Bildungsstreik 2009

Ich weich mit meinem posts zwar etwas vom Thema ab,aber die Meinungen gehen hier ja teils echt krass auseinander, vor allem was aufwand und zeit für ein studium betrifft.

werde nächstes jahr im oktober wohl anfangen jura zu studieren (platz ist bereits sicher)
viel anderes kommt für mich nicht in frage, da ich ne matheniete bin und das bischen was ich im fach "recht" gemacht habe mir doch sehr zugesagt hat.
Was mir allerdings wirklich wichtig ist, ist Freizeit. Damit meine ich nicht das ich nicht lernen und faul rumliegen will, sondern das ich meine sozialen kontakte unter gar keinen umständen verlieren will. Ich will am We weiter auf partys gehen und zeit für freundin haben. Ich wäre auch bereit täglich noch stunden weiter zu lernen und aufs gaming komplett zu verzichten. Aber nicht auf soziale Kontakte :S

Bei einigen hier klingt das als müsste man 24/7 in der bude hocken und lernen lernen lernen und auf alles verzichten was sich aber irgendwie nicht der massiven Forenaktivität deckt :awesome:

Irgendwie bekommt man echt Angst vorm Studium wenn man so liest was teilweise geschrieben wird.
 
Phyt wird mich zwar 100% verbessern, aber spätestens wenn du das erste stressige Semester, wo du noch ahnungslos rumirrst, hinter dir gelassen hast, gibts unter dem Semester in Geisteswissenschaften, wie eben auch Jura, genug Zeit. Musst du dir nur alles einteilen und vor Prüfungen rechtzeitig zu lernen beginnen. Hausaufgaben und Seminararbeiten kriegste schon irgendwie unter einen Hut....

Sprachen und Medizin sind da weitaus schlimmer ;)

Ich wende in der Woche für Vo + Lernen insgesamt etwa 35 Stunden auf, spekulier ich mal und Hobbies musste ich deshalb noch keine aufgeben.....man hat im Durchschnitt sogar mehr Freizeit als in der Schule, wenn man net gerade auf ne FH gehen will....ich wollte die Eigenverantwortung also musste es Uni sein :-)

PS: Und nimm Darji nicht zu toternst, der ist auch noch im ersten Semester....in 1-2 Jahren sieht der das auch pragmatischer *g

Und wenn ich schon dabei bin...

@Darji....wie hier 2000 die Studiengebühren eingeführt wurden ( 2008 abgeschafft), wurde den Unis davor vom Staat das Geld gestrichen, dass die Gebühren bringen sollten - das heisst die Unis hatten, dank der Eintreibeorganisation, weniger Geld als vorher. :uglylol: Abgesehen davon, dass die Dauer des Studiums marginal sinkt, sinkt auch die Qualität desselben, da alle die keine reichen Eltern haben ja noch n Job brauchen.....Wohnung und so kostet ja auch schon und zu Hause kann auch net jeder leben.

Aber das geht sowieso am Kernthema vorbei....Studiengebühren sind sowieso sinnlos, weil viel zu niedrig und heuchlerisch. Realistische Gebühren die irgendwas bringen müssten im mehrfachen 1000er Bereich sein und dann könnten wirklich nur noch Leute aus der höheren Klasse studieren. Faktum ist das andere Länder einfach viel mehr für ihre Bildungsinstitute ausgeben und auch erfolgreicher sind. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du einigermaßen geübt darin bist, deine Zeit zu koordinieren (sagt dir z.B. der Begriff "Time Boxing" etwas?) ist es auch in einem lernaufwändigen Fach wie Jura denke ich nicht problematisch, Freizeit und Studium unter einen Hut zu bringen. ;)
Vorrausgesetzt man spielt nicht auf dauernd auf seinem Handy Karten so wie die Genies die heute in der Vorlesung vor mir saßen. :blushed:

Ich habe zwar natürlich keine Erfahrungen damit inwiefern sich Time Boxing auf ein Jura Studium anwenden lässt, aber grob gesagt stellst du dir eine Eieruhr für Aktivitäten die du erledigen willst in einem Zeitrahmen den du dir zutraust, z.B. 20 Minuten lernen, und gehst dann dieser Tätigkeit nach bis die Uhr klingelt.. dann kannst du dir die Uhr beruhigt auf 5 Minuten You Tube Videos schauen stellen. ;) Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich dadurch deutlich schneller auch mit größeren Projekten fertig werde und im Endeffekt mehr Freizeit habe als in Zeiten wo ich praktisch versucht habe eine Hausarbeit am Stück zu schreiben. ;)
Was ich dir, und sowieso jedem der unter Stress und/oder Ausweichverhalten leidet, empfehlen kann ist das Buch "The Now Habit" von Neil Fiore wo, kurz gesagt, ein psychologisches Modell vorgestellt wird mit dem man die zur Verfügung stehende Zeit effektiv und motiviert nutzt. Ich denke das Problem der meisten, die sich über zu große Arbeitsbelastung aufregen ist, dass sie mit solchen Techniken nicht vertraut sind.
 
hmm also momentan mache ich meinen zivi bin dabei täglich 11 stunden unterwegs (8 arbeit +1 pause +2 hin und rückfahrt)

die anfangszeit war etwas hart nach der schule, aber man gewöhnt sich daran und das ist imo auch ok von der zeit her. hatte blos das gefühl dass beim studium noch mal ein ganzes stück mehr zeit draufkommt. so das man für freundin oder partys gar keine zeit mehr hat.

die zeit einteilen werde ich glaub ich ganz gut hinbekommen, hoffe nur das da noch was zum einteilen überbleibt ; )
 
Wenn du net nebenbei n Fulltime-Job machst, musste dir da gar keine Sorgen machen.....es sei denn du fährst auch 3+ Stunden zur Uni :ugly:
 
super das ist schon mal beruhigend das zu wissen : P und gut erreichbar ist die uni hamburg auch : )
 
Style, lass' dir keine Panik machen ;-)

Bei mir ist es gerade so, dass ich ... 20 Wochenstunden an Unterricht so habe.
Mit den Tutorien sind es dann etwa 24 SWS.
Damit kann ich bereits 31 Leistungspunkte abdecken (aber das System wird dich Gott sei Dank nicht betreffen ;-) )

Daraus resultiert bei mir, dass ich von Dienstag bis Freitag an der Uni bin (Montag frei).
Daraus resultiert bei mir, dass ich am Dienstag von 10.00 Uhr bis 18.30 Uhr am Campus bin (es gibt da zeitliche Lücken zwischen den Stunden, die ich zum Lernen nutze.)
Mittwoch dann von 08.15 Uhr bis 19.00 Uhr. (Das hat aber auch recht große zeitliche Lücken).
Donnerstag von 11.45 Uhr bis 22.00 Uhr (wegen dem Hochschulsport.) und Fretag dann 11.45 Uhr bis 15.00 Uhr.

So gesehen ist das sehr viel weniger 'Anwesenheitsaufwand' als beim Gymnasium.
Das hat mich richtig gewundert. Aber ich bin so eigentlich zufrieden und ich bin in diesem Rhythmus bereits ganz gut drinnen.

Nicht so klasse ist, dass ich aus München reinpendle und das Hin- oder Herfahren jeweils 90 Minuten dauert, bestenfalls.

Da hab ich, Dank der Besetzung, noch mehr Zeit zum Lernen :ugly: :aehja:

Im Grunde genommen musst du eigenständig arbeiten. Und diese Unart ablegen (solltest du sie, so wie ich, beim Gymnasium gehabt haben), erst eine Woche vor Prüfung zu Lernen anzufangen.
Das ist hier auf der Uni relativ ... unmöglich, that is to say, dass du da dann gute Ergebnisse bekommst (oder überhaupt durchkommst.)

Diese Time-Boxing-Technik hab ich auch mal bereits irgendwo angelesen... Ich probiere das auch mal aus. So ist es sehr viel einfacher, sich durchzuboxen :)
Im Grunde sind sehr viele kurze Phasen sehr viel besser, als extrem selten eine lange(?) Phase... Und leichter mit der Motivation zu vereinbaren.

Kurzum:
Mach' dir keine Sorgen! Das Studium ist klasse (finde ich) und macht irre viel Spaß, wenn du das richtige Fach findest.
 
PS: Und nimm Darji nicht zu toternst, der ist auch noch im ersten Semester....in 1-2 Jahren sieht der das auch pragmatischer *g
aber ich studiere eine Sprache und da ist der Aufwand nunmal größer als sagen wir mal geschichte^^

Wie gesagt jeder kann sich seinen Semesterplan enorm voll machen, aber man brauch es absolut nicht. Und rumgeirrt bin ich bisher vielleicht die ersten 2 Wochen danach war das schon alles routine^^
 
Anmerkung:

Ich studiere 3 Sprachen und es ist alles soweit im Rahmen bisher :)

No Panic :aehja:

Allerdings ist die Tatsache, dass es bei mir 'funktioniert', nicht deckungsgleich mit der Realität.
Bei unserer Jura-Fakultät gibt es tatsächlich eine Vorlesung, zu der 800 Leute hinsollen, in einen Raum, der 500 Leute fasst.

Das scheint sich jedoch zu stabilisieren... nur:
Zu welchem Preis?

Die Leute, die es schlicht und ergreifend nicht zeitlich schaffen (Pendler, andere Gründe), mehr als 20 Minuten vor Vorlesungsbeginn anwesend zu sein (oder gar die vorangehende Vorlesung 'vorzubesetzen') haben nun einen ungleich größeren Arbeitsaufwand, da sie diese Vorlesung nicht besuchen können.

Und es ist nicht ihre Schuld, dass es zu dieser Situation kam.
Schuld daran trägt in erster Linie der Staat, der den Universitäten nicht genug Mittel zukommen lässt und in zweiter Linie die Uni-Leitung, die die ganze Situation wohl unterschätzt hat.

Mit Mühe und Not konnten auch bei uns im Sprachenzentrum einige Zusatzkurse angeboten werden, ohne die ein Großteil der Studenten (die Studiengebühren zahlen! Die durch die Einstufungstests gekommen sind! Die den NC geschafft haben!) mit leeren Händen dastehen würde.
Mehr, als ohnehin schon (ich konnte in den Großteil meiner Wunschkurse nicht rein.)

Die Problematik ist somit faktisch nicht durch NC, Einstufungstests und Studiengebühren behebbar.
Man muss tiefer ansetzen und kann dabei gleichzeitig die Zulassungsbeschränkungen abbauen, die erwiesenermaßen, nicht zur Qualität der Lehre beitragen.

Zur Qualität der Lehre würde (unter Anderem) beitragen:

1) Mehr Geld vom Staat
2) Mehr Zeit
3) Flexible Stundenpläne

aus Punkt 1 erfolgt dann eine Aufrüstung der Infrastruktur... Mehr Räumlichkeiten führen zu kleineren Klassen/Gruppen. Mehr Dozenten sind da auch bereits 'bezahlbar'.

Nur würde mehr Geld vom Staat im Endeffekt auch nicht reichen.
Gesetzlich muss Einiges reformiert werden, sodass diese Situationen in Zukunft ausbleiben.
 
aber ich studiere eine Sprache und da ist der Aufwand nunmal größer als sagen wir mal geschichte^^

Wie gesagt jeder kann sich seinen Semesterplan enorm voll machen, aber man brauch es absolut nicht. Und rumgeirrt bin ich bisher vielleicht die ersten 2 Wochen danach war das schon alles routine^^

sag ich ja selber@sprachen, aber geh nicht davon aus, dass das durchschnitt ist ;)
du verwirrst unsere neulinge hier damit maximal :-P ;)

wer fulltime berufstätig ist verbringt mehr ZEIT mit seinen dingen als mit einem vollwertigen studium, aber die gehirnarbeit macht das studium schon weitaus anstrengender :-)

wenn sein studium aber mag ( so wie ich) wird trotzdem glücklich.
 
aber ich studiere eine Sprache und da ist der Aufwand nunmal größer als sagen wir mal geschichte^^

Beg to differ. Ich studiere zwei Sprachen, eine an der Uni, eine in (statt) meiner Freizeit und bald wieder an der Uni und denke über eine dritte nach. ;) So aufwändig kann das nicht sein. :blushed: Auf die Gefahr hin mir Feinde zu machen, Sprachstudium empfinde ich eher als relaxt.

Wobei ich keine Ahnung habe was ein Geschichtsstudent so macht. :v:
 
Keiner hat mehr Stoff als Geschichtsstudenten,.....dafür muss man halt weniger Praxis machen, aber die Quellen sind irre, da muss man sich richtig reinknien....aber man versteht halt auch alles ;)
 
Keiner hat mehr Stoff als Geschichtsstudenten,.....dafür muss man halt weniger Praxis machen, aber die Quellen sind irre, da muss man sich richtig reinknien....aber man versteht halt auch alles ;)
Also ich bin wie gesagt erst 8 wochen dabei, aber bisher muss ich reingarnichts machen (Ok im Nebenffach). Könnte ich auch kaum, da ich schon einiges mit japanisch zu tun habe :P

Meine Abschlussprüfung in Einführung in die Neuzeit besteht eh nur aus einem Multiplechoice Test :P
 
Und meine Klausur in Frühe Neuzeit war völlig offen mit qualitativer Bewertung und Stoff waren 13 Einheiten + 5 Bücher....also insgesamt etwa 1600 Seiten :-D
 
Und meine Klausur in Frühe Neuzeit war völlig offen mit qualitativer Bewertung und Stoff waren 13 Einheiten + 5 Bücher....also insgesamt etwa 1600 Seiten :-D
ok dsa wäre schon etwas aufwand gewesen :v:

Ich such mir meine geschichtskurse aber eh danach aus, was ich am ende in meine AP oder für meinen Beteiligungsnachweis brauch :P
 
ok ok das klingt alles schon mal viel besser. hab über jura nämmlich sachen gehört wie "ein halbes jahr vor der prüfung darfst du nicht mal mehr rauß"

eine andere sorge ist auch: was ist wenn ich bestehe und es aber nicht zum Anwalt schaffen sollte ? ich mein ein Jura studium ist ja völlig darauf ausgelegt. hat man überhaupt auweichsmöglichkeiten (z.b. diverse behörden) oder sowas?
 
1) Bildung schadet nie
2) Wie wärs mit Richter :ugly: Ne kannst aber sicher auch als Firmenexperte oder so auftreten, juristisches Wissen kann man sicher irgendwo anbringen, hab noch nie von Arbeitslosigkeit bei dem Berufsstand gehört.
3) Kannst auch anner Uni bleiben und dort Geld verdienen wenn dir das Studium Spass gemacht hat, Assistenten werden immer gesucht ;)
 
eine andere sorge ist auch: was ist wenn ich bestehe und es aber nicht zum Anwalt schaffen sollte ? ich mein ein Jura studium ist ja völlig darauf ausgelegt. hat man überhaupt auweichsmöglichkeiten (z.b. diverse behörden) oder sowas?

Ein Jura-Studium ist eine Ausbildung zum Richterberuf, nicht zum Anwalt...

Eigentlich paradox, da 85% der Leute später gezwungenermaßen Anwälte werden.


Und wenn du das zweite Staatsexamen hast, kannst du auch Anwalt werden. Mit dem ersten nicht.
 
Neuigkeiten live aus Augsburg :)

In meiner Argumentation wurde ich durch diverse Ringvorlesungen aus der Sozialwissenschaft bekräftigt.
Laut Zahlenerhebungen haben Kinder von 'sozial höhergestellten' Familien (Hohe Beamte, gute Verdiener) eine rund 65%tige höhere Chance/Wahrscheinlichkeit, ein Hochschulstudium aufzunehmen, als Kinder aus Familien, die eben nicht diesen sozialen Hintergrund haben.

Und das ist nicht gerade wenig. Nunja, hiermit muss klar sein, *dass* ungerecht (leistungsunabhängig) selektioniert wird.
Und daraus muss sich ergeben, dass wir diese Selektionierung aufheben müssen, deswegen: Freie Bildung für alle!

Ahja, Darji...
Wir haben trotz steigender Hochschulberechtigungen (Abitur) //übrigens: Müsstest du ohnehin nicht auch für eine Abschaffung des Abiturs sein, wenn laut dir es 'sowieso jeder:-P ' bekommt? Hier hat das Abitur seinen Zweck ja scheinbar dann verfehlt ;-) // rückläufige Studierendenzahlen. Und das nicht erst seit den Studiengebühren...

Stellt sich da nicht die Frage, ob wirklich jeder Mensch studieren will?

Mal jetzt grob:

Wir sind dafür, dass jeder Mensch gemäß seiner Leistung seine ihm gewählte Bildung anstreben und erhalten kann. Mit so wenigen Hürden, wie möglich.

Was ist an der Bereitstellung der Möglichkeit so schlecht?
Wenn jemand dementsprechend arbeiten will und Interesse zeigt, soll ihm grundsätzlich die Möglichkeit geboten werden, damit kein Potenzial, welches im Menschen steckt, verloren geht.

Überhaupt ist das jetzige System höchst demokratiefeindlich... Aber dazu dann später mehr ;-)

Weitere Ergebnisse aus den Vorlesungen werde ich bei Bedarf hier gerne zusammentragen.

Die Podiumsdiskussion mit Vertretern der Opposition, einem Dozenten und dem Vorsitzenden des Lehrerverbandes verlief sehr gut.
Wir geben einander Rückendeckung und werden die nächsten Tage versuchen, den Druck zu erhöhen durch Petitionen, Demonstrationen und die Weiterbesetzung.

Wir müssen jetzt durchkommen. Sonst zahlen wir den Preis doppelt und dreifach wieder zurück, für eine etwaige Inaktivität.
 
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