Auch, wenn ich Uncharted 2 als bisher einzigen von mir gespielten Teil bisher erst zur Hälfte durch habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass man den Titel wegen seiner Story spielt oder in Erinnerung hat. Das Ding spielt man der Inszenierung wegen oder zumindest Hauptsächlich. Das, was mir bisher an Story präsentiert wurde, ist das Alibi für die wundervollen Schauplätze. Kann natürlich sein, dass sich daran später noch etwas ändert und eine derartige Spannung durch die Story generiert wird, die mich nicht mehr los lässt. Aber würde das Spiel allein auf diesem Mechanismus den Spieler einbeziehen, hätte ich es schon vor mehreren Stunden abgebrochen.
So ist es

Wenn ich an UC2 denke, denke ich an hängende Züge, weitreichende Schneelandschaften und Schussgefechte während dem Klettern. Ich habe die Namen, die Handlung selber und weitere Teile der "Geschichte" prompt wieder vergessen.
Ich gehe da
vollkommen mit BetaVersion mit. Es gibt Sachen, die Spiele
nicht können. Darunter fällt auch, eine Geschichte zu erzählen, wie wir sie von Klassikern der Weltliteratur gewohnt sind oder von Filmen. Das, was die Leute heuer (oft mit bashiger Note) als "gute Story" verkaufen wollen, um Spiele mit "ohne Story" schlechtzureden... ist oftmals absolut nicht der Rede wert. Vorhersehbar, klischeehaft, oft mit Logiklöchern und einigen Gedankensprüngen, gewürzt mit Deus Ex Machinae aus der Vorhölle.
Warum sie das nicht können? Es liegt paradoxerweise am Gameplay. Die Spiele mit der besten Story versuchen nicht einfach das zu nehmen, als was Film funktioniert und es in ein Spiel umzumodeln. Sie nehmen nicht ein Genre (Third Person Shooter) und packen das in ein Szenario und produzieren wie in Hollywood ein 08/15-Drehbuch, wo alles maschinenartig runtergebetet wird. Love Interest, man wird verraten, am besten gleich von der selben Person und bla.
Die besten Story-Spiele erzählen ihre Geschichte subtil und weben es in das Spiel ein. Der Spieler "entdeckt" die Geschichte, sozusagen, ohne zu offensichtlich in einen Plot reingeworfen zu werden. (Aber da gibt es natürlich Abstufungen und Abweichungen)
Portal ist für mich eines der besten Story-Spiele der letzten Jahre. Weil das Spiel die Handlung
im Spiel erzählt und aus einem Puzzlespiel, ohne groß auf Explosionen oder epische Musikuntermalung setzen zu müssen oder Melodramatik, plötzlich (und unerwartet) so viel mehr macht. Und der Hauptcharakter ist in diesem Spiel quasi nicht existent und erhält ihre Persönlichkeit ausschließlich durch das Spiel selbst und durch Kommentare
http://www.whatgamesare.com/2011/02/video-game-writing-and-the-sense-of-story-writing.html
Ich greife UC2 übrigens auch auf... nicht, um es schlechtzureden. Es gibt Sachen, die das Spiel
extrem gut macht und das auch beim Story
telling (oder Story
sensing, wie es der Autor des Artikels eher sieht), was es von vielen Spielen der letzten Jahre unterscheidet.
Die Handlung selbst, als Buch gelesen, würde niemanden bewegen. Aber als Spiel, als Gesamtwerk, nutzt es Erzähltechniken sehr gut aus, auch wenn die eigentliche Botschaft mal wieder ein "Held gewinnt" ist. Es hat übrigens einen sehr guten Grund, warum man mehr als 95% der Spiele mit diesen zwei Worten umschreiben kann...
@Dingo: Selbst BetaVersion ist auf einen User eingegangen, der eine recht kontroverse Meinung (Spiele brauchen Story!) vertritt, seitdem ist die Diskussion in eine andere Richtung gerückt, aber wir können ja über alles schreiben, was wir wollen :aehja: