Trump hat es verkackt. Und das nur um von seinen ekelhaften Straftaten, gut dokumentiert in den Epstein Akten, abzulenken.
Wenn der Krieg weiter so läuft, braucht Trump die Epsteinsfiles um vom Krieg abzulenken.
a) Der Iran kann einen konventionellen Krieg gegen die USA nicht gewinnen. Er muss deswegen alle Register von asymmetrischer Kriegsführung ziehen, um Amerika und Trump so unter Stress zu setzen, dass sie diejenigen sind, die den Krieg beenden. Für die iranische Regierung ist jeder Ausgang, bei dem anschließend noch dasselbe System im Amt ist, ein Erfolg. "Wir haben den USA getrotzt." Das hat dann auf sehr vielen Ebenen sehr großen symbolischen Wert. Zum Beispiel können sie dann darauf spekulieren, dass kein US-Präsident in naher Zukunft noch einmal so ein Abenteuer wagen wird. Haufenweise Kosten und Zerstörung und am Ende hat sich eigentlich nichts geändert, aber US-Amerikaner sind dafür gestorben.
b) Wenn sie die Ölstaaten beschießen, kreieren sie Chaos. Sie demonstrieren, dass Trump den Krieg nicht unter Kontrolle hat. Das ist noch immer die Narrative, mit der Trump herumspaziert: "Ich habe den Krieg gestartet, wir haben jetzt schon gewonnen, ich kann ihn jederzeit beenden, ich habe nur entschieden, das noch nicht zu tun." Diese Darstellung ist falsch. Trump kann aktuell den Krieg nicht sinnvoll beenden, solange der Iran dann einfach weiter Drohnen und Raketen schießt. Eigentlich bräuchte es also eine Art Waffenstillstand, genau das wäre aber eine Demütigung für Trump. Oder eine weitere Eskalation ("Boots on the ground"), von der das Regime darauf spekulieren kann, dass es die USA eher noch mehr beschädigt.
c) Indem sie die Ölstaaten beschießen, setzen sie die Wirtschaft unter Druck. Hormuz ist ja nur ein Teil dieser Rechnung. Selbst wenn du die Ölproduktion im Nahen Osten durcheinanderwirbelst, treibst du den Weltmarktpreis in die Höhe. Das bekommen die US-Verbraucher dann an der Zapfsäule oder bei den Einkäufen zu spüren. Das iranische Regime weiß, dass Trump bislang immer dort verletzlich war, sobald die Börsen abgetaucht sind oder die Preise hochgegangen. Also ist das eine einfache Möglichkeit, diese offene Flanke zusätzlich zu beschießen.
d) Dass sie zusätzlich noch regionale Rivalen wie Saudi-Arabien, die sich eigentlich in jüngster Zeit über "Stabilität in der Region" ihren Wirtschaftsaufschwung aufgebaut haben, unter Stress setzen, ist da vermutlich schlichtweg ein praktischer Nebeneffekt.
Trump ist zutiefst misstrauisch gegenüber jeder Form von Bürokratie und Experten. Die kommen mit haufenweisen Bedenken und Regeln und was-man-tun-sollte und an-was-man-denken-müsste, und das widerstrebt ihm als Instinkt-Politiker zutiefst. Das haben wir ja bei seiner ersten Regierung erleben dürfen, wie er da gewissermaßen gelitten hat.
Jetzt hat er sich eine Regierung genau nach seinen Wünschen gebaut. Keine Bedenkenträger, nur Huldiger. Fachabteilungen ausgedünnt und entmachtet. Und weil Medien und Republikaner sich (fast) alle vor ihm ducken, konnte er damit die ersten Monate großartig regieren. Die Realität war immer das, was er zur Realität gemacht hat.
Warten wir es ab, ob Iran jetzt tatsächlich zu dem Ereignis wird, indem ihm all das auf die Füße fällt. Oder ob er sich mit Hilfe von GOP und Medien doch wieder am Ende herauswindet. Die Fachleute konnten das alles vorhersagen. Es gibt ja einen Grund, warum die letzten Präsidenten den Iran nicht angegriffen haben. Keiner von denen hätte mit der Wimper gezuckt, wenn er das Gefühl gehabt hätte, die Macht des US-Militärs alleine reicht aus, um das Regime in die Knie zu zwingen. Anlässe, das dann irgendwie mit Menschenrechten oder Demokratie zu verbinden, hätte es genug gegeben.
Es ist nun einmal Teil von Trumps Persönlichkeitsprofil, dass er tatsächlich glaubt, er alleine sei zu Dingen imstande, weil alle anderen zu doof oder zu feige seien.
Wir wissen auch, dass Generäle wie Cain ihm genau diese Szenarien skizziert haben. Er hat sie offenbar nicht glauben wollen. In seiner Denkweise kapituliert ein Regime, wenn man die oberste Führungsspitze wegbombt. Oder es kooperiert, um seine Haut zu retten und vielleicht sogar noch finanziell davon zu profitieren. Weil er das so machen würde. Trump kann sich nicht in die Gedankenwelt national-religiöser Hardliner hineinversetzen, die alle bereits durch Entbehrungen wie den Iran-Irak-Krieg gestählt worden sind, weil er selbst überhaupt gar keine Werte hat, für die er leiden würde, außer seinem eigenen Ego.