Dafür möchte aber doch ein paar mehr Beispiele sehen als "man". Ich glaube nicht, dass sich ein paar Männer vor einigen Jahrhunderten zuhause hingesetzt und dann darüber diskutiert haben, wie man weibliche Worte aus der deutschen Sprache verbannt und wie man das tugendhafte Männliche unterstreicht.^^ Eine Sprache entwickelt sich über viele, viele Generationen und zu der Entwicklung haben selbstverständlich ebenso Frauen beigetragen.
Glaubst du eigentlich es schmerzt Frauen innerlich, wenn sie irgendwelche Satzkonstruktionen mit "man" beginnen müssen?
weder noch. ich glaube, dass das männliche einfach als der normale standard angesehen wurde, ohne jegliche debatte, weil es eben normal ist. das war schon zu zeiten so als die frau noch dafür verantwortlich gemacht wurde, dass die menschheit aus dem paradies vertrieben wurde, bzw. gesagt wurde, die frau ist "unrein" wenn sie ihre regelblutung hat und würde krankheiten übertragen. ^^
das ist keine verschwörung - das war einfach dominante realität und normalität. anders zu denken war quasi nicht vorstellbar - göttliche ordnung. insofern nö.
und zur zweiten frage....."schmerzen" ist so ein großes wort. was man gewöhnt ist, daran ist man gewöhnt. stören sich auch genug dunkelhäutige menschen nicht an mohrenköpfen und begriffen wie "neger". außerdem reden viele frauen bewusst nicht darüber, weil sie nicht als.....panik panik....FEMINISTINNEN (das sind alles leute wie alice schwarzer, die ihre bhs mal in den 60er über nem lagerfeuer verbrannt haben) gelten wollen. gibt aber auch wirklich genug frauen, die sich inzwischen daran stören, was aber natürlich auch daran liegt, dass viele erst heute mal offen darüber nachdenken, was sprache bedeutet, was sprache aussagt und was sie kann. es ist einfach eine form von unterschlagung - nicht mehr und nicht weniger.
ob man diese unterschlagung jetzt für schlimm oder beachtenswert hält ist eine andere frage...ich bin wie gesagt zu faul aber vorhanden ist sie, das lässt sich halt schwer leugnen und ist halt historisch gewachsen. ^^
Meinst du die Debatte wird chauvinistisch geführt und richtet sich gegen die Emanzipation oder rührt die Aufregung eher daher, dass eine kleine Elite auf eigene Faust unsere Sprache verändern und gewisse Worte und Redewendungen geradezu verbieten will?
das ist ne trickfrage, weil das wort emanzipation früher auch ne beleidigung war - stichwort "emanzen"! der himmel wird uns auf den kopf fallen und so - bis sich die rechtliche gleichstellung eben erfolgreich durchgesetzt hat, gesellschaftlich sowieso. haben manche scheinbar bis heute aber nicht verziehen, weshalb heute - wie gesagt - nur alice schwarzer das prädikat feministin führen darf als spinnerin, während die realität vor paar jahrzehnten quasi völlig ausgeblendet wird, wo eine frau erst die erlaubnis ihres ehemanns brauchte, um einen beruf anfangen zu dürfen.
insofern JEIN - die debatte WIRD chauvinistisch und antifeministisch geführt UND eine elite will auf sprachliche irrwege, die aus einer irrealen objektiven weltsicht diskriminieren - aufmerksam machen. beides gleichzeitig.
im übrigen gabs dieses weltuntergangsgerede über vergewaltigung der sprache auch bei der rechtschreibreform, was da rumgejammert wurde - ende der deutschen sprache schlechhin, im vgl. damit ist das hier quasi nichts und die änderungen auch nur minimal. verboten wird auch 0, es wird nur versucht ein gespür dafür zu schaffen, dass worte macht besitzen und sprache nie tot ist, immer lebendig, immer im wandel. das ist kein sakrileg, das ist maximal besserwisserei und partielle erbsenzählerei, die aber ideologisch trotzdem ein theoretisch argumentierbares ziel verfolgt. kann man mögen, kann man ablehnen aber differenziert sollte man sich damit beschäftigen.