Hmm, jo. Leveldesigntechnisch dürfte Bioshock mehr in die "open-world"-Kerbe einschlagen als Deus Ex. Da wurde man ja ziemlich häufig von einer Location zur anderen verfrachtet (nichtsdestotrotz waren viele Areale für sich betrachtet ziemlich weitläufig gestaltet mit mehreren Lösungsmöglichkeiten, das ging schon gleich auf Liberty Island los :o). Bioshock punktet dagegen mit einer vollkommen kohärenten Spielwelt, wo man selbst gegen Ende des Spiels bis ganz zum Anfang zurücklaufen können soll. Dafür soll es aber nur einen festen Storystrang geben, den man lediglich durch Side-Quests unterbrechen, jedoch nicht manipulieren kann. Auch scheinen beide dem Spieler ziemlich viele Möglichkeiten zu geben eine Situation zu bewältigen, verfolgen dabei aber unterschiedliche Mechanismen. Bei DX ergeben sich die Variationen mehr durch die Dialoge (z.B. im 'ton Hotel, wo es zur Auseinandersetzung zwischen dem Drogenjunkie und dem Vater der einen Tussi kommt und man entscheiden muss, ob man ihm eine Waffe gibt oder nicht und davon abhängt, ob die Tussi am Ende bei Papi bleibt oder verduftet^^). Bei Bioshock zieht der Spieler die Möglichkeiten eher direkt aus dem Gameplay dank der Plasmid-Fähigkeiten, mit denen er Wasser unter Strom setzt oder brennende Teddys auf seine Gegner schleudert.

Sowas gab's zwar in Deus Ex ansatzweise auch mit den unterschiedlichen Tarn- und Abwehr-Fähigkeiten, jedoch nicht so weitreichend wie in Bioshock. Hier zeigt sich ganz besonders der Technik-Fortschritt, nicht nur die grandiose Grafik trägt jede Menge zur Atmosphäre bei, sondern auch die Physik und allen voran diese ausgeklügelte KI heben das Geschehen auf das nächste Level.

Auch wenn sich die Spiele imo im Detail in manchen grundlegenden Punkten arg unterscheiden - dass
beide grandiose God-Games mit Kultstatus sind (bzw. im Falle von Bioshock noch werden), steht schon jetzt außer Frage.