natürlich ist es abwegig, oder wieso sollte ein Kind mit Steinen anderer Farbe nix mehr bauen können?
Kinder können aus Kindersets natürlich andere Dinge bauen. Allerdings können auch Kinder in ihrer Kreativität eingeschränkt werden, wenn die Steine zu viele unterschiedliche Farben haben. Es geht ja nicht nur darum, dass das Innenleben der Lego-Sets aus drei oder vier sich ständig abwechselnden Farben besteht, sondern sich regelmäßig über das halbe Farbspektrum von Lego erstreckt. Und da finde ich die Frage auch bei Kindern völlig berechtigt, was die denn daraus bauen sollen. Ein Set darf nicht automatisch deswegen schlecht sein, nur weil es für Kinder ist aber das wird mit solchen Aussagen wie von dir meiner Meinung nach teilweise etwas impliziert; so im Sinne von "passt schon, wenn der Schlachtkreuzer außen ein bisschen pink ist, ist ja für Kinder". Dem würde ich so nicht zustimmen. Den Milleniumfalken kann man nur sehr schlecht in ein anderes Raumschiff umbauen, weil halt nun einmal nur die äußere Schale grau ist, das innenleben aber vollkommen bunt. Diese Einschränkung hat auch ein Kind. Und auch ein Kind kann sich daran stören, dass sein eigenes Star Wars-Schlachtschiff überall pinke, grüne, türkise und orangene Flecken hat.
Ich mein... ganz im Ernst: Was willst du denn aus so einem Set bitte optisch auch nur ansatzweise akzeptables bauen? Gibt es auch nur eine einzige Farbe von Lego, die in diesem Gerüst nicht verbaut ist?
Außerdem erstreckt sich das Problem nicht nur auf Kinder. Auch die ganzen 18+-Sets beinhalten innen sämtliche Farben des Regenbogens und machen einen Umbau nur sehr schwer möglich. Dazu kommt, dass man regelmäßig die ganzen "falschen" Farben auch von außen sieht, womit sie der Ästhetik und dem Vitrinen-Charakter der Modelle schaden.
Nehmen wir als Beispiel mal mein absolutes Lieblingsset, den ?-Block. Ich liebe dieses Set. Es ist meiner Meinung nach einfach nur fantastisch. Man merkt dem Set an allen Ecken und Enden an, dass das von einem Mann in den 30ern entworfen wurde, der Super Mario 64 in den 90ern auf seinem N64 genauso geliebt hat wie ich. Aber gleich beim sechsten Bauschritt geht es los.
Warum muss dieser eine Stein da grün sein? Warum muss er rund sein? Warum ist der Stein daneben schwarz und eckig? Warum hat der eine Stein eine Noppe und der andere nicht? Warum ist der eine Stein rund, rot und oben flach? Was soll der blaue Stein daneben? Mich stört das ganz massiv und reduziert den erlebten Bauspaß für mich subjektiv ganz erheblich. Und da ist es mir aus persönlicher, egoistischer Sicht ehrlich gesagt egal, ob andere Menschen es nicht auf die Reihe kriegen, diese Sets zusammenzubauen. Ich habe meinem Onkel (71) zu Weihnachten den großen Formel 1 - Ferrari geschenkt und war fassungslos, wie unfassbar dumm und ungeschickt man sich beim Bau anstellen kann. Meine Schwester (39) ist auch am Bau des ?-Blocks gescheitert (Sets von anderen Herstellern brauch man ihr gar nicht erst in die Hand drücken). Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass man die Sets so einfach gestalten muss, dass sie jeder zusammenbauen kann, wenn mir dadurch komplett der Spaß verloren geht (meine persönliche, subjektive und zugegeben egoistische Meinung).
Würde es nicht reichen, wenn man zwei oder drei verschiedene Farben nimmt? Muss es denn immer gleich der gesamte Regenbogen sein?
was aber sehr wohl ein Thema ist, sind Baufehler - die wiederum zu Reklamationen führen - wenn Steine sich farblich zu wenig unterscheiden. Und dazu gibts auf Amazon zu diversen Pantasysets auch tatsächlich negative Kundenreviews, wo mittel- und dunkelbraune auf dunkelblaue und schwarze Bricks treffen und in der Anleitung nicht unterscheidbar waren.
Das ist die Erkläung von Lego. Und das ist der Punkt, wo ich Lukas kritisiere. Es gibt eine deskriptive Ebene und eine normative Wertung, die aus der deskriptiven Ebene folgt:
Deskriptiv: Lego verbaut die bunten Steine im Inneren, damit der Bau leichter wird. Empirie: Haben die Steine unterschiedliche Farben, gibt es weniger Kundenbeschwerden.
Lukas macht aber das, was ich Fanboys (wie auch unserem Super-Admin) vorwerfe: Die Erklärung vom Hersteller wird sofort als akzeptabel hingenommen und als Argument gegen die Kritiker verwendet.
Was vollkommen untergeht ist die persönliche normative Wertung. Die Erklärung von Lego ist nämlich nichts, was man als Kunde einfach akzeptieren muss (ebenso wenig bei Nintendo), nur weil Lego das so sagt. Man kann die Erklärung anerkennen aber trotzdem dieses quietschbunte Innenleben in seinen 18+-Sets für mehrere Hundert Euro für nicht akzeptabel halten. Aber diese abweichende normative Wertung wird überhaupt nicht zugelassen. Lego hat eine Begründung geliefert, diese Begründung muss als plausibel allgemein akzeptiert werden. Abweichungen werden gar nicht erst anerkannt. Es gibt Argumente für das bunte Innenleben, die ich überhaupt nicht leugnen möchte (meine Schwester meinte selbst, dass sie den ?-Block ohne die bunten Steine überhaupt nicht zusammengebaut bekommen hätte), es gibt aber auch sehr, sehr gute Punkte, die dagegensprechen. Wofür man sich letztlich entscheidet ist eine persönliche, normative Wertung.
Dasselbe gilt für die Aufkleber. Die offizielle Erklärung für deren Existenz ist, dass Lego sämtliche Teile vorrätig hält, damit man sie jederzeit einzeln nachbestellen kann (hervorragender Kundenservice und sehr, sehr kundenfreundlich

).
Deswegen kann ich Aufkleber in meinem 500€ teuren Barad-dûr (oder in meinem 1.000€ (!) UCS-Todesster) aber trotzdem ablehnen.
Pantasy kann sich das erlauben, Lego nicht.
Pantasy ist auch ein Nischenhersteller, der obwohl er von den Alternativen mit der teuerste sein dürfte, immer noch deutlich günstiger ist als Lego. Ich finde es, unter Berücksichtigung der Marktstärke und vor allem des Preises bis zu einem gewissen Punkt legitim, an die Produkte der Hersteller unterschiediche Maßstäbe anzulegen. Wenn dann natürlich ein identisches Set zum identischen Preis von Lego extrem verrissen, von einem anderen Hersteller aber ausdrücklich gelobt würde, wäre das natürlich sehr problematisch.
dann ist dein subjektiver Eindruck aber extrem verzerrt, weil seine Reaktion nirgendwo übertrieben emotional ist und er hohe Preise oder schlechte Sets auch anerkennt im Video. So wie er im Podcast zb. auch die neuen Olivia Rodrigo Sets ablehnt. Wo ist da bedingungslose Fanboytreue?
So habe ich ihn wahrgenommen. Sehr emotional, sehr angefasst und auf mich wirkte es so, als würde er die Kritik an Lego stellenweise persönlich nehmen. Und die ganz großen Ausraster, sagt er selbst, hat er vor der Veröffentlichung rausgeschnitten.
und ja, ich find auch, dass Klemmbausteine kein Thema sind, in die ein oder andere Richtung auszuarten. Wer sich damit beschäftigt und sein Geld auf YouTube mit verdient, sollte allerdings seine Zuschauer ordentlich nach fairen Eindrücken beraten und nicht clickbait betreiben.
Clickbait ist halt nun einmal die Währung von Social Media. Thomas wird vor allem auf dem Kontoauszug sehr stark gemerkt haben, was zieht und was nicht. Er spielt das, was bestellt wird. Das muss man definitiv nicht gut finden aber aus seiner Sicht würde ich auch das Geschäft betreiben, das man besten ankommt.