und wie ist das mit 100hz ?
komischerweise gibts bei pc flachbildschirmen keine 100hz, aber bei fernsehern soll das auf einmal nen vorteil bringen ? :confused2:
LCDs haben folgendes Problem: Sie gehören zu den HoldType-Displays. Das heißt die zeigen ein Bild solange an bis der Bildwechsel zum nächsten Bild erfolgt. Bei einem CRT ist das ganze anders, dort sieht man jedes Bild einige Millisekunden. Der Bildschirm bleibt danach schwarz bis das nächste Bild angezeigt wird. Weil dieses vorgehen übelst flimmern würde, wiederholt man einfach jedes Bild mehrmals um einen HoldType-Effekt zu simulieren. Deswegen gab bzw gibt es auch 100Hz Röhrenfernseher.
Bei bewegten Bildern haben LCD zwei große Probleme: Die Trägheit der Flüssigkristallschicht und eben dieses HoldType-Prinzip. Das erste Problem kann man mit immer besseren Flüssigkristallen (=geringere Viskosität) beheben. Bei wenigen Millisekunden ist die verbliebene Trägheit unproblematisch. Der HoldType-Effekt ist wesentlich schwerer zu beheben, weil er aufgrund des Funktionsprinzipes unseres Auges immer zu einer Unschärfe (Motion Blur) bei bewegten Objekten führt.
Den genauen physikalischen Hintergrund kann ich jetzt nicht beleuchten, aber wer schon mal mit einer Digitalkamera ein Bild geschossen hat kennt den Effekt ohnehin schon. Wählt man eine zu lange Belichtungszeit und verwackelt während der Aufnahme, kommt nur Matsch heraus. Genaus hier kommen auch wieder LCDs ins Spiel. Wenn sich ein Objekt im Bild bewegt und man eine "Belichtungszeit" von 1/50 Sekunde hat (=50Hz) verschmieren alle bewegten Objekte im Bild. Das menschliche Auge folgt unbewusst allen bewegten Objekten. Je mehr verschiedene Änderungen im Bild pro Betrachtungszeitraum auftreten desto schlimmer wird auch die Bewegungsunschärfe.
Bewegungsunschärfe bekommt man nur weg, wenn man den Zeitraum des Betrachtens zwischen jeder Änderung des Bildes verkürzt. Deswegen gibt es bei einem CRT auch kein Motion blur, da man jedes Bild nur für Millisekunden sieht, bzw zwischen jedem Bild immer auch eine komplette Schwarzphase sieht. Beim LCD gibt es im großen und ganzen 2 verschiedene Möglichkeiten eine ähniche CRT-ähnliche Anzeige zu simulieren.
1) Man schaltet die Hintergrundbeleuchtung einfach periodisch an und aus. Sharp und Phillips haben das schon in ihre Geräte integriert. Sharp verwendet normale CCFL-Röhren um bei 50Hz an und auszuschalten. Das verbessert die Bewegungsunschärfe schon mal deutlich, hat jedoch auch Nachteile. Zum einen flimmern 50Hz ziemlich, zum anderen sinkt die Helligkeit und der Kontrast bei dieser Technologie. Phillips verwendet wesentlich teurere Spezial-CCFL Röhren die auch 100Hz mitmachen. Das Ergebnis ist noch besser, war Philips aber allem Anschein nach zu teuer; die Technologie wurde eingestampft.
2) Die zweite Möglichkeit ist es die Elektronik einfach durch vektorielle Bewegungserkennung zwischen jedem Bild nochmal Zwischenbilder einfügen zu lassen. Das heißt man nimmt zwei Bilder uns berechnet quasi ein Zwischenbild, welches die Betrachtungsdauer und somit die Bewegungsunschärfe effektiv halbiert. Sony, Toshiba und Samsung verfolgen dieses Prinzip, alle schon in Geräten realisiert. Allerdings reicht die Rechenleistung für HD-Material noch nicht aus und aktuelle ist man hier noch auf 100/120Hz beschränkt. Bis 2009/2010 wollen Sharp und Sony allerdings schon bei 240Hz sein, was einen riesigen Unterschied zu jetzigen Displays darstellt.
Es gibt von Benq schon einen PC-TFT der Black Data Insertion verwendet, Samsung will zur IFA einen TFT mit 24" und Flashing Backlights bringen. Diese Technik kommt mittelfrisitg also jeder LCD-basierten Technologie zugute.
Edit: Wenn das zu konfus war (es ist ohne Bilder sicher schwer zu erklären) kann man gerne nochmals nachfragen.