Da gibt es einige Perlen, welche gerade im Spielebereich aus dem Mainstream herausstechen.
Auf jeden Fall trifft das auf
Shen Mue zu:
Shen Mue 1 war bereits ein noch ungeschliffener Meilenstein, der leider unter der englischen Synchro litt. Wenn doch noch einmal ein dritter Teil erscheint, so ist eine japanische Sprachausgabe wie beim zweiten Teil eigendlich Pflicht. Grafisch ist Shen Mue 1 im Detail sogar etwas besser als Teil zwei, welcher demgegenüber jedoch weitläufiger war.
Shen Mue 2 ist dagegen ein fast perfektes Spiel. Die Grafik ist zwar in der Detaildarstellung (ganz besonders die Gesichter bzw. allgemeine Polygonarmut der Charaktere im Gegensatz zum ersten Teil) etwas schlechter, was jedoch wohl ein Kompromiss war, um weitläufigere Areale darstellen zu können. Trotzdem kommt es gelegendlich zu Slowdowns. Dafür ist das Spiel in Sachen Geschichte dem üblichen Adventure und Ego-Shooter-Einerlei weit überlegen. Falls doch noch ein dritter Teil erscheinen sollte, so wäre IMHO die Grafik-Qualität des zweiten Teils ohne den NextGen-Schnickschnack völlig ausreichend. Leider war die Reihe bis jetzt für Sega wohl eher ein Millionengrab. Wie man schon bei Okami sehen konnte, kann man anscheinend mit solchen Ausnahmegames kein Geld machen.
ICO und
Shadow of the Colossus sind von ihrer Atmosphäre her auch unerreicht. Ich kann nur hoffen, daß es sich auch entsprechend häufig verkauft hat, daß auch ähnlich faszinierende Spiele vom Entwickler-Team weiterhin erscheinen können. Nebenbei halte ich es für extrem unwahrscheinlich, daß zu beiden Teilen Nachfolger erscheinen. Das nächste Game der Entwickler wird sicherlich wieder etwas ganz anderes werden.
Silent Hill 1 hat eigendlich fast schon ein neues Genre geschaffen. Neben den üblichen Survival-Horror Spielen, ist Silent Hill eher ein Grusel/Psycho Horror Spiel. Gerade in Sachen Story und Atmosphäre ist Silent Hill weitaus tiefgründiger als z.B. Resident Evil.
Silent Hill 2 ist rein Storymäßig der bisher dichteste und intensivste Teil der Reihe. Gerade das mögliche Bad-Ending ist einmal wirklich konsequent, auch wenn man das rein optisch nicht so direkt dargestellt hat (was wohl auch zu einer Indizierung geführt hätte). So konsequent war bisher nur noch
Dreamweb (auf dem Amiga), bei welchem die Taten, die man storygemäßig begehen musste, sozusagen auch ihre berechtigten Folgen nach sich zogen.
Allgemein finde ich, daß es in den meisten Spielen viel zu heitere oder eindeutig positive Enden gibt. Wahrscheinlich haben die Entwickler einfach zu viel Angst den Spieler zu überfordern oder zu verärgern, wenn am Ende nicht alles in eitel Sonnenschein endet. Bei Filmen sind doch wenig eindeutige Enden oder auch Bad Endings auch möglich wie z.B. der Silent Hill Film, Lost Highway, Mulholland Drive oder sogar der (sehr empfehlenswerte) Western "Leichen plasterten seinen Weg".
Auf ihre Art faszinierend sind auch die
Fire Pro Wrestling (PCEngine, SNES, GBA, DC, PS1 & PS2) und
King of Colosseum (PS2) Reihe.
Viele denken das die Wrestlingspiele alle gleich wären. Das trifft jedoch IMHO fast ausschließlich auf die westlichen Spiele zu. Die beiden Wrestlingspielreihen von Spike sind weitaus komplexer und damit deutlich simulationlastiger als z.B. der Grafikblender und Gameplaykrüppel Smackdown (vs. Raw) oder Day of Reckoning. Selbst die alten Teile der Fire Pro Reihe auf dem SNES waren in Sachen KI und Spieltiefe trotz 2D Grafik sämtlichen aktuellen westlichen Wrestlingspielen haushoch überlegen. Gerade in Sachen Grafik kann Fire Pro (2,5 D) und King of Colosseum (dem 3D-Nachfolger von Fire Pro) natürlich nicht wirklich auftrumpfen. Aber wenn man ehrlich ist, stellen eigendlich (natürlich IMO) nur diese japanischen Spiele tatsächlich
echte Wrestlingspiele (oder eher Wresting-Simulationen) dar. Die meisten bei uns erhätlichen Spiele sind eher Beat'em Ups mit Wrestlingcharakteren. Oder um einmal einen Vergleich anzustellen, ist Fire Pro Wrestling und King of Colosseum sozusagen so etwas wie Pro Evolution Soccer, wohingegen Smackdown oder Day of Reckoning eher arcadig wie FIFA sind. Rein vom optischen (und vom Simulationsanspruch) her könnt man die beiden japanischen Wrestlingtitel vergleichen wie Richard Burns Rally zu WRC. Nur ist der Grafische Unterschied bei den Wrestlingspielen noch etwas größer.
Hier ist ein interessanter Artikeln zu der Geschichte der Wrestlinggames und den Defiziten der westlichen Spiele.
Grand Theft Auto
Der Begründer eines neuen Genres, der nach der Umsetzung das Urspieles in 3D, trotz diverser Grafikunzulänglichkeiten immer noch unerreicht ist. Andere Spiele können zwar das Gameplay kopieren, den Humor und die Story erreichen die GTA-Klone jedoch nicht. Gerade weil die Stories z.B. bei den unzähligen Ego-Shootern (Taktik-Shooter sollten inzwischen wohl eher Propaganda-Shooter genannte werden) oder auch bei Splinter Cell immer (politisch) reaktionärer werden, bietet jeder neue GTA Teil ein subversives Kontrastprogramm. Kaum ein anderes Spiel macht sich (z.B. in den Talk-Radiosendern) dermaßen offen über die derzeitige (neo-)konservative amerikanische Regierung lustig. Höchstens noch die beiden Headhunter Teile sind waren ähnlich anspielungsreich.
Besonders empfehlenswerte "besondere" Spiele sind auch noch:
- Sentinel (C64,Amiga) bzw. Sentinel Returns (PS1)
Sehr abstrakte Grafik aber fast schon ein Urvater der 3D (Vektor-)Grafik
- Freak Out (PS2)
Eines der wenigen (recht unbekannten) Spiele, deren innovatives Gameplay bis jetzt noch nicht kopiert wurden.
- Vib Ribbon (PS1)