Sammelthread Eine Branche die sich zunehmend selbst abschafft?

Cryatis

L06: Relaxed
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Iceman501
Videospiele und das Modell "Videospiel" haben sich in den letzten 30 signifikant verändert und das bei weitem nicht zum positiven... Was sind diese Veränderungen, warum führen Sie zu weniger Qualität und Akzeptanz bei den Käufern?

Wo zu Beginn unterschiedliche Erfahrungen im Vordergrund standen, findet man heutzutage nur immer mehr vom gleichen zu immer steigenden Preisen.

Die Meldungen zu Entlassungen reißen nicht ab, zum Teil gerechtfertigt zum anderen aber auch absolut Unverständlich (Blue Point Games). Sony steht exemplarisch für eine gescheiterte Markenstrategie. Ein krampfhaft auf GaaS ausgerichtetes Portfolio (zum Glück wurden viele Projekte eingestellt aber sämtliche Playstation Studios wurden damit beauftragt) zeugt davon dass das Management nicht Verstanden hat was die DNA der Playstation Studios ist und wie man den Wert der Marke "Playstation" steigert.

Beste Beispiel aktuell Marathon, Sony kauft Bungie im Jahr 2022 für 3,6 Milliarden ein GaaS Studio... Nach dem Server Slam muss man sich schon fragen warum dieses Produkt überhaupt auf den völlig übersätigten Markt gekommen iat? Positive Verkaufsmeldungen heute Fehlanzeige ... Ein weiteres Spiel was den Markt mehr fragmentiert aber im Kern es immer das gleiche ist (Battle Royal, Extraction) gähn.

Ein weiteres Problem sind Abo Modelle wie Playstation Plus oder der Game Pass... Die Spieleproduktion wird nachweislich immer teuer aber man schafft durch das Abosystem die Notwendigkeit sich Spiele zum Vollpreis zukaufen quasi ab wenn man natürlich nicht der typische Day 1 Käufer ist... Wenn ich zwei Jahre warte kann ich vieles für ein Monatsbeitrag spielen, was durchaus positiv ist weil es mehr Spieler veranlasst zu spielen. Mein eigenes Kaufverhalten hat es in den folgenden Jahren massiv angepasst, Vollpreistitel kaufe ich in absoluten Ausnahmefällen nur noch... Letztes Jahr war es zum Beispiel Clair Obsur mit 45 Euro was ich genau aus diesem Grund aktiv unterstützt habe.

Mittlerweile beruhen meine Käufe auf andere Prioritäten als der Hype des Day 1 Kaufs, proaktive Unterstützung bestimmter Studios (Sandfall, Housmarque) oder die Rückkehr alter Franchise (Onimusha - Way of the Sword).

Die Themen Kosten, Service und Priorisierung der Käufe sind sicherlich nur die Spitze des Eisberges warum die Branche in Schieflage geraten ist. In der Diskussion soll es um unterschiedliche Aspekte gehen, da jeder andere Prioritäten oder Risiken für unser Hobby sieht? Ein offener Austausch ist für uns ...
 
Videospiele und das Modell "Videospiel" haben sich in den letzten 30 signifikant verändert und das bei weitem nicht zum positiven... Was sind diese Veränderungen, warum führen Sie zu weniger Qualität und Akzeptanz bei den Käufern?

Wo zu Beginn unterschiedliche Erfahrungen im Vordergrund standen, findet man heutzutage nur immer mehr vom gleichen zu immer steigenden Preisen.

Die Meldungen zu Entlassungen reißen nicht ab, zum Teil gerechtfertigt zum anderen aber auch absolut Unverständlich (Blue Point Games). Sony steht exemplarisch für eine gescheiterte Markenstrategie. Ein krampfhaft auf GaaS ausgerichtetes Portfolio (zum Glück wurden viele Projekte eingestellt aber sämtliche Playstation Studios wurden damit beauftragt) zeugt davon dass das Management nicht Verstanden hat was die DNA der Playstation Studios ist und wie man den Wert der Marke "Playstation" steigert.

Beste Beispiel aktuell Marathon, Sony kauft Bungie im Jahr 2022 für 3,6 Milliarden ein GaaS Studio... Nach dem Server Slam muss man sich schon fragen warum dieses Produkt überhaupt auf den völlig übersätigten Markt gekommen iat? Positive Verkaufsmeldungen heute Fehlanzeige ... Ein weiteres Spiel was den Markt mehr fragmentiert aber im Kern es immer das gleiche ist (Battle Royal, Extraction) gähn.

Ein weiteres Problem sind Abo Modelle wie Playstation Plus oder der Game Pass... Die Spieleproduktion wird nachweislich immer teuer aber man schafft durch das Abosystem die Notwendigkeit sich Spiele zum Vollpreis zukaufen quasi ab wenn man natürlich nicht der typische Day 1 Käufer ist... Wenn ich zwei Jahre warte kann ich vieles für ein Monatsbeitrag spielen, was durchaus positiv ist weil es mehr Spieler veranlasst zu spielen. Mein eigenes Kaufverhalten hat es in den folgenden Jahren massiv angepasst, Vollpreistitel kaufe ich in absoluten Ausnahmefällen nur noch... Letztes Jahr war es zum Beispiel Clair Obsur mit 45 Euro was ich genau aus diesem Grund aktiv unterstützt habe.

Mittlerweile beruhen meine Käufe auf andere Prioritäten als der Hype des Day 1 Kaufs, proaktive Unterstützung bestimmter Studios (Sandfall, Housmarque) oder die Rückkehr alter Franchise (Onimusha - Way of the Sword).

Die Themen Kosten, Service und Priorisierung der Käufe sind sicherlich nur die Spitze des Eisberges warum die Branche in Schieflage geraten ist. In der Diskussion soll es um unterschiedliche Aspekte gehen, da jeder andere Prioritäten oder Risiken für unser Hobby sieht? Ein offener Austausch ist für uns ...
Schöner Beitrag der zu einer guten Diskussion einlädt. Mir fehlt leider gerade die Zeit da im Detail drauf einzugehen, Was ich hoffentlich die nächsten Tage mal nachholen werde. In der Kurzform kann ich aber sagen, obwohl ich sehr gerne Qualitativ Hochwertige SP Games zocke und beileibe nicht alle Entwicklungen in der Spielindustrie der letzten 30 Jahre Gutheiße oder überhaupt Nachvollziehen kann, sehe ich das aller meiste von dem was du ansprichst, trotzdem in teilen oder sogar komplett anders bzw. komme zu anderen Schlussfolgerungen.

Ich bin auch trotz der sicher vorhandenen Probleme, der Meinung das wir Insgesamt in der Besten Zeit überhaupt leben um ein Gamer zu sein . Aber wie gesagt, wenn ich irgendwann in der nächsten Tagen die Zeit finde, folgt auf jeden Fall noch eine Detailliertere Antwort.
 
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Ich bin auch trotz der sicher vorhandenen Probleme, der Meinung das wir Insgesamt in der Besten Zeit überhaupt leben um ein Gamer zu sein .

Ich fand der Peak war zu Xbox/GameCube/PS2-Zeit. Danach wurde alles kommerziell und es ging den Großkonzernen nur noch um die Millionen. Heutzutage gibt es weder (neue) Videospielikonen, noch wirklich herausragende Games. Ohne die Indiebranche wäre unser Hobby längst tot.

Sony und MS schaffen sich gerade selbst ab und Nintendo unter Furukawa schlägt mMn auch den falschen Weg ein.

Nein, die Hochzeit ist lange vorbei. Heute geht es fast nur noch um Ingame-Käufe, DLCs, Gacha, GAAS usw. Richtig coole Singleplayer-Erfahrungen oder gute Rollenspiele sind eine Seltenheit geworden.

Der Branche fehlt es an Innovation und frischen Wind.
 
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Ich denke wir haben im Kern folgendes Problem:

Die Industrie hat sich im AAA Bereich über alle Maßen aufgebläht. Es arbeiten inzwischen hunderte von Leuten an einem Spiel wobei man bei der Hälfte wahrscheinlich gar nicht weiß was die überhaupt machen. Das führt dann logischerweise zu immer schlechteren Spielen die immer teurer werden.

Es wird da kein Weg daran vorbeiführen, dass sich die Branche gesundschrumpft. Kleinere Teams, kürzere Entwicklungszeiten, fokussiertere Spiele.

Betrifft natürlich hauptsächlich den Westen, in Asien und Osteuropa scheint es mir ja soweit noch recht ordentlich zu laufen. Capcom, Nintendo und Co. haben ihre Budgets und Entwicklungsdauer noch im Griff, obwohl auch die aufpassen müssen, dass das nicht weiter ausartet.
 
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Ich fand der Peak war zu Xbox/GameCube/PS2-Zeit. Danach wurde alles kommerziell und es ging den Großkonzernen nur noch um die Millionen. Heutzutage gibt es weder (neue) Videospielikonen, noch wirklich herausragende Games. Ohne die Indiebranche wäre unser Hobby längst tot.

Sony und MS schaffen sich gerade selbst ab und Nintendo unter Furukawa schlägt mMn auch den falschen Weg ein.

Nein, die Hochzeit ist lange vorbei. Heute geht es fast nur noch um Ingame-Käufe, DLCs, Gacha, GAAS usw. Richtig coole Singleplayer-Erfahrungen oder gute Rollenspiele sind eine Seltenheit geworden.

Der Branche fehlt es an Innovation und frischen Wind.
Diesbezüglich und warum ich das anders sehe, hatte ich dir ja schon in dem vor einigen Wochen von dir dazu erstellten Thread drauf geantwortet.
 
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GaaS, Abo Modelle, Entlassungen, Einheitsbrei....

Ich glaube nicht, dass diese Sachen ursächlich dafür sind, warum der Videospielmarkt von der Kundschaft seit Jahrzehnten stagniert bzw.rückläufig ist.
Vollpreistitel bekommt man spätestens seit der PS4 Gen, wahrscheinlich sogar noch früher nach einigen Monaten mit deutlichen Rabatt. Beim PC galt schon in den 90ern, dass die Spiele teils beim Kunden reifen. Patches gab es zwar noch nicht übers Internet, dafür über Hefte mit Diskette und später CD und DVD. Studioaufkäufe und -schließungen gab es auch schon immer. Inden 90ern und 2000ern war da EA berüchtigt. Einheitsbrei gibt es ebenfalls schon lange, Trends wurde schon immer hinterhergelaufen.

Gefühlt wird der Einstieg immer teurer. Beim PC gab es früher den auch spieletauglichen Aldi PC, den gibt es schon lange nicht mehr. Ansonsten war in den letzten Jahren immer mindestens 1 Komponente überteuert und aktuell sind es gleich mehrere.

Bei der Konsole hätte es als günstigen Einstieg die Xbox Series S gegeben, die ist vom Preis aber auch seit Jahren eigentlich zu teuer im Vergleich zu den anderen Produkten. Aktuelle Konsolen sind generell teuer geworden. Gaming auf Smartphones ist ein riesiger Markt, der aber leider im großen und ganzen nichts zu "unserem" Markt beigetragen hat. Das ist wohl in etwa vergleichbar zur Wii, die zwar viele neuen Käufer angelockt hatte, aber diese weder bei Nintendo selbst noch für den Gesamtmarkt signifikant halten konnte.
Bei stagnierter Spieleranzahl werden die Spiele selbst immer teurer und brauchen immer länger. Und bei einem Flop heißt es heute nicht, dass das Studio oder der kleine Publisher geschlossen wird, sondern mittlerweile sind da selbst die großen Publisher betroffen. 2k hängt doch mehr oder weniger an GTA. Wäre GTA 4 oder 5 ein Flop gewesen, dann würden wir 2k so nicht mehr sehen. Das Gleiche gilt aktuell für GTA 6. Acctivision/Blizzard wurden aufgekauft, EA wurde verkauft, Ubisoft ist seit Jahren in Schwierigkeiten und hat sich aufgeteilt, SE galt (und gilt noch?) teilweise als Übernahmekandidat...

Microsoft hatte Spielen mit Experimenten und Abseits vom Einheitsbrei, die es nicht nur exklusiv gab und gibt. Wurde von den Spielern, die immer wieder Abseits von Einheitsbrei fordern, trotz guten Bewertungen links liegen gelassen. Mit ihrem Ziel 30% Marge hat Microsoft selbst alles in der Richtung intern abgeschossen.


Die Frage müsste lauten, ist der Markt für "klassische" Videospiele ausgeschöpft und wird nicht mehr wachsen oder gäbe es Wachstumschancen? Da müssten gerade die Hardware Teilnehmer ergründen, warum der Markt nicht mehr wächst und stattdessen stagniert bis schrumpft. Wenn der Markt ausgeschöpft ist, dann müssen die Produktionskosten runter, die Spielpreise höher ohne Änderung der Verkäufe oder bei gleichem Spielpreis höhere Verkäufe (auf Kosten anderer Games) generiert werden.


Die Abomodelle halte ich seitens Microsoft damals einen Versuch den "Erfolg" der Videostreaming Plattformen auf die Gamesbranche auszuweiten und Day One der exklusiven Games war die Karotte um viele davon zu überzeugen. Die Abozahlen sind hinter den Erwartungen und das Ding kann Day One nicht refinanzieren. Die anderen Abo Modelle haben mehr oder weniger alten Kram drin. Da sehe ich wie generell den Nachteil der Überreizung. So viele Spiele, die man ausprobieren kann, aber wenn diese nicht nach ein paar Minuten kicken, sind sie auch ganz schnell wieder weg. Damals gab es im Jahr nur ein paar Spiele. Jetzt habe ich nur alleine durch ein Abo so viele Spiele, alleine mit denen könnte ich mich Jahre mit beschäftigen.

Aber ehrlich, wer spielt heute noch ein Super Mario Kart oder ein F-Zero im Abo als SNES Version so exzessiv wie wir es früher getan hatten? Da gilt doch eher "Cult of the New". Jeden Tag kommen so viele neue Spiele raus, die im allgemeinen Rauschen auch direkt wieder untergehen.
 
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Ist mir wieder zu Sony orientiert der Anfangs post.
Alle Firmen machen mal Fehler und machen falschen Entscheidungen.
Ubi steckt voll in der kriese. Bethesda bekommt sein arsch nicht hoch und bringt endlich Fallout 3/Vegas.
Microsoft gibt quasi das Konsolen Geschäft auf.
Aber dennoch kommen immer noch Top Spiele.Von vielen Firmen
 
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Ist mir wieder zu Sony orientiert der Anfangs post.
Alle Firmen machen mal Fehler und machen falschen Entscheidungen.
Ubi steckt voll in der kriese. Bethesda bekommt sein arsch nicht hoch und bringt endlich Fallout 3/Vegas.
Microsoft gibt quasi das Konsolen Geschäft auf.
Aber dennoch kommen immer noch Top Spiele.Von vielen Firmen
Die Kritik sollte jetzt gar nicht explizit an Sony gerichtet sein, sondern viel mehr als Beispiel dienen. Das Sony seine eigne Identität und den Spiele Output durch die GaaS Strategie schon Steine in den Weg gelegt hat. Man nehme einfach Naughty Dog, das Vorzeige Studio schlechthin, die letzte Neuveröffnentlichung liegt über 7 Jahre zurück (2020 The Last of Us Part II) nur um 3 Jahre an einem GaaS The Last of Us zu arbeiten, das ist Ressourcenverschwendung par excellence.

Ich gebe dir aber sonst vorkommen Recht, es gibt Sie die sehr guten Fortsetzungen und neuen IPs... Der Spieleoutput ist definitiv ein Vorteil, der aber auf Kosten der Individualität geht... More from the same
 
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Zum Thema Online Services und "Retro" - Ich setz das mal bewusst in Anführungszeichen - da verstecken ja alle Hersteller ihre alten Klassiker gerne hinter ihren Netzwerk Paywalls. Oder rotzen halt mal mehr, mal weniger gute Remaster oder Remakes raus.

Was ja an sich okay ist. Aber grundsätzlich finde ich sollte es auch möglich sein, dass alle Hersteller ihre alten Klassiker im Sinne der Archivierung gegen einen fairen Obulus frei käuflich erwerbar machen sollten. Um dann auf welchem Gerät auch immer (Stichwort : Retro Geräte, Hardware Nachbauten, Emulatoren) DRM frei abspielbar sein. Klar gibt es da immer mal wieder so Stolpersteine wie abgelaufene Markenrechte und Zeug.

Leider gibt es dazu aber nirgendwo auf der Welt die erforderlichen Rechtsgrundlagen in Form von Gesetzen.
 
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