Auf Dreisechzig.net (dem Blog von MS PR Mensch Boris Schneider-Johne) gibt`s gerade einen netten Beitrag darüber, wie die heutigen Wertungen zustande kommen. Dabei reagiert er auf einen Blogeintrag von Jörg Luibl von 4Players, der über die "Erpressungen" der Videospielindustrie geht.
Hier der Link dazu:
http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1801#comments
Im 11. Comment antwortet Jörg auf die Aussagen von "Doc Bobo".
Habs mir noch net ganz durchgelesen, aber schon traurig anzusehen was aus dem geworden ist.
Imo sind seine Argumente zum größten Teil Schwachsinn. Er redet darüber, dass man als Publisher sein "Baby" nicht einer hungrigen Meute zum Frass vorwirft und sich deshalb absichern will (mit Wertungsgarantien). Die einfachste Möglichkeit wäre es doch dann, einfach gute Spiele zu Releasen. Dann braucht man auch keine Angst mehr vor einem Verriss haben. Aber vielleicht wäre dieser Weg auch zu offensichtlich und wenn man es einfacher haben kann.....
Wobei er zum Teil auch Recht hat, die Tests werden im Schnitt immer schlechter. Es gab schon einfach zu viele Tests wo Kritikpunkte an den Haaren herbeigezogen wurden oder dieselben Kritikpunkte auch in zig anderen Spielen vorkommen wo es anscheinend keinen gestört hat. Ob es daran nun liegt, dass die Tester bestochen wurden oder daran, dass sie unbedingt als erstes einen Test veröffentlichen wollten und das Spiel gar nicht zu Ende oder nur oberflächlich gespielt haben sei mal dahingestellt.
Auch find ich lustig wie er es darstellt, dass nur der gute und heilige Publisher einseitig was gutes tut für die achso schmarotzende Presse tut. Und dann erdreisten sich einige von ihnen dem vorgelegtem Spiel keine 90% zu geben. Wie können die nur diese Schweine........Das die selbe "Teufelsbrut" von Journalisten aber auch gleichzeitig für den Großteil der Werbung und die Hypebildung im Internet verantwortlich sind verschweigt er aber mal eben so. Ich meine der Publisher hat ja auch große Kosten dafür: 1 "Gratisexemplar" des neuen Spiels zum Test(natürlich mit Wertungsdruck) und hin und wieder mal ein Weckle und ein Bier bei Previewveranstaltungen.
Hab ich was vergessen?? Achja den Druck mit den Anzeigen. Also diese Mafiamethoden wie: Du bewertest mein Spiel schlecht dann wirst du von mir auch erstmal keine nervigen Pop-Ups für deine Internetseite bekommen. Allerdings geht diese Erpressung dpch auch nur zu einem gewissen Grad. Wenn alle Internetseiten sich geschlossen dem Druck der Publisher nicht beugen würden(natürlich ginge dass nur in einer perfekten Welt wo das Bier in Strömen fließt wie Wein), wo würden die Publisher dann noch überhaupt ihre Werbung für das neue Megaspiel schalten können?
Klar könnten se versuchen auf Branchenfremden Seiten zu Werben, aber ich glaube nicht dass ein Manager sich für das neue Killzone/Halo/Mario interessiert wenn er gerade in der FAZ die Börsenkurse checkt. Das Fernsehen wird in zunehmender Maße auch immer uninteressanter für die Werbung. Das gilt sowohl im Allgemeinen als auch insbesondere für die Spielebranche. Die "Hauptzielgruppe für Games" sind doch mittlerweile Jugendliche zwischen sagen wir mal 16 und 28 Jahren (bin ich grade noch so dabei

). Und genau diese Altersklasse interessiert sich immer weniger fürs normale Fernsehen sondern informiert sich lieber im Internet und zur Unterhaltung wird eben gezockt. Serien, Filme usw. kommen Hauptsächlich aus....naja sagen wir halt mal den Videotheken oder eben auch übers Netz. Zudem haben immer mehr Leute Festplattenrekorder. Falls man doch mal was in der Glotze schaut, überspult man halt dann einfach die Werbung.
In der Realität sieht es natürlich etwas anders aus und die meisten Seiten (von den Printmagazinen ganz zu schweigen) kämpfen zum Großteil ums überleben und sind extremst auf die Anzeigen angewiesen. Ein Ausweg lässt sich da nur schwer finden. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit wenn sich die Internetanbeiter und Zeitschriften verlagsübergreifend zu einem Bund zusammenschliessen würden(falls es denn nicht schon gibt). Wenn es so weiter geht wie bisher, wird das vertrauen in die Tests immer mehr verschwinden bis sich schliesslich keiner mehr dafür interessiert. Dann gehen die Werbeeinnahmen zurück, Internetanbieter und Zeitschriften gehen Pleite und die Spielebranche hat ihre größte Werbeplattform verspielt.