Vor ein paar Monaten gab es schon die Ansage, dass wir die Bezeichnung "Covidioten" nicht in den Threads haben wollen. Darunter fällt dann natürlich auch der Ursprungsbegriff.
Generell wollen wir in den Threads auch bestimmtes Niveau beibehalten, welches mal gerne absinkt, wenn ihr anfangt, offensichtliche Beleidigungen zu verwenden. Das neigt dann gerne dazu, zu eskalieren, weshalb wir aus dem Grund lieber verfrüht einschreiten.
Zusätzlich verharmlost ihr durch die Bezeichnung "Idiot" zu einem gewissen Grad die Taten und Worte von in diesem Fall Rechtsradikalen. Ihr suggeriert damit, dass die betroffenen Personen nicht die geistige Kapazitäten besitzen, die Folgen ihren Handelns zu erkennen oder abzuschätzen. Dadurch wären sie nicht mehr in vollem Umfang für ihr Handeln verantwortlich, ihre Taten werden zu einem gewissen Grad relativiert und damit auch ihre Schuld. Das dem nicht so sein sollte, dürfte wohl offensichtlich sein. Deshalb solltet ihr in solchen Fällen besser Begriffe wählen, die abscheuliches Handeln aufzeigen, und Beleidigungen vermeiden, die bestimmtes Verhalten entschuldigen bzw. verharmlosen.
Nach der heutigen Bedeutung wäre "Idiot" in der Tat eine Verharmlosung.
Nach der ursprünglichen Bedeutung hingegen witzigerweise passend. Als "Idiotes" wurden im antiken Griechenland die Menschen bezeichnet, die sich aus dem öffentlichen Leben raushalten wollen. Also nicht fürs Gemeinwesen arbeiten und tun, auch wenn dies ihnen möglich ist. Es gab die Politai (Aktive Bürger) und die Idiotai (Nichtstuer).
Somit muss dem Idiotes nichts mehr aufregen, als wenn die Öffentlichkeit (Polis) ihm quasi öffentliche Pflichten auferlegt.
de.wikipedia.org
Hallo Akademiker. Idiot und so ziemlich alle Lemma werden ihrer Semantik beraubt, wenn man versucht sie anders zu definieren, als es die Sprechenden tun. Das wird auch nie, nie, nie funktionieren, nicht in einer von den meisten gewollten Zeitspanne. Das zeigen wiederholt verschiedene Studien. Wörter werden so gebraucht, wie es die meisten tun. Wenn ihr also dieses Forum als unabhängigen Corpus nehmen wollt, dann werdet ihr feststellen, dass die Moderatoren einen vielleicht ungewollten Mehraufwand haben werden. Es bedarf einer kulturellen Legitimation.
Beispiel 'Idiot': Die meisten Menschen benutzen dieses Wort mit einer ganz anderen Semantik als die von Heavenraiser hier dargestellt. Die Semantik ist durchaus nichts weiteres als die Bezeichnung für einen Menschen, der in einem selber Ärger durch sein Handeln hervorruft. Dies wird in Studien erhoben und anschließend im Dudenverlag im sogenannten 'Duden' abgedruckt bzw. auf der offiziellen Seite aufgenommen.
Die Studien selbst kann ich hier nicht verlinken, denn die gehören dem Dudenverlag. Wer sich für diese interessiert, sollte ihn kontaktieren.
Das bedeutet also, dass man eben nicht suggeriert, dass eine betroffene Person nicht eine geistige Kapazität besitzt. Die meisten Sprecher sind sich der Etymologie des Wortes nicht im Entferntesten bewusst. Und ein Paradigma der Linguistik ist, dass die gesprochene Sprache vor der geschriebenen Sprache steht. Davon lässt sich ableiten, dass das Gesprochene in dem Zeitpunkt der Aussprache (heute also der 06.06.2021) durch die von den meisten Sprechern der Sprache über dem der Wenigen und vor allem über die etymologische akademische Arbeit steht.
Daher schlage ich vor, dass man klar sagt, welche Wörter hier im Forum aus welchen Gründen nicht mehr geschrieben werden dürfen. Dafür wäre ein eigenes Wörterbuch nützlich. Dadurch kann man kulturell einen dem Forum angepassten Dialekt legitimieren. So würde man das Wort 'Idiot' nach belieben definieren, dies durch das Geschriebene und Frei-Zugängliche legitimieren und es als souveräne Kultur isolieren. Anders läuft man Gefahr, Unwissende (so gesehen "neues Blut") zu verbannen und das Forum zu töten.
Ich betone nur, dass das meine Meinung als Nicht-Laie ist.
Grüße
ein Linguist