Wichtig ist doch bei [Einzel]Wertungen in erster Linie, dass man sie mit einer gewissen Vorsicht genießt und auch kritisch aufnimmt (auch wenn ich es eher als den gesunden Menschenverstand einsetzen bezeichnen würde). Bei gesammelten Wertungen und Durchschnitten hat man schon ein gewisses Maß an Differenzierung, was ansich nicht schlecht ist - allerdings ist es andererseits relativ vergebens, sich auch nur auf die Zahlen von irgendwelchen Sammelseiten zu stützen, da eine Zahl alleine ja noch nicht viel auszusagen weiß.
Reviews lesen geht also schon mal absolut vor Zahlenschauen.

Schließlich gibt nur der ausformulierte Text, wenn überhaupt, dann letztendlich Aufschluss darüber, wie die Wertung zustande gekommen ist. Und vermittelt dem Leser bereits einen guten Eindruck, wie ausschlaggebend das Review für ihn selbst nun ist.
Ein aktuelles Beispiel: New Super Mario Bros. Wii. Da gibt es durchaus Wertungen, die beispielsweise das Spiel abwerten, weil es keinen Onlinemodus hat. Bei vielen Wiilern stößt dies auf relatives Unverständnis, weil sie argumentieren, dass sie es sowieso am liebsten nur alleine oder mit Freunden im selben Raum zocken wollen. Ich persönlich kann diesen Abwertungen aber im Grunde nur zustimmen, denn seit der Ankündigung des Spiels habe ich darauf plädiert, dass so ein Titel im Jahr 2009 einen Onlinemodus haben sollte. Das Fehlen dessen ist also in meinen Augen ein mehr als berechtigter Kritikpunkt und dementsprechend sollten auch die Wertungen eine klare Sprache darüber sprechen. Ganz einfach, weil Nintendo eine riesengroße Chance ungenutzt hat verstreichen lassen - und dies sollte man nicht einfach abnicken.
Ich persönlich lese ganz gerne die IGN-Reviews, weil sie oft meinen Geschmack recht gut treffen. Natürlich gibt es dort Ausreißer nach oben und unten, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann (wie man Clash of Ninja Revolution ein "Great" geben konnte, begreife ich nicht), aber das ist sowieso normal. Anderen Meinungen sollte man sowieso nicht blind nachlaufen. Also kurz gesagt, immer ganz wichtig ist: Gehirn einschalten und probieren geht sowieso über studieren!
