Sahasrahla
L14: Freak
- Seit
- 17 März 2005
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- 7.464
Ich habs zwar in nem anderen Thread schon einmal geschrieben, aber ich denke hier ist der Beitrag besser aufgehoben...
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Neal Morse - One
Ein absolut geniales Album. One ist ein klassisches Konzeptalbum. Es ist schon faszinierend, wie spontan und erfrischend Neal Morse seine Musik zu konzipieren im Stande ist. Die Melodien sind sehr eingängig und wohltuend zugleich. Nicht der aggressive Progressive-Rock, wie er normalerweise üblich ist. Zwei Balladen gibt es auf dem Album auch, besonders herausragend ist die Ballade Father Of Forgiveness.
Lied 1 und Lied 4 sind die beiden Stücke, die sinfonischen Charakter haben - beide gehen ca. 18min lang und gliedern sich in vier Teilstücke, die nahtlos ineinander übergehen. Beachtlich dabei ist die spielerische Raffinesse, mit deren Hilfe es Neal Morse gelingt, unterschiedliche Musikstile zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen. So kreuzen sich in Lied 4 beispielsweise orientalische mit irisch-folklorischen Klängen, ohne dabei befremdlich oder in sich brüchig zu wirken.
Lied 3 'Author Of Confusion' wurde thematisch perfekt inszeniert: die Konfusion wird durch einen vier- bzw. fünfstimmigen Kanon zum Ausdruck gebracht; auf dem Stück finden sich die härtesten Drums des ganzen Albums wieder, gepaart mit hämmernden, wild ab- und aufsteigenden Gitarrenläufen, die den Zuhörer gezielt in den Wahnsinn treiben.
Am beeindruckendsten dürfte Lied 1 'The Creation' sein, das in seinen vier Teilstücken die biblische Schöpfungsgeschichte behandelt. Der Anfang ist monumental-sinfonisch gehalten: Langgezogene Geigen- und Synthesizerklänge fangen den Entstehungsmoment der Schöpfung ein, um dann anschließend in fröhlich-mitreißende Drums und Gitarrenrhytmen überzugehen, die in dem Stück so etwas wie positive, lebensbejahende Aufbruchstimmung vermitteln. Nach vier Minuten setzen dann endlich Neals Vocals ein: er singt davon, wie alles begann, wie alles Leben einst in einer heiligen Einfalt existierte und der Mensch friedlich im Schoß der Gottheit wohnte. Eine einfühlsame Geigenpassage in Begleitung eines Pianos setzt ein, die in ihrer melodischen Zartheit die Schönheit dieses vergangenen menschlichen Zustandes ausdrücken will.
Das hier soll keine Albenrezension werden. Ich habe versucht, ein bißchen die Musik zu beschreiben und euch darauf neugierig zu machen. Wirklich genau beschreiben läßt sich dieses Album aber nicht. Nur soviel kann ich festhalten, daß es Neal Morse wirklich gelungen ist, Melodien zu kreieren, die den Zuhörer tief im Inneren zu ergreifen vermögen. Nicht minder beeindruckend sind die vielschichtigen Arrangements, in denen Neals kompositorische Virtuosität sicht- bzw. hörbar wird. Es gelingt ihm, unterschiedliche Musikstile und Klangfarben zu einem harmonischen Klangbild zusammenzufügen.
Das muß man einfach gehört haben. Ich verspreche niemandem zuviel. Jeder, der sich auch nur die Bohne für Rockmusik interessiert, wird in diesem melodischen, sich an Abwechslung überbietenden Feuerwerk wahrlich aufgehen. Und denjenigen, die sich ein wenig in der Rockmusikbranche auskennen, sei gesagt, daß niemand geringeres als Mike Portnoy für die Drums verantwortlich zeichnet. Mike Portnoy, einer der weltbesten und mit Preisen überhäuften Schlagzeuger, der 2004 sogar in die Hall Of Fame aufgenommen wurde und Schlagzeuger der Progressiverockband Dream Theater ist. Er und Neal Morse sind nicht nur exzellente Musiker auf ihren Feldern, sondern zudem noch gut miteinander befreundet. Mikes Drums tun dem Album auf jeden Fall sehr gut und geben ihm eben diesen gewissen Extrakick, der ohne ihn nicht möglich gewesen wäre - das meint jedenfalls Neal Morse, und bei der Begeisterung, die Mikes Drums bei mir hinterlassen haben, will ich Neal voll zustimmen.
Also, tut euch selbst den Gefallen, geht in den Mediamarkt, schnappt euch die CD und hört IN RUHE rein. Laßt gleich einmal Lied Nr. 1 von Anfang bis Ende laufen, dann wißt ihr, warum ich dieses Album so enthusiastisch feiere.
Neal Morse hat mit diesem Soloalbum bewiesen, daß er zu den ganz Großen des Progressive-Rocks zu zählen ist, und für mich persönlich ist dieses Album wohl (so ganz möchte ich mich dann doch nicht festlegen) überhaupt das Beste, was ich jemals in diesem Genre gehört habe - und ich habe schon so einiges gehört.
Wer mir noch immer nicht ganz Glauben schenken möchte und noch zögert, in den MediaMarkt zu dieser musikalischen Offenbarung zu greifen, für den gibt es hier eine Hörprobe:
The Creation: Sample 1
The Creation: Sample 2
Author Of Confusion: Sample
Father Of Forgiveness: Sample
Im Moment gehen die Links grad nicht, Neal scheint n Prob auf seiner Webseite zu haben. Aber bis ihr Süßen wieder wach seid, wird der Gute schon alles gerichtet haben
.
Oder noch besser: geht doch gleich in den Mediamarkt und schnappt euch die CD
.
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Übrigens ist die neue Dream Theater raus: Octavarium. Bei den meisten Kritiken gleich mal wieder zur Referenz erhoben worden wie es halt immer bei dieser Ausnahmeband gemacht wird. Muß auch erst noch reinhören
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Neal Morse - One
Ein absolut geniales Album. One ist ein klassisches Konzeptalbum. Es ist schon faszinierend, wie spontan und erfrischend Neal Morse seine Musik zu konzipieren im Stande ist. Die Melodien sind sehr eingängig und wohltuend zugleich. Nicht der aggressive Progressive-Rock, wie er normalerweise üblich ist. Zwei Balladen gibt es auf dem Album auch, besonders herausragend ist die Ballade Father Of Forgiveness.
Lied 1 und Lied 4 sind die beiden Stücke, die sinfonischen Charakter haben - beide gehen ca. 18min lang und gliedern sich in vier Teilstücke, die nahtlos ineinander übergehen. Beachtlich dabei ist die spielerische Raffinesse, mit deren Hilfe es Neal Morse gelingt, unterschiedliche Musikstile zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen. So kreuzen sich in Lied 4 beispielsweise orientalische mit irisch-folklorischen Klängen, ohne dabei befremdlich oder in sich brüchig zu wirken.
Lied 3 'Author Of Confusion' wurde thematisch perfekt inszeniert: die Konfusion wird durch einen vier- bzw. fünfstimmigen Kanon zum Ausdruck gebracht; auf dem Stück finden sich die härtesten Drums des ganzen Albums wieder, gepaart mit hämmernden, wild ab- und aufsteigenden Gitarrenläufen, die den Zuhörer gezielt in den Wahnsinn treiben.
Am beeindruckendsten dürfte Lied 1 'The Creation' sein, das in seinen vier Teilstücken die biblische Schöpfungsgeschichte behandelt. Der Anfang ist monumental-sinfonisch gehalten: Langgezogene Geigen- und Synthesizerklänge fangen den Entstehungsmoment der Schöpfung ein, um dann anschließend in fröhlich-mitreißende Drums und Gitarrenrhytmen überzugehen, die in dem Stück so etwas wie positive, lebensbejahende Aufbruchstimmung vermitteln. Nach vier Minuten setzen dann endlich Neals Vocals ein: er singt davon, wie alles begann, wie alles Leben einst in einer heiligen Einfalt existierte und der Mensch friedlich im Schoß der Gottheit wohnte. Eine einfühlsame Geigenpassage in Begleitung eines Pianos setzt ein, die in ihrer melodischen Zartheit die Schönheit dieses vergangenen menschlichen Zustandes ausdrücken will.
Das hier soll keine Albenrezension werden. Ich habe versucht, ein bißchen die Musik zu beschreiben und euch darauf neugierig zu machen. Wirklich genau beschreiben läßt sich dieses Album aber nicht. Nur soviel kann ich festhalten, daß es Neal Morse wirklich gelungen ist, Melodien zu kreieren, die den Zuhörer tief im Inneren zu ergreifen vermögen. Nicht minder beeindruckend sind die vielschichtigen Arrangements, in denen Neals kompositorische Virtuosität sicht- bzw. hörbar wird. Es gelingt ihm, unterschiedliche Musikstile und Klangfarben zu einem harmonischen Klangbild zusammenzufügen.
Das muß man einfach gehört haben. Ich verspreche niemandem zuviel. Jeder, der sich auch nur die Bohne für Rockmusik interessiert, wird in diesem melodischen, sich an Abwechslung überbietenden Feuerwerk wahrlich aufgehen. Und denjenigen, die sich ein wenig in der Rockmusikbranche auskennen, sei gesagt, daß niemand geringeres als Mike Portnoy für die Drums verantwortlich zeichnet. Mike Portnoy, einer der weltbesten und mit Preisen überhäuften Schlagzeuger, der 2004 sogar in die Hall Of Fame aufgenommen wurde und Schlagzeuger der Progressiverockband Dream Theater ist. Er und Neal Morse sind nicht nur exzellente Musiker auf ihren Feldern, sondern zudem noch gut miteinander befreundet. Mikes Drums tun dem Album auf jeden Fall sehr gut und geben ihm eben diesen gewissen Extrakick, der ohne ihn nicht möglich gewesen wäre - das meint jedenfalls Neal Morse, und bei der Begeisterung, die Mikes Drums bei mir hinterlassen haben, will ich Neal voll zustimmen.
Also, tut euch selbst den Gefallen, geht in den Mediamarkt, schnappt euch die CD und hört IN RUHE rein. Laßt gleich einmal Lied Nr. 1 von Anfang bis Ende laufen, dann wißt ihr, warum ich dieses Album so enthusiastisch feiere.
Neal Morse hat mit diesem Soloalbum bewiesen, daß er zu den ganz Großen des Progressive-Rocks zu zählen ist, und für mich persönlich ist dieses Album wohl (so ganz möchte ich mich dann doch nicht festlegen) überhaupt das Beste, was ich jemals in diesem Genre gehört habe - und ich habe schon so einiges gehört.
Wer mir noch immer nicht ganz Glauben schenken möchte und noch zögert, in den MediaMarkt zu dieser musikalischen Offenbarung zu greifen, für den gibt es hier eine Hörprobe:
The Creation: Sample 1
The Creation: Sample 2
Author Of Confusion: Sample
Father Of Forgiveness: Sample
Im Moment gehen die Links grad nicht, Neal scheint n Prob auf seiner Webseite zu haben. Aber bis ihr Süßen wieder wach seid, wird der Gute schon alles gerichtet haben
.Oder noch besser: geht doch gleich in den Mediamarkt und schnappt euch die CD
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Übrigens ist die neue Dream Theater raus: Octavarium. Bei den meisten Kritiken gleich mal wieder zur Referenz erhoben worden wie es halt immer bei dieser Ausnahmeband gemacht wird. Muß auch erst noch reinhören
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Wie ist denn die erste Scheibe Testimony? Laut Bewertungen bei Amazon sollen ja beide sehr gut sein.
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