Da ihr euch ja so sicher seid, dass Rosenborg wieder Meister wird: Na, wie hat Rosenborg am Wochenende gespielt? Genau, sie haben verloren

Jetzt immerhin schon das vierte Mal im sechsten Spiel. Dank dieser eher mäßigen Bilanz ist Rosenborg auch auf dem vorletzten Platz, dem Relegationsplatz, angelangt. Doch erst mal ein Überblick über die Ergebnisse:
Tromsø – Brann 0:0
Aalesund – FC Lyn 0:4
Fredrikstad – Ham-Kam 2:1
Strømsgodset – Bodø/Glimt 1:2
Vålerenga – Molde 1:2
Stabæk – Rosenborg 1:0
Lillestrøm – Viking 2:0
Das erste Spiel des Spieltags war mal wieder ein 0:0, diesmal auch eins der eher langweiligen Sorte. Das einzig Interessante an diesem Spiel war, dass dem Aufruf des Trainers, das Stadion doch mal wieder zu füllen, auch gefolgt wurde, und das nicht zu knapp: Mit 7.285 zahlenden Zuschauern gab es sogar mehr als die offizielle Zuschauerkapazität des Stadions eigentlich zulässt. Die Heimmannschaft war auf dem „Fußbabtreter“-Kunstrasen (O-Ton eines Brann-Spielers) überlegen, aber es reichte nicht zu einem Tor.
Tromsø ist jetzt 6. und damit voll im Soll, Brann kann sich als 9. noch nicht so richtig freistrampeln.
Nachdem Aalesund das letzte Heimspiel gegen Ham-Kam noch 5:0 gewann, setzte es jetzt eine 0:4-Niederlage. Die wurde allerdings etwas unglücklich eingeleitet, zumindest aus Sicht Aalesund: Zwei Elfmeter in Minute 40 und 45, dazu ein Platzverweis wegen Notbremse beim zweiten Elfer – da hatte Aalesund in HZ zwei nicht mehr viel dagegenzusetzen. Allerdings nicht so wenig, dass das 0:3 nicht hätte verhindert werden können: Ein herrliches Zuspiel auf einen Lyn-Spieler, der aber weniger herrlich einfach über den Ball senst. Der Ball rollt Richtung Torauslinie. Er wird vom Aalesund-Verteidiger abgeschenkt, nicht aber vom gerade noch drübersensenden Lyn-Spieler. Er schnappt sich den Ball, umkurvt den Torwart und netzt ein.
Nach einem kurzen Höhentrip ist Aalesund jetzt eher da angelangt, wo man am Ende wohl auch stehen wird, man ist 11. Lyn ist plötzlich ganz weit oben auf dem 3. Platz und seit langem mal wieder vor dem Lokalrivalen Vålerenga.
Fredrikstad gegen HamKam war wiederum eher ein Spiel der Marke langweilig. Nach dem Führungstreffer für die Gäste in der 38. Minute gelang Fredrikstad nach vier Minuten der Ausgleich. Nach der Pause drückte man auf das 2:1, was auch in der 68. Minute gelang. Danach meinte man aber, gegen einen Aufsteiger genug getan zu haben, sodass es noch einige wenige Chancen für Ham-Kam gab, es tat sich aber nichts mehr.
Fredrikstad setzt seinen enormen Höhenflug fort und ist jetzt 2., Ham-Kam ist sozusagen auf dem Boden der Tatsachen angekommen – bei 15 Gegentoren in sechs Spielen kann man aber nicht viel mehr als den letzten Platz erwarten.
Die Partie Godset gegen Glimt war dagegen hochspannend – vor allem gegen Ende. Nachdem die Gäste noch vor der Pause in Führung gingen, bemühte sich Godset redlich, den Ausgleich zu erzielen. Aber auch Glimt war lange Zeit nahe am 0:2. In der 88. Mnute dann die gedachte Erlösung für die Godset-Fans, das 1:1. Aber dem war nicht so. In der 94. Minute stolperte ein Glimt-Spieler tatsächlich den Ball noch über die Linie, was den Torwart der Nordnorweger dazu veranlasste, die Godset-Fans hinter sich freundlich per Mittelfinger zu grüßen. Ob das noch ein Nachspiel hat, habe ich leider nicht erfahren.
Strømsgodset befindet sich im Mittelfeld auf Platz 8, in etwa das, was zu erwarten war. Bodø, der schon sichere Absteiger dagegen, findet sich auf Platz 5 – was die Fans auch deswegen freuen dürfte, weil dieser Platz eine Position vor Tromsø garantiert.
Molde schafft tatsächlich zusammen mit Lillestrøm den ersten Saisonsieg. Wie Vålerenga am letzten Spieltag spielte nun Molde: zwei schnelle Tore aus zwei Chancen, und Vålerenga war erst einmal nicht fähig, zu antworten. Nach der Pause wurde Vålerenga besser, aber mehr als das 1:2 sprang nicht heraus. Eine sehr kuriose Szene ereignete sich aber dennoch: Der Schiri musste gewechselt werden, weil sich der erste Schiri einen Bänderriss während des Spiels zuzog – das kommt auch nicht so oft vor. Es wurde im Stadion nach einem Assistenz-Schiri gesucht, einer der Linienrichter wurde zum Hauptschiri und das Spiel konnte beendet werden.
Vålerenga ist trotz der Niederlage auf einem sehr komofortablen 4. Platz, Molde immerhin 10., erst mal weg von den Abstiegsrängen.
Stabæk bleibt das einzige Team ohne Niederlage in der Saison und damit mit 14 Punkten Tabellenerster. Auch gegen Serienmeister Rosenborg gewann man hochverdient mit 1:0, was auch an der schlechten Chancenverwertung lag – eher untypisch für Stabæk bisher. Rosenborg hat dagegen eine handfeste Krise mit gerade mal einem Saisonsieg und vier Niederlagen. Mittlerweile steht man schon auf dem Relegationsplatz, hat sich aber dummerweise schon einen neuen Trainer geangelt – ab Juni. Sollte bis dahin aber keine Besserung eintreten, könnten sämtliche Entscheidungen in den oberen Tabellenregionen für Rosenborg unerreichbar werden.
Lillestrøm war mit Molde das einzige Team ohne Sieg, hat es aber gegen die „Titelfavoriten“ aus Stavanger endlich auch geschafft. Das Konzept hat man sich dazu wohl bei den Freunden aus der Hauptstadt abgeschaut, wie Vålerenga in Stavanger erzielte Lilletrøm zwei ganz schnelle Tore, um sich danach einzumauern. Es wurde so kein besonders ansehnliches Spiel, aber ein verdienter Sieg für Lillestrøm, was in deren derzeitiger Lage das einzige sein dürfte, was zählt.
Lillestrøm ist weg von den Abstiegsplätzen auf Rang 12, Viking enttäuscht ein wenig und ist nur 7.
Die aktuelle Tabelle reiche ich nach.