Mahlzeit CWler
Ein Artikel aus der "HAZ" (Hannoversche Allgemeine Zeitung) erregte heute meine Aufmerksamkeit. Die enorm hohe Ausfallrate ist jetzt bereits in den Massenmedien angekommen, was ich für potentiell fatal für die Verkaufsentwicklung der 360 halte. Ich poste einfach den ganzen Artikel und bitte um Nachsicht bei eventuellen Tippfehlern
"XBox 360 Konsolen Sterben den Hitzetod"
Microsofts XBox360 entwickelt sich für ihren Hersteller zum Albtraum. Angeblich treten bei jedem dritten Gerät Komplettausfälle wegen Überhitzung auf.
Harmlos erscheint zunächst das Problem, wenn man die XBox360 mit einem aktuellen Spiel wie "Forza Motorsport 2" spielt. Irgendwann im Verlauf des grafisch ziemlich anspruchsvollen Rennens friert das Bild ein, über den Joystick ist kein Knopfdrücken mehr möglich, und rund um den großen Einschaltknopf der XBox schimmert plötzlich ein rot-gelber Ring. Die Konsole ist abgestürzt. Ärgerlich, es folgt der Neustart, dann kann man Weiterspielen.
Doch erlebt man vielleicht eine Viertel- oder halbe Stunde später dasselbe Phänomen. Die XBox360 stürzt immer häufiger ab. Und wie weitere Tests , gelingt sogar die weitaus weniger aufwendige Wiedergabe einer Film-DVD inzwischen nicht mehr zuverlässig - besonders an heißen Tagen und nach längerer Nutzung stirbt die XBox360 neuerlich den Hitzetod. Im Gerät wird es so warm, dass der rote Alarm blinkt.
Das Phämomen an unserem Testgerät ist kein Einzellfall. Es ist ein massenhafter Hardwarefehler, der in diesen Wochen und Monaten an immer mehr XBox360 Geräten auftritt. Ursache ist nach Recherchen der Computerzeitschrift "c´t" der offenbar mangelhafte Fertigungsprozess für die Konsole: Im Inneren des Geräts sei demnach bleifreies Lot zur Verlötung verwendet worden, das nun mit der Zeit austrockne und spröde werde. Dadurch wird es in der Box zu heiß, die Geräte "rauchen ab", wie Hunderte verärgerter XBox Spieler in diversen Internetforen
übereinstimmend berichten.
Das Problem lässt sich offenbar nicht einfach durch Austausch eines Chips oder von der verwendeten Lötmasse beheben. Die XBox360 weiße auf Grund der Internen Hitzeentwicklungein Grundlegenden "Designfehler" auf, wie die "c't" berichtet: Die Reperaturmöglichkeiten seinen lediglich notdürftige. So werde Beispielsweise durch Anbringen eines zusästzlichen Kühlers im Inneren des Geräts eine "Notlösung" vorgenommen.
Wenn Computerfachleute von "Design" sprechen, meinen sie in der Regel nicht das Augenschmeichlerische. Sie reden vom Grundkonzept. Dieser "Design"-Fehler der XBox360 ist demnach nicht ein optischer am Äußeren des Geräts, sondern ein gravierender, der nur mit einem radikalen neuen Kostrukt im Inneren der XBox behoben werden könnte. Oder dem kompletten Austausch der Box.
Microsoft hat die grundlegenden Probleme mittlerweile eingeräumt - allerdings erst nach massiven Beschwerden Betroffener im Internet und von großen Handelsketten. In Großbritannien sind demnach zuletzt täglich 2500 defekte Konsolen angefallen, der britische Reparatur-Dienstleister "Micromart" kündigte daraufhin an, generell keine XBoxen mehr zu reparieren. Ein anderer Anbieter in Australien rief alle zu verkaufenden Konsolen aus den Läden zurück.
Wie gravierend das Problem ist, zeigt die Reaktion von Microsoft: Der Konzern hat eine Ausweitung der Garantie für die bisher ausgelieferten XBox360-Konsolen angekündigt. Dafür werde weltweit die Summe von 1,15 Mrd Dollar zurückgestellt, heißt es im Geschäftsbericht.
Für dieses Geld könnte jede der Weltweit 10,1 Millionen verkauften Konsolen zum Einzelpreis von 100 US-Dollar repariert werden - oder jede dritte gegen eine neue ausgetauscht werden.
Für den 24. August hat die Redmonder Softwareschmiede eine neue Version der XBox angekündigt, die XBox360 Elite. Sie soll allerdings nur eine größere Festplatte und einen HDMI Ausgang beinhalten - ob damit das Hitzeproblem gelöst ist, war nicht in Erfahrung zu bringen. Parallel arbeitet Microsoft an einer grundlegend überarbeiteten XBox unter dem namen "Falcon". Das Gerät soll bis Jahresende herauskommen. Personelle Konsequenzen haben die technischen Probleme mittlerweile ebenfalls nach sich gezogen: Peter Moore, Vizepräsident der zuständigen Abteilung bei Microsoft, gab in einem offenen Brief zu, den "Job nicht gut genug gemacht" zu haben - ein paar Tage später wechselte er zum Spielehersteller Electronic Arts.
Es steht zwar nichts drin was wir noch nicht wissen, aber wie bereits erwähnt halte ich diese Nachricht für eine recht dramatische Entwicklung, und wollt euch fragen was ihr davon haltet.
In diesem Sinne viel Spaß beim Diskutieren.

Bashen ist unerwünscht.
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26.07.2007
Autor des Artikels: Marcus Schwarze