Ich habe neben diversen Konsolen auch noch einen Spiele-PC und bin zu dem Schluss gekommen, dass der PC insgesamt weit mehr kann als eine Konsole, dafür aber auch je nach Gusto sehr ins Geld gehen kann.
Man kann sich schon für 400-600 einen PC zusammenbauen, der den aktuellen Konsolen grafisch mindestens ebenbürtig ist. Eine Auflösung von 1280x720 kriegt man bei den meisten Spielen mit fast allen Details zum Laufen. Sicher muss man bei neueren und anspruchsvolleren Titeln ein paar Abstriche machen (DX10-Effekte abschalten, AA oder AF abschalten, oder unwichtige Kleinigkeiten wie Schatten abstellen), aber insgesamt gesehen kann man selbst für 400 die nächsten paar Monate ganz gut über die Runden kommen.
Leider ist man aber dennoch irgendwann gezwungen aufzurüsten, wenn man nicht immer die Details runterschrauben oder eine Diashow betrachten will. Aber das Gute am PC ist seine Variabilität. Nicht immer muss man sofort ein neues Mainboard oder gar einen ganzen Rechner kaufen. Oft genügt einfach zusätzliches RAM zu kaufen, die CPU auszuwechseln oder eine neue Grafikkarte einzubauen. Der Rest, Gehäuse, DVD/CD-Laufwerk, Festplatte, diverse Erweiterungskarten für Audio und Co., kann eigentlich immer übernommen werden. Und wer sich ein bischen auskennt mit dem PC-Trends und den Spielen, weiß wann man bestimmte Sachen kauft und welche Entwicklungen man lieber abwartet. Die ersten DirectX10-Karten sind zum Beispiel völlig überflüssig. Heute gibt es kaum Spiele, die davon profitieren, und in einem Jahr sind sie für viele Spiele einfach schon zu schwach um die neuen Effekte in hoher Auflösung darstellen zu können.
Leider ist das dem Laien natürlich nicht zuzumuten. Der kauft seinen PC alle paar Jahre von der Stange für teuer Geld und wundert sich dann, wieso dieser nach nicht mal einem Jahr bei fast jedem aktuellen Spiel ruckelt.
Für diese "Dummies" ist eine Konsole eher geeignet. Da muss man nur alle 4-6 Jahre in eins der neuesten Geräte investieren, hoffen, dass man nicht aufs falsche Pferd gesetzt hat und die Sache ist erledigt.
Dass das Aufrüsten aber ins Geld geht, ist klar. Teurer als bei Konsolen ist es sowieso. Wer immer die neueste Technik haben will, muss dafür auch bezahlen. Eine Konsole ist auch nur die ersten 2 Jahre neu, danach hechelt sie leitungstechnisch im Vergleich zum PC auch hinterher. Die letzten Multiplattformtitel der letzten Generation stehen im Verhälnis Else Kling (PS2) zu Heidi Klum (Klum). Wer PC-Spielen immer in entsprechender Qualität möchte - muss halt dafür blechen. Auf Konsolen ist das gar nicht möglich - da ist man darauf angewiesen, dass die Entwickler das letzte aus dem Stück Hardware holen - teils mit beeindruckenden Ergebnissen, aber im Vergleich zum PC natürlich eher dürftig.
Wer zudem den PC noch für andere Dinge nutzt, dem macht der Aufpreis sowieso keinen Kummer. Nur bei wenigen Programmen ist die Mehrleistung nach dem Aufrüsten wirklich spürbar, aber insgesamt gesehen profitiert ein System bei mehr Arbeitsspeicher und einer schnelleren CPU.
Man sollte aber wirklich erst prüfen, ob einem die typischen Genres auf dem PC zusagen. Beat 'em Ups und Jump 'n Runs gibt es praktisch nicht, dafür eine Übermacht an Egoshootern, Echtzeitstrategie- und Adventuretiteln. Wem das nicht zusagt, sollte lieber zu den Konsolen greifen, die zumeist mit Actiontiteln überhäuft werden.