Gut. Dann schreibe ich es halt hin. Ihr werdet es wahrscheinlich mit einem Spruch wegwischen, so wie schon oft vorher. Was solls.
Andere Kulturen denken gar nicht in dieser Form. Dort gibt es die Bezeichnung "Gott" nicht. Das ist eine Christliche Bezeichnung. Die Wesenheiten die wir als "Ihre Götter" Bezeichnen sind gar keine Götter in UNSEREM Sinne.
Ein kleines Beispiel:
http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/203/
--
"Der Same träumt den Baum", lautet ein wichtiger Leitsatz der Aborigines. Wie sich aus einem Samen ein Stamm, die Äste und das Laubwerk entwickeln, so geht ein Mensch aus der Natur hervor. Das Leben des Aborigines ist von Geburt bis zum Tod eine einzige Initiation. Diese erfolgt stufenweise, wobei es immer das Ziel ist, den inneren Horizont zu erweitern. Je weiter das Innere des Menschen expandiert, je mehr seine Schau der Dinge zunimmt, desto intensiver erfährt er die Traumzeit.
Diese Traumzeit nennen die Aborigines auch die Welt der Schöpferischen Ahnen. Es ist die Realität der unsichtbaren Kräfte der Natur, die mit dem Sichtbaren verwoben sind. Diese unsichtbaren Kräfte der Natur sind es, die sich im Rhythmus von Leben, Wachsen und Vergehen manifestieren. Während beispielsweise der buddhistische Mönch versucht, der Welt des Leidens durch Abgeschiedenheit und Meditation zu entkommen, steht der Aborigine fest im Leben und akzeptiert Schmerz und Leiden, Ekstase und Sexualität als den einzig begehbaren Weg in die Welt der Traumzeit. Insofern weist das Weltbild der Aborigines Parallelen zum Tantrismus und Hinduismus auf.
--
(Gott soll vom Wort Goth stammen, dieses ist ein altdeutsches Wort und soll "jenes das man schaut" bezeichnen. Ich verweise auf den letzten Satz im ersten Abschnitt meines Zitats.)
Was sind Götter: (Soweit ich das kapiert habe..)
Die Göttin der Liebe/Sexualität ist keine Göttin. Sie ist das Gefühl welches entsteht wenn sich Menschen lieben. Sie äußert sich durch unsere Gefühle. Durch die "magische Anziehungskraft" die zwischen den Menschen entsteht. Durch den erigierten Schwanz, durch die feuchten Lippen, durch die Begierde. Es gibt auch das Bild des Gehörnten, der durch die Wälder streift und sehr potent/kraftvoll/lebendig ist.
Dies ist der Wald mit all seiner Wucherkraft (wer weiß schon wie der Wald wuchert? Wer kennt den Wald den noch?) und dadurch auch seine Lebenskraft. [Es ist BEZEICHNEND, daß die Christlichen Missionare sehr gerne heilige Bäume fällten...]
Die Gottheit der Liebe/Sexualität ist ungefähr das "Prinzip" der Liebe. Nicht nur im reinen Intelektuellem Sinne, sondern im tatsächlich Körperlichen Sinne. Eine emotionale Metapher, ein "makro". Ein Bild das mehr sagt als tausend Worte... Die Erzählungen von Göttern und Geistern hat man nicht mit dem Bewusstsein wahrzunehmen, sondern mit der Gefühlswelt. [Das geht NICHT wenn die Gefühlswelt durch Drohungen von der Hölle traumatisiert sind.]
Die Göttin des Krieges ist auch keine Göttin. Sie hat nicht den Krieg erschaffen sondern sie IST der Krieg. Die Gewalt, die Wut, das Gefühl der Zerstörung. Sie ist die herumwütende Gewalt, die Schreie, die Perversität, die Gruppendynamsiche Auswirkung... (Überall kann auch "der Gott" eingetragen werden) Krieg gewinnt nach kurzer Zeit eine grausame Eigendynamik. In diesem Moment passt die Bezeichnung, daß "Der Krieg" wütet. Oder halt die "Göttin" Morgana.
Auch hier. Es ist keine Göttin, keine Figur die da herumsitzt und den Krieg hervorruft, sondern das "Konzept" das "Prinzip" des Krieges. Das "Gefühl" des Krieges welches man hat wenn man den Krieg kennt.
(Es geht noch Weiter, und zwar mit den Nachtmahren. Den Ängsten. Diese "wegzusperren" oder zu "bannen" "den teufel austreiben" ist ungefähr das gleiche wie man Schmerztabletten nimmt wenn man Schmerzen aufgrund einer Krankheit hat.. Anstatt die Krankheit zu heilen.)
Man kann sich mit seinem Bewusstsein an dieses "Prinzip" annähern. Das ist das was die Berserker gemacht haben. Sie führten sich in eine Raserei in einen Kampfwut durch "anrufung der Gottheit", welches eine Sinnliche Verbindung zu den Gefühlen des Kampfes war. (Was eine sehr schlechte Beschreibung der ganzen Sache ist, glaub ich... )
Solche Götter sind keine Wesen. Sie sind die Art wie wir Menschen diese "Energieformen" wahrnehmen können. Je nach Entwicklung kann man mehr wahrnehmen. Sie existieren trotzdem, genauso wie es die Hitze gibt, und die Kälte. Es sind "Bestandteile des Multiversums". Eine Form von vielen Formen die es einfach gibt.
Durch das nähere Verständniss, daß die Götter keine Wesen, keine Figuren sind, sondern manifestierte Emotionen, kann ich nun übergehen in die Wahrnehmung der Welt:
Je mehr man Phantasie hat, je mehr man seine Sensibilität erweitert (durch Entspannung, Meditation, "nach innen horchen", "dem Universum lauschen", dem Wald zuhören", "sich zuhören", und als letztes Überbleibsel im Christentum welches leider degeneriert und mehr zu einem betteln an Gott wurde: "beten") desto mehr kann man wahrnehmen.
Eine bei uns anerkannte Form des "wir sehen die Welt aus noch mehr Sichten" sind Künstler. Sie beschreiben die Wilden Kriege zum Beispiel in Bildern. Guerica von Pablo Picasso zeigt sehr gut wie das dargestellt wurde. Was man dort sieht sind auch gemalte Gefühle. Kinder sind sehr gut darin dies darzustellen, sie Malen ihre Gefühle hin, oder sie leben die Gefühle aus. (Agressiv wenn Streit zwischen den Eltern ist usw..)
Auch Pflanzen sind Energieformen. Oder Menschen. Oder Tiere. Oder Gedichte, oder Geschichten, oder Musik, oder Bücher. Oder eine Quelle, oder ein Berg, oder ein Geruch.
Als Metapher kann man sagen:
Alles ist eine eigene Melodie; der Stein hat eine langsamere, tiefere Melodie als eine Pflanze. Eine Libelle hat eine schnellere und höhere Melodie als ein Hund.
(Soweit mein Wissen mich nicht in Stich lässt, besteht jegliche Materie aus Atomen. Atome aber sind aus noch kleineren Bestandteilen, diese aus noch kleineren ich glaube Quarks genannt. Und dahinter gibt es die String-Theorie, ein komisches Ding welches "nur" eine Energiefluktuation ist. Im Endeffekt bestehen wir aus garnichts, außer aus sehr stark zusammengedrückten Energien. Und Energien sind "???" die sich bewegen.. Eine Melodie, der Ton ist ja auch eine Energieschwingung.)
Man kann meiner Ausführung vielleicht folgen wenn ich auf die unterschiedliche Konsistenz von Nebel und Wasser hinweise. Nebel ist feiner und dünner. Trotzdem gehört er "zur Materie". Und so ist es mit _allen_ Dingen.
Die Welt ist also in meinen Augen ein großes Orchester von vielen verschiedenen Tönen. Ein großer Tanz, ein Spiel, ein Durcheinander von Arten auf welche sich "alles" manifestiert.
Das "Nichts".
Stellen wir uns vor, es gibt einen Stuhl aus Wasser. Und ein Pferd aus Wasser, und einen Hund aus Wasser, und ein Buch aus Wasser. Sie sind alle für sich zu erkennen. Aber wirft man diese zusammen in einen großen Topf, oder gar ins Meer, sind sie nicht mehr zu sehen. Man kann sie nicht mehr Wahrnehmen. Weil _alles_ Wasser ist, erkennt man in dem Wasser nicht mehr den Stuhl oder das Pferd. Aber sie sind noch da. Und nun stelle man sich vor, daß das ganze restliche Wasser auch aus lauter Teilen besteht die man eigendlich erkennen könnte, wenn sie nicht auf einem Haufen wären.
Das ist meine Vorstellung von "Nichts". Das Nichts ist "alles". Es beinhaltet die Ideen von "allem", doch diese sind alle ineinander verwoben, und sie sind "alles gleichzeitig". (Und auch meine Vorstellung was die Prima Materia sein soll.)
Und wir Menschen sind ein Teil dieses "alles/nichts". Nur können wir unterscheiden, wir sehen Bestandteile, beziehungsweise wir sehen die anderen Dinge nicht.
Mir stellt sich die Frage nach dem "was war vor dem ganzen" gar nicht, sondern ich habe ein anderes Problem. Ich muß das "alles/nichts" begreifen. Oder zumindest Wahrnehmen und einorden können. Im Grunde will ich es kapieren. Es gibt für mich keinen Schöpfer, weil die Schöpfung aus sich selbst heraus alle Formen annimmt die es geben kann. Und es bleiben nur die Formen stabil, die sich gegenseitig stabilisieren. Es gibt das "leben" so wie wir es Wahrnehmen nicht deswegen weil Gott so einen tollen Plan hatte, sondern weil die Balance stimmt. Stimmt die Balance nicht, verschwindet das Leben. (Mit "Das Leben" oder "Die Natur" meine ich subjektiv "Das was wir Menschen benötigen um zu überleben".)
In mein Weltbild passen noch andere Dinge hinein: Die Elfen und Feen und Gnome oder ähnliches. Sie sind Energieformen die auf einer anderen Ebene existieren. (So wie wir Menschen auch nur Energieformen sind -> Zusammengepresste Atome die eine Bestimmte Form annehmen usw..)
Auch Geister von Toten Menschen haben Platz, auch diese sind Energieformen. Solange man sie noch weiß, und sie rufen kann, sind sie da. Sonst verschwinden Sie im all. Aber wenn unsere Denkstrukturen Unsere Denkenergien (und vor allem Gefühle) diese Vorfahren noch haben, sind wir darin verwurzelt, und können Kraft schöpfen aus dem Totenreich.
Ich habe die Vorstellung, daß man als Mensch die Fähigkeit hat, von sich aus etwas zu schaffen. Durch unsere Gedanken schaffen wir was eigenes. Etwas was _unseren_ Vorstellungen entspricht. Wir haben die Fähigkeit eigene Energieformen zu schaffen. Zum Beispiel die Musik. Musik ist eigenartig. Sie hat unendlich Energie. Man muß sie abspielen und sie wirkt. Lustige Lieder machen lustig, immer wieder, egal wie oft man sie abspielt. Und wir Menschen können Lieder erfinden. Oder Wortspiele, Witze, Gedichte.. Diese Dinge haben Wirkung. Sie bringen Menschen um, sie schenken Ihnen Kraft, sie helfen beim Überleben..
Daher sind wir Menschen selber Schöpferisch tätig, wir sind selber Götter.
(Das bedeutet aber NICHT, daß wir "über den Dingen stehen" wie Frames60 das meinte. Wir sind nur ein Stückchen im großen Rad der Dinge. Scheißen und Fressen müssen wir trotzdem. )
Ich erkläre dies, um zu beschreiben wie ich die Welt wahrnehme, und wie _anders_ es ist im Vergleich zu dem was das Christentum sagt. Ich habe ja erklärt, daß man nicht kapiert wovon ich rede. Weil es außerhalb des Rahmens ist, welches das Christentum legt. (Allein die Frage: "Woher kommt das alles, wer hat das alles erschaffen" ist innerhalb dieses Rahmens. Wer außerhalb dieses Rahmens ist, fragt sich einige andere Fragen. )
Die Wahrnehmung der Dinge unterscheidet sich drastisch zu dem vom Christentum übermittelten Bild. Es ist KEIN einziger Schöfpungsakt, sondern Trilliarden. Es ist nicht EIN Wesen das geschöpft hat, sondern Trilliarden. Die Schöpfung vollzieht sich in jeder Sekunde Trillardenfach. Und "weltuntergänge" gibt es auch die ganze Zeit. Der Gedanke der "Sünde" stellt sich garnicht, es gibt keine Sünde, denn alles ist ein Teil vom Ganzen. Ich benötige auch kein Opfer. Genausowenig wie eine Erlösung. Diese Gedanken ...t. Es sind für mich verdrehte Gedanken. Ich brauche auch keinen Himmel, und schon gar nicht "den Platz neben Gott". Wozu? Das braucht es nicht. Es ist alles da.
Ich verstoße gegen keine Gesetze und Regeln, weil es diese gar nicht gibt.
Was es aber gibt, das sind _von uns aus gesehen_ "böse" Sachen:
Ein Soldat der eine Familie zerstört hat hat eine "böse" Tat begangen. Böse deswegen, weil sie viel Leid verurscht hat, und eine Familie zerstörte. DAS zu fühlen, DAS mitzubekommen ist die "Hölle"! Da sind keine Götter die von oben herab die Strafen verteilen. Das ist die innere Wut über die Tat, der Verlust der inneren "heiligkeit". Man hat ermordet. Man hat sehr sehr große Schmerzen angerichtet, zerrissen, zerstört, blutige Wunden geschlagen.
Das Christentum bietet eine Magie, eine Ausrede. "Geh beichten". Und schon bist du befreit. Man übergibt die Verantwortung an einen Geist, der dann (wenn man wirklich bereut...) Vergibt. Man vergibt sich nicht selbst, man hat nicht die Macht dazu, sie wird nicht übergeben. Man ist abhängig von etwas anderem.
Das Heidentum bietet dies nicht. Man muß sich dem stellen. Sich vor die wütenden Geister (Die Ahnen der Toten, die Toten selber..)stellen und sich zerreißen lassen. Das ist etwas was gar nicht klar ist wenn man noch "innerhalb des Christentums" ist. Man kennt diese Art von Konfrontation nicht. Die Innere Konfrontation mit "sich selbst". Kein Gott, keine befreiung, kein "es wird alles wieder gut".
Es wird NICHT alles gut. Es wird ein Schmerz bleiben. Man kann sich entschuldigen, man kann leiden, man kann zu den Hinterbliebenden hinfahren und helfen. Man kann sich selber als Strafe das Leben nehmen.
Das ist für mich ein Unterschied. Im Christentum vor Gott, in anderen Sichtweisen hat man sich mit sich selber zu konfrontieren. Und es gibt kein Entkommen. Die "Hölle" können nur wir lindern. Wenn man sich entgegentritt und in sich selbst schaut und erkennt wie sehr es einem selbst schmerzt was geschehen ist. Und sich selber entschuldigt. Das ist auch die Lösung von der Hölle.
Darum ist für mich das Christentum eher ein schlechter Witz. Es gibt keinen Gott der uns geschaffen hat, der uns Regeln gegeben hat nach denen wir leben sollen. Es gibt keine Hölle als Strafe für die Menschen die "etwas böses" getan haben. Es gibt auch keinen Himmel in den die Menschen kommen die "immer gut" waren (Was auch nicht stimmt, laut Bibel werden nur die übernommen die Gott auswählt. Sowieso ist laut Bibel nicht ganz klar was da passiert. Die Toten sollen ja teilweise erst am jüngsten Tag aus den Gräbern kommen und DANACH in den Himmel kommen.. ).
Es ist alles so komplex, so umfangreich, so schön, so bewusstseinserweiternd, so so so... unbegreiflich als das man es mit einem Wesen erklären _könnte_. Allein schon das Wort Gott ist falsch. Diese Bezeichnung. Sie schränkt schon ein. Oder im Englischen "Lord" oder "Padre" auf Italienisch. Das sind alles schon implizierte Wertvorstellungen.
Edit: @frames60 Daher ist "logik" wie Du sie verstehst, nicht der einzige Weg etwas zu begreifen. Dafür gibt es "unlogische" Gefühle, den Instinkt, und so weiter.. Und DAS haben schon viel früher Kulturen getan.
KlapTrap: "Es geht nur um die Frage:"Kann ich zu 100 % einen Schöpfungsprozeß auschließen, wenn ich auch auf anderem Wege nicht den Zipfel einer Erklärung finde" Es gibt so viele "anderen Wege" die mit einem Zipfel hinweisen... Das was ich hier geschrieben habe ist so ein Zipfel. Vielleicht kapiert das jemand.
Ich habe mich nach Kräften Bemüht.
/ajk