Zitat von Naoki Hamaguchi
Dies tritt häufig auch bei Portierungen anderer Unternehmen auf und es gibt einen klaren technischen Grund dafür. Ich werde versuchen, dies so einfach wie möglich zu erklären.
In FFVII Remake verwenden wir eine Technik namens TAA (Temporal Anti-Aliasing bzw. Temporale Kantenglättung), um zu verhindern, dass die Konturen der Charaktere gezackt erscheinen. TAA bezieht sich nicht nur auf das aktuell gerenderte Bild, sondern auch auf Informationen aus früheren Bildern, die miteinander kombiniert werden, um ein glatteres Bild mit nahezu hoher Auflösung zu erzeugen.
Haare bestehen aus extrem feinen Elementen. Wenn man sie also unverändert rendert, können einzelne Strähnen auf Pixelebene flackern. Um dies zu beheben, haben wir einen speziellen Prozess implementiert, bei dem jede Haarsträhne von Bild zu Bild auf Pixelebene ein- oder ausgeschaltet wird. In Kombination mit TAA ermöglicht dies eine flüssige Verbindung der feinen Haarlinien über mehrere Frames hinweg.
Die Nintendo Switch 2 verfügt jedoch über einen Handheld-Modus, der einige zusätzliche Einschränkungen mit sich bringt. Um die Verarbeitungslast zu reduzieren, muss das Spiel in bestimmten Situationen seine interne Auflösung verringern. Wenn die Auflösung sinkt, wird TAA weniger stabil und die rauen, gezackten Kanten im Haar werden deutlicher sichtbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Handheld-Modus immer mit niedriger Auflösung läuft. In FFVII Remake verwenden wir DRS (Dynamic Resolution Scaling), das die interne Auflösung je nach Auslastung der einzelnen Szenen automatisch zwischen HD und Full HD anpasst. Zusammenfassend lässt sich sagen:
Szene mit hoher Belastung → interne Auflösung sinkt → Haare sehen eher gezackt aus
Leichtere Szene → interne Auflösung steigt → Haare erscheinen glatt
Auf Nintendo Switch 2 besteht der grundlegende Mechanismus darin, die interne Auflösung zu senken, um eine stabile Bildrate aufrechtzuerhalten und dies dann mit DLSS zu kompensieren. Kurz gesagt verwendet DLSS KI, um vorherzusagen, wie das Bild „aussehen sollte”, und rekonstruiert es dann mit nahezu hoher Auflösung.
DLSS ist bei der Rekonstruktion im Allgemeinen intelligenter als TAA, sodass das Gesamtbild auch bei einer geringeren internen Auflösung immer noch recht sauber aussehen kann. Wie ich bereits erwähnt habe, schaltet unser Haar-Rendering jedoch einzelne Pixel in jedem Frame ein und aus, was nicht gut mit DLSS zusammenpasst und manchmal zu gezackten Kanten führen kann. Obwohl es einige inhärente Einschränkungen bei Handheld-Hardware gibt, werden wir die Optimierung fortsetzen, um die Situation so weit wie möglich zu verbessern.