DECKIMBAL
Ja, es war wirklich atemberaubend, wie oft sich die mesten Fahrer gegenseitig in die Karre gefahren sind. Wenn das mit das stärkste Fahrerfeld der F1-Geschichte sein soll, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. So ein Gerede kann ich nicht mehr ernst nehmen. Es gibt 3-4 Top-Fahrer, welche es immer schon gegeben hat und wenige andere, denen man das Talent nicht so einfrach absprechen kann. Der Rest ist eine Ansammlung absolut überschätzter Draufgänger, bei denen es mich zum Teil nicht wundert, warum sie für ihr Cockpit bezahlen müssen. Mit Königsklasse hat das leider nicht mehr allzu viel zu tun.
Klar, das Feld ist enger zusammen als früher, aber bei Zweikämpfen mit etwas mehr Kopf & Coolnes zu handeln, ist doch wohl nicht zu viel verlangt. Das man Unfälle nicht vermeiden kann, ist mir schon bewusst, aber was diese Saison manchmal abgeht, ist einfach nicht mehr feierlich.
3-4 Topfahrer? Da muss man ja fast an jedem Fachwissen zweifeln.
Ich sehe mit Hamilton, Vettel und Alonso 3 Fahrer an denen wohl keiner zweifelt. Mit Rosberg jemanden, dem nur eines bisher fehlte, nämlich ein gutes Auto. Mit Butto einen Weltmeister, der zwar an schlechten Tagen gut schlagbar ist, aber an guten, eben auch die Herren da oben umfährt. Mit Schumacher fährt der erfolgreichste Formel1-Fahrer aller Zeiten noch in diesem Jahr und naja...sich hervorheben tut er wahrlich nicht.
Für Webber gilt Ähnliches wie für Button, auch wenn der seit einigen Rennen nur noch im Quali wirklich glänzt.
Mit Massa haben wir einen Fahrer, der wohl gerade doch grob unterschätzt wird.
Die Force India-Fahrer schätze ich sehr hoch ein....
Und ein Kimi Raikkonen, der mich, so nebenbei, nun auch mehr im Quali zu überzeugen weiß, hat gestern etwas geschafft, das nicht viele geschafft haben...im aktuellen Fahrerfeld nur 2 andere Fahrer, wenn man ganz genau sein will, dann nur ein anderer: nämlich mit 3 verschiedenen Teams Grand Prix-Siege zu holen. Die anderen 2 sind übrigens Alonso und Button (wobei bei Button eben manche Honda und MGP nicht unbedingt trennen werden..jeder wie er mag).
Vergleichen wir diese Ansammlung an Grand Prix-Siegern und Topfahrern zu Schumacherglanzzeiten....also da war Schumacher und später dann Kimi und Alonso. Hm...ansonsten so Spitzenpiloten wie Hakkinen, Coulthard, Fisichella, Trulli, Ralf Schumacher und Montoya....Leute die heute wohl auch nicht mehr glänzen würden als die Herren Button, Webber oder Massa und die in den Ausklängen einer Ära doch schon von Raikkonen und Alonso überschattet wurden und zwar ganz deutlich.
Was war nach Prosts Rücktritt und Sennas Tod zunächst außer Schumacher da? Ein Späteinsteiger Hill im besten Auto...der Sohnemann Villeneuve und ein Hakkinen der zunächst bei Mclaren gegen Coulthard gar oft das Nachsehen hatte. Wow.
Und selbst zu einer der angeblich so goldenen Ären der F1-Geschichte gab es direkt hinter Senna und Prost nur einen auslaufenden Piquet Sen., einen teilweise ungestümen Mansell (meine Güte wie oft haben denn Mansell und Senna die Karre weggeworfen, was du hier als so minderwertig hinstellst) und die ewigen Talente Berger und Alesi....und sonst? Davor noch einen Niki Lauda...der vor Prost ja auch kaum Konkurrenz hatte und deswegen prügelten sich während seiner Auszeit und zu seinen konkurrenzlosen Anfängen Herren wie Pironi und Villeneuve Sen (gut, letzterer hat natürlich Legendenstatus), Keke Rosberg, Alan Jones, John Watson und Reutemann um die Titel. Dass nach Laudas letzten Titel vor dem 1. Rücktritt direkt ein Amerikaner kam, der mit Formelserien gar nichts am Hut hatte und den Formel1-Veteranen in den Arsch trat, ist wirklich alles andere als ein Zufall gewesen. Dass ein Jody Scheckter lange einen Platz in der Geschichte als letzter Ferrari-Weltmeister hatte ist dann auch nicht unbedingt der Stärke des Fahrers und des Fahrerfeldes zuzuschreiben...
In den 60ern und frühen 70ern und sonst niergends in der F1 gabs imo eventuell Fahrerfelder mit einer ähnlichen Ansammlung an tollen Fahrern und das wars dann auch schon.
Wir haben ein Fahrerfeld in dem ein Kimi Raikkonen für viele wohl nur als Nummer 4, 5 oder 6 gilt...das sagt denke ich alles. Das wäre nur in ganz, ganz wenigen Formel1-Epochen/Saisons der Fall gewesen.
Ändert natürlich aber nichts daran, dass da gestern ein paar Herren absolut wie Amateure wirkten, vor allem Webber und Perez (der in letzter Zeit ganz unangenehm auffällt). Da habe ich auch teilweise mit dem Kopf geschüttelt. Aber dann gleich die Fahrer generell zu verurteilen und das ganze Fahrerfeld runterzuziehen ist doch zu viel.