Gran Turismo 4: Prologue Review:
Bis wir endgültig Hand an Gran Turismo 4 anlegen können, dauert es noch ein Weilchen: Im Moment ist das vierte Quartal als Release-Termin angepeilt. Doch alle, die es gar nicht mehr erwarten können, dürfen bereits jetzt mit GT 4 Prologue ein wenig Gran Turismo-Luft schnuppern. Doch ist die abgespeckte Demo-Version tatsächlich 40 Euro wert? Mehr dazu im Test!
Dass Gran Turismo 4 einer der meist erwarteten PS2-Titel dieses Jahres ist, steht außer Frage. Doch ob man gewillt ist, für die Schnupperversion, in der immerhin über 50 Autos und fünf Strecken vorhanden sind, knackige 40 Euro hinzulegen, steht auf einem anderen Blatt.
Denn das Gameplay wurde auf zwei Kernpunkte reduziert: Fahrschule und Arcade. In der Fahrschule und den so genannten Kaffeepausen warten insgesamt 50 Aufgaben auf euch, die euch behutsam in die überarbeitete Fahrphysik und das Steuerungsverhalten der verschiedenen Boliden einführen.
Egal ob Kurventechnik, Überholen oder das Einprägen der Kurse: alles wird haarklein erklärt. Und wer nicht sofort den Sprung ins kalte Wasser wagen will, kann sich in einem Video Tipps geben lassen. Bewältigt ihr die Übung, bekommt ihr zur Belohnung ein neues Fahrzeug, das ihr im Arcade-Modus verwenden könnt.
In diesem könnt ihr nach Lust und Laune auf den fünf Strecken rasen, was das Zeug hält auf bestimmten Kursen auch mit gegnerischen Fahrern, deren KI allerdings noch nicht das Gelbe vom Ei darstellt.
Bekommt ihr z.B. eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, weil ihr in die Bande geprallt seid (dass es kein Schadensmodell in der GT-Serie gibt, ist ja hinlänglich bekannt), in der ihr nur eingeschränkt beschleunigen könnt, könnt ihr die eindeutig schnelleren Verfolger noch problemlos abblocken sie unternehmen kaum ernsthafte Versuche, an euch vorbeizuziehen.
Und da es im Arcade-Modus auch keine Möglichkeit gibt, mit zwei Spielern gegeneinander anzutreten, reduziert sich der Wiederspielwert auf lange Sicht auf einen engen Personenkreis: Die GT 4-Fans, die im Vorfeld der Veröffentlichung alle Strecken mit allen Fahrzeugen abfahren zu wollen, um für die finale Fassung gewappnet zu sein.
Was ist dran?
Das schon in GT 3 sehr gute Fahrgefühl wird schon in der Prolog-Fassung getoppt - mit Ausnahme des Rallye-Kurses, auf dem man sich eher wie auf Eis als auf Sand vorkommt, was für das Endprodukt hoffentlich noch überarbeitet wird.
Die über 50 Fahrzeuge sind mit spürbaren Unterschieden ausgestattet und lassen schon beim Fahren erkennen, um was für einen Antrieb es sich bei dem Wagen handelt (Front/Heck mit Front/Heckmotor).
Pro
+ über 50 Fahrzeuge
+ fünf Strecken
+ DVD mit Bonusmaterial (exklusiv in Europa)
+ famos aussehende Fahrzeuge
+ Polygon-Zuschauer
+ schöne Motorensounds
+ sehr gute Steuerung
+ gutes Geschwindigkeitsgefühl
Kontra
- überteuerte Demo
- altbekannte Musikuntermalung
- Rallye-Strecken noch nicht überzeugend
- leichte Pop-Ups
- nur 50 Hz-Modus
- kein Mehrspielermodus integriert
FAZIT
Wir haben lange diskutiert, ob wir Gran Turismo 4 Prologue eine Endwertung geben sollten. Denn auf der einen Seite ist der Titel nicht mehr als eine umfangreiche Demo. Andererseits verlangt Sony mit 40 Euro dafür eine Menge Knete, womit sich eine Wertung kaum umgehen lässt. Und auch wenn mit über 50 Fahrzeugen und fünf Strecken etwa zehn Prozent vom Hauptspiel enthalten sind (zumindest numerisch), bleibt der GT 4 Prologue einiges schuldig: ein 60 Hz-Modus wäre wünschenswert, ein Entfernen der offensichtlichen Pop-Ups ebenso; und eine neue Musikuntermalung könnte die Kult-Rennserie ebenfalls vertragen. Er macht aber auch Lust auf mehr und deutet an, was man von der Endfassung erwarten kann: ein realistischeres Fahrgefühl als je zuvor dürfte die Messlatte für die Konkurrenz auf ein neues Niveau legen. Wer partout nicht auf den GT4-Appetithappen verzichten will und bei einem Rennspiel keinen Wert auf einen Mehrspielermodus legt sowie auch nach dem Durchfahren aller Fahrschul-Aufgaben nochmals Lust hat, mit den freigespielten Boliden über die Strecken zu heizen, kann zugreifen zumal in Europa noch eine Bonus-DVD mit dem Making Of beiliegt. Alle anderen sollten sich bis Ende des Jahres gedulden, um die finale Version zu spielen, die im Endeffekt nur ca. 20 Euro teurer sein wird.
PS2
GAMEPLAY 67%
Spielspaß gut
Steuerung sehr gut
Langzeitmotivation ausreichend
Grafik 89%
Präsentation gut
Animation sehr gut
Spielwelt sehr gut
Filme gut
Sound 88%
Sound-Effekte sehr gut
Hintergrundmusik befriedigend
Sprachausgabe befriedigend
Lokalisierung sehr gut
GESAMT Singleplayer 70%
Quelle: 4players