Bildungsstreik 2009

Was ist an der Bereitstellung der Möglichkeit so schlecht?
Wenn jemand dementsprechend arbeiten will und Interesse zeigt, soll ihm grundsätzlich die Möglichkeit geboten werden, damit kein Potenzial, welches im Menschen steckt, verloren geht.

das ist heute ja gegeben... klar haben es manche einfacher, was die statistiken belegen, aber möglich ist es eben doch für jeden... oder welche maßnahmen erwarstest du konkret?
 
Seh ich anders, nach der logik könnte man auch sagen, jeder in Indien könnte sich als Angehöriger einer höheren Kaste ausgeben um besser leben zu können ;)

Mehr Möglichkeiten zu geben kann nie schaden, ansonsten hätten wir uns seit der industriellen Revolution nicht weiterentwickeln müssen und uns ein amerikanisches Sozial/Gesundheitssystem halten.
 
In meiner Argumentation wurde ich durch diverse Ringvorlesungen aus der Sozialwissenschaft bekräftigt.
Laut Zahlenerhebungen haben Kinder von 'sozial höhergestellten' Familien (Hohe Beamte, gute Verdiener) eine rund 65%tige höhere Chance/Wahrscheinlichkeit, ein Hochschulstudium aufzunehmen, als Kinder aus Familien, die eben nicht diesen sozialen Hintergrund haben.
Ach wirklich? Das hätte ich dir auch so sagen können^^
Ahja, Darji...
Wir haben trotz steigender Hochschulberechtigungen (Abitur) //übrigens: Müsstest du ohnehin nicht auch für eine Abschaffung des Abiturs sein, wenn laut dir es 'sowieso jeder:-P ' bekommt? Hier hat das Abitur seinen Zweck ja scheinbar dann verfehlt ;-) // rückläufige Studierendenzahlen. Und das nicht erst seit den Studiengebühren...
Nein man sollte es schwerer machen nicht abschaffen. Abitur ist ein schönes Ausleseverfahren genauso wie der NC. Ohne diese würden die Unis noch voller werden.

Es gibt diese bereitstellungen. Es gibt fprderunterrichte, es gibt wege sein Abitur auf dem 2 Bildungsweg zu machen usw. Was du willst, ist das besonders sozial schwachen leuten geholfen wird, und das wird es auch in vielen bereichen. Nur nehmen viele dieser Kinder und jeugendlichen diese Hilfen gar nicht in Anspruch, da es wo sie her kommen nicht als "cool" gilt.

Der Staat bietet dir hilfen aber er soll einfach nicht versuchen jeden einfach nur durchzubringen, denn das must du alleine schaffen^^
 
Seh ich anders, nach der logik könnte man auch sagen, jeder in Indien könnte sich als Angehöriger einer höheren Kaste ausgeben um besser leben zu können ;)

gerade das mit der kaste ist ja ein gegenbeispiel - in der kaste sitzt man ja quasi fest, aber hier kann jeder aufsteigen, da jeder studieren kann

aber eigentlich will ich nicht schon wieder eine gerechtigkeitsdebatte anfangen, sondern wollte dazu motivieren, dass die "protestierer" konkrete forderungen formulieren... bisher hört man eben nur die üblichen beschwerden
 
Aufnahmeprüfungen sind 1 Sache, die ich für fragwürdig halte ( ich find Auswahlverfahren am Semesterende besser), aber NC sind einfach nur Schwachfug. NC haben NICHTS mit der Uni zu tun und auch nichts mit deinen wirklichen Fähigkeiten......ein Mathematiker MUSS NICHT literarisch begabt sein, solange seine Logik klappt, ein Anglizist, braucht kein physikalisches Grundverständnis und ein Geograf muss weder Formeln auswendig lernen, noch zeichnen.

Achja weil das neulich iwer sagte.....abwählen gibts hier nicht und halte ich auch für groben Schwachsinn, man sollte in allen Disziplinen antreten müssen, aber du solltest nicht nach ihnen bewertet werden. Abi gilt für die Schule und Unileistung gilf für die Uni aber es kann nicht sein, dass dein Schullehrer auswürfelt ob du eventuell an die Uni kommst um etwas zu studieren, was völlig anders ist....da werden vllt die besten und talentiersten Köpfe ausgeknockt und Schleimer und Allrounder ohne besonderes Interesse kommen mal eben so durch nach persönlichen Vorlieben....einfach nur mittelalterlich und hoffentlich demnächst abgeschafft. Da sind mir noch Aufnahmeprüfungen lieber....

Btw....in England ist die soziale Durchmischung auch höher und in Skandinavien sowieso....seltsam seltsam, dass heisst die mit dem freieren Zugang und die mit dem noch härteren sind beide insgesamt "sozialer" und "erfolgreicher" als "wir" ;)

Faktum,....man kann Dinge verändern, ansonsten hätte man nie etwas daran ändern müssen, dass nur Oberschicht und Beamtenfamilien als einzige studieren dürfen.....und wir geben zuwenig für Bildung aus :-)
 
gerade das mit der kaste ist ja ein gegenbeispiel - in der kaste sitzt man ja quasi fest, aber hier kann jeder aufsteigen, da jeder studieren kann

aber eigentlich will ich nicht schon wieder eine gerechtigkeitsdebatte anfangen, sondern wollte dazu motivieren, dass die "protestierer" konkrete forderungen formulieren... bisher hört man eben nur die üblichen beschwerden
können sie auch bald nicht mehr. In Kölln wurde schon geräumt, und scheinbar auch morgen in Düsseldorf :P
 
gerade das mit der kaste ist ja ein gegenbeispiel - in der kaste sitzt man ja quasi fest, aber hier kann jeder aufsteigen, da jeder studieren kann

aber eigentlich will ich nicht schon wieder eine gerechtigkeitsdebatte anfangen, sondern wollte dazu motivieren, dass die "protestierer" konkrete forderungen formulieren... bisher hört man eben nur die üblichen beschwerden

es gibt genug konkrete forderungen, man muss sie nur hören wollen ;)

aber bei basisdemokratischen debatten werden eben erstmal 48573834 ansätze diskutiert und dann gibt es unis wo sich pragmatiker und solche wo sich idealisten durchsetzen....

hier drüben wird z.B ein klare erhöhung des uni-budgets um x und y % gefordert und eine weiterentwicklung des bolognaansatzes.....entiwckelt sich schon alles von selbst, man sollte denen die daneben stehen und was weiss ich wollen keinen strick drehen, man kann denen ja net den mund verbieten ;)
 
können sie auch bald nicht mehr. In Kölln wurde schon geräumt, und scheinbar auch morgen in Düsseldorf :P

Hurra, der Staat geht gegen gewaltlose Studenten vor die für ein besseres bildungssystem streiken, wie unglaublich engagiert :-)

aber gut die schavan hat wenigstens irgendwas gecheckt und zumindest bafög sofort ehöht.
 
LOL, gerade auf http://www.tagesschau.de gelesen:

In 80 Prozent der Studienfächer der deutschen Hochschulen sei die Bologna-Architektur umgesetzt, fügte Wintermantel hinzu. "Die Akzeptanz der Bachelor-Abschlüsse in der Wirtschaft wächst, Studienzeiten haben sich verkürzt, die Zufriedenheit der Studierenden ist gestiegen", sagte die HRK-Präsidentin. Die Kritik der Studenten sei daher ihrer Meinung nach nicht berechtigt.

Das ist so als hätte sie gesagt: "Die Studenten sind zufrieden, aber warum beschweren sie sich denn noch?"
 
Aufnahmeprüfungen sind 1 Sache, die ich für fragwürdig halte ( ich find Auswahlverfahren am Semesterende besser), aber NC sind einfach nur Schwachfug. NC haben NICHTS mit der Uni zu tun und auch nichts mit deinen wirklichen Fähigkeiten......ein Mathematiker MUSS NICHT literarisch begabt sein, solange seine Logik klappt, ein Anglizist, braucht kein physikalisches Grundverständnis und ein Geograf muss weder Formeln auswendig lernen, noch zeichnen.
Deswegen gibt es an einigen Unis auch NCs, wo nur die Fächer aufgelistet werden müssen, die für dieses Studium wichtig sind.

In Halle für japanologie waren das z.B. Deutsch, und Englisch^^
 
LOL, gerade auf http://www.tagesschau.de gelesen:



Das ist so als hätte sie gesagt: "Die Studenten sind zufrieden, aber warum beschweren sie sich denn noch?"
weil nie ein Mensch zufireden ist. Außerdem sind die forderungen wie schon so oft gesagt schwasinn.

Auf der einen Seite wollen sie Studiengebühren oder auch den NC abschaffen, und auf der anderen seite beschwerren sie sich über zu volle Hörsääle, welche noch voller werden würden, wenn man Studiengebühren und NC abschaffen würde.
 
wie gut das hier gleichzeitig gesagt wird, dass es keine generalvertretung gibt, aber student A sich für die Aussagen von Student B rechtfertigen muss :ugly:

faktum ist, dass studiengebühren NULL wert sind, und wenn ich die auswahl hätte würd ich auch auf kleine studiengebühren setzen....ABER....dann muss der staat n löwenanteil draufgeben, weil REALISTISCHE studiengebühren die die studienqualität verbessern, kann sich kaum jemand leisten, nicht mal mit einem job :)
 
weil nie ein Mensch zufireden ist. Außerdem sind die forderungen wie schon so oft gesagt schwasinn.

Auf der einen Seite wollen sie Studiengebühren oder auch den NC abschaffen, und auf der anderen seite beschwerren sie sich über zu volle Hörsääle, welche noch voller werden würden, wenn man Studiengebühren und NC abschaffen würde.
Du betrachtest das ziemlich einseitig. Bereits Nerazar hat mit der Nennung der Ausgaben für Bildungs schon gezeigt, dass es vor allem an einem fehlt: an Geld für die Unis von staatlicher Seite. Die deutschen Bildungsausgaben sind jämmerlich, und NCs und Studiengebühren dürfen absolut nicht die Mittel sein, die die Hörsääle leerer machen.

Die Devise muss lauten: Mehr Hörsäle statt weniger Studenten.
 
Die Medien/Politiker lügen schlicht und ergreifend, wenn sie aussagen, es gäbe keine Forderungen.
Heute wurde ein bayernweiter Forderungskatalog an den Wissenschaftsminister Bayerns überreicht (nunja, 'bayernweit', unter Anderem Augsburg hat nicht unterschrieben, da die Punkte (laut Meinung des Plenums, welches bis um etwa 02.00 Uhr getagt hat, heute Nacht) zu oberflächlich und einseitig zusammengekürzt worden sind, um einen Minimalkonsens zu erreichen)

Vorläufiger Forderungskatalog aus Augsburg schrieb:
Forderungen der BesetzerInnen der Universität Augsburg

1. Bolognaprozess

Der Bologna-Prozess führt zu einer Zunahme des Leistungs- und Konkurrenzdrucks und beschneidet dadurch die Möglichkeiten einer allgemeinen freien Bildung. Durch die Zusammenführung von Leistungsbewertung und Workload (Bemessungseinheit der Höhe der Credit-Points) tritt der konkrete Studieninhalt als Bemessungsgröße in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die reine Arbeitszeit.

So werden Universität und Studium in ihrer gesellschaftlichen Funktion verändert. Das Studium als progressiver und regulativer Moment der Gesellschaft muss von freien Individuen organisiert werden um auch die Form des Studiums als frei zu erhalten. Der Bologna-Prozess muss deshalb, entgegen seiner derzeitigen Form, als Möglichkeit gesehen werden, mehr Bildung zu ermöglichen, und keine Reduktion. Mehr Bildung bedeutet dabei nicht 'Mehr Inhalte in kürzerer Zeit', sondern bessere Bedingungen in einem Studium, das nicht unter Zeitdruck stattfindet.

Es muss ein aktiver Dialog aller beteiligten Gruppen über die Zielsetzung und die Bildungsideale der Hochschulen begonnen werden, dessen Ergebnis auch ein Ende der Bologna-Bestrebungen darstellen kann.

Deshalb fordern wir:

Die Aussetzung der Umsetzung des Bologna-Prozesses durch ein Moratorium, um eine offene Möglichkeit zur Kommunikation und Auseinandersetzung aller beteiligten Gruppen zu schaffen. Beteiligte Gruppen müssen in gleicher Stärke und mit gleichem Stimmrecht vertreten sein. Diese Gruppen sind:

ProfessorInnen
Mittelbau
Studierende
Wissenschaftsstützendes Personal


Studienbedingungen

Die Studienbedingungen müssen zugunsten eines selbstbestimmten Studiums mit Möglichkeiten zur eigenen Schwerpunktsetzung verändert werden. Deshalb fordern wir die Abschaffung von generellen Anwesenheitspflichten, um Studierenden die individuelle Gestaltung des Studiums zu ermöglichen. Größere Gestaltungsspielräume sehen wir in der Umstellung von Pflicht- zu Wahlveranstaltungen und in der Erweiterung der Kombinationsmöglichkeiten gegeben.

Deshalb fordern wir:

Abschaffung von Pflichtveranstaltungen (hin zu einer Empfehlung des Studieninhaltes), Einführungsveranstaltungen sind hiervon auszunehmen, da sie
die Grundlagen eines Studienfaches vermitteln

freie Wahl und Zusammenstellung von Zusatzkursen und -fächern
Abschaffung von Anwesenheitszwang in Vorlesungen um so der Möglichkeit eines selbst bestimmten Studiums Rechnung zu tragen
Verlängerung der Bachelor- Regelstudienzeit auf 8 Semester bei gleicher Lehrmenge
Verlängerung der Bachelor Maximalstudienzeit auf 12 Semester
Verlängerung der Master Regelstudienzeit auf studienfachabhängig 4-6 Semester bei gleicher Lehrmenge
Verlängerung der Master Maximalstudienzeit auf 7-9 Semester
Garantiertes Recht auf einen Masterstudiumsplatz, auch an der eigenen Universität


Leistungsbemessung

Leistungsbemessungen stellen aufgrund der Orientierung unserer Gesellschaft ein Instrument der Einordnung des Wissensstandes dar. Mit dem Bachelor- und Masterstudiengängen wurde auch das von vielen kritisierte Modell der Klausuren auf breiter Fläche eingeführt, obwohl von verschiedensten Seiten auf den punktuellen Charakter der Wissensvermittlung durch Abschlussklausuren hingewiesen wird. Mit Sicherheit kann dieser auf kurzfristigen Wissenserwerb ausgelegte Prüfungsstil nicht als Königsweg bezeichnet werden kann.

Deshalb fordern wir:

Ein Teilbereich des oben geforderten Moratoriums sollte sich deshalb speziell mit den Möglichkeiten der Prüfung von vertieften Inhalten und Wissen beschäftigen.

2. BAföG

Die derzeitigen BAföG- Regelungen beschränken sich auf die Bachelorstudiengänge und etwaige Masterstudiengänge, wenn sie einen inhaltlichen Aufbau des Bachelor darstellen. Die Beschränkung auf einkommens- und vermögensschwache Familien führt zu einer finanziellen Abhängigkeit von der Familie und die Einschränkung des (zu schaffenden) allgemeinen Rechts auf einen Masterstudienplatz. Es ist der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung und Emanzipation zuträglich, alle Studierenden gleich durch den Staat zu unterstützen, so dass niemand notwendig arbeiten muss um das eigene Studium zu finanzieren und niemand dazu gezwungen ist, in familiärer Abhängigkeit zu verbleiben. So soll ermöglicht werden, dass alle mögliche und nötige Aufmerksamkeit dem Studium zugewendet werden kann und eine Freiheit (keine Notwendigkeit) zur Nebentätigkeit besteht.


Deshalb fordern wir:

BAföG für die Zeitdauer jeglichen Masterstudienganges (ob inhaltlicher Aufbau oder nicht)
Elternunabhängiges BAföG in gleicher Höhe und Länge
Erhöhung der BAföG-Sätze anhand der allgemeinen Preissteigerung
Abbau der bürokratischen Hürden bei Antrag und Genehmigung von BAföG-Berechtigungen
Abschaffung der Altersbeschränkungen

3. Studiengebühren

Die Einführung von Studiengebühren wurde im Wesentlichen zweifach begründet. Der eine Grund war der finanzielle Notstand der Hochschulen bei gleicher Unmöglichkeit des Staates die Hochschulfinanzierung auszuweiten. Der zweite Grund ist, dass diejenigen einen Beitrag zur Finanzierung der Hochschulen leisten sollen, die maßgeblich davon profitieren. Verkürzt: Der Arbeiter bezahlt mit den von ihm geleisteten Steuern der späteren Ärztin das Studium, also soll auch diese einen Beitrag zur Finanzierung leisten.

Beide Gründe sind haltlos und etablieren zusätzlich eine weitere Ungerechtigkeit im Bildungssystem. Ein Notstand in der Finanzierung der Universitäten kann nicht mithilfe von Studiengebühren entgegengewirkt werden, da diese den Zugang zum Studium behindern und damit einen freien und allgemeinem Zugang zu Bildung entgegenstehen.

Der zweite Grund ist deshalb haltlos, weil eine Umverteilung mit Hilfe von Studiengebühren nicht gegeben ist. Nicht alle Studierenden verfügen in Ihren späteren Jobs über ein hohes Einkommen, mit dem die vorherigen Gebühren zu rechtfertigen wären. Wenn eine Umverteilung stattfinden soll, dann muss sie von faktisch Reichen getragen werden und nicht von potentiell Reichen.

Deshalb fordern wir:

Kompensation der aus einer sofortigen Senkung durch Universitätsleitungen entstehenden Finanzlöcher durch den Staat
Endgültige Abschaffung von Studiengebühren zum SoSe 2010

4. Drittmittelabhängigkeit

Drittmittel, die Möglichkeit Gelder aus der Wirtschaft für Forschungsaufträge zu akquirieren, stellen speziell für Studiengänge deren Zielsetzung keine wirtschaftlich erwünschte Verwertung aufweist eine Benachteiligung dar. Auch darf nicht alle Forschung unter Bedingungen wirtschaftlicher Relevanz erfolgen. Gerade die Betrachtung von Gefährdungspotentialen und Nebenfolgen kann nur durch unabhängige und kritische Forschung gewährleistet werden. Dies ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe von Forschung. Ihr Umfang stellt ein wichtiges Standbein universitären Lebens dar und beeinflusst die Qualität der Lehre maßgeblich. Wir fordern deshalb die notwendige finanzielle Ausstattung aller Fakultäten und Fachrichtungen für die Durchführung relevanter Forschung, auch im Grundlagenbereich. Freie Bildung erfordert freie Forschung. Deswegen darf es keine staatliche Belohnung für hohe Drittelmittelakquise geben.

Die Exzellenzinitiative, die Konzentration von Forschung auf einzelne Universitäten, stellt eine unverhältnismäßige Herausstellung von Forschungsschwerpunkten dar, die zum einen die bisherigen Forschungsarbeiten anderer Universitäten einschränkt und zum anderen regionale Kooperationen zu zerstören droht. Durch die Sogwirkung, die auf Forschende und Studierende wirkt, wird hier eine subtile Form der räumlichen Selektion eingeführt, die gerade die treffen würde, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, also sozial Schwache, Alleinerziehende oder pflegende Angehörige. Die Exzellenzinitiative führt auf diese Weise langfristig zu einer unterschiedlichen Bewertung von Universitätsabschlüssen.


Deshalb fordern wir:

eine kompensatorische staatliche Finanzierung, so dass keine Studiengänge diskriminiert werden. D.h. zusätzliche Gelder für Studiengänge, die weniger Drittmittel akquirieren. So entsteht keine ungleiche Bildung und allen Fächern wird der nötige Raum eingeräumt
die Ermöglichung einer breiten Forschung an allen Hochschulen und somit die Abschaffung der Exzellenzinitiativen

5. Verfasste Studierendenschaft & Mitbestimmung

Bayern und Baden-Württemberg sind die einzigen Bundesländer ohne verfasste Studierendenschaften. Daraus resultiert eine starke finanzielle Beschneidung der Möglichkeiten der rudimentären Studierendenschaften, die in diesen zwei Bundesländern geduldet werden.

Womit ihre demokratische Funktion als von den StudentInnen gewählte Vertreter auf die Interna der Hochschulen beschränkt wird. Für die Repräsentation der Studierenden bei bildungspolitischen Prozessen, die über diese Interna hinausgehen, existiert kein Forum. Die Studierendenschaft, als die Repräsentation der Freiheit und Selbstorganisation der Studierenden, muss zum einen der Rolle, die Studierende an einer Universität bekleiden, gerecht werden können und zum anderen der Rolle, die Studierende als Teil der Universität in der Gesellschaft spielen.

Deshalb fordern wir:

die Einführung von verfassten Studierendenschaften an den Universitäten mit eigener Finanzhoheit
die Einführung eines unabhängigen, von Studierenden gewählten Landesforums der Studierendenschaften mit eigener Finanzhoheit und politischem Mandat
die Verankerung des allgemein politischen Mandats für Studierendenschaften
den Ausbau der Mitbestimmung der Studierendenvertretung an der Universität Augsburg durch viertelparitätische Besetzung aller universitären Gremien
studentische Mitbestimmung bei der Organisation von Studiengängen, dies beinhaltet
Mitbestimmung (Viertelparität) bei der Ausarbeitung von Studiums- und Prüfungsordnungen
Mitbestimmung (Viertelparität) bei Benennung, Bestimmung und Evaluation von Lehrstuhlbesetzungen und Neueinstellungen des allgemeinen Lehrpersonals

6. Autonomie der Hochschulen

Autonomie der Hochschulen bedeutet bisher, dass die Hochschulen sich selbst nach zusätzlichen Finanzquellen umschauen können (Drittmittel) und damit angeblich dem allzu großen Einfluss der Politik entziehen können. Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Dadurch, dass die Hochschulen zunehmend unabhängig von der staatlichen Finanzierung werden, haben sie keine größere Freiheit, sondern geraten im Gegenteil in Abhängigkeit gegenüber den Interessen der Wirtschaft.

Autonomie in ihrem eigentlichen Sinne muss als die Unabhängigkeit sowohl von politischen und wirtschaftlichen Einflussnahmen angesehen werden. Es muss sichergestellt werden, auch durch die Umsetzung der unter den Punkten Drittmittel, Universitätsorganisation und Lehre angeführten Forderungen, dass die Universität ihre gesellschaftliche Funktion als Ort der Neugestaltung unabhängig von Mainstream und Trends wiederaufnehmen kann.

Die vollständige Autonomie der Hochschulen und der Lehre muss wieder hergestellt werden. Der Universitätsrat in seiner jetzigen Form spiegelt die Einflussnahme dieser Faktoren auf Lehre, Forschung und Struktur wieder.

Des Weiteren kann eine Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Hochschulen nur dann gewährleistet werden, wenn es den Hochschulen durch ihre finanzielle Ausstattung ermöglicht wird, ausreichenden Raum für Lehre und Forschung, sowie ausreichendes und motiviertes Personal zur Verfügung zu stellen.

Die Motivation von Lehrenden und Studierenden hängt stark von der Lernumgebung ab. Verschiedenste Theorien wie z. B. das Berliner Modell haben hier den Einfluss von Räumlichkeiten, Betreuungseinsatz und Medien als zentrale Thesen angeführt. Gerade die Anzahl der am Lernprozess Beteiligten spielt eine nicht zu verachtende Rolle.

Deshalb fordern wir:

angemessene Stellenpläne für ein pädagogisch sinnvolles Lehr-Studierendenverhältnis in den Seminaren
Erhöhung der Raumkapazitäten auf Basis der (auch unter den von uns geforderten verbesserten Bedingungen) zu erwartenden Studierendenzahlen im Wintersemester 2011/12
Adäquate Entlohnung und reguläre Beschäftigungsverhältnisse von MitarbeiterInnen der Universitäten
Deutlich erhöhte Ausgaben im Bereich der lehrmittelintensiven Fächer
Finanzielle Ausstattung der Forschungsbereiche zur Grundlagenforschung
Der Universitätsrat soll in ein universitäres Beratergremium umgewandelt werden, dessen Entscheidungen nicht in Lehre, Forschung oder Struktur der Universität eingreift

Akkreditierung und Evaluation

Grundsätzlich sind Bemühungen gerade die Qualität der Lehre messbar und verortbar zu machen sinnvoll und werden an vielen Universitäten bereits durchgeführt. Diese Möglichkeit den StudentInnen den Dozenten eine Rückmeldung zu geben und gleichzeitig auch die Qualität der Lernumgebung in die Bewertung mit einfließen zu lassen, hat sich in vielen Universitäten als feste Institution etabliert.

Mit der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem wurde auch eine Qualitätseinrichtung geschaffen, die die Anerkennung von Studiengängen dahingehend regelt, dass private Unternehmen zentrale Punkte wie die Schwerpunktsetzung, die Modularisierung oder die Evaluation begutachten. Dieses System, das auch die Reakkreditierung beinhaltet, ist in der Hochschullandschaft kritisch zu hinterfragen. Studien- und Prüfungsordnungen werden von Prüfungsämtern und Lehrenden erarbeitet, die bereits über die fachspezifischen Grundlagen für die Bewertung einzelner Studiengänge verfügen.

Externe Faktoren, die direkten Einfluss auf die Lehrqualität haben, werden zum Teil vom Wissenschaftsministerium festgelegt. Diese Faktoren sind deutschlandweit aufgrund der Bildungshoheit der Bundesländer unterschiedlich. Die Grundlagen für einen deutschlandweiten Vergleich sind damit nicht gegeben.

Eine Akkreditierung erscheint vor diesem Hintergrund als unnötiges Konjunkturprogramm für externe Beraterfirmen, die eng an die Akkreditierungsfirmen gebunden scheinen, wie das Beispiel der ANII zeigt.

Deshalb fordern wir:

Die Fragestellungen und Vergleichsverfahren müssen öffentlich gemacht werden
Laufende Akkreditierungsverfahren sind bis zur vollständigen Transparenz und der Einigung über den Fortgang des Bologna-Verfahrens einzustellen
Bestehende Evaluationsinstrumente innerhalb der Universitäten müssen gefördert und ausgebaut werden

7. Organisation des Studiums

Teilzeit- und Doppelstudium

Ein Teilzeitstudium ist unter anderem für studierende Eltern, Studierende, die die Betreuung von Angehörigen übernehmen oder finanziell schwächer gestellte Studierende von Bedeutung, da diese neben dem Studium ein weiteres zeitintensives Betätigungsfeld haben. Damit diese StudentInnen ihr Studium nicht aufgeben müssen, sollte ihnen ausreichend Zeit zur Erziehung ihrer Kinder, der Pflege ihrer Angehörigen, oder zum beruflichen Haupterwerb eingeräumt werden. Ohne die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums ist ein freier und allgemeiner Zugang zu Bildung nicht gewährleistet. Damit hat die Verwehrung eines Teilzeitstudiums gesamtgesellschaftlich weitreichende Konsequenzen, die nicht aufgrund von Spargedanken oder fehlendem Weitblick außer Acht gelassen werden sollten.

Die Differenzierung des Studiums in Bezug auf verschiedene Studienfächer ist generell zu begrüßen. Für Einzelne besteht jedoch im Verlauf ihres Studiums die Notwendigkeit sich in zwei Fächern zu orientieren. Bisher war dies vor allem durch die Möglichkeit eines Doppelstudiums gegeben. Gerade wenn Studierende konkrete Zielsetzungen mit ihrem Studium verbinden sollte dies durch organisatorische Hürden im Doppelstudium nicht erschwert werden.

Deshalb fordern wir:

Ein Teilzeitstudium sowie ein Doppelstudium muss sich den StudentInnen als wahrnehmbare Option darstellen, v. a. in Bezug auf die Studienorganisation

Auslandsaufenthalte

Die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten und Universitätswechseln während des Studiums muss durch die bessere Anerkennung von Studienleistungen und eine flexiblere Studienplanung verbessert werden. Studierenden sollen durch Auslandsaufenthalte oder den Universitätswechsel keine Nachteile entstehen.

Eine generelle Pflicht zu Auslandssemestern oder -praktika erscheint unter Gesichtspunkten der sozialen Selektion als inakzeptabel.

Deshalb fordern wir:

Abschaffung von vorhandenen verpflichtenden Auslandsaufenthalten
Förderprogramme für die Ermöglichung von Auslandsaufenthalten

Zulassungsbeschränkungen

Numerus Clausus ist ein Mechanismus zur Beschränkung des Zugangs zu Studiengängen, der bei so großem Andrang von Seiten der Studierenden eingeführt wird, dass die Universität in dem jeweiligen Fach keine guten Studienbedingungen mehr gewährleisten kann. Die Notwendigkeit des NC ergibt sich aus der Unterfinanzierung der Hochschulen und der einseitigen staatlichen Finanzierungspolitik, die einzelne Studiengänge bevorzugt behandelt. Das Vorhandensein des NC ist damit entweder ein Anzeichen für die mangelhafte Bildungspolitik und verweist auf die Notwendigkeit eines Umdenkens oder ist ein bewusster Mechanismus zur Bildung von Eliten.

Deshalb fordern wir:

Anpassung der Raum- und Lehrkapazitäten an den realen Studierendenzahlen bei gleichzeitiger Berücksichtigung kleiner Fächer und deren Erhaltung und
Unter der Bedingung eines Fortbestehens des NC, eine Umwandlung des NC in fachspezifische Eingangstests, die den realen Fähigkeiten der BewerberInnen gerecht werden und diese nicht aufgrund einer abstrakten und für das Studium irrelevanten Durchschnittsnote bewerten


Wir fordern Landesregierung, Universitätsleitungen, Fakultäts- und Fachbereichsverwal-tungen auf, in einen Dialog mit den Studierenden einzutreten und konkrete Aussagen zur Umsetzbarkeit der hier gestellten Forderungen zeitnah abzugeben.

Beschlossen durch das Plenum des besetzten Hörsaal 1 der Universität Augsburg am 23. November 2009.

Klingt eigentlich vernünftig, nicht?
Was wir vorhaben, ist eine *konkrete Utopie*.

Es ist möglich. Man muss es nur erdenken.
 
danke, endlich etwas handfestes :)

meine meinung:

1. Zielorientierung durch Bologna ist auch nicht schlecht... "rumstudieren" entzieht anderen eben notwendige mittel...

2. ok, da stimme ich zu :)

3. studiengebühren beugen studenten vor, die nicht ernsthaft studieren und in der höhe halten sie niemanden vom studium ab

4. ich finde die beteiligung der wirtschaft gut, die forschung muss auch zielen dienen und unternehmen sollten in die pflicht genommen werden... außerdem sind excelenz-standorte etwas natürlich und eine gleichverteilung halte ich für unmöglich, auch weil sie die stärksten unis schwächen würde

5. dem würde ich zustimmen, ich dachte aber, dass es das zum teil schon gibt... habe mich ehrlich gesagt nicht so damit befasst - wie auch immer, mehr mitbestimmung wäre schon gut :)

6. ich finde eine beteiligung der wirtschaft, wie ich schon sagte, gut - man lernt nicht für den elfenbeinturm (zumindest die meisten nicht), sondern für die wirtschaft und früher praxisbezug ist immer gut... meine persönliche erfahrung ist auch, dass gerade spezielle qualifikationen in kooperation mit unternehmen sehr viel bringen

7. das mit dem teilzeitstudium klingt gut, aber prüfungen statt dem NC finde ich auch nicht sinnvoll - dann hängt ja alles an einem test... bin eher für eine mischung aus NC und test: 50% kommen durch den NC rein, 50% durch tests - das finde ich am fairsten
 
danke, endlich etwas handfestes :)

meine meinung:

1. Zielorientierung durch Bologna ist auch nicht schlecht... "rumstudieren" entzieht anderen eben notwendige mittel...

2. ok, da stimme ich zu :)

3. studiengebühren beugen studenten vor, die nicht ernsthaft studieren und in der höhe halten sie niemanden vom studium ab

4. ich finde die beteiligung der wirtschaft gut, die forschung muss auch zielen dienen und unternehmen sollten in die pflicht genommen werden... außerdem sind excelenz-standorte etwas natürlich und eine gleichverteilung halte ich für unmöglich, auch weil sie die stärksten unis schwächen würde

5. dem würde ich zustimmen, ich dachte aber, dass es das zum teil schon gibt... habe mich ehrlich gesagt nicht so damit befasst - wie auch immer, mehr mitbestimmung wäre schon gut :)

6. ich finde eine beteiligung der wirtschaft, wie ich schon sagte, gut - man lernt nicht für den elfenbeinturm (zumindest die meisten nicht), sondern für die wirtschaft und früher praxisbezug ist immer gut... meine persönliche erfahrung ist auch, dass gerade spezielle qualifikationen in kooperation mit unternehmen sehr viel bringen

7. das mit dem teilzeitstudium klingt gut, aber prüfungen statt dem NC finde ich auch nicht sinnvoll - dann hängt ja alles an einem test... bin eher für eine mischung aus NC und test: 50% kommen durch den NC rein, 50% durch tests - das finde ich am fairsten

Freut mich, dass dir die Forderungen von uns halbwegs taugen :)
Wir saßen mehrere Tage dran, die voller Plenas waren und Diskussionen.

Und bald muss die nächste Welle erfolgen, denn wir haben das gesamte Bildungssystem im Blick. Am Wochenende kommen vermehrt Schüler zu uns und dann wird mit ihnen an einer Erweiterung gearbeitet.

Ich nehme mir mal die Freiheit, kurz auf deine Antworten... zu antworten ;-)

Zu 1: Bologna selbst formuliert nicht einmal ein Ziel aus. Sie sprechen von 'Regelstudienzeit', die auf 6 Semester ausgelegt ist. Es besteht keine Pflicht, das Studium hier in Deutschland so zu gestalten, dass du es in 6 Semestern zu schaffen hast (bei in etwa dem selben stofflichen Aufwand wie beim Magister) und du nach 8 Semestern exmatrikuliert wirst ohne Chance, es weiterzustudieren.

Wir wollen, dass Bologna entweder komplett umgekehrt wird oder komplett im Wesen geändert wird, sodass das Humboldt'sche Ideal wieder Einzug halten kann.
Diese... Interpretation der Politik ist einzig von der Wirtschaft ausgegangen, die meint, dass die deutschen Studierenden zu alt sind am Ende des Studiums.

Ja, warum sind deutsche Studenten weltweit (beim Magister) so hoch im Kurs? Warum sind wir in dieser glücklichen Position jetzt?
Weil es einen Unterschied gibt zwischen 'früh fertig werden' und 'ein gutes Studium' genießen.

Selbe Geschichte wie beim G8, übrigens.
Da wird auch davon ausgegangen, dass die Kinder bei gleich bleibendem Stoff einfach mal ein Jahr abgeschnitten bekommen können ohne irgendwelche Konsequenzen.

Schon jetzt leiden immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft am Burn-Out und an psychischen Beschwerden, die etwas mit dem Leistungsdruck zu tun haben, der schon von früh an am Menschen lastet.
Das halten wir für menschenunwürdig... Der Mensch ist nicht zum Zwecke der Leistung geboren, es ist nicht Sinn des Lebens, ständig Leistung zu erbringen.

zu 3.

Die Studiengebühren in der jetzigen Höhe und Form halten sehrwohl vom (Wunsch-)Studium ab.
Durch die Studiengebühren muss man oftmals nebenher arbeiten.

Geht das wirklich so Hand in Hand mit einem fundierten Studium, wenn man am Wochenende und unter der Woche, neben dem Studium, arbeiten muss, damit man sich das Ganze leisten kann?

Studienkredite sind auch nicht gerade... studienförderlich.
Da lastet erneut ein (Leistungs)druck auf dem Menschen... Und sei mal ehrlich:
Hast du gute Ideen, unter solchen Bedingungen?

Kannst du da Wissenschaft betreiben?

Wenn du z.B in München studieren willst, brauchst du entweder sehr viel Glück oder sehr viel Geld, damit du dir den Spaß leisten kannst.
Damit fallen die Münchner Unis für den Menschen weg... egal, wie engagiert er sein mag.

Stipendien, die aufkommen, stellen da keine Kompensation dar.

All diese Maßnahmen wie Stipendien oder Studienkredite machen klar, dass man tiefer ansetzen muss.

Ich bin sicher, dass, wenn der Staat auch nur ein Viertel der Gelder, die er spontan für die 'Rettung der Wirtschaft' ausgegeben hat, in das Bildungswesen einfließen lassen würde, mit guten Ideen...
... es dann möglich ist, dass jeder Mensch eine freie Bildung genießen kann.

zu 4.

Der Einfluss der Wirtschaft hat uns diese Misere erst verschafft... Klar ist, dass *manche wenige(!)* Studiengänge durchaus an der Wirtschaft orientiert sein können.
Ich denke da an BWL... oder Wirtschaftswissenschaften.

Nur, was hat der Bachelor of Arts und somit die Wirtschaft z.B mit Philosophie zu tun?
Welchem 'Zweck' dient die Philosophie, deiner Meinung nach?
Oder soll die gesamte Geisteswissenschaft verwirtschaftlicht werden? :aehja:

zu 5.

Mit unseren Forderungen und in unserer Vorstellung... Wird es schlicht und ergreifend möglich sein, ohne NC oder Tests auszukommen, mittel- und langfristig.
Das ist unser Ideal, für das wir gewillt sind, lange auszuharren.

Denn... Wer vollstes Vertrauen in die Wirtschaft setzt und glaubt, sie könne 'alles regeln' und irgendeine Verbesserung hervorrufen...
... Muss schauen, was jetzt so passiert ist :aehja:

Und was bald wieder passieren wird :smile5:
Wenn wir nicht wieder eine Bildung zum Ziel haben, welches kritische Menschen ausbildet.

Und keine 'Arbeitskräfte'.

Oh... Sorry, es wurde doch etwas länger. Aber das ist jetzt mal mein Statement dazu :)
Am Wochenende geht es nach München, wo der internationale Bildungsstreik tagen wird.
Mal sehen, was wir aus Augsburg beitragen können und was dabei rauskommt!

live aus Augsburg,
Nerazar
 
freut mich ja, dass du da so engagiert bist, auch wenn ich bestimmten forderungen einfahc nicht zustimmen kann

Zu 1.

eine regelstudienzeit ist ein effektives mittel gegen "ewige studenten", die das bildungssystem unnötig viel geld kosten, was den anderen wiederrum schadet... das problem ist hier, dass manche einfach unbedingt studieren wollen, ohne ein ziel oder eine aussicht auf einen abschluss zu haben

meistens liegt das an der herkunft, wenn die eltern akademiker waren, wirkt es wie ein abstieg nicht zu studieren... aber es muss trotzdem auch sowas geben, durchlässigkeit muss auch "nach unten" gegeben sein
deshalb finde ich es sinnvoll, eine gewisse selektion zu betreiben, indem man von den studenten auch leistung fordert

übrigens gab es an meiner ehemaligen schule schon vor dem G8 schnellläufer-klassen, die ein jahr weniger hatten - und die hatten weder burnout, noch waren sie am ende dümmer... effizienz ist eben doch gut ;)

Zu 3.

An den 100 euro liegt es aber nicht, wenn man nebenbei arbeiten muss...und der druck durch einen kredit ist nicht so schlimm, wie ich finde - man sollte eben wirklich studieren wollen

jeder braucht druck um sich weiterzuentwickeln, ich sehe das nicht im widerspruch zur wissenschaft

Zu 4.

auch philosophen werden doch irgendwo gebraucht und arbeiten später... deshalb kann man auch dieses studium mehr an der zukünftigen praxis orientieren - wie ich schon sagte: ein studium muss ein ziel haben

ich sehe schon ein, dass geisteswissenschaften eventuell im nachteil wären, wenn die wirtschaft entscheiden würde - dort werden nun mal ingeneure und keine ägyptologen gebraucht
aber ich finde, hier soll man angebot und nachfrage ruhig wirken lassen - was mehr gebraucht wird sollte auch gefördert werden... ein studium als selbstzweck entzieht anderen nur die mittel
es ist ja nicht so, dass geisteswissenschaften aussterben würden - denn sie werden gebraucht :)

Zu 5.

Wie ich sagte, eine gewisse selektion muss schon sein, sonst geht das zu lasten der qualität
 
Ab morgen geht der streit auch bei uns los. So ein Crap!
Ich geh zur Uni um was zu lernen, nicht um zu streiken.

das machen die meisten anderen wohl auch, das musste aber differenzierter betrachten. streikende arbeiter sind ja auch nicht faul sondern wollen ETWAS ;)
will die details davon hier nun aber gar nicht mehr ausbreiten, man kann ja für oder gegen verschiedene dinge sein, aber ohne druck erreicht man heute doch gar nichts mehr.
 
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