Sawbones194
L12: Crazy
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- 22 Aug 2022
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Ich ignoriere erstmal den kaputten Boden in der Hauptstadt und breche mal eine Lanze für Starfield: das Game ist halt wirklich richtig gut. Ich hatte mit deutlich schlechterem gerechnet aber bin nach über 50 Stunden begeistert vom Spiel und auch vom Setting.
Klar, kommen hier viele Vergleiche zu z.b No man's Sky aber so legitim sie auch sind, spiele ich Starfield aus anderen Gründen, als ein No Man's Sky. Ich erkunde nicht das gewaltige Universum, schon jetzt nach über 50 Stunden bemerke ich viele copy-and-paste Orte auf Planeten, sondern Spiele für das Szenario. Ich bin Soldat bei der Vanguard oder ich bin Freestar-Ranger und lasse mich von den Storylines durch das Universum führen, was für mich am besten funktioniert. Deswegen bin ich bei meinen ersten durchgängen in Skyrim auch den Gefährten beigetreten, oder der Diebesgilde. Und wann immer ich dann Lust habe, kann ich vom vorgeschriebenen Pfad abweichen und erkunden. Das stumpfe Abarbeiten von Planeten funktioniert für mich persönlich nicht in Starfield, freue mich aber für jeden bei dem es funktioniert.
Ich habe noch nicht alles in dem Universum durchschaut, z.b weiß ich nicht ob ich dem Haus Varu'un beitreten kann. Das wäre mal interessant zu erleben. In der charaktererstellung hätte ich das glaube ich wählen können, aber bei einem ersten durchgang tue ich das nicht, weil ich ja nicht weiß was die verschiedenen Religionen bedeuten. Ich kenne aktuell nur zwei Fraktionen neben der Hauptstory und würde gerne mehr machen, überlege aber wegen dem kaputten Boden mich schnell durch die Hauptstory zu schlagen, um dann ins New Game+ zu gehen, wo das Problem beseitigt sein müsste.
Ich sehe in Starfield auch die Verbesserungen von Bethesda und ihrer Engine. Charaktermodelle sehen deutlich besser aus, sofern es wichtige Charaktere sind. Ladezeiten sind extrem kurz und man weiß, dass die Creation-Engine schon während der Patchphase von Starfield Anzeichen gezeigt hat, für Ladezeitlose Level-Transitions. Da rechne ich in Elder Scrolls 6 mittlerweile fest mit.
Man merkt, dass sich der Entwickler technisch weiterentwickelt, aber dennoch weit weg von perfekt ist. Ich hatte und habe immer noch sehr viele technische Probleme mit flackernden Texturen, anderen Grafikfehlern und Performance Probleme, wobei ich letztere per mod beheben konnte aber darauf sollte ich nicht angewiesen sein. (Tipp für alle die eine unstabile Framerate haben: Die Crowd-Density, also wie viele NPCs in Städten herumlaufen, kann in den Einstellungen heruntergeschraubt werden was vor allem die CPU entlastet)
Einer der früheren oder noch aktiven Entwickler von Starfield sagte, dass das Spiel als "the second coming of Jesus" gefeiert worden wäre, wenn es nicht von Bethesda stammen würde und nicht ein Xbox exklusiv Titel geworden wäre (und auf der Playstation nicht kaputt wie scheiße veröffentlicht worden wäre). Und ich würde dem definitiv zustimmen. Das Spiel macht halt sehr sehr vieles richtig. Die Anzahl der Möglichkeiten, Konflikte per Dialoge zu beenden hat mich zum Beispiel extrem überrascht.
Wir sehen ja an anderen Titeln die sich an der Bethesda-Formel versuchen, wie schnell so etwas in die Hose gehen kann (Obsidian Games z.b) und da ist es halt sehr erfrischend wieder ein waschechtes Bethesda Spiel spielen zu können. Ich fühle mich in der Spielwelt investiert genug, dass ich mich auch mit den einzelnen Fraktionen auseinandersetze und das ist einer der großen Hauptmotivationen der Bethesda Spiele. Eine inhaltsvolle Welt, die komplett Kontextlos ist, zu erkunden, macht halt keinen Spaß. Es ist aber extrem schwierig eine offene Welt mit Inhalten und Kontext in Form von Hintergrundgeschichte/Lore zu füllen. Weswegen so viele andere Entwickler ihre Projekte herunter skalieren.
So oder ist Starfield für mich eine sehr schöne Überraschung und mein erstes PC-Spiel seit meinem Wechsel, dass ich suchte.