Die Computer- und Videospielbranche sieht sich von den Jugendschützern ungerecht behandelt. Während die Filmindustrie in Werken wie Bonnie und Clyde, Clockwork Orange oder Natural Born Killers extreme Gewaltszenen zeigen dürfe, ohne auf dem Index zu landen, müssten Spiele ihre Inhalte bis zur Unkenntlichkeit verändern, um für Jugendliche frei gegeben zu werden. Julian Eggebrecht, Chef des Spielentwicklers Factor 5 zeigte auf der Eröffnungsveranstaltung zur Games Developer Conference in Leipzig Beispiele aus dem Spiel Lair, das in den USA mehrfach angepasst werden musste, um das vertraglich festgelegte "Teen Rating" der ESRB in den USA zu erhalten.
In Lair steuert der Spieler einen Drachen, der Feuer speit und Soldaten auffrisst. Laut Eggebrecht mussten sämtliche umherfliegenden Körperteile aus dem Spiel entfernt oder bis zur Unkenntlichkeit abgedunkelt werden. Statt der Köpfe werden im fertigen Spiel nun Helme abgeschlagen. Kein Problem hatte die ESRB hingegen mit Feuerexplosionen, bei denen tausende Soldaten verbrennen. Eggebrecht nannte die Vorgaben der ESRB absurd.