hours-backfire-for-people-and-for-companies
Es ist in der Business Softwarentwicklung zum Glück mittlerweile allgemein akzeptiert, das lange Arbeitszeiten über längere Zeiträume nichts bringen und ineffizient sind. Quasi jeder größtere (M)Dax-Konzern bei dem ich gerarbeitet habe, achtet darauf (gibt sonst eh nur Ärger mit dem Arbeitsrecht, aber das sah halt schon mal anders aus). Nur die Gamingindustrie ist wieder mal 15-20 Jahre hinten dran.

Habt ihr schon mal einen monatelangen death march mitgemacht? Ich wünsche das nicht mal meinem schlimmsten Feind.
Ist auch meine Erfahrung, in keinen der Unternehmen, mit denen ich in den letzten Jahren Erfahrung gemacht habe, wurden überstunden gern gesehen. Wenn sich da mal was beim MA ansammelt, macht er ein paar Tage mehr frei.

Mir ging es jetzt nur um die Studie selbst. Schon häufig Artikel über welche gelesen, die Informationen viel zu stark vereinfacht haben, als es die Autoren wollten.
 

daMatt

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Davon mal abgesehen, dass massig Überstunden der Angestellten für Firmen auch große finanzielle Risiken bedeuten können, da sie dafür ja finanzielle Rücklagen bilden müssen. Zumindest _GESCHEITE_ Firmen, die Überstunden auch wirklich bezahlen. Ich selbst arbeite in einem größeren, (noch) mittelständischem Unternehmen mit Stammsitz Deutschland und mit über 4.500 MA weltweit, davon 2/3 in DE. Und selbst unser Vorstandsvorsitzender betont immer wieder, wie wichtig eine gescheite Work-Life Balance selbst für ihn ist.
 

MrSalbei

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1. Nicht? Was müssen Angestellte denn tun um 30 Minuten Pause machen zu dürfen um gemeinsam etwas zu essen, was auch zur besseren Stimmung und Arbeitsmoral beiträgt?
Das kommt darauf an: Wenn man deinen Satz so nimmt, wie er da steht, dann können sie dazu - abhängig von Staat und Firma - die Mittagspause und/oder Ruhepause(n) nutzen. Wenn man es auf die Kuchenpause bezieht, dann sollen sie die Erlaubnis dafür beim Vorgesetzten beantragen und der hat (bei Zustimmung) wiederum sicherzustellen, dass sie diese Erlaubnis ohne nachfolgende Probleme bekommen. Wenn die Erlaubnis nicht erteilt wird, dann kann man sich immer noch wehren. Es ist nicht so, als könnte man diese Arbeiter mal eben so austauschen oder einen Abbruch der Entwicklung riskieren :ugly: Es ist eigentlich sehr klar, in welche Richtung die Abhängigkeit zwischen Publisher und Entwickler geht - im Fall der Kuchenlady sowieso, weil das kurz vor der Fertigstellung von L.A. Noire war.

2. Was haben freiwillige Überstunden mit 60+ Stunden über mehrere Wochen hinweg zu tun?
Was hat die Art der Überstunden mit der Anzahl der Überstunden zu tun?

Sagt keiner das dies die besten Angestellten sind, dennoch sind mehrere Wochen über 100std. zu arbeiten und somit gar nichts mehr außer arbeiten, schlafen, essen und trinken sicherlich nichts was sich hunderte Mitarbeiter über Wochen antun.
Dann lässt man das auch nicht mit sich machen, besonders wenn es sich um hunderte Mitarbeiter handelt. Es gehört schon noch zu den allgemeinen Fähigkeiten, das Maul aufzumachen, oder? Es kommt momentan nämlich nicht so rüber xD

Was hat eigentlich der Angestellte getan damit er aus den Credits entfernt wird nach dieser Arbeitsleistung, die er angeblich freiwillig geleistet hat, und an sich im guten Auseinander gegangen ist? Sind ja immer zwei Seiten beteiligt.
Keine Ahnung, auf welches Beispiel sprichst du an? Das hat mit meiner Aussage ja nichts zu tun. Genauso wenig ist die Entfernung aus den Credits das größte Problem des Betroffenen, geschweige denn ein Beweis dafür, dass im Gesamten nur eine Seite schuld ist xD

EDIT: Und bei all dem lasse ich mal ein grundsätzliches Problem ganz weg, nämlich dass man mit korrekter Planung vieles verhindern könnte und daran sind wiederum wirklich alle beteiligt.
 
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1Seppel23

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Wer als normaler Angestellter mehr als 45 Stunden die Woche arbeitet, der hat eindeutig die Kontrolle über sein Leben verloren, egal wie viel Spaß ihm die Arbeit macht. Ende der Diskussion.
Bei Selbständigen oder Menschen in Führungspositionen kann bis zu MAX. 50 Stunden auch mal funktionieren, sollte aber die Ausnahme sein. Und regelmäßig genügend Freizeitausgleich aber gegeben sein.

Alles andere ist Workaholicism. Und damit in höchstem Maße ungesund.

Was Rockstar da (mal wieder) macht ist natürlich ne andere Geschichte.

Ich bin ganz sicher kein Workaholic, Zocke sehr viel und habe auch andere Hobbys. Aber mehr wie 45 Stunden pro Woche als Angestellter ist ja nun wirklich nichts was jetzt irgendwie Problematisch oder sonderlich viel ist und den Selbständigen der mit allem was zur Arbeit dazu gehört im Schnitt mit nur 50 Stunden die Woche auskommt möchte ich mal kennen lernen!

Mag sein das es Menschen gibt die das Arbeiten mehr belastet und ich muss auch klar sagen das es natürlich einen Riesigen Unterscheide zwischen Geistiger und Körperlicher Arbeit gibt. In meinen Augen reden wir bei 50 Stunden+ Arbeitszeit und das man das eigentlich auch Dauerhaft recht locker machen kann immer von Geistiger Arbeit! Aber ich sehe wirklich nicht warum jetzt 45+ Stunde als Angestellter Arbeiten so dermaßen Absurd sind.
 

daMatt

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Nun, eine 45 Stunden Woche entspricht einem 9-Stunden Arbeitstag (ausgehend von 5 AT die Woche). Und nach 8 bis 9 Stunden, immerhin (mehr als) ein Drittel des gesamten Tages, es auch mal gut sein sollte. Egal ob Büroangestellter oder Bauarbeiter. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Menschen zum Ausgleich auch noch weniger Zeit mit Schlafen als mit Abreit verbringen.

Und ich selbst habe abzüglich Pausen auch 8,5h Regelarbeitszeit pro Tag.
 
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mysc

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Ganz so einfach ist dieses "Dann lasst es mit euch nicht machen"-Argument nicht. In der Videospiel-Branchen gibt es keine Gewerkschaften oder Arbeitnehmerverbände, in zahlreichen Ländern wird sogar aktiv dagegen gearbeitet, dass sich sowas bildet. Und es kam schon oft genug vor, dass den Arbeitnehmern durchaus die Wahl gelassen wurde einfach nur ihre Pflichtarbeitszeit zu erfüllen und im nächsten Personal-/Leistungsgespräch wird dann massivst Druck ausgeübt.
Wenn man in der Position ist am Ende des Monats seine Familie ernähren zu müssen und die Rechnungen zu bezahlen sind miese Arbeitsbedingungen für viele sicherlich besser als gar keine Arbeit zu haben.

Hier ist ja auch keine Rede von >40h, sondern von 100 Stunden pro Woche mehrmals im Jahr.
 

Hagi

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bin froh einen Job zu haben, wo ich gut verdiene, nur 5 tage die Woche hin muss, und überstunden nicht gern gesehen werden.
Bin als Consultant in der IT Branche tätig, und habe mich damals auch dagegen entschieden Entwickler zu werden. Genau aus diesem Grund, dort ist man halt gerne der bimbo vom Dienst und muss deutlich länger arbeiten, die selbstmord rate ist auch nicht zu vernachlässigen. In der Spielebranche ist es dann noch mal schlimmer, da viele aus leidenschaft dort hin gegangen sind und viele firmen das gewaltig ausnutzen.
 

crazillo

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Also bei manchen Postings muss ich hier schon enorm schlucken. Wir sind Teil einer Generation, die nicht mehr um jeden Preis Karriere machen will. Das liest man landauf landab. Das schließt überhaupt nicht aus, dass man wirklich für etwas brennt und dann auch viel Herzensblut irgendwo hinein investiert. Das tue ich zum Beispiel auch, indem ich neben dem Job promoviere (müsste ich nicht, will ich aber). Dazu gehören sicherlich auch mal Überstunden, gerade vor dem Launch eines Games. Aber: Alles, was über Spitzenzeiten hinausgeht, mehrere Wochen oder gar Monate anhält, ist schlicht gesundheitsschädlich und moralisch verwerflich. Gerade Rockstar hat wie viel GTA5-Kopien verkauft, 70 Millionen? Man könnte auch einfach mehr Leute einstellen, anstatt den Gewinn/Profit noch mehr zu maximieren. Das Argument kann auch schlicht niemand entkräften.
Leider hat man kein klares Bild von der tatsächlichen Situation in der Firma. Die offizielle Antwort/Klarstellung war Schadensbegrenzung, nichts weiter, so wie es immer bei Klarstellungen ist. Die, die noch da sind, sind es meist auf Projektbasis und wollen ja schließlich auch weiter nach dem großem Spiel irgendwo arbeiten und werden wohl kaum jetzt groß auf Twitter einsteigen. Das ist ganz logisch. Dazu kommt, wie bereits erwähnt, dass es kaum starke Gewerkschaften in den USA gibt, ebenso wenig. Natürlich gibt es auch quasi keinen investigativen Videospiele-Journalismus, der so etwas aufdecken könnte. Nachwuchs gibt es immer. Die Publisher haben es also wirklich leicht.

Es geht übrigens auch anders, auf ERA gibts einen Thread mit Entwicklern, die eine vorbildliche Unternehmenskultur haben und dafür ausgezeichnet worden sind. Dazu gehören unter anderem Imsomniac (Spiderman, Sunset Overdrive) oder die Amplitude Studios (Endless Space 2). Scheinbar ebenfalls Monolith Soft und Nintendo aus Japan, erstaunlicherweise. Diese Firmen sollte man unterstützen.

Nun bleibt die Frage, wie man sich richtig verhält. Konsequenterweise müsste man RDR2 nicht kaufen. Viele werden es trotzdem tun, sobald das Spiel da ist, interessiert das Thema hier keinen mehr. Leider. Dabei wäre es wirklich wichtig. Ein guter Freund arbeitet bei einer deutschen Spielefirma und ich habe kürzlich an seinem Einzug quasi nur die gleichen Themen seiner KollegInnen gehört: Miese Bezahlung, viele Überstunden, Befristung, quasi nur junge Mitarbeiter, viele gehen schnell wieder; dafür coole Leute, brennende Leidenschaft usw. Ein Einzelfall ist das sicher nicht.

Deswegen sehe ich übrigens auch die aktuellen Forderungen nach der Änderung des Arbeitsrechts kritisch, Stichwort Wochenarbeitszeit statt Tageshöchstdauer und Ruhezeiten. Natürlich haben wir auch schon Arbeitszeitgesetze verletzt in Ausnahmefällen (bei der Konferenzorganisation und -durchführung z.B.), aber wenn das wirklich so reformiert wird, sehe ich da so viel mehr Spielraum für Ausbeutung -- es kommt natürlich immer auf die Firmenkultur selbst an. Und das sind letztlich Menschen, die so gut und schlecht die Unternehmen leiten, wie sie eben sind.
 
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