allerdings kann sie für mich nicht die herkunft allen lebens klären, oder wie der mensch entstanden ist.
Sagen wir so: „Klären“, wie etwas enstanden ist, kann eigentlich keine wissenschaftliche Theorie etwas. Wieso? Weil sie alle nur Modelle sind. Diese Modelle wiederum sind per se nicht falsch oder richtig, sondern nähern die Wirklichkeit (also alles das, was wir messen und erfassen können) nur mehr oder weniger gut an. Das ist auch der große Unterschied zu den „Wahrheiten“ irgendwelcher Religionen, die sind nämlich meist fix. Und deswegen auch sehr unflexibel beim Verständnis der Welt.
Denn ein weiterer Punkt jeder guten Theorie ist, dass niemand daran „glaubt“, sondern alle sie nur für eine bis dato gute Erklärung halten, bis eine bessere auftaucht. Die Newtonschen Gesetze sind beispielsweise heutzutage auch überholt, es gibt ja die Relativitätstheorie; nur braucht man die in den meisten Fällen nicht, Newton reicht völlig aus, um das meiste auf der Erde Beobachtbare zu erklären.
Das heißt auch für die Evolutionstheorie: Es ist ein Modell, dass auf die beobachtete Welt ganz gut passt. Nicht immer, wie etwa beim immer noch gesuchten „Missing Link“ zwischen den späten Affen und den frühen Menschen; aber der kann ja noch gefunden werden, er ist ja auch streng genommen kein Schwachpunkt der Theorie, sondern erst mal etwas, was die Theorie voraussetzt, in der Wirklichkeit aber noch nicht nachgewiesen werden konnte. Was nicht heißt, dass es das nicht gibt.
Beim Thema Entstehung des Lebens spielt dagegen die Wahrscheinlichkeit eine große Rolle: Es ist unglaublich unwahrscheinlich, dass bestimmte chemische Verbindungen entstehen, die dann eine Frühform des Lebens bilden. Es war aber auch unglaublich viel Zeit dafür vorhanden, und auch unglaublich viel Materie – sodass es letztendlich doch nicht so unwahrscheinlich ist, dass Leben entsteht. Und selbst wenn: Angenommen, von denn 100 Milliarden Galaxien mit je 100 Milliarden Sternen wäre nur jeder Millionste Stern mit einem Planetensystem ausgestattet, und davon wäre nur in jedem Millionsten Sternensystem ein Planet, der Leben ermöglicht – es gäbe immer noch verdammt viele Möglichkeiten für Leben. Die Evolutionstheorie spielt da nur eine kleine Rolle, weil sie nur die Anpassung der Lebewesen erklärt, aber nicht direkt die Entstehung des Lebens als solches.
Was jetzt aber völlig unangebracht wäre, wäre, die Theorie, die eigentlich alles ganz gut erklärt und nur ein paar Voraussetzungen hat, die bisher nicht in der Wirklichkeit nachgeweisen werden konnten, durch ein anderes Modell zu ersetzen, was eigentlich gar nichts erklärt und noch nicht mal die Wirklichkeit vernünftig wiedergeben kann. Für die Evolutionslehre spricht viel mehr als für Intelligent Design, vor allem, da Intelligent Design überhaupt keine wissenschaftliche Hypothese ist und belegbare Erkenntnise aus anderen Bereichen der Wissenschaft einfach ignoriert.
Wozu diese ganzen Ausführungen? Nur, um eines zu zeigen: In der Schule sollte nicht das gelehrt werden, woran einzelne Leute „glauben“, sondern das Modell, was der beobachtbaren Wirklichkeit möglichst nahe kommt. Und das ist eben in diesem Bereich die Evolutionstheorie. Sollte man irgendwann eine schlüssigere Theorie finden, sollte natürlich die gelehrt werden. Nach Newton kommt ja auch irgendwann Einstein.
@nighty: Nun ja, ich will dir ja nicht widersprechen, aber das alles friedlich verläuft, kann ich bei Äußerungen wie „nicht so ne Kacke wie der Islam“ nicht sagen. Ich finde es sowieso vermessen, wie Christen so gerne mit dem nackten Finger auf Muslime zeigen, aber gut…