Videospiele sind immer noch Software. Wir zahlen in erster Linie nicht für einen Gegenstand, sondern für die darauf enthaltene Software.
Es ist egal ob du für Soft- oder Hardware zahlst. Du erwirbst mit dem Kauf einer CD das Recht die Software nutzen zu dürfen und ich bin der Meinung, dass man auch die Möglichkeit haben sollte dieses Recht weiterverkaufen zu dürfen zu einem angemessenen Preis der nicht künstlich durch die Industrie gemindert wird. Die Entwicklung geht derzeit in Richtung: Du zahlst 70€ und dein Produkt ist schon ab dem Kauf nurnoch 0€ Wert. Und wie gesagt, der Vergleich zum Auto ist realistisch. Wenn ich jemandem ein Auto verkaufe, wird er sich keinen Neuwagen kaufen und VW/Mercedes/BMW/Ford etc. beschweren sich auch nicht über den Gebrauchtmarkt. Und wenn wir unbedingt nur von digitalen Inhalten reden, dann habe ich dir das Beispiel Musik CD genannt
Der CD-Markt ist doch so gut wie tot, die Umstellung auf digitalen Vertrieb schon weit vollzogen - damit ist die Abschaffung des Gebrauchtmarkts doch ebenfalls eingeleitet.
Also ich kann nach wie vor neue CD's und gebrauchte CD's kaufen, sehe da nicht das Problem. Es ist eifnach so, das die Musikindustrie nie gesagt hat "Gebrauchte CD's zu verkaufen ist wie Betrügen", sie haben sich einfach nach und nach umgestellt, was ich völlig OK finde und der Preis für ein Musikstück ist auch wirklich fair, immerhin gibts Musikflatrates für ein paar Euros und du darfst dir dafür 1000e von Liedern downloaden. Nenn mir eine Seite wo ich eine Spieleflatrate zu einem vernünftigen Preis angeboten bekomme mit einer unendlichen Spieleauswahl zum downloaden. Das P/L-Verhältnis im Musikbereich stimmt einfach und wenn man sich einen Song für 50 Cent oder weniger downloaded, würde sich der Verkauf garnicht lohnen. Das wäre so als wenn du ein Ü-Ei im Laden kaufst und es versuchst übers Internet weiter zu verkaufen. Bei einem Spiel allerdings, wo ich 70€ für ein Spiel zahlen soll welches ich noch über DLC erweitern müsste, um es zu komplettieren, würde sich ein Verkauf noch lohnen, allerdings legt einem hier die Industrie mit Absicht Steine in den Weg.
Ein Buch ist eher schlecht vergleichbar, weil dieses recht deutlich abnutzt und in unbenutzten Büchern ein Mehrwert gesehen wird. Ein Buch kann auch nicht nur auf den Inhalt beschränkt werden, weil der Konsum sich beispielsweise bei einem ebook ganz anders anfühlt.
Deutlich abnutzt?
Sorry, das selbe gilt ja wohl dann auch für die CD. Wer CD und Buch sorgsam behandelt, findet in beiden keine Makel am Ende vor. Du suchst hier jetzt einfach irgendwelche Argumente um meine Vergleiche als sinnfrei zu deklarieren... Und bei einem Buch geht es NUR um den Inhalt, man kann es garnicht auf was anderes beschränken. Und wenn ich es gelesen habe und ich jemanden das Buch schenke der es dann auch liest, wird derjenige sich das Buch nicht neu kaufen, somit ein Verlust für den Verlag. Da gibts doch garnichts zu diskutieren, die Situation bei dem Buch ist haargenau das selbe wie bei einem Gamer der sein gebrauchtes Spiel weiterverkauft. Allerdings wird nur in der Gamebranche gegen die Spieler vorgegangen... Seitdem der Mist mit dem DLC angefangen hat und dieser so erfolgreich anklang findet am Markt, werden die Entwickler von Monat zu Monat überheblicher...
Ohne zu differenzieren lassen sich schwer Erkenntnisse zu gewinnen.
Anstatt nur gegen die "böse" Industrie zu wettern, sollte man auch mal überlegen, WARUM die so denken. Einfach mal sich selbst in fremde Positionen versetzen...
Warum sie so denken? Habe ich schon mehrmals beschrieben. Dafür gibts gleich mehrere Gründe.
Das Denken der Industrie im allgemeinen:
Dank des immerwährenden Wettlaufs in Punkto Grafik steigern sich Entwicklungskosten exponentiell zu dem was die Kunden bereit sind auszugeben. Das heisst stark ansteigende Kosten, aber ziemlich gleichbleibende Einnahmen durch die Kunden. Das schlimme für den Kunden ist allerdings, dass die Industrie sich selbst dieses Loch geschaufelt hat und nun nichtmehr von selbst rauskommen, also ziehen sie den Kunden einfach mit in dieses Loch und zwingen ihm diese moderne Technik auf. Ganz nach dem Motto "Die Spiele MÜSSEN so sein, alles andere wäre ja unter eurer Würde, dafür dürft ihr mehr blechen", zumindest hat man manchmal das Gefühl, dass die Industrie uns das so ähnlich verkaufen machen möchte. Und die Industrie bemüht sich auch nicht wirklich umzudenken. Ist auch logisch, umzudenken wäre kompliziert und da die Kunden eh alles kaufen was uns aufgetischt wird, oder sagen wir, der Großteil tut es, verschwendet die Industrie keinen weiteren Gedanken daran umzudenken...
Die Zielgruppe (der Kunde):
Tja, der wichtigste Kunde ist der Mainstreamgamer. Dieser ist gewillt zu zahlen, egal ob für Spiel oder Zusatzcontent, er kauft einfach alles und das in Massen. Toll für den Entwickler und schlecht für Gamer die auf ihre Brieftasche achten, denn die würde sehr leer aussehen wenn wir all das kaufen würden was uns die Entwickler auftischen wollen. Grundsätzlich ist DLC nichts falsches und wird teilweise auch gut genutzt, aber die Negativbeispiele häufen sich und das wird sich auch nicht ändern, da es schwer werden dürfte den Mainstreamgamer wachzurütteln und ihm vorzuzeigen, das er sich in vielen Fällen abzocken lässt (ich weis, du siehst das anders, jeder hat halt seine Sicht der Dinge).
Das Wissen der Industrie über den Kunden:
Dadurch, dass die Entwickler das Kaufverhalten von uns Gamern (egal ob Casual oder Core) kennen und gemerkt haben, das sich dieses leicht ausnutzen lässt, wird sich nichts ändern. Und die Industrie weis genau, dass es viele viele Spieler geben wird, die Probleme damit hätten, auf gewisse Franchise verzichten zu müssen, vorallem kommt dieses Wissen gerade beim DLC immer häufiger zum tragen, denn selbst wenn sich jemand ein Spiel zum Vollpreis kauft, kann man den Spieler ja noch ein wenig mehr ausnehmen, das wird ja mitlerweile schon bei der Konzeptplanung mit eingebaut. Vorteil für den Entwickler: Er kann ein Spiel nach einer kürzeren Zeit publishen, er kann Inhalte die günstig zu entwickeln sind für teures extra Geld verkaufen und das Hauptspiel kann trotzdem zum Vollpreis angeboten werden.
Das die Industrie so denkt hat mit vielen Ereignissen der letzten Jahre zutun. Allerdings muss man anmerken das der Spieler ansich nicht viel an dieser Situation hätte ändern können...
Richtig, das verstehen hier Viele aber nicht. Ein Produzent kann nunmal nicht nach Gutdünken einen Preis ansetzen. Die Preise werden vom Markt diktiert.
Richtig, wie ich schon sagte. Der Mainstreamgamer ist bereit 70€ im Media Markt zu zahlen und holt sich zusätzlich noch den teuren DLC dazu. DIESER Markt diktiert den Preis und die aktuelle Preisentwicklung ist der beste Beweis dafür... Und da wundert sich die Industrie das viele Gamer ihre Spiele downloaden und brennen...
Ich möchte nochmal klarstellen, dass ich auch Gebrauchtspiele kaufe und das gerne auch in Zukunft tun würde. Das hindert aber nicht, auch ein wenig Verständnis für die Publisher zu haben. Zumindest ist nachvollziehbar, warum die so denken...
Tja, so gern du das in Zukunft auchnoch tun möchtest, die Industrie ist ganz klar gegen den Gebrauchtmarkt und sitzt definitiv am längeren Hebel.
Und Verständnis habe ich für niemanden, der sich die Suppe selbst eingebrockt hat. Nintendo machts richtig, schwache Hardware, tolle Spiele zu einem vernünftigen Preis und sind lukrativer als alle anderen Hochkaräter auf dem Markt, vorallem vergleichen mit den HD-Mitstreitern. Qualität muss nicht teuer sein, ein Denken welches die Industrie durchaus annehmen sollte, das wäre besser für Entwickler, Gamer und für die gesamte Situation des Spielemarktes. So könnte sich der Preis wieder regulieren und man wäre nichtmehr auf unfaire DLC's angewiesen, die es in naher Zukunft wie gesagt immer häufiger geben wird.
