Ich habe damals, Anfang 2000, auch mal viel Diablo 2 gespielt.
Dennoch frage ich mich, irgendwie, was Diablo 2 aus heutiger (!) Sicht eigentlich noch auszeichnet?
Das alles aus Sicht eines Solospielers.
Wenn ich an Diablo2 denke, denke ich an:
1) (gefühlt?) ultra-langsames Leveln. Nein, ich möchte nicht in 20 Stunden auf LV99 sein, aber in D2R geht das Leveln schon arg langsam. Auf Normal kann man das am Anfang noch einigermaßen gut umgehen, weil man z.B. auf 8 Spieler setzen kann und trotzdem gut Rakanishu-Runs machen kann. Das bringt pro Run eine ganze Weile ordentlich EP, sodass man dann wirklich schnell levelt, aber wenn dann irgendwann level 15 oder so ist, dann bringt das wegen dem Levelunterschied auch nicht mehr so arg viel.
2) Absoluter Zufallsloot. Man kann ewig nur Ranz finden, ich hatte aber auch schonmal in Akt 1 mit Level 4-5 oder so in einem Dungeon unter dem Friedhof in einer Kiste ein Unique Schild gefunden. Bei der Gräfin kann man einigermaßen sinnvoll Runen Farmen. Jeder Boss gibt beim ersten Kill pro Schwierigkeitsgrad "besseren" Loot, aber selbst das Zeug ist teilweise kompletter Crap. Wenn man sich im 1. Akt z.B. einen Bogen mit 3 Sockel nimmt und da dann 3 "normale" Gems (Lv12, auch wenn das dann schon durchaus sportlich ist die Gems zu finden - Gemschreine farmen^^) reinbastelt, dann kann es sein, dass man bis Ende Akt 5 Normal absolut nichts besseres findet, mal davon abgesehen, dass man einen neuen Bogen mit mehr Sockel findet und da dann die Elementarschaden-Runen reinbastelt.
Darüber hinaus sind die Affixe soooo random...
3) Das führt im Endeffekt zu massivem Grind und einem absoluten Fokus auf Magicfind. Ich habe schon so manchmal Videos auf YouTube gesehen, wo Leute einfach mal so hunderte oder gar tausend XYZ-Runs gemacht haben. Und dann finden die im Schnitt vielleicht alle 50 Runs etwas, was vielleicht ein kleines bisschen sinnvoll ist.
Also normaler Spieler habe ich doch keine Lust stundenlang Andariel - oder wenn auch immer - zu killen, um alle 2 Stunden mal ein sinnvolles Item zu finden. Das ist, realistisch betrachtet, doch absoluter Wahnsinn...
4) Kaum umskillen möglich. Früher fand ich das auch nicht gut, dass man bei neueren Spielen einfach so seinen Charakter umbauen kann, aber gerade auch vor dem Hintergrund, dass es bei D2R noch Attributsanforderungen an Ausrüstung gibt, müsste man sich ja eigentlich immer, für den Fall, dass gerade mal was richtig geiles droppt, 20-30 Attributspunkte aufheben. Von daher habe ich (freies) Umskillen sehr schätzen und mögen gelernt.
5) Es gibt nur die Story zum durchspielen und das muss man auch jedes Mal - und das in Verbindung mit Akt3...
Auf D2R bezogen bin ich schon recht Casual unterwegs. Ich hatte damals mal einen Paladin auf LV80 oder so gespielt, aber ich hatte dann einfach auf Hölle Akt 2 garkein Land mehr gesehen, auch nicht gegen normale Gegnergruppen. So konnte ich das Spiel nichtmal beenden^^
Für mich sind das an sich aber so einige Punkte, die D2R für mich aus heutiger Sicht einfach nicht mehr Sinnvoll spielbar machen. Und dennoch hat es ja noch immer durchaus eine große bis riesige Fanbase.
Vielleicht mache ich aber auch etwas grundlegend falsch^^