Ukraine klaut wieder Gas und will Vorzugspreis nicht zahlen

  • Thread-Ersteller Thread-Ersteller pd2
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
100% zustimmung! Allerdings sollte man immer alle Nachrichtenquellen miteinander vergleichen. Was die westlichen Medien z.B. im Georgien-konflikt berichteten war unter aller Sau.

... Wenn sie überhaupt etwas berichtet haben :neutral:
Naja, dafür hat man dann die Quellen vor Ort.

Die Ukraine sollte mit Russland einfach einen Vertrag, der mehrere Jahre andauert, aushandeln.
Wäre wohl praktischer, als das alljährliche Gezanke im tiefsten Winter.
 
Ich schreib schon was dazu wenn ich meine etwas so nicht unkommentiert stehen lassen zu wollen. Und wenn dann jemand darauf eingeht diskutiere ich auch gerne weiter, so ein Problem habe ich damit nicht.
Und weiß auch nicht warum du mir jetzt gerade mit nicht vertrauenswürdigen Medien kommst, wo sie doch gerade die ukrainische Seite da zitieren. Ich will hier ja auch nicht soviel auf Englisch reinstellen und Unian veröffentlicht nicht auf deutsch.

ahja
http://de.rian.ru/world/20090108/119395481.html xD
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will die Ukraine auch absolut nicht in Schutz nehmen...
Von diesem Staat erwarte ich naturgemäß nur das Schlimmste.
Also nicht, dass sie ihr Volk bewusst foltern oder so.

Jedoch sind meine Erfahrungen mit der Ukraine, meinem Herkunftsland, dergestalt, dass man eigentlich nur darauf bauen kann, dass immer etwas schiefgeht.
Sie haben dort drüben ihre eigene Mentalität und eine recht... schludrige und für Außenstehende schwierige Haltung, was viele Dinge angeht.

Aber ja, dein Punkt stimmt, naco.

Gazprom ist absolut kein Engel.
Und Rohstoffe als politische Druckmittel einzusetzen... ist nicht sehr fein.

Man muss erwähnen, dass es hier sehrwohl reine Politik ist.
Gazprom ist kein Unternehmen.

Gazprom ist der Kreml.

Insofern muss man die russische mit der ukrainischen Regierung gegenüberstellen.
Vielleicht haben beide Recht. Vielleicht schwindeln beide.

Es ist schade, dass durch solche Konflikte andere Länder die Leidtragenden sind.
Jedoch zeigt es ganz gut, wohin die Fahrt geht, wenn man unter Russlands Einfluss fällt.

Es kommen solche Regierungchefs wie Schröder dabei raus.

Kurzfristig gesehen kann die Pipeline in der Nordsee vielleicht helfen, solche Konflikte zu vermeiden.
Dabei lässt man jedoch die Ostblockländer im Stich und erlaubt es Russland, gezielt gegen nicht-russland-konforme Länder mit solchen Mitteln vorzugehen.

Wie hier in der Ukraine geschehen.
Wie letztes Jahr in der Ukraine geschehen.
Wie es wohl nächstes Jahr geschehen wird.

Mittel- und längerfristig gesehen wird Russland keine Scheu haben, diese Mittel auch gegen die EU einzusetzen.
Der Zeitpunkt wird kommen, wenn man die Dinge so laufen lässt.

Werden dann ganz schön kalte Winter sein, hier...
leider ja aber was soll unsere Regierung dagegen tun. einzig was die machen können weiterhin auf alternative energien zu setzten.

und erhrlich gesagt wäre mir Atomstrom immer noch lieber als abhängig von der UDSSR zu sein. bzw Putin. aber obwohl sachsenvorreiter in sachen solarstrom ist, wird viel zu wenig in dieser richtung gebaut.
 
Naja, etwas Gutes wird dieser Konflikt auf jeden Fall haben.
Hoffentlich werden die EU Länder sehen dass wir unabhängiger von den russischen Ressourcen werden müssen.
 
Naja, etwas Gutes wird dieser Konflikt auf jeden Fall haben.
Hoffentlich werden die EU Länder sehen dass wir unabhängiger von den russischen Ressourcen werden müssen.
das werden sie sicher.
einzig wenn die industrie sich dagegen stemmt. siehe dt. Automobilsparte, der trend wurde zwar früh erkannt aber geholfen hat es nichts. einzig wenn das volk sich verstärkt gegen MRd subventionen stemmen würde würde die regerung konsequenter handeln. sonst bezahlt es eh wieder der steuerzahler
 
das werden sie sicher.
einzig wenn die industrie sich dagegen stemmt. siehe dt. Automobilsparte, der trend wurde zwar früh erkannt aber geholfen hat es nichts. einzig wenn das volk sich verstärkt gegen MRd subventionen stemmen würde würde die regerung konsequenter handeln. sonst bezahlt es eh wieder der steuerzahler

über kurz oder lang müssen die europäischen Staaten einfach unabhängiger werden.
Und IMO kann man keine ernsthafte, sichere & gute Wirtschaftsbeziehungen mit nationalistisch eingestellte Staaten führen.

Die EU Staaten sind imo stark genug um von selbst aus unabhängiger von fremden Ressourcen zu werden. Das ist find ich auch der einzige Weg in eine sichere Zukunft.
 
eine frage nebenbei hats du von einen turm gehört der in dem man wasser von oben hinreinsprüt duch den entsehenden luftstrom turbinen antriebt. das ding soll die außmaße von 100m im durchmesser haben und 1 km hoch sein. und das geilste ist es so wie ein
Perpetuum Mobile funktionieren
 
ja ne ist klar, haben schon einige versprochen und bisher wurde es nie etwas ;)

Und ich denke wenn die beiden neuen Pipelines zur Versorgung von Europa fertig sind, ohne das es durch nicht EU Transitländer geht, wird es auch keine Schwierigkeiten mehr geben. Rußland will das Geld für das Gas und die europäischen Länder werden das Gas bekommen.
 
http://www.sueddeutsche.de/,tt5l5/finanzen/85/453773/text/

Putin greift Ukraine an

Der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine kann nicht beigelegt werden: Putin nennt die ukrainische Führung unfähig und "hochgradig kriminell".

"Die heutige politische Führung der Ukraine zeigt ihre Unfähigkeit bei der Lösung von Wirtschaftsproblemen", sagte der russische Regierungschef Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau.

"Die Situation beweist, wie hochgradig kriminell die Machtstrukturen (in der Ukraine) sind." Die Regierung in Kiew weigere sich, neue Gas-Abkommen mit Russland zu unterzeichnen und stehle Gas aus den Transitleitungen, was die Ukraine bestreitet, sagte Putin am Donnerstag.

"Kein politischer Druck"

Putin lobte ausdrücklich den "sehr guten" Vorschlag der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Mittwoch, EU-Experten zu entsenden, um die Ursachen der Lieferausfälle zu klären.

Zugleich kritisierte der frühere Kremlchef die EU-Kommission, die diese Initiative nicht schnell genug umsetze. Der Einsatz unabhängiger Fachleute an der Transitstrecke durch die Ukraine sei Voraussetzung für die Aufnahme der russischen Gaslieferungen. Die Ukraine erwartet erste EU-Fachleute bereits am Freitag.

Putin bestritt erneut, die in die Nato strebende ukrainische Regierung mit seinen Energiereserven zu erpressen. "Wenn wir Gas für 340 Dollar (je 1000 Kubikmeter) in Zentralasien kaufen und es der Ukraine für 250 Dollar anbieten, kann man nicht von politischem Druck auf Kiew sprechen", sagte er.

Die Ukraine müsse international übliche Preise für Gas zahlen. Dann sei Russland auch bereit, die Transitgebühren auf ein europäisches Niveau anzuheben.

Schröder zuversichtlich

Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zeigte sich unterdessen zuversichtlich, dass der Streit bald beigelegt werden könne. Die russische Seite habe der Ukraine ein Angebot für Gas gemacht, das deutlich unter dem liege, was am Weltmarkt gezahlt werden müsse, sagte er der Bild-Zeitung.

Aber auch die andere Seite müsse kompromissbereit sein, sagte Schröder, der auch Aufsichtsrat im Ostsee-Pipeline-Konsortium ist, das wiederum von Gazprom dominiert wird.

Die Ostsee-Pipeline soll Gas unter Umgehung von Transitländern direkt von Russland nach Deutschland transportieren. Der Energiekonzern RWE sieht in dem Streit auch eine Warnung, die Abhängigkeit vom Gas nicht zu groß werden zu lassen. Beim Gas müssten neue Bezugswege und Quellen erschlossen werden, sagte RWE-Vorstand Ulrich Jobs.

Etwa 37 Prozent des deutschen Bedarfs wird von Russland gedeckt. Der Großteil floss bisher durch ukrainische Pipelines.

Gazprom hat inzwischen erklärt, man liefere nun mehr Gas etwa über Weißrussland gen Westen.

Am Donnerstagmorgen hatten sich Naftogaz-Chef Oleg Dubina und der Gazprom-Vorsitzende Alexej Miller in Moskau getroffen, um Wege für eine Lösung des Konflikt auszuloten.

Dabei gab es aber laut russischer Agentur Interfax keine konkreten Ergebnisse. Anschließend trafen sie sich mit EU-Vertretern in Brüssel, wo ebenfalls kein Durchbruch vermeldet wurde. Miller kündigte aber an, die Gespräche mit Naftogaz noch am Donnerstag fortzusetzen. "Wir müssen die Sache heute lösen", sagte Miller laut russischer Agentur RIA.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit langem gespannt, da das Land sich stärker an den Westen anlehnen will und zudem eine Mitgliedschaft in der Nato anstrebt.

Gasspeicher gut gefüllt

Die deutschen Versorger versicherten weiter, die Verluste aus Russland ausgleichen zu können. "Unter den gegebenen Umständen kann die Versorgung der Haushalts- und Industriekunden in Deutschland über mehrere Wochen aufrechterhalten werden", sagte ein Sprecher von RWE Energy.

Die Gasspeicher seien weiter sehr gut gefüllt. Zudem beziehe RWE größere Mengen aus anderen Ländern als Russland, darunter aus Dänemark, Norwegen und den Niederlanden. "Wir nutzen den Spielraum unserer Lieferverträge aus." Eon-Ruhrgas teilte mit, der "dramatische Lieferausfall" sei beherrschbar. Die Versorgung der Kunden laufe ohne Störung.

Ruhrgas stellt zudem auch mittel- und osteuropäischen Ländern Stützungslieferungen zur Verfügung. Länder wie Ungarn, die bereits Gas für die Industrie rationiert haben, sind darauf angewiesen. Die Türkei legte drei Gaskraftwerke still, versicherte aber, die Stromversorgung des Landes sei dennoch gesichert. Dramatischer ist die Lage für Staaten wie die Slowakei, Mazedonien oder Bosnien, die völlig auf russisches Gas angewiesen sind und über keinerlei Reserven verfügen.
 
Ukraine: Opposition regt Misstrauensvotum gegen Regierung Timoschenko an

KIEW, 12. Januar (RIA Novosti). Die Partei der Regionen, die größte Oppositionspartei der Ukraine, bringt am Montag einen Resolutionsentwurf über ein Misstrauensvotum gegen die Regierung Julia Timoschenko im Parlament ein.

"Inkompetenz, Verantwortungslosigkeit, Machtspaltung und ein abenteuerliches Herangehen an die Regelung der ‚Gasfrage', die das Land an den Rand einer Katastrophe gebracht hat, sind der Grund dafür, dass die Partei der Regionen heute einen Resolutionsentwurf ‚Über Misstrauen gegen das Ministerkabinett der Ukraine' ins Parlament einbringt", wird Parteichef Viktor Janukowitsch in einer Pressemitteilung der Partei der Regionen zitiert.

Janukowitsch hatte am Montag in einer Sitzung des Schlichtungsrates des Parlaments vorgeschlagen, die Arbeit der Obersten Rada im angebrochenen Jahr mit einer Sondersitzung unter Teilnahme des ukrainischen Präsidenten und mit einem Regierungsbericht über die Situation im Land, darunter über die Probleme der Gasversorgung, zu beginnen.

Die Ukraine hat bis jetzt den Vertrag mit Gazprom über die Gaslieferung im Jahr 2009 nicht unterzeichnet und statt dessen Transitgas entnommen, das nach Europa transportiert werden sollte.

Kiew hatte am 30. Dezember 2008 insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zur Tilgung der Schulden für das importierte russische Gas bezahlt und schuldet Russland noch 614 Millionen US-Dollar.

Russland hatte der Ukraine Ende Dezember angeboten, russisches Gas zum ermäßigten Preis von 250 US-Dollar je 1000 Kubikmeter zu kaufen (im Jahr 2008 waren es 179,5 US-Dollar). Die Ukraine fand diesen Preis zu hoch. Indes beträgt der Gaspreis für die Länder Osteuropas im ersten Quartal 2009 etwa 470 US-Dollar je 1000 Kubikmeter.

Die Ukraine hatte übrigens im Jahr 2008 Gas zum verdoppelten Preis an ihre Kunden geliefert.

Der Streit zwischen den ehemaligen Urhebern der "orange Revolution" - der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und Staatspräsident Viktor Juschtschenko - ist ein Tagesthema in der Ukraine. Die Konfrontation zwischen den beiden höchsten Staatsbeamten hat sich auf den "Gaskonflikt" ausgedehnt.

Russland diktiert der Ukraine die Kapitulationsbedingungen - „Wremja Nowostej“

MOSKAU, 12. Januar (RIA Novosti). Moskau hat sich im Großen und Ganzen sehr gut auf den neuen Gaskrieg mit der Ukraine vorbereitet und diesen Anlass geschickt genutzt, um eine internationale Kontrolle über die ukrainische Gasinfrastruktur durchzusetzen.

Darüber schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ vom Montag.

Kiew hat sich selbst in die Sackgasse manövriert. Sogar die Regelung der Meinungsverschiedenheiten zu einem Protokoll und die Tätigkeit der Sonderkommission werden einen reibungslosen Gastransit nach dem Westen nicht mehr gewährleisten können.

Ungeachtet der Angeberei der ukrainischen Behörden im Dezember, die behaupteten, sie seien in der Lage, auch ohne Gas aus Russland überleben zu können, da sie gegebenenfalls auf die unterirdisch gespeicherten Gasvorräte zurückgreifen könnten, ist es den fachkundigen Spezialisten schon längst klar geworden, dass dies ohne komplette Einstellung der Arbeit der ukrainischen Endverbraucher, vor allem der großen Betriebe, nicht möglich sein wird.

Schon früher war es in der kalten Jahreszeit mehrmals vorgekommen, dass der ukrainische Versorger Naftogas seine Transitverpflichtungen nicht im vollen Umfang erfüllt hat. Besonders krass war die Situation im Januar und Februar 2006. Damals endete der erste Gaskrieg am 4. Januar mit der Unterzeichnung eines Paketvertrages. Doch die europäischen Endverbraucher beschwerten sich bis zum März 2006 und behaupteten, sie hätten das gekaufte Gas nicht im vollen Umfang beziehen können.

Die Ukraine wird entweder den gegenwärtig geltenden Vertrag mit dem russischen Energiekonzern Gazprom anerkennen müssen (dieser Vertrag legt einen Transitpreis von 1,7 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas je 100 Kilometer bis Ende 2010 fest), oder sie wird zu der alten Praxis zurückkehren und das Gas, nach der Wiederaufnahme des Transits nach Westeuropa, wie früher abzweigen müssen.

Laut inoffiziellen Angaben war es das unbedachte Schreiben des Naftogas-Chefs Oleg Dubina mit der Warnung an Gazprom, dass die Ukraine ohne einen neuen Vertrag das aus Russland in Richtung Westen strömende Gas als Schmuggelware beschlagnahmen bzw. sicherstellen würde, das die Rolle des letzten Tropfens spielte, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Danach hat Moskau die Entscheidung getroffen, rigoros durchzugreifen. Nachdem Russland, aus welchen Gründen auch immer, den Gastransit gestoppt und seinen Ruf als verlässlicher Partner und Gaslieferant unwiderruflich verloren hat, versucht Moskau aus dieser Situation einen maximalen wirtschaftlichen und politischen Profit herauszuschlagen.

Die Verhandlungen über die neuen Lieferungen befinden sich in einer Sackgasse. Der früher vorgeschlagene Preis in Höhe von 250 US-Dollar je 1000 Kubikmeter ist endgültig vom Tisch. Die Einführung eines Marktpreises von 450 US-Dollar je 1000 Kubikmeter, der dem heutigen Gaspreis für die osteuropäischen Staaten abzüglich Transitkosten durch die Ukraine entspricht, ist aber eine zu schwere Bürde für die ukrainische Wirtschaft. Kiew hat auf den Schutz des Westens gesetzt. Diese Rechnung aber ist nicht aufgegangen.

RosUkrEnergo-Miteigner über geheimnisvolle Verschuldung der Ukraine gegenüber Gazprom

MOSKAU, 11. Januar (RIA Novosti). Die ganze Marge aus dem Verkauf des russischen Erdgases an die ukrainischen Verbraucher hat der ukrainische Staatskonzern Naftogas kassiert.

Dies teilte Dmitri Firtasch, dem 45 Prozent am Gaszwischenhändler Rosukrenergo (RUE) gehören, der russischen Zeitung Wedomosti mit. Er bestätigte, das Naftogas russisches Erdgas zu 179,5 Dollar je 1000 Kubikmeter gekauft und auf dem ukrainischen Inlandsmarkt zu 320 Dollar verkauft habe. Wo das Geld hingekommen sei, wisse er nicht, sagte Firtasch. "Heute steht Naftogas gänzlich unter Kontrolle der Regierung von Julia Timoschenko. Diese Frage sollte man an sie stellen."

Firtasch verwies darauf, dass Naftogas seine Milliardenschuld gegenüber dem russischen Lieferanten Gazprom nicht aus den Eigenmitteln, sondern aus Krediten finanziert habe, die er bei der ukrainischen Nationalbank aufgenommen hat.

Naftogas habe also "nicht nur das Geld von den ukrainischen Verbrauchern kassiert und dieses irgendwo hingesteckt, sondern auch Kredite aufgenommen", sagte der Unternehmer, dem 45 Prozent an RUE gehören. Nach seiner Prognose wird sich Naftogas in diesem Jahr wieder nicht in der Lage erweisen, das russische Erdgas zu bezahlen, selbst wenn dieses Gas von Verbrauchern bezahlt würde.
 
Und jeder der meinte Ria Novosti sei ja nicht objektiv lol, freut sich über meine neue Quelle :D

Politik zur Beschwichtigung des orangenen Regimes

(RUVR) Jahraus, jahrein hat das orangene Regime in Kiew, von den USA beschützt, Gazprom hartnäckig erpreßt. Die Forderungen waren unkompliziert: entweder Vorzugstarife für das russische Erdgas oder Abzapfung des von EU-Abnehmern bezahlten Brennstoffs aus den Export-Pipelines. Dabei stellte sich der Westen bereitwillig hinter ein Regime, das am hellichten Tage auf Raub ausging. Und gab die Schuld dem geplünderten Gazprom, das er zum unzuverlässigen Lieferanten abstempelte. Diesmal scheinen die europäischen Politiker doch beeindruckt zu sein: Die Kälte hat sich als Mittel gegen Heuchelei bewährt. Ein gewisser Fortschritt zeichnet sich ab: Erstmals haben sie, wenn auch ungern, die Verantwortung beider Seiten, also auch die des Transitlandes, erwähnt. Allerdings eilen sie nicht, die vertrauten Geleise zu verlassen.
Der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso droht beiden Seiten sogar mit Klage. Er droht also Gazprom, das sich mit der Suche nach alternativen Routen für die Gasversorgung Europas abmüht, und Naftogaz Ukrainy, das nichts tut als stehlen und Lieferungen sabotieren. Das Urteil der europäischen sachverständigen Beobachter, die einen Stopp des Gastransits, aber nicht etwa der Gaslieferungen feststellten, wurde ignoriert.
Die EU-Staatschefs hätten keinem außer dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko eine solche Frechheit nachgesehen. Sie hätten schon ein Mittel gefunden, den dreisten Politiker in die Schranken zu weisen. In diesem Fall handelt es sich aber um ein rußlandfeindliches Regime, um einen potentiellen NATO-Anwärter. Darum ist die Wahl zwischen der Unterstützung für Kiew und der Wiederherstellung der Gasversorgung der EU wieder mal zu Ungunsten der EU-Bevölkerung ausgefallen. Und das, obwohl die aktuellen ukrainischen Behörden aus dem letzten Loch pfeifen.
Die Fehde innerhalb des herrschenden Klans sieht immer mehr nach einer Beißerei von Kampfhunden aus. Man sucht einander leckere Objekte zu entreißen, insbesondere beim Zwischenhandel mit dem russischen Erdgas. Moskau hat die ukrainische Elite durch seine Wegwerfpreise an den Gedanken gewöhnt, daß man mit den Lieferungen ewig würde wuchern können. Auf einmal war das Vergnügen zu Ende: Gazprom stellte eine Rechnung zu marktüblichen Preisen. Das war auch die Ursache der Sabotage der Gaslieferungen nach Europa: Die Fliegen weigerten sich, den Honigschleuder zu verlassen.
Der Beliebtheitsgrad Juschtschenkos in seinem Lande ist dabei allen Umfragen zufolge bis zum geht nicht mehr gesunken. Bei den Wahlen 2009 hat er nicht mehr Überlebenschancen als eine Made, die unter die Straßenwalze geraten ist. Die Opposition im Parlament droht ihm mit Ermittlung und Amtsenthebung. Die Wirtschaft ist nahe an Zahlungsunfähigkeit. Der Fiskus wurde bis auf den Boden entleert. Jedoch bleibt der Präsident nach wie vor auf Konfrontationskurs praktisch zu ganz Europa. Es ist eine Art politisches Wettrennen im Auto ohne Bremsen.
Eine interessante Sicht auf das Geschehen hat der russische Politikwissenschaftler und Duma-Abgeordnete Sergej Markow. Dem in die Enge getriebenen Juschtschenko, meint er, stehe nur noch ein Ausweg offen: Er kann die Situation im Lande zur Explosion bringen, Volksprotest unterdrücken und eine Art Diktatur errichten. Ohne Wahlen. Nur so kann er an der Macht bleiben. Vorausgesetzt, daß ihn die USA und die EU unterstützen. Das ist durchaus möglich: Dadurch würden sie nämlich an der russischen Grenze einen rußlandfeindlichen Satellitenstaat behalten.
Allerdings gibt es für den Westen einen anderen, zivilisierteren Ausweg. Nämlich, er könnte die Behörden in Kiew von der Notwendigkeit überzeugen, die Anforderungen des Memorandums zu erfüllen, das 2002 von Wladimir Putin, Gerhard Schröder und Leonid Kutschma unterzeichnet wurde. Es sah die Gründung eines internationalen Konsortiums vor, welches die ununterbrochene Durchleitung des russischen Gases in die EU sicherstellen würde. Dabei würde die Ukraine im Besitz der Gasnetze bleiben. Es ist nicht auszuschließen, daß die Mehrheit der führenden EU-Politiker auf diese Idee zurückkommt. Allerdings würden die USA kaum darauf eingehen: Es steht nicht in ihrem Interesse, die ukrainisch-russischen Spannungen zu entschärfen. Dabei ist die europäische politische Spitze ohne Washington wie ein Blinder ohne Führer.

Die Gas-Blockade: gespielt wie nach Noten

(RUVR)Die Stimmungen in Europa erinnern irgendwie an die emotionellen Spannungen von vor einem Jahrhundert nach den Schüssen in Sarajevo. Glücklicherweise toben die Leidenschaften dieses Mal nicht auf Schlachtfeldern, sondern in der friedlichen Energiewirtschaft. Kiew hat aus dem Munde seiner Premierministerin Julia Timoschenko die zweifellose Verantwortung der ukrainischen Führung für die Blockade der Transit-Pipelinenetze eingestanden. Am Sonnabend waren hohe Gäste mit dem einzigen Anliegen nach Moskau gekommen, die Saboteure zu überreden, die Klappen für das Durchpumpen des russischen Erdgases in die EU wieder zu öffnen. Ein Kommentar von Sergej Guk.
Die Situation erinnert immer mehr an die bekannte Fabel vom Koch, der dem Kater das Gebot predigt „stehle nicht“. Keine unter den europäischen Regierungen entschließt sich, von dem Regime „in Orange“ zu verlangen, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Insbesondere die Energie-Charta, die von den Transitländern verlangt, den Transit von Energieträgern durch ihr Territorium nicht zu behindern. Warum aber geht Kiew, das unverschämt Gas stiehlt, das die europäischen Verbraucher bezahlt haben, alles so ungewöhnlich leicht von der Hand?
Es gibt keine Wunder. Demnach fühlen der Präsident Viktor Juschtschenko und seine Helfershelfer hinter ihrem Rücken jemandes starke Unterstützung, vor der die ganze europäische politische Elite passt. Es kann hier nur von einem einzigen möglichen Schirmherrn die Rede sein – von den USA. Zu welchem Zweck Washington diese Vorstellung in Szene gesetzt hat, unter der nicht nur die Wirtschaftsinteressen Russlands, sondern auch der amerikanischen NATO-Bündnispartner leiden, das versuchen wir hier zu klären.
Das Interesse der Amerikaner ist wirtschaftlicher und geopolitischer Art. Seit langem versuchen sie vergeblich, an die Erdöl- und Erdgasvorräten der Region am Kaspischen Meer heranzukommen. Die projektierte Erdgaspipeline „Nabucco“ ist berufen, von dort Erdgas unter Umgehung Russlands nach Europa zu transportieren. Das heißt, man will Russland damit vom Markt verdrängen und zugleich auch den eigenen politischen Einfluss in der Region verstärken. Da es aber in einem offenen Ringen schwer ist, die Oberhand über den russischen Konkurrenten zu gewinnen, ist es einfacher, ihn erst gar nicht zum Zuge kommen zu lassen. Zu diesem Zweck ist nur wenig notwendig: man muss den Europäern den Gedanken einimpfen, dass Russland kein zuverlässiger Lieferant sei. Kiew passt dabei bestens für die Rolle des Ausführenden.
Aus dem Gordischen Lügenknoten, den die ukrainischen Politiker geknüpft haben, dringen zuweilen Wahrheiten an die Oberfläche. Da sie sich selbst so sehr in die eigenen Lügen verstrickt haben, so fangen sie an, sich zu versprechen. So zum Beispiel gab der Chef des ukrainischen Unternehmens „Naftogas Ukrainy“ zu, dass er „von oben her“ angewiesen worden sei, die Vereinbarung mit Moskau nicht zu unterzeichnen. Ja wirklich: Welcher Unternehmer wir bei gesundem Verstand einen Gaspreis von 250 US-Dollar je 1000 Kubikmeter ablehnen? Einen solchen, eigentlich verlustbringenden Tarif hatte Gasprom anfangs der Ukraine angeboten. Russland muss das aus Zentralasien eingekaufte Erdgas immerhin mit 340 US-Dollar je 1000 Kubikmeter bezahlen. Hätte Moskau kostenlose Gaslieferungen angeboten, so hätte Kiew wohl selbst das abgelehnt.
Warum übernimmt Präsident Juschtschenko die Rolle eines amerikanischen Statisten? Ja weil er seine letzten Monate an der Macht erlebt. Die parlamentarische Opposition droht ihm mit einem Misstrauensantrag. Und die Bevölkerung, wenn es nach ihrem Willen gehen würde, hätte ihn schnellstens aus dem Präsidentenkabinett vertrieben. Seine Rolle als Kamikaze, der zugestimmt hat, das Ansehen Russlands als zuverlässiger Partner zu untergraben, verspricht ihm offenbar irgendwelche Dividenden. Zum Beispiel eine ehrenhafte Emigration in die USA, wo ihn keinerlei Untersuchungskommissionen aus Kiew erreichen würden. Möglicherweise gibt es auch eine andere Variante. Der Wirtschafskollaps, der seit langem an die Tür klopft, wird mit Garantie zu einem allgemeinen Aufbegehren führen. Damit würde die Chance auftauchen, den Ausnahmezustand zu verhängen, das Parlament aufzulösen und die Wahlen um ungewisse Jahre zu verschieben.
Vielleicht existieren auch andere Argumente, die die ungestrafte Sabotage Juschtschenkos gegenüber Europa erklären. Der Zeitpunkt dafür hätte nicht besser gewählt werden können – Europa wird von der Kälte und zugleich von der Krise geplagt. Auffallend ist das Verhalten der europäischen Politiker. Für sie ist der Willen der USA heilig. Selbst dann noch, wenn sie das mit den Interessen der eigenen Bevölkerung bezahlen müssen. Weiter als ein Brabbeln über einen angeblichen „Wirtschaftskonflikt“ und über die gleiche Verantwortung Kiews und Moskaus gehen sie nicht. Und das, wo hier doch die politischen Interessen – und zwar fremde Interessen – klar auf der Hand liegen.


Dmitri Medwedjew: Die Konfliktsituation um die russischen Erdgas-Lieferungen nach Europa muss maximal schnell geregelt werden

Die Konfliktsituation um die russischen Erdgas-Lieferungen nach Europa durch das Territorium der Ukraine müsse maximal schnell geregelt werden, erklärte der Präsident Russlands Dmitri Medwedjew nach der in Moskau zu Ende gegangenen Konferenz zu Frage der Gewährleistung der Erdgas-Lieferungen an die europäischen Verbraucher.
Der russische Staatschef betonte, dass die Konferenz in Moskau, die auf seine Initiative hin einberufen wurde, und auf die hohe Vertreter aus zehn europäischen Staaten und der Europäischen Union operativ reagiert haben, sehr nützlich gewesen sei.
„Vor allem ist es uns gelungen, offen, in konstruktiver und wohlwollender Manier Meinungen über die Gas-Krise auszutauschen, die leider in Europa existiert“, erklärte der Präsident. „Außerdem haben wir unter Beteiligung der in den Konflikt einbezogenen Seiten – also Russlands und der Ukraine und ebenso der anderen interessierten Länder – darüber gesprochen, wie man zur unverzüglichen Wiederaufnahme der Gas-Lieferungen übergehen kann“, teilte Dmitri Medwedjew mit. „Ebenso wurde die Frage erörtert, derartige Probleme künftig nicht zuzulassen.“
Der Präsident bemerkte, dass das existierende System der Energiesicherheit Europas keineswegs optimal sei. Darunter auch nicht die Energie-Charta, die Russland nicht angewandt habe und nicht anwenden werde. Deshalb müsse man darüber nachdenken, auf welche Art und Weise eine solide Rechtsgrundlage zur Bewöltigung dieses Problems geschaffen werden könne, sagte Dmitri Medwedjew. Er versprach, dass er diese Frage unbedingt beim kommenden G8-Gipfel und wahrscheinlich auch beim Gipfeltreffen der 20 führenden Länder der Welt ansprechen werde, das in nächster Zeit in London stattfinden wird. Er sagte, die gegenwärtige Weltfinanzkrise dürfe nicht noch durch Probleme erschwert werden, wie es der Gas-Streit sei. Der Präsident äußerte den Wunsch, dass das russische Erdgas in den allernächsten Tagen nach Europa gelange. Dabei nannte er die Hauptvarianten zur Überwindung der Krise. Insbesondere geht es um die Schaffung eines internationalen Konsortiums, das der Ukraine das sogenannte technologische Gas zur Wiederaufnahme des Gas-Transits gewährleistet.
Auf die Fragen der Korrespondenten antwortend, verlieh der Präsident Russlands seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Ukraine durchaus in der Lage sei, den europäischen Gaspreis zu zahlen. Zudem äußerte Medwedjew die Vermutung, dass zum Jahresende unter Berücksichtigung der Preis-Dynamik bei Erdöl die Gaspreise bedeutende niedriger sein werden. Auf die Notwendigkeit des Baus der Pipelines „Nord Stream“ und „South Stream“ eingehend, betonte Medwedjew, dass Russland nicht beabsichtige, auf den Transit seines Erdgases durch die Ukraine zu verzichten. Allerdings müsse man Lehren aus dem Geschehen ziehen und Mechanismen schaffen, die das Entstehen derartiger Konflikte in der Zukunft verhindern. Der Präsident Russlands bemerkte, dass das Problem der Energieträger-Lieferungen ein globales Problem sei. Und die beste Lehre aus der heutigen Gas-Krise werde der Aufbau eines diesbezüglichen internationalen Systems auf bilateraler wie ebenso multilateraler Grundlage sein.

MP3: MMS://media.ruvr.ru/German/Informationsmagazin170109.mp3
 
Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit Europas

(RUVR)Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ – das ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit ganz Europas. Das erklärte im Interview für den deutschen Fernsehsender ARD der russische Premierminister Wladimir Putin.

Er betonte, dass unter den gegenwärtigen Krisenbedingungen um die Erdgas-Lieferungen in die EU, alle Verbraucher in Europa sich noch einmal davon überzeugen mussten, dass das Auftauchen eines Transitlandes stets zusätzliche Probleme bringen könne. Deshalb sei die Notwendigkeit herangereift, die Gaslieferungen auf einem direkten Wege zu realisieren. Der russische Premierminister gebrauchte nicht umsonst das Wort „direkt“, denn die Pipeline „Nord Stream“ erlaubt es, das russische Erdgas unter Umgehung der Transitländer zu liefern. Die Pipeline führt vom russischen Wyborg aus durch die Ostsee bis zur deutschen Stadt Greifswald. Zugunsten des neuen Projekts spricht ein sehr gewichtiges Argument. Die existierenden Pipelines sind bereits bedeutend abgenutzt und bewältigen das erforderliche Liefervolumen nur schwer. Der Gasbedarf in Europa aber wächst mit jedem Jahr. Nach den Prognosen wird Europa zum Jahr 2025 bereits 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas brauchen. Um das Defizit zu decken, sind neue Gaspipelines erforderlich. In Brüssel verstehe man das sehr gut, bemerkt der Vorsitzende des Verbandes der Erdöl- und Erdgasproduzenten Russlands Gennadi Schmal:
„Alle notwendigen Zustimmungen werden bestimmt in diesem Jahr eingehen, vielleicht sogar in der allernächsten Zeit. Dann bleibt noch eine Frage – es muss gebaut werden. Diesbezüglich bin ich ruhig: die russischen Pipeline-Bauer, die ich gut kenne, könnten sie recht schnell verlegen, zumindest bis zum ersten großen Verbraucher. Ich meine damit Deutschland. Und ich denke, diese Arbeit muss jetzt angesichts der Situation, die sich um die Gaslieferungen nach Europa ergeben hat, aktiver sein.“
Bis in die jüngste Zeit war die Realisierung des Projekts „Nord Stream“ mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten verbunden. Europa hat nur äußerst ungern Mittel in vollem Umfang für den Bau der Pipeline zur Verfügung gestellt. Außerdem haben mehrere Umweltschutz-Organisationen dieses Vorhaben als für die Natur gefährlich bezeichnet. Kritik zum Projekt „Nord Stream“ gab es mehrfach auch von der Führung jener Staaten, in deren Nähe die Pipeline verlegt werden soll. Doch Brüssel und Moskau konnten die Regierungen von Schweden und Finnland davon überzeugen, dass die Pipeline keinerlei Gefahr darstelle. Wie Experten bemerken, gebe es allen Grund zur Vermutung, dass das Vorhaben bereits in nächster Zeit verwirklicht werden wird. Die EU hat die neue Pipeline durch die Ostsee als eine vorrangige Richtung anerkannt. Es ist geplant, dass der erste Pipelinestrang mit einer Durchlasskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter zum Jahresbeginn 2011 in Betrieb genommen werden soll. Angesichts der jüngsten Energiekrise kann der Bau der Pipeline „Nord Stream“ eventuell auch beschleunigt werden. Moskau bekundete bereits seine Bereitschaft, das Objekt vorfristig fertigzustellen.

Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit Europas

(RUVR)Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ – das ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit ganz Europas. Das erklärte im Interview für den deutschen Fernsehsender ARD der russische Premierminister Wladimir Putin.

Er betonte, dass unter den gegenwärtigen Krisenbedingungen um die Erdgas-Lieferungen in die EU, alle Verbraucher in Europa sich noch einmal davon überzeugen mussten, dass das Auftauchen eines Transitlandes stets zusätzliche Probleme bringen könne. Deshalb sei die Notwendigkeit herangereift, die Gaslieferungen auf einem direkten Wege zu realisieren. Der russische Premierminister gebrauchte nicht umsonst das Wort „direkt“, denn die Pipeline „Nord Stream“ erlaubt es, das russische Erdgas unter Umgehung der Transitländer zu liefern. Die Pipeline führt vom russischen Wyborg aus durch die Ostsee bis zur deutschen Stadt Greifswald. Zugunsten des neuen Projekts spricht ein sehr gewichtiges Argument. Die existierenden Pipelines sind bereits bedeutend abgenutzt und bewältigen das erforderliche Liefervolumen nur schwer. Der Gasbedarf in Europa aber wächst mit jedem Jahr. Nach den Prognosen wird Europa zum Jahr 2025 bereits 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas brauchen. Um das Defizit zu decken, sind neue Gaspipelines erforderlich. In Brüssel verstehe man das sehr gut, bemerkt der Vorsitzende des Verbandes der Erdöl- und Erdgasproduzenten Russlands Gennadi Schmal:
„Alle notwendigen Zustimmungen werden bestimmt in diesem Jahr eingehen, vielleicht sogar in der allernächsten Zeit. Dann bleibt noch eine Frage – es muss gebaut werden. Diesbezüglich bin ich ruhig: die russischen Pipeline-Bauer, die ich gut kenne, könnten sie recht schnell verlegen, zumindest bis zum ersten großen Verbraucher. Ich meine damit Deutschland. Und ich denke, diese Arbeit muss jetzt angesichts der Situation, die sich um die Gaslieferungen nach Europa ergeben hat, aktiver sein.“
Bis in die jüngste Zeit war die Realisierung des Projekts „Nord Stream“ mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten verbunden. Europa hat nur äußerst ungern Mittel in vollem Umfang für den Bau der Pipeline zur Verfügung gestellt. Außerdem haben mehrere Umweltschutz-Organisationen dieses Vorhaben als für die Natur gefährlich bezeichnet. Kritik zum Projekt „Nord Stream“ gab es mehrfach auch von der Führung jener Staaten, in deren Nähe die Pipeline verlegt werden soll. Doch Brüssel und Moskau konnten die Regierungen von Schweden und Finnland davon überzeugen, dass die Pipeline keinerlei Gefahr darstelle. Wie Experten bemerken, gebe es allen Grund zur Vermutung, dass das Vorhaben bereits in nächster Zeit verwirklicht werden wird. Die EU hat die neue Pipeline durch die Ostsee als eine vorrangige Richtung anerkannt. Es ist geplant, dass der erste Pipelinestrang mit einer Durchlasskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter zum Jahresbeginn 2011 in Betrieb genommen werden soll. Angesichts der jüngsten Energiekrise kann der Bau der Pipeline „Nord Stream“ eventuell auch beschleunigt werden. Moskau bekundete bereits seine Bereitschaft, das Objekt vorfristig fertigzustellen.
Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit Europas

(RUVR)Der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream“ – das ist keine bilaterale Vereinbarung zwischen Russland und Deutschland mehr, sondern eine Kernetappe bei der Erhaltung der Energiesicherheit ganz Europas. Das erklärte im Interview für den deutschen Fernsehsender ARD der russische Premierminister Wladimir Putin.

Er betonte, dass unter den gegenwärtigen Krisenbedingungen um die Erdgas-Lieferungen in die EU, alle Verbraucher in Europa sich noch einmal davon überzeugen mussten, dass das Auftauchen eines Transitlandes stets zusätzliche Probleme bringen könne. Deshalb sei die Notwendigkeit herangereift, die Gaslieferungen auf einem direkten Wege zu realisieren. Der russische Premierminister gebrauchte nicht umsonst das Wort „direkt“, denn die Pipeline „Nord Stream“ erlaubt es, das russische Erdgas unter Umgehung der Transitländer zu liefern. Die Pipeline führt vom russischen Wyborg aus durch die Ostsee bis zur deutschen Stadt Greifswald. Zugunsten des neuen Projekts spricht ein sehr gewichtiges Argument. Die existierenden Pipelines sind bereits bedeutend abgenutzt und bewältigen das erforderliche Liefervolumen nur schwer. Der Gasbedarf in Europa aber wächst mit jedem Jahr. Nach den Prognosen wird Europa zum Jahr 2025 bereits 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas brauchen. Um das Defizit zu decken, sind neue Gaspipelines erforderlich. In Brüssel verstehe man das sehr gut, bemerkt der Vorsitzende des Verbandes der Erdöl- und Erdgasproduzenten Russlands Gennadi Schmal:
„Alle notwendigen Zustimmungen werden bestimmt in diesem Jahr eingehen, vielleicht sogar in der allernächsten Zeit. Dann bleibt noch eine Frage – es muss gebaut werden. Diesbezüglich bin ich ruhig: die russischen Pipeline-Bauer, die ich gut kenne, könnten sie recht schnell verlegen, zumindest bis zum ersten großen Verbraucher. Ich meine damit Deutschland. Und ich denke, diese Arbeit muss jetzt angesichts der Situation, die sich um die Gaslieferungen nach Europa ergeben hat, aktiver sein.“
Bis in die jüngste Zeit war die Realisierung des Projekts „Nord Stream“ mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten verbunden. Europa hat nur äußerst ungern Mittel in vollem Umfang für den Bau der Pipeline zur Verfügung gestellt. Außerdem haben mehrere Umweltschutz-Organisationen dieses Vorhaben als für die Natur gefährlich bezeichnet. Kritik zum Projekt „Nord Stream“ gab es mehrfach auch von der Führung jener Staaten, in deren Nähe die Pipeline verlegt werden soll. Doch Brüssel und Moskau konnten die Regierungen von Schweden und Finnland davon überzeugen, dass die Pipeline keinerlei Gefahr darstelle. Wie Experten bemerken, gebe es allen Grund zur Vermutung, dass das Vorhaben bereits in nächster Zeit verwirklicht werden wird. Die EU hat die neue Pipeline durch die Ostsee als eine vorrangige Richtung anerkannt. Es ist geplant, dass der erste Pipelinestrang mit einer Durchlasskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter zum Jahresbeginn 2011 in Betrieb genommen werden soll. Angesichts der jüngsten Energiekrise kann der Bau der Pipeline „Nord Stream“ eventuell auch beschleunigt werden. Moskau bekundete bereits seine Bereitschaft, das Objekt vorfristig fertigzustellen.


Zu hohe Erwartungen bringen die größten Enttäuschungen

(RUVR)Die größten Erwartungen gibt es dort, wo die Erwartungen zu hoch sind. Dieser Gedanke könnte ein philosophischer Denkspruch sein, ginge es hier nicht um die hohe Politik. Der russische Premierminister Wladimir Putin nutzte diesen Spruch, als er in Dresden eine Frage der Chefredakteure deutscher Massenmedien zu Barack Obama beantwortete. Zu diesem Treffen in Dresden nun Näheres von unserem Sonderkorrespondenten Wjatscheslaw Kisseljow.

„Wir haben den Wahlkampf in den USA aufmerksam verfolgt“, sagt Wladimir Putin. „Und wir haben positive Signale gehört, die an uns gerichtet waren. Das betrifft auch das Raketen-Abwehrsystem. Wir haben gehört, dass es gar nicht so obligatorisch ist. Wir haben gehört, dass die Sicherheit solcher Länder, wie Georgien und die Ukraine, nicht unbedingt im Rahmen der NATO gewährleistet sein muss. Wir haben gehört, dass wir vieles gemein haben im Streben nach einer Einschränkung des Wettrüstens und nach der Nichtweitergabe von Massenvernichtungsmitteln. Warten wir die praktische Realisierung dessen ab, was wir während des Wahlkampfes gehört haben. Barack Obama ist ein aufrichtiger, aufgeschlossener Mann, und das nimmt uns natürlich ein. Lassen sie uns abwarten und schauen“, sagte Wladimir Putin.
Der größte Teil der in dem 2-stündigen Gespräch bis weit nach Mitternacht gestellten Fragen, betraf die russischen Erdgas-Lieferungen in die Ukraine. Der russische Regierungschef teilte mit, dass mehrere Stunden zuvor bei den Verhandlungen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die Idee entstanden sei, eine internationale Expertengruppe zur Festlegung der optimalen Transitwege für das russische Erdgas durch die Ukraine zu bilden. Die Pipeline und die Gas-Depots, die noch zu sowjetischen Zeiten für den Gas-Export nach Europa gebaut worden waren, benutzt Kiew jetzt für seinen Eigenbedarf. Um das Durchpumpen des Gases in der traditionellen westlichen Richtung wiederaufzunehmen, ist es jetzt notwendig, das Russland das Gas-Volumen erhöht.
Indessen hat es Moskau satt, dass bei diesem Gas-Transit ständig Gas gestohlen wird, weshalb es die Transitrisiken mit den europäischen Partnern teilen will, wozu französische, deutsche und italienische Gas-Unternehmen ein Konsortium bilden werden. Denn indem die Ukraine den russischen Erdgas-Export blockiert, erpresst es Moskau, um von ihm Vorzugspreise für das Gas für den Inlandbedarf zu bekommen. Russland hatte der Ukraine bereits Gas zu einem Preis in Höhe von 250 US-Dollar je eintausend Kubikmeter mit der Berechtigung zum Re-Export angeboten, obwohl es dieses Gas in Mittelasien selbst für 340 US-Dollar eingekauft hatte. Aber Kiew hatte das abgelehnt.
Wladimir Putin ist sich unklar, ob das auf Dummheit, innenpolitischen Zank, Korruption oder auf alles zusammen zurückzuführen ist. Die Perspektiven für die Regelung der Gas-Krise schätzte der russische Premierminister optimistisch ein. Erstens werden der Ukraine in anderthalb bis zwei Monaten die Brennstoffvorräte ausgehen und Kiew wird genötigt sein, eine Vereinbarung mit Moskau zu treffen. Zweitens wird der Bau der alternativen Erdgas-Pipelines, darunter zusammen mit Deutschland, wie es die Pipeline Nord Stream ist, der Ukraine das gegenwärtige Transitmonopol nehmen. Auf die Frage eines anwesenden Chefredakteurs antwortend, sagte Wladimir Putin, dass die Konkurrenz in der heutigen Welt zunehme. Russland und Deutschland würden einander ergänzen, und die weitere Annäherung könne zum beiderseitigen Konkurrenzvorteil werden. Manchem könne das nicht gefallen. Aber man dürfe diese Annäherung nicht künstlich beschleunigen, doch man dürfe sie auch nicht behindern, sagte abschließend Wladimir Putin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Top Bottom