danke, endlich etwas handfestes
meine meinung:
1. Zielorientierung durch Bologna ist auch nicht schlecht... "rumstudieren" entzieht anderen eben notwendige mittel...
2. ok, da stimme ich zu
3. studiengebühren beugen studenten vor, die nicht ernsthaft studieren und in der höhe halten sie niemanden vom studium ab
4. ich finde die beteiligung der wirtschaft gut, die forschung muss auch zielen dienen und unternehmen sollten in die pflicht genommen werden... außerdem sind excelenz-standorte etwas natürlich und eine gleichverteilung halte ich für unmöglich, auch weil sie die stärksten unis schwächen würde
5. dem würde ich zustimmen, ich dachte aber, dass es das zum teil schon gibt... habe mich ehrlich gesagt nicht so damit befasst - wie auch immer, mehr mitbestimmung wäre schon gut
6. ich finde eine beteiligung der wirtschaft, wie ich schon sagte, gut - man lernt nicht für den elfenbeinturm (zumindest die meisten nicht), sondern für die wirtschaft und früher praxisbezug ist immer gut... meine persönliche erfahrung ist auch, dass gerade spezielle qualifikationen in kooperation mit unternehmen sehr viel bringen
7. das mit dem teilzeitstudium klingt gut, aber prüfungen statt dem NC finde ich auch nicht sinnvoll - dann hängt ja alles an einem test... bin eher für eine mischung aus NC und test: 50% kommen durch den NC rein, 50% durch tests - das finde ich am fairsten
Freut mich, dass dir die Forderungen von uns halbwegs taugen

Wir saßen mehrere Tage dran, die voller Plenas waren und Diskussionen.
Und bald muss die nächste Welle erfolgen, denn wir haben das gesamte Bildungssystem im Blick. Am Wochenende kommen vermehrt Schüler zu uns und dann wird mit ihnen an einer Erweiterung gearbeitet.
Ich nehme mir mal die Freiheit, kurz auf deine Antworten... zu antworten ;-)
Zu 1: Bologna selbst formuliert nicht einmal ein Ziel aus. Sie sprechen von 'Regelstudienzeit', die auf 6 Semester ausgelegt ist. Es besteht
keine Pflicht, das Studium hier in Deutschland so zu gestalten, dass du es in 6 Semestern zu schaffen hast (bei in etwa dem selben stofflichen Aufwand wie beim Magister) und du nach 8 Semestern exmatrikuliert wirst ohne Chance, es weiterzustudieren.
Wir wollen, dass Bologna entweder komplett umgekehrt wird oder komplett im Wesen geändert wird, sodass das Humboldt'sche Ideal wieder Einzug halten kann.
Diese... Interpretation der Politik ist einzig von der Wirtschaft ausgegangen, die meint, dass die deutschen Studierenden zu alt sind am Ende des Studiums.
Ja, warum sind deutsche Studenten weltweit (beim Magister) so hoch im Kurs? Warum sind wir in dieser glücklichen Position jetzt?
Weil es einen Unterschied gibt zwischen 'früh fertig werden' und 'ein gutes Studium' genießen.
Selbe Geschichte wie beim G8, übrigens.
Da wird auch davon ausgegangen, dass die Kinder bei gleich bleibendem Stoff einfach mal ein Jahr abgeschnitten bekommen können ohne irgendwelche Konsequenzen.
Schon jetzt leiden immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft am Burn-Out und an psychischen Beschwerden, die etwas mit dem Leistungsdruck zu tun haben, der schon von früh an am Menschen lastet.
Das halten wir für menschenunwürdig... Der Mensch ist nicht zum Zwecke der Leistung geboren, es ist nicht Sinn des Lebens, ständig Leistung zu erbringen.
zu 3.
Die Studiengebühren in der jetzigen Höhe und Form halten sehrwohl vom (Wunsch-)Studium ab.
Durch die Studiengebühren muss man oftmals nebenher arbeiten.
Geht das wirklich so Hand in Hand mit einem fundierten Studium, wenn man am Wochenende und unter der Woche, neben dem Studium, arbeiten muss, damit man sich das Ganze leisten kann?
Studienkredite sind auch nicht gerade... studienförderlich.
Da lastet erneut ein (Leistungs)druck auf dem Menschen... Und sei mal ehrlich:
Hast du gute Ideen, unter solchen Bedingungen?
Kannst du da Wissenschaft betreiben?
Wenn du z.B in München studieren willst, brauchst du entweder sehr viel Glück oder sehr viel Geld, damit du dir den Spaß leisten kannst.
Damit fallen die Münchner Unis für den Menschen weg... egal, wie engagiert er sein mag.
Stipendien, die aufkommen, stellen da keine Kompensation dar.
All diese Maßnahmen wie Stipendien oder Studienkredite machen klar, dass man tiefer ansetzen muss.
Ich bin sicher, dass, wenn der Staat auch nur ein Viertel der Gelder, die er spontan für die 'Rettung der Wirtschaft' ausgegeben hat, in das Bildungswesen einfließen lassen würde, mit guten Ideen...
... es dann möglich ist, dass jeder Mensch eine freie Bildung genießen kann.
zu 4.
Der Einfluss der Wirtschaft hat uns diese Misere erst verschafft... Klar ist, dass *manche wenige(!)* Studiengänge durchaus an der Wirtschaft orientiert sein können.
Ich denke da an BWL... oder Wirtschaftswissenschaften.
Nur, was hat der Bachelor of Arts und somit die Wirtschaft z.B mit Philosophie zu tun?
Welchem 'Zweck' dient die Philosophie, deiner Meinung nach?
Oder soll die gesamte Geisteswissenschaft verwirtschaftlicht werden? :aehja:
zu 5.
Mit unseren Forderungen und in unserer Vorstellung... Wird es schlicht und ergreifend möglich sein, ohne NC oder Tests auszukommen, mittel- und langfristig.
Das ist unser Ideal, für das wir gewillt sind, lange auszuharren.
Denn... Wer vollstes Vertrauen in die Wirtschaft setzt und glaubt, sie könne 'alles regeln' und irgendeine Verbesserung hervorrufen...
... Muss schauen, was jetzt so passiert ist :aehja:
Und was bald wieder passieren wird :smile5:
Wenn wir nicht wieder eine Bildung zum Ziel haben, welches kritische Menschen ausbildet.
Und keine 'Arbeitskräfte'.
Oh... Sorry, es wurde doch etwas länger. Aber das ist jetzt mal mein Statement dazu

Am Wochenende geht es nach München, wo der internationale Bildungsstreik tagen wird.
Mal sehen, was wir aus Augsburg beitragen können und was dabei rauskommt!
live aus Augsburg,
Nerazar