Vor drei Jahren habe ich es schon ähnlich geschrieben: Bethesda muss sich wieder deutlich steigern, wenn es an die Morrowind-, Skyrim- und Fallout-3-Zeiten anknüpfen will. Der letzte echte Bethesda-Hit liegt fast 20 Jahre zurück – das sind drei Konsolengenerationen und im Gaming-Geschäft eine Ewigkeit. Schon Fallout 4 schwächelte bei Story und Entscheidungen, und das Dialogsystem war deutlich simpler als in Fallout 3. Für viele Fallout-3-Fans war Fallout 4 okay, mehr aber nicht; auch die Bewertungen lagen teils um bis zu 10 Prozentpunkte unter denen von Fallout 3, Skyrim und Oblivion. Fallout 4 war ein solider 80er-Titel, nicht mehr. Dazu kamen rund zehn kostenpflichtige Skyrim-Remaster und das Marketing- und Gameplay-Desaster Fallout 76. In der PS360-Generation gab es dagegen noch zwei Singleplayer-Elder-Scrolls-Spiele und Fallout 3 – alle zusammen 94+-Titel. Und auch Starfield hat den Trend nicht eindeutig umgedreht: es war in Summe praktisch ein Flop, der nicht an alte Bethesda-Größe anknüpfen konnte. Ich glaube zudem, dass die heutige Gamer-Generation mit Elder Scrolls oft nichts mehr anfangen kann. Anders als bei GTA funktioniert ein so langer Abstand zwischen Hauptteilen sehr selten – es sei denn, man ist Nintendo oder GTA.