Auf der Games Convention hatten wir die Möglichkeit der Entwicklerpräsentation von Ubisofts (Team Montpellier) Rayman Raving Rabbits für den Nintendo Wii beizuwohnen und das Spiel anschließend direkt anzuspielen. Bei den Terminen auf der GC handelte es sich um eine Weltpremiere, niemals zuvor konnten Fachjournalisten an dem Titel Hand anlegen.
Fairerweise muss ich zugeben, das ich allgemein kein großer Fan von Rayman bin, ich konnte mich irgendwie nie richtig mit den bisherigen Teilen der Serie und dem Gameplay, bzw. Spielaufbau und Gestaltung großartig anfreunden. So war ich natürlich etwas voreingenommen vom Spiel, auch wenn dem Gamer hier etwas gänzlich neues erwartet, was nicht zuletzt an der neuartigen Steuerung des Nintendo Wii liegt.
Nun, das Spiel basiert auf einer denkbar einfachen und genauso verrückten Story. Ähnlich wie in dem Film "Mars Attacks" haben hier Ausserirdische vor die Welt zu erobern, was unser Held (in Form von Rayman) natürlich versucht zu verhindern. Die Ausserirdischen sind allerdings keine typischen Marsianer, sondern bösartig-frech-verrückte Hasen, bzw. Bunnies. Nun wird das Spiel im Gegensatz zu den Rayman-Vorgängern keinen storyreichen Action- oder Adventuremode haben, bei Rayman Raving Rabbits handelt es sich vielmehr um eine Minispiel-Sammlung, allerdings um eine wirklich gelungene, die im übrigen direkt zum Launch des Wii erscheint.
Mein erster Blickkontakt mit dem Menübildschirm des Spiels war schon gleich ein guter Eindruck. Zur Erläuterung muss ich hinzufügen, das auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes Red Steel vorgeführt wurde, was trotz guter Grafik einen etwas verwaschenen Eindruck machte. Im Gegensatz dazu war das Bild bei Rayman wirklich gestochen scharf auf dem 16:9 TV zu sehen. Der Titel wird zudem neben 16:9 auch Progressiv Scan unterstützen, was die Entwickler zusicherten.
Die DVD wird etwa 70-80 Minispiele beinhalten, die jeweils in einzelne Subgenres unterteilt sind und sich an einem Storyfaden entlanghangeln. So gibt es vier verschiedene Kategorien: Racing, First Person Shooter, Dancing und Mikrogames. Vor unseren Augen wurde eine gute handvoll davon angespielt. Bei einem Racing-Spiel, das ich selbst steuern durfte, ritt Rayman auf einer Art Nashorn um die Wette, die Route schlängelte sich kreuz und quer durch eine kurvig-hügellige Strecke. Mit dem Analogstick des Nunchuk wurde gelenkt, durch schüttelnd der Wiimote konnte ein Turbo in Form einer anspornenden Tracht auf das Reittier aktiviert werden. Die Grafik machte hier einen stimmungsvollen und sauberen Eindruck und trotz meiner ersten Wiimote Erfahrung konnte ich mir einen Mittelfeldplatz ergattern. Bei einem anderen Racing-Spiel ging es im wesentlichen darum in einer Felsspalte durch verschiedene Ringe gen Erdboden zu fliegen. Die Fels- und Wassertexturen fand ich hier äusserst gelungen und auf hohem Niveau, vor allem für das Fehlen einer HD Auflösung.
In anderen Minispielen kam der durchgeknallte Klamauk des Titels (der sich in einigen Disziplinen auch als echter Fettkiller entpuppte) zum Vorschein. So musste man sich in einem First Person Shooter die heranstürmenden Häschen vom Leib halten in dem man mit einer O-Saft-Pumpe auf die Taucherbrillen der Bunnies zielte, diese füllte und somit das Ableben herbeiführte. Zum Pumpen wurde die Nunchuk Steuerung schnell auf und ab bewegt, mit der Wiimote steuerte man den Strahl in die Gesichter der verdutzen Bunnies. In einer anderen Variante musste man die Hasen mit einer Schaufel erwischen, wenn diese kurz aus ihren Bodenlöchern hinausschauten. Dazu zielte man ebenfalls mit der Wiimote, mit dem Schwingen des Nunchuk erledigte man seine Opfer, die einem dabei fast schon leid taten. In einem anderen Minispiel musste man sich ein Feuergefecht mit den Mutantenhasen liefern, als Waffe diente eine Klopömpel-MP!
Vorgestellt wurde uns auch ein Tanzspiel. Hierbei konnte man Rayman erst ein ansprechendes Outfit verpassen, wobei einem eine Vielzahl von wirklich beknackten Klamotten zu Verfügung steht. Mit dem beispielsweise als Disco-Oma-Gothic-Rayman ausgeschmücktem Held steht man dann auf der Bühne und tanzt zu der Musik nach dem vorgegebenem Takt. Wenn man in diesem bleibt gelingt es die heranrückenden Hasen wegzurocken. Man hält dabei in der einen Hand die Wiimote, in der anderen den Nunchuk und schwingt im Rythmus mit.
Bei den Mikrospielen handelt es sich um ultra kurze Partyspiele, denn Rayman Raving Rabbits wird bis zu vier Spieler unterstützen. Hier wurde uns ein "Kuh-Weitwurf" vorgestellt. Rayman packt die friedlich grasende Kuh am Schwanz, nun schwingt man die Fernbedienung des Wii wie ein Lasso, nimmt ordentlich Geschwindigkeit auf und lässt im passendem Moment los um das arme Nutzvieh möglichst weit auf dem Acker zu platzieren.
Als abschliessendes Fazit kann ich eigentlich nur gutes berichten. Es scheint sich bei dem Spiel um eine wirklich ausgezeichnete Minispiel-Sammlung zu handeln, die vom neuen Controller, bzw. vom Controller-Paar einen hervorragenden und abwechslungsreichen Gebrauch macht. Zudem hat mich auch die Grafik, gerade für eine Minispiel-Sammlung und einen Drittanbieter-Titel wirklich sehr zufrieden gestellt. Der Humor ist herrlich schräg und verrückt, die Animationen sind gelungen und auch die Musik reiht sich in den Gesamteindruck ein - es werden 10-15 bekannte Songs vorhanden sein! Auch wegen diesem Titel können wir uns auf den Wii-Launch freuen!