Aliens - Colonial Marines: Mutmaßlicher Insider plaudert aus
Auf reddit.com tauchte kürzlich ein Beitrag eines mutmaßlichen Insiders auf, der an der rund eineinhalb Jahre am kürzlich erschienenen First-Person-Shooters Aliens - Colonial Marines mitgearbeitet haben will. Unter dem Pseudonym throwawayacm berichtet über die Vorgeschichte und Hintergründe des Scheiterns von Aliens - Colonial Marines und zeigt gegenüber den Fans Verständnis für deren Verärgerung und der nahezu einhellig negativen Meinung der Fachpresse zum Spiel. Obwohl der bei Sega of America als Senior Producer tätige Matthew J. Powers die Auslagerung zentraler Spielelemente auf andere Spielstudios verneinte und lediglich das Spielstudio TimeGate Studios als Unterstützung für Gearbox erwähnte, schildert der vermeintliche Insider throwawayacm ein anderes Bild der Lage.
So arbeitete Gearbox in den letzten Jahren an vielen Projekten wie Duke Nukem Forever, Borderlands 2 und Aliens - Colonial Marines gleichzeitig. Aufgrund von Verzögerungen wurde laut throwawayacm eine "ordentliche Portion" des Spiels an andere Firmen weitergegeben. Laut Plan sollte sich TimeGate Studios um die Hauptkampagne kümmern, Gearbox lediglich um den Multiplayer-Modus. Andere Studios wiederum sollen für die Erstellung von DLCs und für andere Aufgaben hinzugezogen worden sein.
Ferner berichtet throwawayacm, dass die Release-Pläne von Borderlands 2 und Aliens - Colonial Marines ineinander liefen und Gearbox realisierte habe, dass es unmöglich sei, zwei ambitionierte Projekte gleichzeitig zu zertifizieren und auszuliefern. Zudem hätten die TimeGate Studios zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich hinter dem Zeitplan gelegen. Zwischen April und Mai 2012 soll Gearbox deshalb ein letztes Mal mit Sega verhandelt haben, was weitere neun Monate Entwicklungszeit für Colonial Marines gebracht habe.
In den ersten fünf Monaten des Aufschubs habe Gearbox sich allerdings ausschließlich mit Borderlands 2 beschäftigt und anschließend erst festgestellt, dass sich Colonial Marines in einem schlechten Zustand befunden habe. Unter anderem berichtet throwawayacm, dass die Hauptkampagne zu diesem Zeitpunkt noch ohne Zusammenhang gewesen sei und die Bosskämpfe noch nicht implementiert waren.
Gearbox sei äußerst unzufrieden mit den Resultaten der TimeGate Studios gewesen und hätte unter anderem durch die komplette Umgestaltung von Karten aus der Kampagne versucht, zu retten, was zu retten gewesen wäre. Andere der längst geplanten Features weibliche Marines hätten es deshalb erst in allerletzter Minute ins Spiel geschafft. Trotz dieser Reparaturmaßnahmen habe Gearbox an diesem Punkt längst gemerkt, dass Colonial Marines keinen guten Start haben würde.
Deshalb sei mit Sega über einen erneuten Aufschub gesprochen worden, auf den sich die Parteien allerdings nicht einigen konnten. Sega soll gar mit rechtlichen Schritten gedroht haben, sollte es zu weiteren Verzögerungen kommen. Letztlich habe man deshalb nur noch die Fehler beseitigt, die zu Programmabstürzen führten und alle anderen Probleme des Spiels nicht weiter verfolgt. Throwawayacm relativiert ferner die Schuld von Gearbox Software am schlechten Zustand des Spiels. Immerhin hätten sich die Texaner bemüht, aus Aliens - Colonial Marines doch noch ein gutes Spiel zu machen, dass sie dafür das Risiko eines Rechtsstreits mit Sega aber scheuten, sei verständlich.
Trotz des unguten Gefühls mit der verbundenen Genehmigung der Haupthandlung von 20th Century FOX hofft der angebliche Insider auf möglichen DLC mit dem bessere Inhalte verfügbar werden, als sie das Hauptspiel bereithielt. Mittlerweile wurde ein erster Patch zum aktuellen Zustand des Spiels veröffentlicht