ich weiß, Kernfusion und kleine Reaktormodule..........von von diesem dahergesagten Begriffen auch kein Fan und Fakt ist: Gibt es noch nicht. Aber was auch richtig ist, es wird daran geforscht und es wird gefördert (SMR wohl nicht in DE). Ich meine, ein Konzept, wie ein Land wie Deutschland komplett auf EEs setzen kann, ohne Wohlstandsverlust, existiert bisher auch nur in der Theorie ^^
Der Artikel von Golem ist sehr interessant. Er beschreibt am Anfang das Phänomen des Ideological Bias: Bei dem verschiedene "Gruppen" aus den gleichen Zahlen, je nach eigener Anschauung, verschiedene Rückschlüsse ziehen.
Anschließend geht der Artikel direkt damit weiter: "Der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, scheint in einem Gastbeitrag für die
FAZ (Paywall) etwas ganz Ähnliches widerfahren zu sein. Sie erklärt darin, weshalb Wind und Sonne uns unmöglich die Energiewende bringen können, dass der Strompreis durch sie explodiert und ohne Kernkraft Wohlstand und Wirtschaftskraft schwinden."
Nur ist das gar nicht der Kern des Gastbeitrags von Reichelt und so ist das im Artikel auch nicht zu finden (habe das Original nun in einem anderen LinkedIn Post komplett lesen können).
Der Kern der Aussage ist, dass EEs einen Reifegrad erreicht haben, bei denen sie ohne Marktverzerrung agieren können und die aktuellen Marktmechanismen Fehlanreize liefern, welche teuer, aber ineffizient sind. Das ist erstmal ein durchaus relevanter Kern. Man muss bedenken, dass bisher jeder per Einspeisevergütung oder Marktprämie ab der ersten kWp vergütet werden kann. Dabei ist es irrelevant, ob den Strom jemand zu dem Zeitpunkt brauch und auch nicht, ob dieser überhaupt transportiert werden kann. Das widerspricht den physikalischen Grundsätzen des Systems -Einspeisung und Abnahme immer im Gleichgewicht und transportgebundenheit. Das ist, als wenn du Kühlschrankverkäufer wärst und in jedem Falle Geld dafür bekommst, weil du welche hast: Auch wenn du einer Person in Alaska einen Kühlschrank anbietest, dieser den aber gar nicht haben will und du ihn auch gar nicht transportieren kannst. Bezahlt wirst du in jedem Falle über die Steuern -bis vor kurzem noch von jedem über die Umlage in der Stromrechnung selbst. Was der ganze Spaß noch für Folgekosten mit sich bringt, lasse ich mal außer aucht.
Weiter macht es sich der Autor bei anderen Punkten doch sehr einfach. Bei dem vergleich mit anderen Ländern, bei denen er eine Studie heranzieht, um zu zeigen, dass Deutschland bei Anteil der EEs am Gesamtenergieverbrauch nur durchschnittlich, lässt er relevante Faktoren außer acht: Ja, Spanien und Portugal haben mehr Sonnenstunden als DE, Schweden und Finnland haben geologisch gesehen Vorteile bei der Wasserkraft und alle haben eine geringere Bevölkerungsdicht und profitieren von Windreichen Küstenregionen. Was ist der Punkt, Deutschland oder die Erdachse verschieben, damit das Land bessere Standortbedingungen hat?
Ebenfalls stößt mir der Absatz der Redispatchkosten auf: Er stellt es so dar, als wenn fossile KW die Kostentreiber wären. Dabei ist dies ein Resultat aus der aktuellen Marktkonzeption, um eine gesicherte Leistung liefern zu können, welche EEs nicht liefern. Komische Argumentation.
Was den prognostizierten Energieverbrauch angeht: Selbst im optimistischsten Falle, also dass der Bedarf bis 2050 um 50% sinkt, steht immer noch entgegen, dass wir gegenwärtig, nach 25 Jahren Förderung und Subvention, erst 20% unseres Bedarfs mit EEs decken, also im Besten Falle aktuell bei 40% wären. Diese Zahl ist aber auch nur ein Durchschnitt für das Jahr, realwirtschaftlich gesehen eine irrelevante Zahl, da der Energiebedarf zu einem Zeitpunkt gedeckt werden muss und nicht rechnerisch über einen Zeitraum von einem Jahr. PV im Sommer bringt halt nichts, wenn es im Winter kalt ist. Wir haben im Winter halt auch Zeiten bei denen EEs keine 12% des Energiebedarfs decken. Damit muss man umgehen und bei so etwas wie wie einer Versorgungssicherheit sinnvoll und geplant. Marktverzerrung und Fehanreize, was die Förderung von EEs in der aktuellen Form ist, ist dafür aber nicht geeignet. Was nicht heißt, dass es gar keine geben soll, nur sollte es bei gegenwärtigen Reifegrad anders strukturiert sein. Das gegenwärtige Fördermodell war sinnvoll für einen Hochlauf. Der ist geschehen.