Eine erfolgreiche Prävention erkennt man daran, dass man sie nicht erkennt. Außer man/frau ist kompetent. In Österreich hat die Regierung und insbesondere die Großstadt Wien eine Notbremsung der Gesellschaft relativ vollzogen und die Ansteckungsrate ist von 3,4 auf 0,67 gesenkt worden. Weniger werden angesteckt als angesteckt sind. Was für ein Erfolg! Notbremsungen hinterlassen langen Bremsspuren, aber bei 3,4 gab es keine andere Wahl.
Im Gedenken an die Verstorbenen, Österreich hat derzeit einen milden Corona-Verlauf. Schon melden sich 8 Millionen Virologen. Es ist die Stunde der Dummheit: „Die Maßnahmen waren übertrieben, nicht notwendig, hat das sein müssen?“
Am 13.3. war die Reproduktionsrate 3,4. Bei dieser Ansteckungs-Rate wären 5 Millionen ÖsterreicherInnen binnen zwei Wochen infiziert! Der Lockdown hat die Reproduktionsrate von 3,4 auf heute 0,67 gesenkt. D.h. es werden immer weniger infiziert und damit können Bereiche geöffnet werden. Ein großer PRÄVENTIONSERFOLG, wenn auch in einzelnen Bereichen Differenzierteres möglich wäre. Aber wenn ein brennendes Haus zu löschen ist, holen wir zuerst die Menschen raus und dann erst den Tresor. Und wenn es beim zweiten Mal einen Plan des Hauses gibt, werden die Heizöltanks entfernt bevor alles unter Wasser. Aber niemand hat sich mit einem Plan vorbereitet, obwohl China Information schon im Jänner gab. Alle Informationen waren Ende Jänner verfügbar. Selbst am 12. März polterte der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Hödl gegen eine Beendigung der Ski-Saison. Er besitzt Lifte. Es wurden Menschen geopfert, weil wider Wissen Ski-Heil-Life laufen gelassen wurde.
Ein Lockdown ist schmerzhaft wie auch eine Wurzelbehandlung und trotzdem ist die Wurzelbehandlung der Nicht-Behandlung vorzuziehen. Die wenigsten VERSTEHEN, dass der Präventions-Prozess solange Not-wendig bleibt, bis die überwiegende Mehrheit der Menschen geimpft ist. Das wird nicht vor 2022 sein. Wenn wir den Weg nicht durchhalten, werden viele von uns sterben, und die Wirtschaft und Kunst mit. Es gibt kein Zurück ins Alte und wir leben die nächsten Jahre auf einem Pulverfass. Und Dummheit und Egoismus sind Sprengkapseln.
Der Sinn des bisherigen Lockdowns war wieder zurück an den Start zu kommen und dabei Zeit zu gewinnen, die Menschen und Kapazitäten im GHW soweit zu erhöhen, damit es zu keinem Zusammenbruch kommt. Der Lockdown kann nun Lockerdown werden, wenn die Prävention spezifischer und zielgerichteter wird und zwei Hebel sind essentiell für diesen WEg.
1. Besonderer Schutz der Personen in GHW, in der Ordi, in Pflege sowie in der Infrastruktur.
2. Die drei T’s: treat, test, trace – rasch und punktuell umfassend mit ggf. Quarantäne.
Im GHW ist an Betten vieles aufgebaut, aber nicht an Schutzausrüstung. Hier fehlt es. Es wurde viel getestet und gelernt, sodass nun spezifischer getestet werden kann: Gesundheits- und Pflegemenschen, First Responder, fraglich Erkrankte. Es gibt derzeit kein Treat, kein Medikament. An der Station im KFJ werden die Effekte von Remesdivir untersucht. Versprechend, aber selbst wenn bestätigt: ein so komplexes Medikament wird nur für ein minimales Segment verfügbar sein.
Vieles soll kontrolliert probiert werden. Vor allem Schule und Kindergarten und die zentrale Herausforderung angesichts einer älteren Lehrerschaft mit einem Ende für die SMatura. Und da ist dann die Lebensmittelsicherheit mit Menschenaus Osteuropa, die mit Hungerlöhnen abgespeist werden, die Pässe eingezogen und in Baracken dahinvegetieren müssen. Kontrollierte Rückkehr in die Betriebe ist für IBG u.a. derzeit eine große Herausforderung. Möge die Übung gelingen und möge keine zweite Welle kommen. Wir geben unser Bestes unter Ansteckungsrisiko. Massenveranstaltungen der Unterhaltungs- und Sport-Industrie bleiben lange nicht möglich. Bergamo hat heute dank eines Championsleague-Spiels eine zehnfach höhere Todesrate als die Jahre zuvor.
Und es braucht salutogene Forschung. Die Epidemiologie folgt ausschließlich dem Pfad der Krankheit, weil Medizin die Wissenschaft der Krankheit ist. Salutogene Forschung geht der Frage nach, wieso bleiben viele Infizierte gesund, wieso haben viele nur leichte Symptome, welche Fähigkeiten im Immunsystem wirken und helfen da mit? Und kann das mithelfen, einen Impfstoff zu finden?
Also seien wir froh, dass der Osterkelch relativ gut an uns vorbeigegangen ist, vergessen wir nicht Opfer und beobachten, ob wir uns im Griff haben. Wir sitzen mehrere Jahre auf einem Pulverfass, und dann kommt sicher das nächste Pulverfass. Stay in tune