Zitat von Jörg Luibl:
Nicht so schnell nach der Demo urteilen...
Heavy Rain entfaltet seine großartige Wirkung erst, wenn man es in einem Guss genießt; die Demo deutet bestenfalls etwas an. Als ich auf der letzten Gamescom nur einen Ausschnitt spielen konnte, war ich auch erstmal ernüchtert. Aber man muss hier alle Akte auf sich wirken lassen.
Was die Konsequenzen angeht: Wir entdecken selbst beim dritten Durchspielen noch alternative Szenen und Enden (manche clevere Spieler werden in diesem Abenteuer übrigens nie eine Bohrmaschine sehen). Es gibt kein Spiel, das so gnadenlos konsequent im Umgang mit seinen Hauptdarstellern ist.
Was die Gewalt, Psychopathen und Exzesse angeht: Was wäre Shakespeare ohne all die Irren? Was wäre der Woyzeck ohne den Blutrausch? Was wäre der Zögling Törleß ohne die sadistische Quälerei unter den Schülern?
Wenn sich das Spiel als erwachsenes Medium etbalieren soll, dann darf sich die Regie nicht von irgendeiner gutmenschlichen Moral leiten lassen.
Heavy Rain versetzt den Spieler in Trauer, in Liebe, in Reue, in Fürsorge, in Angst, in Hass, in Mitgefühl und in all jene menschlichen Extremsituationen, die ihn zur Bestie machen können.
All das ist grandios.
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