Komori
L20: Enlightened
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- 13 Sep 2009
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Den Rücksprung im Historeinkanal nach Ereignissen bei denen mal der eine und mal der andere Schul ist, ist sowohl x fach ergebnislos durchgekaut wie auch nicht zielführend.
Für viele beginnt die Zeitrechnung am 7. Oktober, also ein selektiver Ausgangspunkt. Kontext ist nur dann relevant, wenn er die eigene These stützt und unsichtbar, wenn er sie belastet. Das Schema kennt man und wiederholt sich bereits x fach zum Nachteil deiner eigenen Argumentation, daher wohl die Ergebnislosigkeit (und in den meisten Fällen auch Ratlosigkeit).
Aber ja, alles hat Ursache und Wirkung, das Oktobermassaker war aber ohne direkte Ursache, dafür hatte es eine direkte Auswirkung.
Abseits von deinem Widerspruch im gleichen Satz: Ursache ist die israelische Blockade, die Besatzung und die strukturelle Lage der Palästinenser. Dass diese als Ursachenkontext im öffentlichen deutschen Diskurs gerne systematisch untergewichtet werden, ist kein Versehen, sondern eine politische Entscheidung. Die Gründe dafür sind bekannt. Folglich ist es (Zitat) „nicht zielführend“ dies zu benennen, weil es der eigenen Argumentation und dem eigenen Weltbild zuwider ist.
Es gab also Proteste dagegen...dann ist der Fall ja abgeschlossen zu Gunsten Israels, alles andere ist wieder zurechtverbiegen von deiner Seite.
Da muss ich dich enttäuschen. Mangelnder Protest = Es gibt kaum Proteste (aber es gibt sie).
Die Protestdynamiken mobilisieren dann mal höchstens 1℅ der Bevölkerung, wenn es gut läuft. Der Rest wählt wohl einfach gerne eine radikalreligiöse rechte Politik, die die Kriegsverbrechen in Gaza und die langjährige Blockade, Entrechtung und Vertreibung feiert.
Ergo können wir deiner Logik nach die israelische Zivilgesellschaft in Sippenhaft nehmen. Es sei denn, du möchtest (wieder mal) asymmetrische Standards setzen, weil du das Argument nicht zu Ende gedacht hast.
ich weiss weder ob du, noch ob Israelis im Westjordanland gegen Israel protestieren dürfen, das musst du deine Freunde aus der Hamas fragen.
Die Hamas ist hier der falsche Adressat, da sie in diesem Gebiet nicht die Regierungsgewalt ausübt. Auch die PLO ist nur eingeschränkt zuständig, da Israel die Gebiete faktisch kontrolliert. Zudem bestehen erhebliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung. In sicherheitsrelevanten Fragen liegt die Verantwortung daher überwiegend bei Israel.
Ich wiederhole aber gerne meine Frage: Kann ich auch im Westjordanland gegen Israel protestieren oder ist dieses Privileg nur den Israelis vorbehalten?
Dein Take sind also Schutzeinrichtungen für die Zivilbevölkerung, das "Pentagon", eine Einrichtung die grundsätzlich militärisch genutzt werden könnte und (zivile?) Krankenhäuser irgendwo in der Nähe eines Stützpunktes sind das Gleiche wie eigentlich ausnahmslos alles so planen das man immer durch die zivilen Bereiche durch muss um das die militärischen Bereich zu erreichen?
Mein Take sind militärisch legitime Ziele inmitten ziviler Infrastruktur sowie zivile Einrichtungen, die von der IDF militärisch zweckentfremdet werden. Korrekt. Ob diese aus offensiven oder defensiven Gründen installiert wurden, ist aus kriegslogischer und -rechtlicher Sicht egal, denn legitimes Ziel bleibt legitimes Ziel, aber vielleicht gelten hier wieder ganz andere Regeln.


