Puh, das Echokammer Argument kann man halt immer spielen, sobald man mit der Auffassung eines anderen nicht einverstanden ist. Ist halt praktisch der Tod einer jeden inhaltlichen Diskussion. Die Frau oben im Video ist Mitproduzentin von Gears 1 und 2 und sie hated absolut 0 gegen E-Day. Sie lobt es bzgl. Darstellung und Gameplay in höchsten Tönen. Aber wenn eben alles stimmt, was ein Spiel technisch bieten kann und das Franchise weiterhin beliebt ist, dann bleibt nicht mehr viel übrig, was den Misserfolg des Titels erklären kann. Und wir hatten in den letzten Jahren einige Spiele zu bereits bestehenden(!) Franchises, die mindestens eine der folgenden Charakteristika aufweisen:
- Männliche Hauptcharaktere wurden durch weibliche ersetzt
- Neue weibliche Charaktere wurden vorgestellt, die führende oder gar (ggü. den männlichen Figuren) bevormundende Rollen einnehmen
- Einführung von Charakteren mit dunkler Hautfarbe oder asiatischem Aussehen, was in vorigen Teilen keine Rolle in der Lore gespielt hat
- Bekannte hellhäutigen Charaktere wurden aufeinmal mit dunklerer Hautfarbe dargestellt
- Deutliche Zunahme an Charaktere mit homo- oder transsexueller Orientierung
- Zunahme der Implementierung/Verwendung von entsprechenden Symbolen aus der LBTQAI+ Szene
- Deutlich emotionalere/weichgespültere männliche Hauptfiguren
- Weibliche Figuren deutlich unattraktiver gestaltet als in vorigen Teilen (oft sehr maskulin, wenig weibliche Proportionen/Kurven)
Würde es sich um Originaltitel handeln, die von Anfang an diese Elemente aufweisen, wäre es nicht so problematisch. Dann kann jeder Spieler selbst entscheiden, ob man dem neuen Franchise eine Chance gibt oder lässt es gar links liegen. Wie aber Laura Fryer in dem Video richtig anmerkt, wird es ab dem Punkt problematisch, wenn diese Elemente ganz plötzlich in bestehenden Franchise auftauchen, obwohl es in den vorigen Teilen nie eine Rolle gespielt hat. Das wirkt nicht authentisch und es wirkt total künstlich, aufgesetzt und vor allem ideologisch.
Und sobald das jemand anspricht, kriegt man den Vorwurf, in einer Bubble zu leben und indoktriniert zu sein. Dabei gehts den meisten vermutlich nur darum, dass sie ihre geliebten Franchise nicht verlieren und einfach ein (z.B.) gutes Dragon Age nach altem Stil spielen wollen. Der Vorwurf, man sei grundsätzlich gegen Diversität, ist absolut nicht haltbar. Denn viele von den Kritikern haben auch früher schon Spiele mit Diversität gespielt (Mass Effect, Dragon Age, Baldurs Gate etc.). Nur ist für viele halt der entscheidende Faktor: Wurde es gut in die Welt eingebettet, sodass es sich natürlich anfühlt, oder werden einem die Themen übers ganze Spiel hinweg unter die Nase gerieben. Bei letzterem fangen die Leute an, die Spiele zu boykottieren.