Was den Auspuff als Bewegliches Aerodynamisches Teil angeht denke ich das die FIA es wie folgt meinen könnte. Es muss ja immer noch so etwas wie eine Drosselklappe geben und diese muss, wenn auch Elektronisch, so eingestellt bzw. verstellt sein das es halt möglich ist obwohl der Fahrer kein Gas gibt einen Konstanten Abgasstrom zu Gewährleisten. Im Detail ist es sogar noch um einiges Komplizierter, die Auslassventile müssen offen sein und es findet quasi ein verspätete Zündung statt damit die Gase mit genug Geschwindigkeit in den Diffusor gleitet werden können usw. Hat alles sehr viel mit der Motor Steuerung zu tun, vielleicht kann Danthosch mehr dazu sagen, auf dem Gebiet hat er auf jeden Fall mehr Ahnung als ich.
Auf jeden Fall wertet die FIA die Tatsache das die Drosselklappe offen ist obwohl der Fahrer kein Gas gibt als bewegliches Aerodynamisches Hilfsmittel (Sie wird bewusst bewegt um einen Aerodynamischen Vorteil zu erlangen). Die Flügel hingegen dürfen sich ja in einem ganz bestimmten Maße beim Test bewegen da man solche Teile nicht zu 100% Steif bauen kann bzw. sie wenn man es machen würde einfach abrechen würden. Wir hatten das Thema ja auch schon ausführlichst und für die FIA zählt halt der Test und den besteht Red Bull halt immer wieder. Im Endeffekt fallen die Flügel aber sowieso nicht in den Bereich der "Beweglichen Aerodynamischen Teile" sondern eher in den Bereich der verbotenen Flexiblen Teile was aber etwas anderes ist als beweglich.
Soll nicht heißen das ich das gut heißen möchte, ist nur ein Erklärungsansatz warum zumindest die Begründung der FIA schon Sinn macht auch wenn ich es für absoluten Müll halte so was mitten in der Saison zu machen!
Der Zeitpunkt verwundert mich auch, sonst hast du es doch gut erklärt. Man kann mit Abgasen viel rumspielen, wenn man nur Lust dazu hat (und der Spritverbrauch keine Rolle spielt).
Das zusätzliche Einspritzen beim Auslassen am Ende gibt den Abgasen ne viel höhere Energie, die dann entsprechend aerodynamisch genutzt werden kann. Je heißer die Abgase, desto höherer Volumenstrom (dehnen sich ja mehr aus), aber das Ganze ist natürlich hitzetechnisch bedenklich. Soweit ich das verstanden hab, geben manche Teams durch die Motorsteuerung obwohl der Fahrer nicht auf dem Gas ist, Gasstöße oder halten die Drosselklappe ein Stück weit offen, um einen gewissen konstanten Volumenstrom zu erreichen, der das Verhalten der Aerodynamik stabiler macht.
Bei Straßenautos kann durch Manipulation des Abgasstroms zum Beispiel auch etwas gegen das altbekannte Turboloch, wo der (Abgas-)Turbo erstmal auf Drehzahl gebracht werden muss bevor er mehr Luft in die Brennräume pumpen kann, getan werden. Umwelttechnisch ist das ganze bedenklich, außerhalb von Lambda (Gemischverhältnis) knapp unter 1 (Sprit zu Luft) hilft auch der schönste Drei-Wege-Kat nichts. Deshalb ist die Absatzgesetzgebung auch so ein Witz, die getesteten Betriebszustände sind in einem Leistungsbereich, wo zum Beispiel nicht angefettet wird, so dass man bei 160 auf der Autobahn für gewöhnlich noch ganz andere Sachen in die Umwelt schießt als nur mehr CO2... Aber das is ein Thema für sich, über das Plus an Leistung durch die Anfettung beschwert sich auch keiner. Diesel ist ne andere Sache, aber die funktionieren auch nicht im 3-Wege-Kat-Abgasfenster, weshalb die Emissionen schwieriger zu handlen sind, auch wenn prinzipiell der Diesel sogar ein günstigeres Emissionsverhalten hätte. Der 3-Wege-Kat ist einfach der lucky-punch des Benziners gewesen...
Ich kann nachvollziehen, dass man diese Motorkennfelder verbieten will, entspricht ja nicht dem grüner werdenden Anstrich der F1-Autos. Der Zeitpunkt ist aber komisch, das wirft ja das ganze Feld durcheinander, weil die Autos entsprechend stärker schwankende Abgasströme hätten, was so einiges Vertrauen der Fahrer und Abtrieb kosten würde. Manche Autos sind da vll konzeptionell robuster bzgl. der Schwankung, aber das müsste man sehen. Insbesondere Renault würde auf einen Schlag wohl ein fast unfahrbares Auto bekommen bzw. sehr viel verlieren.
Drosselklappen sind nicht mehr zwangsläufig erforderlich, beim Diesel schon gar nicht. Und auch ein Benzindirekteinspritzer brauch wohl zwangsläufig irgendwann keine mehr. Man kann durch variable Ventilsteuerung da schon viel einstellen, und dabei den Motor in nem besseren Wirkunsgradbereich halten als mit Drosselklappe. Teillast mit Drosselklappe heißt ja nichts anderes als die Luftzufuhr zum Motor zu kastrieren, dabei entstehen enorme Strömungsverluste, so dass diese Regelung den Benzinern einiges an Wirkungsgrad kosten.
Direkteinspritzung hat aber wieder den Nachteil eines inhomogeneren Gemischs(da erst im Brennraum gemischt), dadurch schlechtere Verbrennung (und Abgase).
Aber ich schweif etwas ab.
Schlussendlich begrüß ich das Abschaffen dieser Motorsteuerung, da so der Aerodynamik noch mehr Bedeutung zugeschachtert wird, und dass auch noch direkt auf Kosten von ohnehin eingefrorener Motorleistung und -Fahrbarkeit. Weg damit...
und sorry für gelegentliches Offtopic in meinem Beitrag. Müsst ihn ja nicht lesen.