Ich bin der Meinung, dass Stärkeempfinden eines bestimmten Jahrzehnts stark gekoppelt ist mit dem eigenen Lebensalter. Die 80er waren für mich als kleines Kind damals verbunden mit Unbeschwertheit, viel gedanklichen Freiraum und mit keiner Verantwortung übernehmen. Mein erstes Videospiel war auch erst 1990 (als ich in der dritten Klasse war) Super Mario. Bros 1, Tetris und Nintendo Worldcup auf dem NES, der Gameboy kam 1 Jahr später. Die Cartoons und Serien waren einfach top, zumindest zur damaligen Zeit.
Ab Mitte der 90er kam dann der Druck in der Schule, Verantwortungen übernehmen zu Hause und der erste Stress in der Familie. Aber auch da war insbesondere aber erst zum Ende der 90er die Musik wieder besser und langsam bereitete man sich auf das eigenständige Leben vor. Super empfand ich das Aufkommen des Internet. Natürlich war es von den Games für mich zumindest das goldene Jahrzehnt wegen den zahlreichen tollen Games auf unterschiedlichen Plattformen und dem Sprung nach 3D Dank der PlayStation und ihrer coolen erwachsenen Spiele. Dennoch sind viele 2D Games bspw. SoM und DKC2 fest in der Erinnerung eingebrannt.
Die 2020 empfinde ich rückblickend eher als eintönig aber okay. Es war halt von Studium, den ersten Arbeitsjahren und individueller Selbstständigkeit geprägt. Was Musik und Kultur angeht empfinde ich dieses Jahrzehnt eher als schwach. Das Internet fand ich zur damaligen Zeit einfach top!
In den 2010 kam dann noch einmal eine Schippe drauf was Druck angeht und der Fokus auf die Gründung der eigenen Familien. Merkt man auch am Gaming Verhalten, mit weniger Zeit und einfach weniger bis gar keinem Interesse. Die Musik war grausam und kulturell schien alles den Bach runter zu gehen. Lag vielleicht auch an der Social Media Welle.
Das derzeitige Jahrzehnt ist irgendwie gesellschaftlich chaotisch, aber es gibt wieder so eine leichte "es muss sich was verändern" Stimmung. Der familiäre Druck ist hoch und man macht sich langsam Gedanken über die Eltern, weil sie inzwischen im fortgeschrittenen Alter sind. Auch an sich selbst merkt man den Alterungsprozess. Medien (Games, TV, Musik etc.) spielen für mich inzwischen eine geringe Rolle, eher Hobbies, die einen irgendwie bzgl. Skills/Wissen weiter bringen dagegen mehr. Einige Sachen wie LEGO kommen durch die Kinder wieder.
Ich denke meine Eltern haben die 80er und 90er ähnlich erlebt wie ich meine 2010er und 2020er. Obgleich sie weniger Geld hatten, aber dafür die Welt weniger komplex und weniger chaotisch war. Ich denke daher, für Leute meines Jahrgangs/meiner Gen, werden die 2030er wieder unbeschwerter. Auch wenn ich mich jetzt eigentlich nicht beschweren kann.