Nachdem wir euch vor zwei Wochen schon einige exklusive Infohäppchen zu Microsofts neuem Vorzeigeracer präsentieren durften, hatten wir während der Gamescom in Köln die Möglichkeit, uns eine nahezu fertige Version von Forza Motorsport 3 anzusehen und anzuspielen. Zudem stand uns Forza 3 Global Product Manager Amritz Lay Rede und Antwort. Viel mehr als vor zwei Wochen wissen wir nun zwar auch nicht, dafür dürfen wir euch mehr verraten.
Rennsimulation² = Forza Motorsport 3
Es kommt etwas Großes auf die Xbox 360-Rennspieler zu
, das wussten wir bereits
dennoch: Forza 3 lässt auch hartgesottene Rennspielprofis noch ungläubig dreinblicken
aber fangen wir mal ganz von vorne an.
Forza Motorsport 3 ist kein einfaches Update des Vorgängers, sondern wurde von Grund auf neu strukturiert. Egal ob Fahrzeugmodelle, Physikengine, Karrieremodus oder Rennserien: alles ist anders, alles ist neu und alles ist vor allem viel übersichtlicher und unkomplizierter. Dies hat vor allem eins zur Folge: Die Rennen an sich treten noch weiter in den Vordergrund.
Forza 3 macht es dem Hardcore-Rennspieler oder einfachen Automobil-Enthusiasten gleichermaßen einfach: Zu Beginn wählt man ein Fahrerprofil aus, das die Fahrhilfen reguliert und nach eigener Einschätzung am besten passt, anschließend gibt es eine Proberunde im Audi R8, zu guter Letzt wählt man dann aus sieben Fahrzeugen sein Startfahrzeug aus, das wars schon. Aufgrund eurer Entscheidungen und Leistung der Probefahrt konfiguriert sich Forza 3 quasi von selbst und stellt alle Ingame-Parameter auf euch ein. Fertig! Wem dies zu casual sein sollte, kann natürlich alle Parameter nachträglich selbst regulieren.
Ähnlich wie bei der Race Driver-Serie oder auch CMR: DIRT 2 wird der Spieler in Forza 3 von einem Sprecher begleitet, der hilfreiche Tipps gibt und viele technische Details erläutert. Dieses neue Feature ist nicht nur für Neueinsteiger hilfreich, es gibt dem Spiel eine komplett andere Stimmung
und die passt hervorragend. Übrigens: Wer beim ersten gesprochenen
Welcome to Forza Motorsport 3 keine Gänsehaut bekommt, ist kein echter Fan der Serie, soviel steht fest.
Gigantischer Umfang
Hat man obige Entscheidungen gefällt, startet man auch schon in die Rennsaison. Gegenüber Forza 2 zeigt der Nachfolger gleich zu Beginn, was er zu bieten hat und der prall gefüllte Rennkalender, der alle Events auf einen Blick zeigt, lässt eine Menge Vorfreude aufkeimen.
Wie ist es, wenn man ein Rennauto in der Garage stehen hat? Genau, man sucht sich Rennen aus, bei denen man mit seinem Boliden an den Start gehen kann und nicht umgekehrt. Aus diesem Grund sind auch alle Rennevents, die man mit seinem derzeitigen Fahrzeug bestreiten kann, mit einem grünen Häkchen gekennzeichnet. Die einzelnen Rennserien bestehen aus mehreren Einzelläufen, die nacheinander absolviert werden müssen. Wer gewinnen will, sollte also tunlichst bei jedem Rennen darauf achten, an vorderster Position ins Ziel zu kommen. Als Preise locken neue Fahrzeuge und natürlich Preisgelder, mit denen ihr eure vorhandenen Boliden nach Herzenslust tunen dürft oder neue Wagen kaufen könnt.
Apropos tunen: Die Tuningfunktion wurde komplett in den Übersichtsscreen der Strecke integriert, das heißt, man muss nicht mehr außerhalb des Rennevents in ein Auswahlfenster, sondern kann direkt mit wenigen Klicks ordentlich Dampf in die gewählte Kiste zaubern. Neben der klassischen Variante gibt es nun auch eine Quick Tune-Funktion, die je nach Strecke und Budget die bestmöglichen Parts bereitstellt.
Physik ist keine Zauberei
Die Fahrphysik war bei Forza Motorsport schon immer wegweisend, was Turn 10 aber bei Forza 3 auf die Beine gestellt hat, geht nochmals einen großen Schritt in Richtung Realität. Neben dem bereits ausführlich beschriebenen Tireflex (dem Arbeiten des Reifens auf der Felge), arbeitet die Physikengine mit einem rasanten Takt von 360 Hz. Pro Sekunde werden also 360 mal alle Fahrzeugzustände abgefragt und Steuerungsinformationen an das Fahrzeug geleitet. Zum Vergleich: Die Konkurrenz arbeitet derzeit wie Forza 2 mit maximal 25-30 Hz. Dies schafft eine bislang einzigartige Kontrolle die gerade im Grenzbereich deutlich spürbar wird. Wie viel genauer die Steuerung dadurch gerade im Hochgeschwindigkeitsbereich wird, zeigt euch folgendes Beispiel:
Wenn ihr mit virtuellen 200 km/h unterwegs seid, legt ihr in der Sekunde etwa 55 Meter zurück. Eine oben genannte konventionelle Physikengine wird also im Schnitt alle 2 Meter aktualisiert. Wenn euer Fahrzeug beginnt auszubrechen, dauert es also 2 Meter, bis ihr dies bemerkt und reagieren könnt und weitere 2 Meter, bis geeignete Maßnahmen von eurem Fahrzeug umgesetzt werden. Mit der 360 Hz Engine verkürzen sich diese 4 Meter auf gerade einmal 30 Zentimeter und das bei genannten 200 Stundenkilometern.
Fazit
Hut ab Turn 10
das sieht gut aus! Forza ist und bleibt trotz der vielen Möglichkeiten und Hilfen für Neueinsteiger im Grunde eine beinharte, tiefgreifende Rennsimulation und bietet fantastische Traumwagen und vielfältige Rennstrecken um sich darauf auszutoben. Welche Tracks und Fahrzeuge genau dabei sind, ist bislang noch ein Geheimnis.
Was jedoch kein Geheimnis ist, ist die Tatsache, dass Turn 10 und Microsoft genau die richtige Mischung am Start haben, um im Oktober ordentlich Benzin durch die Adern eines jeden Rennsportfans zu fördern. Mit Forza 3 liefert der US-Entwickler eine technische und optische Sahneschnitte ab und auch wenn ich ein Sommerkind bin, in diesem Jahr freue ich mich schon fast mehr auf den Herbst. Wer übrigens aufgrund der E3-Version Angst hat, dass Forza 3 wegen der enormen Optik Tribut zollen muss: alle Perspektiven - auch die Cockpitansicht - laufen in Forza 3 mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde.
Im kommenden Monat dürfte mit etwas Glück eine erste spielbare Betaversion in unserer Redaktion eintrudeln, dann gibt es den von uns gewohnten Output an Bildern, Gameplayvideos und jeder Menge Detailinformationen.