Captain Smoker schrieb:
Ganz genau: Wieso nicht?
Nein, weil Nintendo bis jetzt mit jedem ihrer Handhelds erfolg hatte, dafür aber bei den letzten beiden Heimkonsolen verkackt hat.
Schwache Antwort. Wieso? Weil du gerade Äpfel mit Birnen vergleichst. Wir sprechen von zwei verschiedenen Firmen. Damals war Nintendo nicht konkurrenzfähig. Heute ist Nintendo konkurrenzfähig. Ab der N64 Generation, wo Nintendo erstmals mit richtig großer Konkurrenz zu kämpfen hatte, merkte ich wie irritiert Nintendo durch die Welt lief und habe mich informiert. Das Problem lag bei der Führungsetage bzw. Führungsperson (schließlich hatte alle Macht damals ein Mann, der keinerlei Ahnung von Videospielen und dem Videospielmarkt hatte). Ich persönlich sagte deshalb relativ schnell, dass Nintendo nur dann eine Chance hat, wenn sich ganz oben große Veränderungen zutragen. 2002 war es der Fall und ich habe mich sofort über die neue Führung informiert. Als ich erfahren habe was uns in Zukunft erwartet habe ich sofort gesagt: Nintendo ist zurück. Das neue Nintendo wird sich wieder hocharbeiten. Vor 4 Jahren wurde ich ausgelacht als ich das schon damals sagte, heute sehen wir was passiert. Das aktuelle Nintendo ist im Grunde das vollkommene Gegenteil von seinem alten Selbst.
Da steht trotzdem Nintendo drauf
Die Leute kaufen Marken (keine Frage), doch die Marke des Handhelden lautete nicht Nintendo, sondern GameBoy. Die Leute haben den Handhelden nie wirklich mit Nintendo assoziiert, sondern mit der Marke GameBoy. Nicht umsonst hießen urplötzlich alle Handhelden (selbst wenn sie nicht von Nintendo waren und in Wirklichkeit ganz anders hießen) für etliche Menschen GameBoy. Mit der Marke Nintendo hat das alles relativ wenig zu tun, weshalb die Leute den Handheld gekauft haben.
Deshalb hatte es Nintendo im Handheldmarkt anfangs auch weit schwerer als Sony. Nintendo musste ein komplett neues Konzept durchsetzen und gleichzeitig mit einem komplett neuen Markennamen anfangen, während Sony ein klassisches Konzept und einen schon sehr bekannten und erfolgreichen Markennamen nutzte.
Da hast du recht. Trotzdem ist es nunmal fakt das Nintendos Handhelds bis heute immer erfolgreich waren, nur konnten sie diesen erfolg nicht auf die Heimkonsolen übertragen.
Es ist auch Fakt gewesen, dass bis zum N64 im Heimkonsolenmarkt Nintendo immer erfolgreich war. Nintendo hatte sogar damals eine bessere Ausgangsposition als heute. Vor über 10 Jahren war Nintendo der einzig wirklich große Videohersteller, sie hatten ein Monopol. Heute ist Nintendo angeschlagen und hat nicht mal halb so viel Macht wie damals. Sony hatte vor über 10 Jahren im Videospielmarkt keinen Namen, PlayStation kannte keiner. Heute kennen etliche Menschen PlayStation und für viele ist Sony ein anerkannter Hersteller von Videospielprodukten. Damals war die Situation für Nintendo weit besser und für Sony weit schlechter. Dennoch hat diesmal Nintendo ohne große Probleme Sony im Schach gehalten. Woran lag es wohl? Ich benutze die gleichen Worte wie schon vor 4 Jahren: Das neue Nintendo, mit der neuen Führung. Damals war diese Firma einfach noch nicht wirklich konkurrenzfähig, heute ist sie es.
Naja, Eye Toy zum Beispiel hat sich "nur" 3.86 Millionen mal verkauft und ob das jetzt ausschlagebend dafür war, dass sich die PS2 über 100 Millionen mal verkauft hat, wage ich mal zu bezweifeln.
EyeToy ist keinesfalls am Erfolg der PS2 beteiligt. EyeToy ist nur in Europa wirklich erfolgreich - wie soll der Titel dann großartig am weltweiten Erfolg von der PS2 beitragen? Und so erfolgreich ist EyeToy nun auch nicht, mit einem Nintendogs z.B. kann es auf keine Fälle mithalten.
Möchte man auf einem Handhelden unkomplizierte Spiele "mal eben kurz" im Bus o.Ä. spielen (Reinlegen-Spielen), möchte man auf den Heimkonsolen gehaltvolle, storylastige Spiele haben. Spiele, in die man eintauchen kann.
Kann ein Spiel nicht unkompliziert und gleichzeitig gehaltvoll ud storylastig sein? Das neue Interface soll nur dafür sorgen, dass neue Spieler einfacher in Spiele gelangen. Das heißt aber auf keinen Fall (!), dass Spiele leichter, kürzer, unrealistischer oder "unatmosphärischer" werden müssen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Deine Umbenennung ändert auch nichts an der Tatsache, dass der Wii kaum mehr als 3 "Non-Games"/"Freakgames" hat
Elektroplankton, Nintendogs, Gehirn-Jogging, Brain Age, English Trainer, usw. - das sind auf alle Fälle schon mehr als 3 "Freakgames". Es muss auf einer zukünftigen Konsole grob (!) betrachtet drei Klassen von Spielen geben:
1. "Nicht-Spiele" (Gehirn-Jogging, Elektroplankton, English Trainer, usw.)
2. Einsteigerfreundliche Spiele (Another Code, Super Mario Bros, Animal Crossing, usw.)
3. Spiele für den Hardcore Gamer (Zelda, Metroid, Smash Bros, usw.)
Der DS bietet in den drei Klassen genug Spiele, was bei der PSP anders ist. Der Wii wird sicherlich auch genug in allen drei Bereichen bieten, gebt ihm nur Zeit. Nur diesmal wird sich sicherlich die Konkurrenz besser an Nintendo ranhalten als im Handheldmarkt.
... der Handheldmarkt ist komplett anders als der Konsolenmarkt.
Was ist an den zwei Märkten bitte so verschieden? Ich höre immer wieder, man kann die beiden Märkte nicht vergleichen. Aber mal ehrlich: Wieso sagt ihr das? Habt ihr euch schon Gedanken gemacht? Die meisten von euch sagen das doch einfach nur, weil die Märkte auf einen sehr verschieden wirken. Sie sind durchaus auch sehr verschieden, aber wir sprechen dennoch von dem einen, großen Videospielmarkt und es gibt genug Elemente die ziehen eben im kompletten Markt (z.B. ist Super Mario in beiden Märkten extrem erfolgreich). Wenn eine Firma außerdem die Gemeinsamkeiten beider Märkte kennt, dann Nintendo. Sie sind schließlich die einzige Firma, die in beiden Märkten schon Marktführer waren und es so macher Firma schwer gemacht haben. Das kann weder Sony noch Microsoft von sich behaupten.
Man sollte nicht einfach "ja" oder "nein" sagen, man sollte sich beide Märkte und die Konkurrenten genau ansehen. Eines ist klar, Nintendo wird es nicht noch mal so leicht wie im Handheldmarkt haben. Wieso? Da gibt es etliche Gründe, ich nenne nur ein paar. Die Konkurrenz kennt nun Nintendo Erfolgskonzept und sieht dem ganzen natürlich nicht einfach zu, sondern wird reagieren. Des weiteren ist die Konkurrenz im Heimkonsolenmarkt weit mächtiger als im Handheldmarkt. Sony kannte sich im Handheldmarkt noch nicht aus und wusste nicht genau worauf es ankommt. Sicherlich haben sie etliche Analysen gemacht, aber das alles kann nicht mit der Erfahrung von Nintendo mithalten. Im Heimksonlenmarkt haben beide Konkurrenten von der Firma aus Kyoto genug Erfahrung, beide haben schon mind. eine Generation erlebt. Während Nintendo im Handheldmarkt vor der PSP gelauncht hat, wird Nintendo im Heimkonsolenmarkt sich in Nordamerika und Japan ganz hinten (weit nach Microsofts 360 und auch nach Sonys PS3) anstellen müssen. Im Heimkonsolenmarkt ist der Faktor Grafikleistung doch um einiges wichtiger als im Handheldmarkt, weshalb es fraglich ist, ob Nintendo mit der grafischen Differenz es schaffen wird oder nicht. Nintendo möchte auf zwei Karten (DS und Wii) setzen, Microsoft setzt mit voller Kraft auf ein Videospielsystem (360) und wohl auch Sony wird sich in naher Zukunft hauptsächlich auf ein System (PS3) konzentrieren. Es zeigt sich eindeutig, dass Nintendo im Heimkonsolenmarkt die volle Kraft der Konkurrenz zu spüren bekommt, aber selbst wohl nicht mit voller Kraft zurückschlagen kann. Ansonsten müsste man den DS vernachlässigen und das könnte (!) Nintendos Untergang wirklich beginnen lassen. Ist die New Generation über Dauer wohl doch nicht so erfolgreich? Bröckelt Nintendo im Handheldmarkt wohl jetzt auch? Schlägt Sony nun evtl. mit der PSP zurück und übernimmt nun den kompletten Videospielmarkt? Wenn die PSP daraus noch profitiert, dann könnte Nintendo sich evtl. damit sogar komplett KO schlagen - und das obwohl man gerade dabei war wieder eine einmalige Position im Videospielmarkt zu erlangen. Sozusagen anstatt von 0 auf 100, diesmal von 100 auf 0. Nintendo kann sich das nicht leisten und muss letztendlich immer noch sehr stark auf den DS setzen. Es gibt noch genug weitere Gründe, aber Nintendo wird es schwerer haben wie im Handheldmarkt. Das ist keine Frage.
Aber, Nintendo kann den Erfolg des DS auf den Heimkonsolenmarkt übertragen. Sicher, vieles was damals beim DS keine Herausforderung war, wird nun zu einem großen Problem für Iwata und Co. - aber auch einiges hat sich zum besseren gewendet. Während damals fast der komplette Videospielmarkt am Konzept des DS gezweifelt hatte und nicht wusste ob man damit wirklich erfolgreich sein kann, hat die Firma wirklich Ärsche getreten und gezeigt: Man kann damit nicht nur erfolgreich sein, sondern zum verdammten Ärsche-treten-erfolgreich. Jeder hat aufgeschaut als der DS sich in den letzten Monaten besser als die PSP sich verkauft hat und das durch den weltweiten (!) Erfolg von Titeln wie Nintendogs und Gehirn-Jogging. Anfangs waren etliche skeptisch: Entwickler, Presse, Händler, Spieler. Heute sieht es ganz anders aus. Der Wii profitiert daraus. Es wird nicht erst gefragt: Kann ein derartiges Produkt mit Spielen wie Wii Sports und Wii Play erfolgreich sein? Die Frage ist vollkommen veraltet. Es muss zwar nicht erfolgreich sein, aber es kann erfolgreich sein. Das hat uns der DS bewiesen - es ist nun ein Fakt. Man kann über die New Generation einmalige Erfolge einfahren, wie sie in der Next Generation nicht möglich sind. In welch kurzer Zeit Gehirn-Jogging entwickelt wurde (3 Monate) und wie wenig Geld dieses Projekt verschluckte war schon erstaunlich. Aber wie erfolgreich dieser Titel - für den Nintendo nicht sehr viel opfern und somit auch kein sehr großes Risiko eingehen musste - war mehr als unglaublich, es war schon fast ein kleines Wunder. Während bei der Next Generation die Entwicklungszyklen immer länger werden, die Kosten und das Risiko ins unermessliche ansteigen und der große Erfolg dennoch meistens ausbleibt. Zeigt Nintendo wie es genau anders herum laufen kann: Du opferst fast nichts, bekommst aber extrem viel zurück. Ein wahrer Traum für jeden Entwickler und Publisher. Bisher wuchsen die Probleme mit jeder Generation für die Entwickler an und die finanziellen Erfolge minimierten sich - ein extrem großes Problem des modernen Videospielmarktes. Nintendo konnte mit der New Generation dieses Problem in einer einmaligen Art und Weise in den Griff bekommen. Gelöst sind sie noch nicht, aber man hat sie bei Nintendo wahrlich in einer einmaligen Art und Weise in den Griff bekommen. Woran das lag? Wieder: Die neue Führung, das neue Nintendo. Diesmal sitzt nicht ein Mann ganz oben der keine Videospiele spielt und nur wenig über diesen Markt weiß, sondern ein Mann der schon große und erfolgreiche Spiele entwicklet und eine Firma vor dem Ende bewahrt hat (HAL). Satoru Iwata kannte die Probleme der Entwickler und die ist er gekonnt angegangen. Nun ist die Skepsis über die New Generation verschwunden und Nintendo hat gezeigt welch einmaliges möglich ist, das heißt für etliche Entwickler und Publisher: Auf in den Kampf, diesmal mit Nintendo. Während der DS anfangs wenig großartige 3rd Party Titel aufweisen konnte, sieht das beim Wii ganz anders aus. Der DS wurde eben anfangs noch nicht so recht akzeptiert, dank der Skepsis. Der Wii soll für UbiSoft den Erfolgsweg ebnen und EA hat auch schon angekündigt sich mehr in die Richtung von DS / Wii zu bewegen: Die Leute wollen Spielspaß. Wenn SquareEnix sich in den kommenden Monaten auch mehr auf den Wii zubewegt (ähnlich wie sie es beim DS taten), dann muss am Erfolg des Wii wohl nicht mehr gezweifelt werden. Letztendlich hat der Wii eben doch auch seine Vorteile gegenüber dem DS.
Letztendlich hat das aber nichts damit zu tun, weshalb ich glaube, dass der Erfolg des DS auf den Heimkonsolenmarkt übertragbar ist. Die Gründe liegen wo anders, dazu sollte man sich aber fragen, wieso der DS so erfolgreich ist. Natürlich alles sehr grob betrachtet. Wieso ist der DS so erfolgreich? Ganz einfach: Wegen den Käufern (Spielern). Hier hat sich anscheinend (!) eine extreme Entwicklung vollzogen. Anscheinend sind nur 60 % der DS Spieler klassische Konsolenspieler. Circa 40 % der DS Spieler sind keine Konsolenspieler gewesen. Das ist ein wahnsinns Erfolg und zeigt wohl auch sehr gut den Unterschied zwischen PSP und DS auf. Ich denke nicht, dass die PSP auch nur annähernd mit diesen 40 % mithalten kann. Die neuen Spieler sind hauptsächlich reine PC Spieler, Frauen, ältere Menschen oder eben "Ex-Spieler" (die mit dem Videospielen vor einigen Jahren aufgehört haben, weil es sie nicht mehr gereizt hat). Genau hier findet man den Erfolg des DS und soll auch der Erfolg des Wii zu finden sein. Man überzeugt nicht nur die aktuellen Spieler, sondern eben auch PC Spieler, Frauen, ältere Menschen und "Ex-Spieler". Und jetzt zurück zur eigentlichen Frage: Kann der Erfolg des DS auf den Heimkonsolenmarkt übertragen werden? Meine Gegenfrage: Wieso nicht? PC Spieler, Frauen, ältere Menschen und "Ex-Spieler" können auch mit Heimskonsolen spielen und springen auf derartige Produkte durchaus genauso an. Wieso also nicht? Der Erfolg des DS sind seine neuen Kunden bzw. der Kundengewinn und das kann man ohne Frage auch auf den Heimkonsolenmarkt übertragen.
Der DS hat durch das New Generation (und Blue Ocean) Konzept Grenzen durchbrochen (für Entwickler, aber auch im Bereich des Kundengewinn). Der Wii basiert auf dem gleichen Konzept und die Erfolgselemente lassen sich auch im Heimkonsolenmarkt finden. Der Wii kann also durchaus zum DS des Heimkonsolenmarkt werden. Er kann es, aber ob er es wird ist eine ganz andere Frage. Die Möglichkeit hat mit dem letztendlichen Werdegang rein gar nichts zu tun. Ob der Wii nun ein Erfolg wird hängt zum Großteil an Nintendo, aber man darf nie - wirklich nie - die Konkurrenz vergessen und unterschätzen. Im Gegensatz zum Handheldmarkt, wie schon gesagt, wird Nintendo diesmal die volle Kraft von ihnen zu spüren bekommen. Deshalb glaube ich zwar, dass Nintendo eine sehr gute Position im Heimkonsolenmarkt einnehmen wird. Aber mit einer Marktführerschaft (auch in diesem Markt) rechne ich noch nicht.
PS: Es tut mir wirklich leid, dass der Post so lange geworden ist. Aber dieses Thema kann man nicht wirklich mit nur einem kurzen Absatz beantworten.