Elektro vs. Verbrenner Thread

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Offenbar befindet sich die Mobilitätswende gerade im Rückwärtsgang. Der Lidl-Lonzern schafft sich wieder Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor an.
 
Offenbar befindet sich die Mobilitätswende gerade im Rückwärtsgang. Der Lidl-Lonzern schafft sich wieder Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor an.
Die Schwarz-Gruppe (Mutterkonzern von Lidl und Kaufland) hat im Sommer 2026 für ihre rund 13.000 Fahrzeuge umfassende Dienstwagenflotte in Deutschland einen Bestellstopp für reine Elektroautosverhängt. Wer dort ein neues Führungsfahrzeug anfordert, muss vorerst wieder auf Verbrennungsmotoren (Benzin oder Diesel) zurückgreifen. [1, 2, 3]

Warum tut Lidl das? (Die Bilanzlogik)
Der Schritt ist kein ideologischer Kampf gegen die E-Mobilität, sondern eine knallharte finanzielle Notbremse:[1]
  • Kauf statt Leasing: Die Schwarz-Gruppe nutzt im Gegensatz zu fast allen anderen Großkonzernen kein Leasing. Sie kauft die Dienstwagen direkt von Automobilherstellern (wie der BMW Group) mit hohem Großkundenrabatt. Nach einer kurzen Nutzungsdauer (oft ca. 18 Monate) verkauft der Konzern die Wagen selbst auf dem Gebrauchtwagenmarkt weiter. [1, 2, 3, 4]
  • Das Restwert-Problem: Gebrauchte E-Autos leiden aktuell unter einem massiven Wertverlust. Da die Technologie sich extrem schnell weiterentwickelt (Reichweite, Software, Ladegeschwindigkeit) und staatliche Kaufprämien weggefallen sind, sinkt die Nachfrage nach gebrauchten Stromern drastisch. [1, 2]
  • Das finanzielle Risiko: Wenn der Wiederverkaufswert einbricht, trägt Lidl bei gekauften Autos das volle finanzielle Risiko. Bei Leasingflotten hingegen tragen die Leasinggesellschaften oder Autohersteller dieses Restwertrisiko. Für die extrem kostenbewusste Schwarz-Gruppe wurde dieses Minusgeschäft schlicht zu groß. [1, 2, 3, 4]

    Ist das der Rückwärtsgang für die Mobilitätswende?

    Man muss die Kirche im Dorf lassen: Für die Mitarbeiter bedeutet die Regelung zwar den Verlust von steuerlichen Vorteilen bei E-Dienstwagen, eine komplette Abkehr vom Klimaschutz ist es laut Konzern aber nicht. [1]
    • Regionale Ausnahme: Der Bestellstopp gilt nur für Deutschland. In anderen europäischen Ländern (wie Belgien oder Luxemburg) treibt der Konzern die Umstellung auf E-Flotten unverändert voran. [1, 2, 3]
    • Infrastruktur bleibt: Der Ausbau von E-Ladestationen an den Lidl-Filialen läuft weiter und bereits vorhandene Elektro-Dienstwagen werden bis zum Ende ihrer Laufzeit normal weitergenutzt. [1, 2]
    • Temporäre Pause: Sobald sich der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos stabilisiert oder regulatorische Rahmenbedingungen ändern, will die Schwarz-Gruppe die Entscheidung wieder revidieren. [1]
 
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